Große Musik kommt auch aus Hamburg

Foto: Le Grand Macabre, Elbphilharmonie, Peter Hundert (c)
4. Internationales Musikfest Hamburg, 27. April – 29. Mai 2019

Das 4. Internationale Musikfest Hamburg ist ein voller Erfolg. Alle Aufführungen in der Elbphilharmonie sind ausverkauft. Star-Musiker wie Anne-Sophie Mutter und Elina Garanca sowie Star-Dirigenten wie Daniel Barenboim und Alan Gilbert reichen sich die Klinke. Das Internationale Musikfest wird Hamburgs Ruf als europäische Kulturmetropole festigen und untermauern. Wenn nun auch die Staatsoper Hamburg ihre Hausaufgaben macht, ihre schlechte Auslastung nachhaltig steigert und mit herausragenden Produktionen und Sängern wieder die deutsche und europäische Spitze erschließt, könnte der Slogan der „Musikstadt Hamburg“ Realität werden.

Das Musikfest nähert sich dem Motto »Identität« auf vielgestaltige Weise und legt zudem einen Schwerpunkt auf das Schaffen des Komponisten György Ligeti, der lange Jahre in Hamburg als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater wirkte und seine Wohnung in Alsternähe auch nach seiner Emeritierung beibehielt. Der Komponisten-Schwerpunkt gehört zu den Charakteristika des Internationalen Musikfests. Nach Johannes Brahms (2016) und Karlheinz Stockhausen (2018) ist Ligeti,  dessen Werken das Musikfest in mustergültigen Interpretationen breiten Raum gibt, der dritte Komponist mit starkem Bezug zu Hamburg. Spektakulärer Höhepunkt hierbei waren drei Aufführungen seiner einzigen Oper »Le Grand Macabre« (10., 12./13.5.).

Die Produktion von »Le Grand Macabre« mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und internationalen Solisten war eine auf die Gegebenheiten des Großen Saals der Elbphilharmonie abgestimmte Wiederaufnahme der Inszenierung von Doug Fitch aus dem Jahr 2010 in New York, mit der Alan Gilbert damals ein sensationeller Überraschungserfolg in seiner ersten Saison als Chefdirigent des New York Philharmonic glückte. Die Hamburger Aufführungsserie markierte nun zugleich so etwas wie den vorgezogenen Einstand von Alan Gilbert als neuer Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters ab der Saison 2019/20.

Einige der Höhepunkte des Musikfests waren und sind:

Klavierabende von Krystian Zimerman(1.5.) und Pierre-Laurent Aimard (2.5.)
»Kreatur«Sasha Waltz & Guests (2.- 4.5., Kampnagel)
»Le Grand Macabre«NDR Elbphilharmonie Orchester, Solisten, Alan Gilbert (10., 12./13.5.)
Anne-Sophie Mutter / Kammerorchester Wien-Berlin (11./18.5.)
Staatskapelle Berlin / Daniel Barenboim(15.5)
»Thérèse« von Philipp Maintz (Kammeroper, DEA, 18./19.21.22.5.)
Arienabend mit Elina Garanca (19.5.)
»War Requiem«, Orchestre de Paris, Solisten / Daniel Harding (21./22.5.)
»The Rake’s Progress«, konzertante Aufführung, Ludwig Orchester, Solisten / Barbara Hannigan (29.5.).

klassik-begeistert.de besuchte die dritte Aufführung von „Le Grand Macabre“. Die Meinungen der Besucher waren gespalten. Nicht wenige waren schlicht und ergreifend „genervt“, vor allem von der Musik. Nach der Pause blieben zahlreiche Plätze leer. Andere waren berauscht und sehr zufrieden. Auch die (Hamburger) Zeitungen waren voll des Lobes für die Ligeti-Oper:

»Ein berauschender Erfolg, eine brillante Präsentation von Ligetis respekteinflößender Partitur und eine entwaffnende Produktion.« So urteilte die New York Times nach drei ausverkauften Aufführungen von György Ligetis Oper »Le Grand Macabre«.

