CD-Sammel-Rezensionen

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CD-Rezension:

The Clarinet Trio Anthology

Daniel Ottensamer, Klarinette
Stephan Koncz, Violoncello
Christoph Traxler, Klavier

DECCA/Universal Music Nr. 00028948573752

von Herbert Hiess

Die erste CD-Präsentation macht es einem sehr schwer, die Besprechung richtig zuzuordnen. Denn die großartige Box der Klarinettentrios mit dem Namen „Anthology“ wurde im kärntnerischen Taggenbrunn präsentiert.

Diese Location könnte man auch locker in einem Reisemagazin unterbringen, denn der Kärtner Unternehmer Alfred Riedl hat aus der Ruine nächst St. Veit an der Glan ein echtes Juwel mit einem prachtvollen Konzertsaal geschaffen. Dazu errichtete er ein wunderschönes Hotel unterhalb der Burg; umgeben von großartigen Weingärten mit einem ebensolchen Wein. Dazu muss man sagen, dass Kärnten absolut keine „typische“ Weinregion ist.

Also in dem wunderschönen Konzertsaal fand das Konzert mit CD-Präsentation statt. Daniel Ottensamer ist ein würdiger Nachfolger seines zu früh verstorbenen Vaters Ernst Ottensamer (Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker). Daniel selbst ist auch Soloklarinettist des Wiener Meisterorchesters, während sein Bruder Andreas die gleiche Rolle bei den Berliner Philharmonikern hat.

Komplettiert wird das Trio durch den Cellisten Stephan Koncz, der anfänglich auch bei den Wienern war und später „der Liebe wegen“ nach Berlin ging. Christoph Traxler ist der Pianist dieser Box.

Auf sieben Scheiben spielen die hervorragenden Musiker Werke in Originalbesetzung für Klarinette, Klavier und Cello und bestechen durch herausragende Musikalität. Natürlich findet sich Beethovens „Gassenhauertrio“ und Brahms Klarinettentrio in a-moll auf der Box. Aber auch viele unbekannte und neu zu entdeckende Werke wie Bruchs 8 Stücke für Klarinettentrio. Ein Stück davon erinnert extrem an das Adagio aus Rachmaninows zweiter Symphonie, wo Daniel Ottensamer mit seiner hochmusikalischen Interpretation im Herbst unter Valery Gergiev brillierte. Ottensamer ist nicht nur technisch souverän und virtuos; mit seinen gekonnten Pianissimo weiß er das Publikum einzunehmen.

Also die Reise nach Kärnten ließ nicht nur eine wunderschöne CD-Box entdecken, sondern noch eine traumhafte Festspielbühne umgeben von toskanischem Flair,  von der man noch sehr viel mehr hören muss.

www.decca-classics.com

www.taggenbrunner-festspiele.at
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The Trumpet shall sound

Werke von Georg Friedrich Händel, Giuseppe Torelli, Georg Philipp Telemann, Leopold Mozart und Johann Wolfgang Pfister

Heinrich Bruckner, Trompete
Cornelia Horak, Sopran
Wolfgang Zimmerl, Oboe
Klemens Sander, Bariton

Barockensemble der Wiener Symphoniker (Dir. Christian Birnbaum)
Wiener Concertverein (Dir. Yun-Sung Chang)

Camerata, CM-28369

Solistisch ist auch Heinrich Bruckner auf seiner CD zu vernehmen. Der hervorragende Solotrompeter der Wiener Symphoniker lässt auf seiner großartigen Neuproduktion unter dem Titel aus Händels „Messias“ Werke in Originalbesetzung und Arrangements hören.

Zufälligerweise alle in D-Dur; von Georg Friedrich Händel bis hin zu Leopold Mozart. Bruckner lässt hier den Trompetenklang in voller Schönheit glänzen. Gemeinsam mit der Sopranistin Cornelia Horak, dem Bariton Klemens Sander und dem Oboisten Wolfgang Zimmerl; dem Barockensemble der Wiener Symphoniker und dem Wiener Concertverein entstand eine CD von hohem Repertoirewert. Einfach großartig!

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philBlech – live from Vienna

Olivier Latry, Orgel
Leitung: Anton Mittermayr

Deutsche Grammophon/Universal

Zum Thema „Next Generation“. Das Ensemble philBlech wurde 2010 anlässlich einer Konzertreise von zwei Schlagwerkern gegründet; mittlerweile besteht die Gruppe hochkarätiger Blechbläser aus 15 Musikern, die eines gemeinsam haben: Alle wurden in Wien ausgebildet.

Daher spielen sie in der Tradition der Wiener Philharmoniker. Auch der organisatorische Leiter Benjamin Schmidinger ist Sohn einer der mittlerweile pensionierten Schlagwerker und spielt ebenso Schlagwerk beim Staatsopernorchester, bei den Wiener Philharmonikern und eben bei philBlech.

Die Formation hat schon einige Projekte auf Tonträger umgesetzt und präsentierte nun im Wiener Musikverein ihre neueste CD unter dem Titel „Live from Vienna“. Neben der Blechbläsergruppe veredelt Olivier Latry mit der grandiosen Orgel des Konzertsaales diese Scheibe.  Latry ist einer der „Titularorganisten“ der Pariser Kathedrale Notre Dame. Nicht zuletzt durch den Großbrand in dem historischen Gebäude hatte er offenbar ausreichend Zeit, sich diesem Projekt zu widmen.

Auf der CD finden sich Originalwerke und Arrangements von Lully, Gabrieli, Holst, Bach usw. Bei der Präsentation beeindruckte vor allem das Arrangement für die Blechbläser und Orgel von Holsts „Mars, the bringer of War“ aus den „Planeten“.

Geleitet wird das Ensemble vom Solopaukisten Anton Mittermayr, der neben seiner Orchestertätigkeit, der Leitung dieses Ensembles noch eine weithin bekannte Paukenwerkstatt hat, wo der sozusagen die „Wiener Pauke“ produziert (www.wienerpauken.at). Seine Instrumente sind bei vielen Orchestern sehr beliebt; nicht zuletzt auch bei Currentzis „MusicAeterna“.

Auf alle Fälle ist dieser Tonträger mehr als wertvoll; neben beeindruckender Klänge und Klangmassen beweist er eben: die Wiener Tradition wird immer noch weitergeführt.

Herbert Hiess, 17. Mai 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

CD-Rezension: STRAUSS, Gewandhausorchester Leipzig, Boston Symphony Orchestra, klassik-begeistert.de

CD-Rezension: Duo GIOVIVO, Album „Serendipity“, klassik-begeistert.de

Lena Belkina, Benefiz / CD-Präsentation „Spring Night“, Mozarthaus, Wien, 19. März 2022

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