Die Oper des „Mozart noir“ zeigt Parallelen zu „Così fan tutte“

Es ist positiv zu werten, Bolognes Werk erstmals zugänglich zu machen. Ein großes Plus ist die aufwändige, sehr geschmackvolle Aufmachung der Box mit einem reich illustrierten Booklet, das den Text zweisprachig sowie umfangreiche Informationen über Werk und Interpreten enthält.

CD-Rezension:

Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges

L’Amant Anonyme

Haymarket Opera Company

Cedille CDR 90000 217

von Peter Sommeregger

Um die Person des Joseph Bologne ranken sich zahlreiche Geschichten, deren Wahrheitsgehalt nicht immer nachprüfbar ist. Tatsächlich wurde er 1745 als Sohn eines französischen Edelmannes und einer jungen Sklavin in Guadaloupe geboren. Ob sein Vater ihn nach der Rückkehr nach Frankreich tatsächlich legitimierte, ist unklar, jedenfalls legte sich Joseph den Titel seines Vaters, Chevalier de Saint Georges, zu. „CD-Rezension: Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges
klassik-begeistert.de, 27. Februar 2023“
weiterlesen

Schuberts Lebensweg wird zum Tanztheater

Blu-ray-Rezension:

Eine Winterreise

Anne Sofie von Otter   Er
Kristian Bezuidenhout   Der Pianist
Claudio Rado   Der Geiger
Christof Loy   Konzeption und Regie

Theater Basel

NAXOS NBD 0165V

von Peter Sommeregger

Der Liederzyklus „Die Winterreise“ von Franz Schubert stellt einen Höhepunkt der Gattung Kunstlied dar, und wird oft mit der Tragik des viel zu kurzen Lebens des Komponisten in Verbindung gebracht. Schubert war zur Zeit der Komposition bereits unheilbar erkrankt, dadurch ist ein autobiographischer Bezug in dem Werk durchaus gegeben.

Der erfolgreiche Regisseur Christof Loy hat im Theater Basel eine sehr bemerkenswerte Produktion unter dem Titel „Eine Winterreise“ herausgebracht, die in Teilen aus Liedern des Zyklus besteht. Loy verknüpft aber auch andere Lieder und Klavierstücke, die ins dramaturgische Konzept passen für diese Collage, ein Pianist, Geige und Viola und vier Tänzer begleiten die Figur Schuberts, der von der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter verkörpert wird. „Blu-ray-Rezension: Eine Winterreise, Franz Schubert, Christof Loy  Konzeption und Regie
klassik-begeistert.de, 26. Februar 2023“
weiterlesen

Die romantische Schweiz erklingt im Lied

CD-Rezension

Franziska Heinzen und Benjamin Mead
„Lieder us um Tal“
(Prospero Classical Records, Schweiz)

von Jolanta Łada-Zielke

Besprechung des neuen Albums von Franziska Heinzen und Benjamin Mead „Lieder us um Tal“ (Prospero Classical Records, Schweiz)

Die meisten dieser 25 „Lieder aus dem Tal“ – konkret aus dem Kanton Wallis – singt Franziska Heinzen im lokalen, rätoromanischen Dialekt. Dieser ist voll von  Konsonantenclustern, verengten Vokalen, „s“ ersetzt „sch“ und es gibt ein „schlürfendes“ Digramm „ch“. Gesprochen hört sich das etwas holprig an, aber Franziskas Gesang verleiht ihm Leichtigkeit und Frische.  Die Sopranistin verfügt über eine ausgezeichnete Diktion, so dass man beim Hören der Gedichte ungefähr verstehen kann, worüber sie erzählen. Benjamin Mead, der sie am Klavier begleitet, malt die Landschaften der Schweizer Täler mit schönen Klängen. „CD-Rezension: Franziska Heinzen und Benjamin Mead „Lieder us um Tal“
klassik-begeistert.de, 22. Februar 2023“
weiterlesen

Mascagnis Wohlfühl-Oper – L’amico Fritz und die junge Suzel bilden ein klangschönes Paar

Blu-ray-Rezension:

Pietro Mascagni
L’amico Fritz

Orchestra e Coro del
Maggio Musicale Fiorentino

Rosetta Cucchi    Regie
Riccardo Frizza    Dirigent

Dynamic 57960

von Peter Sommeregger

 Der Komponist Pietro Mascagni erlebte mit seinem Opern-Erstling „Cavalleria Rusticana“ 1890 einen überwältigenden Erfolg. Fünfzehn weitere Opern komponierte Mascagni in den Folgejahren, aber diese sind inzwischen sämtlich von den Spielplänen fast verschwunden, obwohl sie bei näherer Betrachtung alle große musikalische Qualitäten besitzen. „Blu-ray-Rezension: Pietro Mascagni, L’amico Fritz
klassik-begeistert.de, 15. Februar 2023“
weiterlesen

Die Trias von Mozarts letzten Symphonien: Herbert Blomstedt verbindet Altersweisheit mit gereiftem Feuer

Würde man diese Aufnahmen ohne Wissen um das Alter des Dirigenten hören, käme man nicht auf den Gedanken, dass es sich um einen sehr alten Mann handeln könnte. Jugendliches Feuer ist also nicht unbedingt eine Frage des Lebensalters!

CD-Rezension:

Mozart
Symphonien Nr. 39, 40 & 41

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Herbert Blomstedt

BR Klassik 900196

von Peter Sommeregger

Der amerikanische Dirigent mit schwedischen Wurzeln, Herbert Blomstedt, ist auch noch in seinem 96. Lebensjahr von ungebrochener Vitalität und Musizierfreude. Hatte man sich im letzten Jahr nach einem Sturz und darauf folgender abgesagter Auftritte noch Sorgen um den Doyen des Dirigentenberufes gemacht, ist Blomstedt inzwischen wieder international unterwegs. „CD-Rezension: Mozart Symphonien Nr. 39, 40 & 41, Herbert Blomstedt
klassik-begeistert.de, 13. Februar 2023“
weiterlesen

„Turandot“-CD: JONAS KAUFMANN verleiht seiner Stimme einen unschön klingenden Druck und verfällt durchgehend in brüllende Lautstärke

Der eisumgürteten Prinzessin ist als Gegenspieler der von Beginn an liebende Prinz Calaf gegenübergestellt.  Jonas Kaufmanns kräftiger Tenor ist aber leider das Ärgernis der Einspielung. Zwar gelingen ihm durchgängig strahlende, lange gehaltene Spitzentöne, aber seine Tendenz, zu laut zu singen, setzt sich auch hier wieder durch. Er verleiht seiner Stimme einen unschön klingenden Druck, und verfällt durchgehend in brüllende Lautstärke. Die Fähigkeit, mezza voce singen zu können, scheint Kaufmann abhanden gekommen zu sein. Dadurch kehren sich die Verhältnisse in der Oper um: die eiskalte Prinzessin verfügt über sanftes, lyrisches Potential, während der gefühlvolle Liebende mit Schwermetall um sich wirft. Radvanovsky ist klug genug, sich nicht von der Lautstärke des Partners mitreißen zu lassen, und geht am Ende als Siegerin vom Platz.

Foto: KAUFMANN, JONAS – Copyright by Johannes Ifkovits

CD-Rezension:

Giacomo Puccini
Turandot

Sondra Radvanovsky
Jonas Kaufmann
Ermonela Jaho

Orchestra e Coro dell’Accademia di Santa Cecilia
Antonio Pappano

Warner 5054197406591

von Peter Sommeregger

Puccinis letzte, unvollendet hinterlassene Oper „Turandot“ stellt stets eine große Herausforderung für alle an einer Aufführung oder Einspielung Beteiligten dar. Puccinis Schüler Franco Alfano hatte die Oper nach Puccinis Tod vollendet, der Dirigent der Uraufführung, Arturo Toscanini, kürzte allerdings diese Version bei der Premiere an der Mailänder Scala 1926. „CD-Rezension: Giacomo Puccini Turandot
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

CD-Rezension: Oh Mensch! Gib Acht!

Das Tonkünstler Orchester mit Mahlers III. Symphonie im Goldenen Saal

Gustav Mahler   III. Symphonie

Kate Lindsey   Mezzosopran

Wiener Singverein
Wiener Sängerknaben
Yutaka Sado   Dirigent
Tonkünstler Orchester