„Bei dem unterhaltsamen Weltuntergangs-Spektakel wurden am Freitag Videos auf Leinwänden gezeigt, es erklangen Geräusche wie Autohupen oder Türklingeln. Das Publikum war mitten im Geschehen. Ligeti nannte das Stück ‚Anti-Anti-Oper’“, schrieb die Hamburger Morgenpost.

„Nicht alle Zuschauer konnten mit der modernen Inszenierung etwas anfangen. Wer aber bis zum Ende blieb, war begeistert, feierte das Ensemble für die Mischung aus Fantasie-Abenteuer, Apokalypse-Schauspiel und mitreißender Komödie.“

Das Hamburger Abendblatt überschlug sich vor Begeisterung:

„Für zwei tolle, rauschhafte Stunden verwandelte sich der Große Saal der Elbphilharmonie in eine Avantgarde-Arena mit Surround-Beschallung und Rundum-Bespaßung. Ein Dada-Verona, so selbstverständlich und effekttrittsicher, als sei dieser Raum genau für derartigen Wahnsinn entworfen worden. Für diese Anstrengung dürfte das NDR Elbphilharmonie Orchester bei der Vorarbeit bis an tariflich geregelten Schmerzgrenzen gegangen sein, wahrscheinlicher ist: weit darüber hinaus.

Doch der Ehrgeiz, deswegen nicht zu kollabieren und zu beweisen, wozu man nach der Zeit mit Thomas Hengelbrock nun mit dessen Nachfolger Alan Gilbert im nächsten Wachstumsschritt fähig sein will, der war deutlich größer. Generalintendant Christoph Lieben-Seutter kann nun mit dieser Musikfest-Produktion einen weiteren Titel auf seiner Repertoire-To-Do-Liste epochaler Saal-Herausforderungen abhaken (für 2020 ist dort Messiaens Heiligen-Oper „Saint François d’Assise“ geplant).“

Andreas Schmidt, 14. Mai 2019, für
klassik-begeistert.de

Meisterschaft des Alters für jugendliche Meisterwerke: Krystian Zimerman berauscht in der Elbphilharmonie

Foto: Krystian Zimerman © Bartek Barczyk
Elbphilharmonie Hamburg
, 1. Mai 2019
Krystian Zimerman Klavier

Johannes Brahms
Vier Balladen op. 10
Sonate Nr. 2 fis-moll op. 2
Sonate Nr. 3 f-moll op. 5

von Guido Marquardt

Freie Sicht auf das Werk: Krystian Zimerman zeigt frühe Meisterwerke von Johannes Brahms in all ihren Verästelungen und Windungen, ohne dass je die Konturen verschwimmen würden. Mit höchster Transparenz gestaltet, erleben die begeisterten Zuhörer in der Elbphilharmonie jugendliche Werke, dargeboten in reifer Souveränität.

Krystian Zimerman macht sich rar. An sein Klavierspiel stellt er so hohe Ansprüche, dass er nur einen sehr kleinen Teil seines Repertoires öffentlich aufführt. Veröffentliche Einspielungen prüft er nach strengen Relevanzmaßstäben. Bemerkenswert auch, dass er jedes Konzert mit seinem eigenen, mitreisenden Flügel bestreitet. Zugleich scheut er nicht davor zurück, kantig Position zu beziehen, wenn er es für angebracht hält – was er meistens nicht tut, weshalb seine Wortmeldungen noch rarer sind als seine Auftritte. „Krystian Zimerman, Johannes Brahms,
Elbphilharmonie Hamburg, 1. Mai 2019“
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Elphi-Klangdebatte: Die Akustik in der Elbphilharmonie ist hervorragend

„In diesem neuen Klangwunder in Hamburg müssen Ruhe und Demut neu definiert werden.“

Foto: Maxim Schulz ©
Elphilharmonie Hamburg
, Ostern 2019

Erneut ist die Elbphilharmonie, das neue Wahrzeichen der Freien und Hansestadt Hamburg, scharf kritisiert worden. Nach dem deutschen Star-Tenor Jonas Kaufmann hat ein Weltklassedirigent keine freundlichen Worte über die „Elphi“ verloren. Der Italiener Riccardo Muti will den Prachtbau künftig boykottieren, sagte er der WELT. „Ich trete da nicht mehr auf! Dort vergeude ich nicht meine Zeit.“ Der Saal sei „mittelmäßig“, wiederholte Muti seine bereits 2017 geäußerte Kritik. Er habe den Saal aus seinen Tourneen mit den Wiener Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra streichen lassen.

