Elbphilharmonie Hamburg: Sphärische Klangwelten und mächtige Bilder...

Foto: © Felix Brode
3. Philharmonisches Konzert, Ligeti / Wagner / Widmann / Beethoven, Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 5. November 2018

György Ligeti, Atmosphères
Richard Wagner, Vorspiel zu „Lohengrin“
Jörg Widmann, Con brio, Konzertouvertüre für Orchester
Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“

Kent Nagano, Dirigent
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

von Leonie Bünsch

Zu allererst einmal: Was war das für ein Programm! Man muss sich nur die Jahreszahlen der jeweiligen Uraufführungen angucken, um sich über das Programm des 3. Philharmonischen Konzertes zu wundern: 1808, 1850, 1961, 2008.Was auf den ersten Blick nach einer sonderbaren Zusammenstellung von Komponisten aus jeder Epoche nach Beethoven aussieht, entpuppt sich als Geniestreich! So unterschiedlich die Werke auch sein mögen, sie alle verbindet etwas: sphärische Klangwelten, mächtige Klangbilder und die musikalische Wirkung von Raum und Zeit. „3. Philharmonisches Konzert, Ligeti / Wagner / Widmann / Beethoven, Elbphilharmonie Hamburg, 5. November 2018“ weiterlesen

Anna Vinnitskaya zaubert am Flügel – wurde dieser Schostakowitsch jemals besser, zärtlicher, tiefer, reicher und berührender gespielt?

Foto:  © Marco Borggreve
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen,
Elbphilharmonie Hamburg,
4. November 2018

Anna Vinnitskaya, Klavier
Constantinos Carydis, Dirigent

Wolfgang Amadeus Mozart
Kontretanz Nr. 1 D-Dur KV 603
Kontretanz Nr. 3 D-Dur KV 609
Kontretanz Nr. 2 D-Dur KV 565a
Ouvertüre zu »Don Giovanni« KV 527

Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102

Dmitri Schostakowitsch
Zwei Stücke für Streichoktett op. 11 / Fassung für Streichorchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie D-Dur KV 504 »Prager«

Von Sebastian Koik

Am 4. November 20ƒ18 in der Elbphilharmonie spielen die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Anna Vinnitskaya den zweiten Abend hintereinander in der Elbphilharmonie.

Es gibt so viele Parallelen zum Konzert am Abend zuvor: Dasselbe Orchester, derselbe Dirigent, dieselbe Pianistin, dieselben Komponisten. Anna Vinnitskaya begeistert erneut mit einer Weltklasse-Leistung, das Orchester hat zunächst (!) dieselben Schwächen bei Mozart – wie am Abend zuvor fehlt es hier wieder etwas an Spritzigkeit und Leichtigkeit. „Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Elbhilharmonie Hamburg, 4. November 2018“ weiterlesen

Schostakowitsch toppt, Mozart floppt – und Anna Vinnitskaya gibt dem Flügel Seele und Stimme

Foto:  © Claudia Höhne
Elbphilharmonie Hamburg,
3. November 2018
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Anna Vinnitskaya, 
Klavier
Matthias Höfs, Trompete
Constantinos Carydis, Dirigent

Dmitri Schostakowitsch
Kammersinfonie c-Moll op. 110a / Bearbeitung
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35
Wolfgang Amadeus Mozart
Maurerische Trauermusik c-Moll KV 479a
Adagio und Fuge für Streicher c-Moll KV 546
Sinfonie C-Dur KV 551 »Jupiter«

von Sebastian Koik

Am 3. November 2018 in der Elbphilharmonie beginnt das Konzert mit der Kammersinfonie c-Moll op. 110a. Dmitri Schostakowitsch verstand sein gesamtes Schaffen als Trauerarbeit für die Opfer des Faschismus, der Gewalt und des Krieges. Doch dieses Stück ist noch mehr. Der große russische Komponist schrieb sein eigenes Requiem.

