Elbphilharmonie: Die Menschen im Publikum sind so freudig, dass mitgesummt wird

Foto: Felix Broede (c)
Elbphilharmonie, 
Großer Saal, Hamburg 11. Juni 2018

von Sarah Schnoor

Schon auf dem Weg zur Elbphilharmonie begegnen einem Meinungen zu diesem Bauwerk und seinem Klang. So sagt ein junger Mann zum anderen, dass die Elphi akustisch ja der „Hammer“ sei, aber von außen, naja. Mir geht es genau andersherum: optisch super und akustisch schwierig. Dass Hamburg dadurch aber neben dem „Michel“ ein neues Wahrzeichen hat und dazu noch ein musikalisches, ist mir doch sehr recht! „Bach, Beeethoven, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Markus Poschner,
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NDR Elbphilharmonie Orchester sorgt für emotionale Vielfalt in der Elbphilharmonie

Foto: Maxim Schulz (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 7. Juni 2018
Carl Nielsen, Helios-Ouvertüre op. 17
Dimitrij Schostakowitsch, Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
Jean Sibelius, Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82
NDR Elbphilharmonie Orchester
Jukka-Pekka Saraste, Dirigent
Leonidas Kavakos, Violine

von Leonie Bünsch

Als in Hamburg um kurz nach 20 Uhr die Sonne bereits langsam unterzugehen beginnt, geht in der Elbphilharmonie musikalisch die Sonne auf. In der Helios-Ouvertüre vertont der dänische Komponist Carl Nielsen seine Eindrücke der Ägäis und nennt sein Stück eine „Ouvertüre zum Lob und Preis der Sonne“. Das Stück beginnt im Morgengrauen, ganz leise signalisieren die Kontrabässe mit langen Liegetönen, dass sich etwas zu regen beginnt. Mehr und mehr Instrumente stoßen hinzu. Und auch wenn der Hornist leider seinen allerersten Einsatzton verfehlt, hört man doch in dem warmen, satten Ton der Hörner die aufgehende Sonne. „NDR Elbphilharmonie Orchester, Jukka-Pekka Saraste, Leonidas Kavakos,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Bryn „Teufelskerl“ Terfel rockt die Elbphilharmonie

Foto: Adam Barker (c)
Elbphilharmonie Hamburg
, 5. Juni 2018
Hector Berlioz, La damnation de Faust
Malmö Symfoniorkester
MDR Rundfunkchor Leipzig
Marc Soustrot
, Dirigent
Denis Comtet, Chorleitung
Sir Bryn Terfel, Méphistophélès
Sophie Koch, Marguerite
Paul Groves, Faust
Edwin Crossley-Mercer, Brander

von Sebastian Koik

In Goethes Faust erschaudert Gretchen in der Anwesenheit Mephistos. Wenn Gretchen bei Mephistos Auftritt glücklich lächelt, dann wird dieser Mephisto wahrscheinlich von Bryn Terfel dargestellt, wie am 5. Juni 2018 im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Und: Wenn der Teufel oder das Böse solch’ gutes Personal hätte, hätte unsere Welt keine Chance! Glücklicherweise ist dieser Mephisto nur gespielt. Ja, Bösewichte spielt er besonders gern, der Sir Bryn Terfel! „Hector Berlioz, La damnation de Faust, Sir Bryn Terfel, Malmö Symfoniorkester,
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Roberta Invernizzi verzaubert in der Elbphilharmonie

Foto: Ribaltaluce-Studio (c)
Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Hamburg, 3. Juni 2018
Roberta Invernizzi Sopran
Craig Marchitelli Theorbe, Barockgitarre
Franco Pavan Theorbe
Jorge Alberto Guerrero Violoncello

von Sarah Schnoor

Wenn das Istituto Italiano di Cultura Hamburg ein Konzert in der Elbphilharmonie organisiert, ist es naheliegend ein Programm aus italienischer Barockmusik zusammenzustellen. Die Sopranistin Roberta Invernizzi ist seit langem auf diese Epoche spezialisiert und bringt sich drei Männer als Begleitung mit. Bevor es losgeht, gibt es eine kurze Einführung für alle mit herrlichem italienischen Akzent, der mit seiner Melodie gleich auf das Kommende einstimmt. Invernizzi führt mit dem Programm quer durch Italien und spätestens bei „Torna, de torna“ von Giulio Caccini wird der Kleine Saal zum Barockhimmel. „Roberta Invernizzi,
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Hier und heute ist die Welt gut – Joyce DiDonato berührt mit Sangeskunst und Menschlichkeit

Foto: Bettina Stöß (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 30. Mai 2018
Joyce DiDonato, Mezzosopran und Produktionsleitung
Il Pomo d’Oro, Barockensemble
Maxim Emelyanychev, Cembalo und Leitung
Henning Blum, Lichtdesign
Yousef Iskandar, Videodesign
Ralf Pleger, Regie
Manuel Palazzo, Choregrafie, Tanz

»In War and Peace – Harmony through Music«

von Sebastian Koik

Joyce DiDonato und das Ensemble Il Pomo d’Oro schenken dem Publikum im Großen Saal der Elbphilharmonie einen schönen Abend. Auf die Lichteffekte hätte man verzichten können, auf den oberkörperfreien und berockten Tänzer auch. Schaden tun sie aber auch nicht wirklich. „»In War and Peace – Harmony through Music«, Joyce DiDonato,
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The Philadelphia Orchestra in der Elbphilharmonie: Die Musik ertönt unfassbar zart, lyrisch, weich und voller Gefühl

Foto: Jan Regan / Philadelphia Orchestra (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 29. Mai 2018
The Philadelphia Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Jean-Yves Thibaudet, Klavier