Als Herausgeber von klassik-begeistert.de hatte ich am 14. und 15. Januar 2017 das große Glück, Riccardo Muti und das Chicago Symphony Orchestra im Großen Saal der Elbphilharmonie zu erleben – kurz nach Eröffnung des 866 Millionen Euro teuren Baus am 11. Januar 2017. Es waren Sternstunden in meinem an Höhepunkten nicht armen Klassikleben.

Ich habe etwa 4000 Opern und Konzerte rund um den Globus verfolgt und kenne fast alle wichtigen Konzertsäle und Opernhäuser der Welt. Bereits beim Eröffnungskonzert in der Elbphilharmonie war mir klar: Dies ist von der Architektur und von der Akustik her ein ganz besonderer Konzertsaal. „Die Akustik in der Elbphilharmonie,
Elphilharmonie Hamburg, Ostern 2019“
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Virtuoser Energiefluss – Klavierwerke für vier Hände begeistern in der Elbphilharmonie

Foto: Jongdo An  ©  by jongdoan.com 

Pavel Gililov und Jongdo An beweisen im Kleinen Saal der Elbphilharmonie, dass vierhändige Klavierwerke eine eigene Berechtigung im Konzertleben haben – ein gelungener Einstieg in den Kurs der „Klangakademie“, über den sich die beiden Pianisten in einem anschließenden Gespräch noch ausführlicher äußern.

Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal, 15. April 2019

Pavel Gililov Klavier
Jongdo An Klavier

Franz Schubert Rondo A-Dur D 951 für Klavier zu vier Händen
Wolfgang Amadeus Mozart Sonate C-Dur KV 521 für Klavier zu vier Händen
Johannes Brahms 16 Walzer op. 39
Franz Schubert Fantasie f-Moll D 940 für Klavier zu vier Händen

von Guido Marquardt

Klavierwerke für vier Hände sind eine eher exotische Erscheinung im Konzertbetrieb und deutlich seltener anzutreffen als Aufführungen mit zwei Klavieren. In der Musikgeschichte spielen sie eine wichtige Rolle und können bis heute insbesondere in der Musikpädagogik sehr wirksam zum Tragen kommen. Die seltene Gelegenheit, einmal ausschließlich vierhändige Werke in einem Konzert zu hören, bot sich nun im Kleinen Saal der Elbphilharmonie: Pavel Gililov und Jongdo An zeigten zum Auftakt ihres Kurses im Rahmen der „Klangakademie Hamburg“ (dazu mehr im anschließenden Interview) eindrucksvoll und mitreißend auf, was sich aus der Kombination von zwei Virtuosen und einem Instrument herausholen lässt. „Pavel Gililov, Jongdo An,
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal, 15. April 2019“
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Teodor Currentzis und sein Ensemble tauchen das Verdi-Requiem in Gold

Teodor Currentzis (Foto: © Olya Runyova) schlägt seine Musik nicht mit dem Stock. Er formt sie mit den Händen. Er führt und feiert sie. Er streichelt und schmeichelt. Und eben dieses Berühren macht er hörbar. An tiefen Stellen watet er durch sein Requiem wie durch ein schwarzes Moor oder kritzelt an anderer Stelle mit den Fingern Bilder in die Luft.