„Mir war klar, dass nach meinem Tod niemand ein Werk zu meinem Gedächtnis schreiben würde. Daher beschloss ich, ein solches Werk selbst zu komponieren.“

Dmitri Schostakowitsch gab dem Stück eine musikalische Signatur: Das aus seinen Initialen gebildete Vierton-Motiv D–(E)S–C–H, das allen Sätzen als Motto zugrunde liegt. Außerdem hält der Komponist hier eine Lebens-Rückschau, zitiert sich selbst aus mehreren früheren Werken: aus der 1. und 5. Symphonie, dem 2. Klaviertrio, dem 1. Cellokonzert und der Oper „Lady Macbeth von Mzensk“. „Anna Vinnitskaya, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Matthias Höfs, Constantinos Carydis,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Das macht Spaß: Rhythmus-Fest par excellence in der Elbphilharmonie

Foto: Maxim Schulz (c)
Man hält als Zuhörer und Zuschauer den Atem an. Das Publikum wird mitgenommen auf eine Reise, darf einer besonderen musikalischen Zeremonie beiwohnen.

Elbphilharmonie Hamburg, 20. Oktober 2018
NDR Elbphilharmonie Orchester
NDR Percussion
Simone Rubino,
Schlagwerk
Stefan Geiger, Dirigent
Tōru Takemitsu, From me flows what you call time
Olivier Messiaen, Les offrandes oubliées / Sinfonische Meditation
Avner Dorman, Eternal Rhythm für Schlagzeug und Orchester / Uraufführung, gemeinsames Auftragswerk von NDR und George Enescu Festival Bukarest

von Sebastian Koik

Am 20. Oktober 2018 gab es in der Elbphilharmonie eines der seltenen Perkussionskonzerte auf großer Bühne. Das NDR Elbphilharmonie Orchester und NDR Percussion zusammen mit dem Schlagzeug-Solisten Simone Rubino beginnen den Abend mit einem ganz besonderen Stück von Tōru Takemitsu: „From me flows what you call time“. Die Darbietung ist ein einziges großes Spektakel! „NDR Elbphilharmonie Orchester, NDR Percussion, Simone Rubino, Stefan Geiger,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Pinchas Zukermans Geige singt, klagt, berührt − ein junger Lahav Shani ohne Zauber in der Elbphilharmonie

Das „Flawless, but without magic.“ Das Ganze ist fehlerfrei, aber ohne Zauber.

Foto: wikipedia.de
Elbphilharmonie Hamburg
, 22. Oktober 2018
Rotterdams Philharmonisch Orkest
Pinchas Zukerman, Violine
Lahav Shani, Dirigent
Ernest Bloch, Hiver-Printemps
Max Bruch, Konzert für Violine und Orchester g-Moll op. 26
Johannes Brahms, Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

von Sebastian Koik

Die Rotterdamer sind wieder da! Und sie haben ihren neuen Chefdirigenten mitgebracht, am 22. Oktober 2018 in die Elbphilharmonie. Gerade erst im September dieses Jahres löste der noch jüngere Lahav Shani, Alter 29, den jungen Yannick Nézet-Séguin als Chefdirigent des renommierten Orchesters ab.

Das Konzert beginnt mit dem sehr selten gespielten „Hiver-Printemps“ von Ernest Bloch. Der weltweit gefeierte Lahav Shani dirigiert mit sehr viel wunderbarer Ruhe. Es gibt hier nichts, überhaupt nichts an dieser Darbietung der Rotterdamer unter ihrer neuen Führung zu bemäkeln. „Rotterdams Philharmonisch Orkest, Pinchas Zukerman, Lahav Shani,
Elbphilharmonie Hamburg“
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70 Jahre Hamburger Abendblatt – Thank you for the music! Melodien von Händel und Elgar erklingen auf Spitzen-Niveau in der Elbphilharmonie

Foto: Ralph Larmann (c)
70 Jahre Hamburger Abendblatt: Thank you for the music!
Melodien von Händel und Elgar erklingen auf Spitzen-Niveau in der Elbphilharmonie…
 
Das Hamburger Abendblatt hat seinen 70. Geburtstag in der Elbphilharmonie gefeiert… THANK YOU FOR THE MUSIC: Genau diese Worte des ABBA-Songs möchte man auch den Gastgebern und Musikern des Abends zusingen: „Thank you for the music“, „Danke für die Musik“. Auch den Leuten, denen wir die Elbphilharmonie und ihre Bespielung zu verdanken haben, möchte man dies immer wieder zurufen. Thank you for the music! Danke für die Musik! Treffend gewählt die Zugabe, liebe Frau Kermes, sehr treffend gewählt! Die Menschen Hamburgs und die Musikliebhaber Norddeutschlands sind sehr dankbar und stolz, diesen Musiktempel in der Stadt zu haben.

