Daniele Gatti © Markenfotografie
10. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden
Richard Wagner
Vorspiel zum 3. Aufzug und „Karfreitagszauber“ aus „Parsifal“
Camille Saint-Saëns
Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 a-Moll op. 33
Claude Debussy „La Mer“
Richard Wagner
Vorspiel und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“
Sächsische Staatskapelle Dresden
Gautier Capuçon, Violoncello
Daniele Gatti, musikalische Leitung
Semperoper, 15. Mai 2026
von Henriettte Müller
Das Konzert begann mit vertrauten Klängen.
Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment.
Capellvirtuose 2025/26 Gautier Capuçon betrat nun das Podium. Das erwartungsvolle Publikum wurde nicht enttäuscht.
Dieser sympathische Musiker musiziert in einer anderen Liga und das liegt nicht nur an seinem wunderbaren Instrument „L’Ambassadeur“ von Matteo Goffriller, aus dem Jahre 1701.
Capuçon spult nicht einfach nur seine virtuose Technik ab. Er erfüllt jede Note mit Leben.
Eine Freude auch, das Zusammenspiel von Orchester und Capucon nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
Gatti und Capuçon harmonieren ausgezeichnet miteinander. Die außergewöhnliche musikalische Leidenschaft, die beiden inne wohnt, beschert dem Publikum solche einmaligen Konzertabende.

Als Zugabe hatte Capuçon das Blumen-Duett des Komponisten Léo Delibes ausgewählt. Begleitet wurde er dabei von Musikern des Orchesters.
Nach der Pause präsentierte uns die Staatskapelle „La Mer“, 3 symphonische Skizzen;
- Vom Morgengrauen bis zum Mittag auf dem Meer
- Spiel der Wellen
- Dialog zwischen Wind und Meer
Das Publikum konnte sich sowohl in das Morgengrauen, beginnend im zarten pianissimo und nachfolgend in einen strahlenden Sonnenaufgang hineinversetzen.
Dem Spiel der Wolken folgte ein wechselvoller Dialog zwischen dem munteren Wind und dem langsam ruhiger gewordenen Meer.
Der Konzertabschluss war „Tristan und Isolde“ gewidmet.
Dirigent und Orchester haben jahrlange Erfahrungen mit der Interpretation dieses Werkes gesammelt.
So strömten berührende Klänge ins Publikum hinüber.
Vielleicht gibt es irgendwann eine neuerliche Aufführung der „Tristan“-Inszenierung. Große Teile der Zuhörerschaft würde das wohl begrüßen.
Henriette Müller, 18. Mai 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
6. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti Semperoper, 14. Februar 2026
Kirill Petrenko, Gautier Capuçon, Violoncello Philharmonie Berlin, 8. Mai 2026
CD-Besprechung: Gautier Capuçon, Gaïa klassik-begeistert.de, 11. November 2025