Elbphilharmonie, 1. April 2019
Giuseppe Verdi, Messa da Requiem

Musikalische Leitung Teodor Currentzis
musicAeterna orchestra of Perm Opera
musicAeterna chorus of Perm Opera
Zarina Abaeva Sopran
Varduhi Abrahamyan Mezzosopran
René Barbera Tenor
Tareq Nazmi Bass

von Eva Stratmann

Lange zehn Minuten ließ er sein Publikum vor dem ausverkauften Saal warten, um die letzten Feinheiten für den Abend in der Elbphilharmonie zu justieren. Teodor Currentzis, Meister der Inszenierung, eröffnete den Abend des Verdi-Requiems, schon bevor er begann, mit dem ersten Spannungsbogen. Der bedächtige Einzug seines gut 2oo-köpfigen Ensembles aus Perm, einheitlich gewandet in schwarze Mönchskutten, überzog den Saal mit einer sakralen Aura. Mit heiliger Vorsicht fasste Currentzis die Musik zwischen zwei Finger – und hauchend fein begannen Chor und Streicher das Requiem. Erst fühlbar, dann auch zu hören. „Giuseppe Verdi, Messa da Requiem,
Elbphilharmonie, 1. April 2019“
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Internationale Reaktion nach der Ruhe- und Disziplinoffensive in der Elbphilharmonie

HAMBURG, GERMANY – JANUARY 11 2017: during the opening and concert of the new Elbphilharmonie on January 11, 2017 in Hamburg, Germany. (Photo by Gisela Schober/Getty Images) Andreas Schmidt, Herausgeber, klassik-begeistert.de

Concert hall boss tells his audience how to behave

Ein internationales Medium hat die durch klassik-begeistert.de offenbarte Ruhe- und Disziplinoffensive von Elbphilharmonie-Generalintendant Christoph Lieben-Seutter aufgegriffen. Der 54-Jährige hatte das notorisch unruhige Publikum in seinem Hause vor zwei Konzerten zu absoluter Ruhe und Handyenthaltsamkeit aufgefordert.

Das russische, international aufgestellte Online-Klassik-Magazin Класическа музика (online-classic.eu) bezieht sich explizit auf den Beitrag von klassik-begeistert.de vom 1. April 2019.

Concert hall boss tells his audience how to behave

Repeated disruptions at the Elbphilharmonie in Hamburg – including one noisy walkout when Jonas Kaufmann sang – have prompted the hall’s artistic director, Christoph Lieben-Seutter, to give a pre-concert adresss to the audience on how to behave when the music plays.

Among his instructions: not to cough, not to walk out en masse and not to applaud between movements. The audience, he says, must be ‘calm and disciplined’.

Just so.

Read on here.

Andreas Schmidt, 2. April 2019, für
klassik-begeistert.de

Bravo! Elbphilharmonie-Chef sorgt endlich für Ruhe und Ordnung in seinem Haus, Elbphilharmonie Hamburg, 31. März 2019

 

Bravo! Elbphilharmonie-Chef sorgt endlich für Ruhe und Ordnung in seinem Haus

Foto: © Maxim Schulz
Elbphilharmonie Hamburg
, 31. März 2019
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Jonathan Bloxham, Dirigent

Erkki-Sven Tüür, Flamma / für Streicher
Franz Schubert, Sinfonie Nr. 7 h-moll D 759 „Unvollendete“
Felix Mendelssohn Bartholdy, Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11

Der Generalintendant der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, hat ein beachtliches Zeichen gesetzt: Allein am Dienstag, 26. März 2019, und am Sonntag, 31. März 2019 bat er die jeweils 2100 Zuschauer im Großen Saal vor den Konzerten nachdrücklich um Ruhe und Disziplin in seinem Hause. Beide Male gab es kräftigen Applaus für den Elphi-Chef.

Damit setzt der Leiter von Elbphilharmonie und Laeiszhalle um, was Klassik-Liebhaber, Musiker und Dirigenten schon seit Eröffnung der Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 fordern: dass das Verhalten des Publikums sich dem Niveau der zahlreichen Weltklasseorchester und –solisten sowie der Weltklasse-Architektur anpassen möge. „Bravo! Elbphilharmonie-Chef sorgt endlich für Ruhe und Ordnung in seinem Haus,
Elbphilharmonie Hamburg, 31. März 2019“
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Klaus Florian Vogt: Drei Sternstunden in der Elbphilharmonie und im NDR

Foto: © Klaus Florian Vogt
Klaus Florian Vogt in Hamburg,
Elbphilharmonie Hamburg und NDR Foyerkonzert, 24. und 25. März 2019

Ulrich Poser berichtet über zwei Auftritte des Tenors Klaus Florian Vogt in Hamburg