Elbphilharmonie Hamburg, 14. Oktober 2018 
Symphoniker Hamburg
Simone Kermes, Sopran
Sebastian Knauer,Klavier
Srba Dinić, Dirigent
George Gershwin, Rhapsody in Blue / Fassung für Klavier und Orchester
… sowie Werke von Gaetano Donizetti und Leonard Bernstein, Händel, Vivaldi, Elgar, Verdi, Tschaikowsky und ABBA [als Zugabe]

von Sebastian Koik

Am 14. Oktober 2017 hat das Hamburger Abendblatt seinen 70. Geburtstag gefeiert und dafür einen ganz besonderen Raum sowie eine größere Kapelle angemietet: den Großen Saal der Elbphilharmonie, die Symphoniker Hamburg und die Star-Sängerin Simone Kermes – der Hamburger Pianist Sebastian Knauer war auch noch mit von der Partie.

Es dauert etwas, bis der Dirigent und das Orchester im Saal angekommen sind. Aber dann! Die Polonaise aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“ zu Beginn klingt noch ein wenig zu undifferenziert. Selbiges gilt für Bernsteins Ouvertüre aus Candide. Das Orchester, nicht gewöhnt an die Elbphilharmonie, spielt mit bemerkenswerter, schon übertriebener Schärfe und etwas arg laut. Unter dem Dirigat von Srba Dinić fehlt Feinheit, dafür sind die Musiker auf Zack, musizieren schwungvoll auf Party-Art. Das Ganze erinnert an eine „Last Night of the Proms“-Sause. „70 Jahre Hamburger Abendblatt, Symphoniker Hamburg, Simone Kermes, Sebastian Knauer, Srba Dinić“ weiterlesen

Rausch der Extraklasse, meditative Extase: ganz, ganz großer Bruckner in der Elbphilharmonie

Foto: Peter Hundert (c)
Der Zuhörer erfährt Schauer des Glücks, erlebt ein tiefes inneres Dauer-Grinsen.  Es ist schon sehr, sehr viel passiert in der Elbphilharmonie in Hamburg, diesem wunderbaren Musiktempel an der Elbe, doch diese Bruckner-Aufführung gehört zu den allergrößten Highlights in der bisher so glorreichen Elbphilharmonie-Ära!

Elbphilharmonie Hamburg, 11. Oktober 2018  
NDR Elbphilharmonie Orchester
Alan Gilbert, Dirigent
Inon Barnatan,Klavier
Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 7 E-Dur

von Sebastian Koik

Das wunderbare Vorspiel eines gewaltigen Konzertes:

Der Abend in der Elbphilharmonie Hamburg am 11. Oktober 2018 beginnt mit Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58. Am Flügel sitzt Inon Barnatan. Er beginnt sanft, zärtlich und voller Innerlichkeit. Er spielt mit leicht wirkender Souveränität, mit präzisen, schnellen Läufen und schön konturierten Tönen. Der Vortrag im ersten Satz ist sehnsuchtsvoll und sehr musikalisch.

Den zweiten Satz beginnt das Orchester herrlich grimmig, kraftvoll und stark. Ein paar Takte lang ist die Musik erfüllt von roher Gewalt. Der Solist Inon Barnatan spielt dann herrlich zart auf dem Flügel. Der Kontrast zum Orchester-Part ist wundervoll! Der amerikanisch-israelische Pianist lässt den Flügel luftig leicht singen. „NDR Elbphilharmonie Orchester, Alan Gilbert, Inon Barnatan,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Göttliche Musik im weltlichen Tempel: Mozart-Requiem in der Elbphilharmonie

Foto: Philippe Herreweghe © Michiel Hendryckx
Elbphilharmonie, Großer Saal, 25. Oktober 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem in d-Moll