Eigenlabel Tonkünstler Orchester

von Peter Sommeregger

Die über eineinhalb Stunden dauernde 3. Symphonie Gustav Mahlers ist eine von den drei so genannten Wunderhorn-Symphonien, die Texte aus dieser Liedersammlung enthalten und stilistisch eine gewisse Verwandtschaft zeigen. Im vierten Abschnitt der Symphonie, die als Misterioso bezeichnet wird, singt die Solistin einen Text Friedrich Nietzsches aus dessen Werk „Also sprach Zarathustra“, der die feierliche Grundstimmung der Symphonie auf den Punkt bringt. Die ausladenden Kopfsätze des Werkes umschließen die beiden vokalen Abschnitte und ein Scherzo. „CD-Rezension: Gustav Mahler III. Symphonie, Kate Lindsey Mezzosopran
klassik-begeistert.de, 8. Februar 2023“
weiterlesen

Nolwenn Bargin: "Es gibt so viel in der Musik zu entdecken – das ist mein höchstes Ziel"

Nolwenn Bargin Flute, Photo: Marco Borggreve

Interview mit Nolwenn Bargin von Birgit Koß

Ich treffe Nolwenn Bargin in Berlin, wo sie im Piano Salon Christophori ihre neue CD „Philippe Gaubert Chamber Music“ vorstellt.

klassik-begeistert: Frau Bargin, eine CD zu dem Komponisten Philippe Gaubert zu veröffentlichen, er ist ja sozusagen ein Landsmann von Ihnen, auch wenn Sie als gebürtige Bretonin inzwischen eine Schweizerin geworden sind, war das schon länger Ihr Wunsch?

Nolwenn Bargin: Ja, die erste Begegnung mit Kompositionen von Gaubert war mit der „Fantaisie“; die habe ich sehr früh, ich glaube im Alter von fünfzehn, sechzehn kennengelernt. In dem gleichen Alter hatte ich – vielleicht ist das deutsche Wort nicht ganz richtig – einen Schock. Ich war bei ,,Pelléas et Mélisande“ von Debussy in der Opéra comique de Paris. Das Stück war dort seit dreißig Jahren nicht mehr aufgeführt worden und dann hörte ich diese Musik. Es war wunderbar, ich spürte, das ist etwas für mich. Doch erst kürzlich, ich war am Suchen nach Kammermusik mit Geige, habe ich „Médailles antiques“ von Gaubert mit Geige entdeckt. Ich hatte mich immer gewundert, dass es da so wenig Kammermusik-Stücke mit Geigegibt, denn ich liebe Geige. Damit hat es begonnen. Dann habe ich weiter gesucht, denn ich wollte nicht diese ewigen Flötensonaten spielen – wie alle Flötisten. Ich habe geschaut, was es für verschiedene Facetten von Gaubert gibt, um damit zu zeigen, dass dieser Komponist es verdient hat, bekannter zu werden. Ich liebe die Musik von Philippe Gaubert. „Interview mit Nolwenn Bargin
klassik-begeistert.de 5. Februar 2023“
weiterlesen

Hommage an das Ehepaar Clara Wieck und Robert Schumann

CD-Rezension:

Clara & Robert Schumann
Piano Concertos

Beatrice Rana
Chamber Orchestra of Europe
Yannick Nézet-Séguin

Warner 5054 97296253

von Peter Sommeregger

Dem Klavierkonzert Clara Schumanns begegnet man in den Konzertprogrammen eher selten, was aufgrund seiner Qualität mehr als erstaunlich ist. Komponiert hat Clara es als gerade einmal 14-jährige Clara Wieck. Der anspruchsvolle Klavierpart gibt Auskunft darüber, wie groß bereits damals die Virtuosität der Meisterschülerin ihres Vaters Friedrich Wieck war. „CD-Rezension: Clara & Robert Schumann, Piano Concertos, Beatrice Rana Klavier

klassik-begeistert.de, 1. Februar 2023“ weiterlesen

„Ich hasse Wagner, aber auf Knien!“

Wagner – Feuerzauber Weltenbrand. Eine Hörbiographie von Jörg Handstein

4 CDs

BR-KLASSIK 900903. Erhältlich im Handel und im BR-Shop


von Dr. Andreas Ströbl

Zwar ist Jörg Handsteins Hörbiographie über unser aller Richard bereits 2012 erschienen, aber, um den österreichischen Dramaturgen Marcel Prawy zu zitieren: „Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 geboren und ist niemals gestorben“. Daher kann es auch nicht schaden, auf eine Produktion noch einmal aufmerksam zu machen, die das Immer-wieder-Hören allemal lohnt. „Hör-CD Rezension: Wagner – Feuerzauber Weltenbrand. Eine Hörbiographie von Jörg Handstein
klassik-begeistert.de 1. Februar 2023“
weiterlesen