Kürzlich konnte man im Kleinen Saal der Elbphilharmonie erleben, dass Liedgesang nicht unbedingt Spaß machen muss. Der Tenor Ian Bostridge versuchte sich an der Dichterliebe und scheiterte. Zu angestrengt war die Stimme; weit entfernt von jeglicher Romantik. Auch der dauerhaft verzerrte Gesichtsausdruck des Sängers signalisierte Probleme. Das Publikum war an jenem Abend nicht besonders erfreut; die durchwachsene Veranstaltung gefiel eher nicht. Trotz des wunderbaren Brad Mehldau am Piano. „Klaus Florian Vogt in Hamburg, Elbphilharmonie Hamburg und NDR Foyerkonzert, 24. und 25. März 2019“ weiterlesen

Meisterpianist Thibaudet entführt in prachtvolle Welten und ferne Zeiten – das Orchestre Symphonique de Montréal unter Nagano begeistert

Foto: Kent Nagano © Felix Broede
Elbphilharmonie Hamburg
, 13. März 2019

Orchestre Symphonique de Montréal
Jean-Yves Thibaudet, Klavier
Kent Nagano, Dirigent

Claude Debussy, Jeux / Poème dansé
Camille Saint-Saëns, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur op. 103
Igor Strawinsky, Petruschka / Burleske in vier Szenen / Originalfassung

von Sebastian Koik

Das Orchestre Symphonique de Montréal tritt in großer Besetzung in der Elbphilharmonie an. Der Abend beginnt mit Claude Debussys “Jeux / Poème dansé”. Es ist sehr viel Veränderung in der Musik: Tempo, Lautstärke und Stimmung wechseln ständig. Alles ist ständig in Bewegung. Das Stück ist reich an Farbe und Licht. Es ist wirklich so, als tauchte man bei Debussy in ein impressionistisches Bild ein. Der Ton wird dramatischer, unruhiger, emotionaler. Die Gesten der Musik werden größer, opulenter, massiver, ausladender. Dann ganz große Zartheit. Schön! Einzig das zu träge Tambourin zwischendurch nervt extrem. „Orchestre Symphonique de Montréal, Jean-Yves Thibaudet, Kent Nagano,
Elbphilharmonie Hamburg, 13. März 2019“
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MUSIK, DIE TRÄNEN IN DIE AUGEN TREIBT – EIN WUNDERBARER MUSIKALISCHER SPAGAT: VERDI UND MAHLER IN DER ELBPHILHARMONIE HAMBURG

Foto: Paolo Carignani – Bildquelle: www.opera-online.com
Elbphilharmonie Hamburg
, 17. März 2019

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Dirigent Paolo Carignani
MDR-Rundfunkchor
Choreinstudierung Eberhard Friedrich
Giuseppe Verdi (1813-1901), Quattro pezzi sacri
Gustav Mahler (1860-1911), Symphonie Nr. 4 G-Dur
Sopran Solist des Tölzer Knabenchors

von Dr. Holger Voigt

Auf dem zweiteiligen Programm des 7. Konzertes des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg standen mit dem Chorzyklus „Quattro pezzi sacri“ von Giuseppe Verdi sowie der Symphonie Nr. 4 G-Dur von Gustav Mahler Werke von Komponisten, die vermeintlich in unterschiedlichen musikalischen Universen unterwegs waren. Allein diese Programmauswahl – einem musikalischen Spagat ähnelnd – versprach eine hochinteressante Begegnung mit einem Opernkomponisten und einem Symphoniker an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.

Die musikalische Leitung lag in den Händen des italienischen Dirigenten Paolo Carignani, der gerade einige Tage zuvor in der umjubelten Premiere von Verdis Nabucco in der Inszenierung von Kirill Serebrennikov bereits am Pult stand. Eine bis zum Anschlag gefüllte Elbphilharmonie an einem stürmisch-regnerischen Sonntagmorgen war gespannt darauf, ob und wie dieser Spagat gelingen würde. „Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Paolo Carignani, MDR-Rundfunkchor,
Elbphilharmonie Hamburg, 17. März 2019“
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