Orchestre des Champs-Elysées
Collegium Vocale Gent, Chor
Philippe Herreweghe, Dirigent
Emőke Baráth, Sopran
Eva Zaïcik, Mezzosopran
Maximilian Schmitt, Tenor
Florian Boesch, Bassbariton

von Sarah Schnoor

Das Mozart-Requiem ist ein Werk, das fast unabhängig von der Qualität der Aufführenden zu Tränen rührt. Spätestens nachdem man die bewegende Szene aus Miloš Formans Film „Amadeus“ gesehen hat, stoßen die engelsgleichen Frauenstimmen mit dem Erlösungswunsch „voca me“ („Rufe mich“) direkt ins Herz. Wenn dann auch noch Philippe Herreweghe mit seinem Collegium Vocale Gent und dem Orchestre des Champs-Elysées nach Hamburg kommt, um dieses mythenumwobene Stück aufzuführen, sind die Erwartungen an den Abend hoch. „Wolfgang Amadeus Mozart, Orchestre des Champs-Elysées, Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe, Requiem in d-Moll,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Jubelstürme für eine Ausnahme-Traviata mit Teodor Currentzis in der Elbphilharmonie

Foto: Teodor Currentzis © Olya Runyova
Elbphilharmonie Hamburg, 21. Oktober 2018
Giuseppe Verdi, La Traviata
musicAeterna orchestra of Perm Opera

musicAeterna chorus of Perm Opera
Teodor Currentzis, Dirigent
Nadezhda Pavlova Violetta Valéry
Airam Hernández Alfredo Germont
Dimitris Tiliakos Giorgio Germont

von Leon Battran

Die Erwartungen sind hoch, wenn sich ein echter Shootingstar am Pult die Ehre gibt. Teodor Currentzis, Aufmischer der Klassikwelt, möchte in der Elbphilharmonie einen Opernklassiker wiederbeleben: Verdis La traviata. Und wie kaum ein anderer erobert er die Herzen der Zuhörer im Sturm mit einer konzertanten Aufführung, die mehr Esprit und Glanz hat als so manche Operninszenierung. Sogar wer die Traviata von Giuseppe Verdi schon in- und auswendig zu kennen glaubt, mag sich von Currentzis noch überraschen lassen.

Er ist der Popstar unter den Klassikinterpreten. Nicht erst seit seinem Debüt bei den Salzburger Festspielen im letzten Jahr macht der griechisch-russische Dirigent von sich reden. Teodor Currentzis ist künstlerischer Leiter an der Staatsoper Perm in Russland und seit der aktuellen Spielzeit auch Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters. Auch das musicAeterna-Orchester und Chor, das den gebürtigen Griechen heute begleitet, ist am Opernhaus in Perm zuhause, wo die Traviata unter seiner Leitung bereits vor zwei Jahren großen Erfolg feierte. „Giuseppe Verdi, La Traviata, musicAeterna orchestra of Perm Opera, musicAeterna chorus of Perm Opera, Teodor Currentzis,
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Ein Stück russischer Volksseele: Die St. Petersburger Philharmoniker reüssieren in der Elbphilharmonie Hamburg

Foto: Thies Rätzke (c)
Elbphilharmonie Hamburg,
Großer Saal, 17. Oktober 2018
Nikolai Rimski-Korsakow, Suite in vier Bildern aus „Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronia“
Sergej Prokofjew, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 16
Piotr I. Tschaikowsky, Suite aus „Schwanensee“ op. 20
Yefim Bronfman, Klavier
Yuri Temirkanov, Dirigent
St. Petersburger Philharmoniker

von Leonie Bünsch

Die St. Petersburger Philharmoniker sind zu Gast in Hamburg und heizen der Elbphilharmonie mit ihrem Feuer ordentlich ein. Im Gepäck haben sie drei russische Meister: Rimski-Korsakow, Prokofjew und Tschaikowsky.

Der Abend beginnt mit Ausschnitten aus Nikolai Rimski-Korsakows Oper „Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronia“. Sperriger Titel, sperrige Musik? Keineswegs!
Rimski-Korsakows vorletzte Oper sollte ein typisch russisches Sujet haben, so ließ sich der Komponist von historischen Ereignissen und volkstümlichen Sagen inspirieren. Die Oper behandelt einerseits die Legende um die Stadt Kitesch, die in einem See versank, andererseits die Heiligenlegende vom Waldmädchen Fewronia. Beide Elemente finden sich in der Musik wieder: vom wilden Schlachtenlärm bis hin zu Imitationen von Vogelstimmen. „Yefim Bronfman, Yuri Temirkanov, St. Petersburger Philharmoniker,
Elbphilharmonie Hamburg“
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