Leonard Bernstein, Sinfonie Nr. 2 für Klavier und Orchester »The Age of Anxiety«
Peter I. Tschaikowsky, Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36,
Edward Elgar [als Zugabe], Salut d’amour op. 12

von Sebastian Koik

Das Philadelphia Orchestra gilt als eines der fünf bedeutendsten Orchester der USA, Yannick Nézet-Séguin als einer der besten und spektakulärsten Dirigenten. Und hat Tschaikowsky Sie je enttäuscht? Vermutlich nicht! Damit sind alle Zutaten für einen musikalisch starken Abend im Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg gegeben. Und tatsächlich wird die zweite Konzerthälfte zu einem großen und beglückenden Erfolg! „The Philadelphia Orchestra, Yannick Nézet-Séguin,
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Herrlich samtig und störend weich: Elisabeth Leonskaja in der Elbphilharmonie Hamburg

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 26. Mai 2018
Elisabeth Leonskaja, Klavier
Ludwig van Beethoven
Sonate As-Dur op. 110
Sonate c-Moll op. 111
Franz Schubert
Sonate B-Dur D 960
Franz Liszt (als Zugabe)
Sonetto del Petrarca Nr. 104 S 161/5 »Pace non trovo« / Années de pèlerinage, deuxième année, Italie
Sonetto del Petrarca Nr. 123 S 161/6 »I‘ vidi in terra« / Années de pèlerinage, deuxième année, Italie

von Sebastian Koik

Den ersten Satz aus Ludwig van Beethovens Sonate As-Dur op. 110 spielt Elisabeth Leonskaja perfekt! Mit flinken Fingern, elegant virtuos, mit feiner Musikalität zeigt sie sehr viel Verständnis für die Komposition und durchschreitet ihre Tiefe. Es ist eine große Leichtigkeit bei gleichzeitiger Ernsthaftigkeit in ihrem Spiel. Wunderbar! Ganz groß. Die Tasten-Legende malt die Töne in der Elbphilharmonie voller Sanftheit, ihr Anschlag klingt, als spielte sie mit samtenen Handschuhen. „Elisabeth Leonskaja,
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Elbphilharmonie: Benjamin Britten berührt und lässt den Zuhörer betroffen zurück

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie
, Kleiner Saal, 28. Mai 2018 (3. Internationales Musikfest Hamburg)
Benjamin Britten, The Rape of Lucretia,
Oper in zwei Akten, op. 37 (1945/46)
Luzia Tietze – Lucretia
Maxim Sankirov – Collatinus
Hussain Atfah – Tarquinius
Junggeun Choi – Junius
Lea Bublitz – Lucia
Milena Juhl – Bianca
Dorothee Bienert – Female Chorus (Erzähler)
Daniel Schiewa – Male Chorus (Erzähler)
Ensemble der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Ulrich Windfuhr – Leitung

von Ricarda Ott

Es ist die Geschichte von der tugendhaft treuen Lucretia im vorchristlichen Rom, die von Tranquilius, Sohn des etruskischen Herrschers, vergewaltigt wird und sich anschließend das Leben nimmt. Dass sie durch ihren Selbstmord die Befreiung der Stadt auslöst, macht sie gewissermaßen zu einer Märtyrerin; der antike Stoff, der sich seit Jahrhunderten durch Literatur, Dramatik und Malerei zieht, bleibt erschütternd zeitlos und spiegelt selbst im 21. Jahrhundert tief unter die Haut dringende Aktualität. „Benjamin Britten, The Rape of Lucretia, Ensemble der Hochschule für Musik und Theater Hamburg,
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal“
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Mit Pauken und Trompeten – Mailänder lassen die Elbphilharmonie erbeben

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie Hamburg, 25. Mai 2018
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala
Tamara Wilson, Sopran
Ekaterina Gubanova, Mezzosopran
René Barbera, Tenor
Ferruccio Furlanetto, Bass
Dirigent Riccardo Chailly
Giuseppe Verdi, Messa da Requiem

von Sebastian Koik

Im Dies irae bläst einen der Chor fast um. Wie ein mächtiges Gewitter fegen der Chor und das Orchester der Mailänder Scala durch die Elbphilharmonie. Das überwältigt und ergreift die Zuhörer physisch. Zwerchfelle vibrieren, Körper erzittern. Die Gäste aus Mailand werden gewaltig laut und scheinen selbst die Wände der Elbphilharmonie zum Erbeben zu bringen. Dies irae, Tag der Rache, singt der 90-köpfige Chor aus Italien, aus der Mailänder Scala, dem vermutlich berühmtesten Opernhaus der Welt. Und ganz genau so klingt es! „Giuseppe Verdi, Messa da Requiem, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Riccardo Chailly,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Elbphilharmonie: Die Orgel ist der Star des Abends

Foto: Maxim Schulz (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 19. Mai 2018
Thomas Cornelius, Orgel
Thomas Dahl,
Orgel
Manuel Gera, Orgel

von Sebastian Koik

Die Orgel ist der Star des Abends.

Kein Organist kennt sie besser als Thomas Cornelius, der ihren kompletten Bau begleitete. Kein Organist hat sie häufiger im Konzert gespielt. Im ersten Teil des Abends stellt Thomas Cornelius „sein“ Instrument vor und die Besucher erfahren viel Interessantes über das 25 Tonnen schwere klangmächtige und optisch beeindruckende Schmuckstück der Elbphilharmonie. „Thomas Cornelius, Thomas Dahl, Manuel Gera, Orgel,
Elbphilharmonie Hamburg“
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