Huelgas Ensemble (Foto Andreas Ströbl)
„Ars moriendi“, also die „Kunst des Sterbens“, bezeichnet eine spätmittelalterliche Literaturgattung, durch die die Menschen lernen sollten, sich auf einen guten Tod vorzubereiten. Doch was ist ein „guter Tod“? Für die Menschen früherer Jahrhunderte hing das richtige Sterben immer mit einer entsprechenden Lebensführung zusammen. Vor allem wurde der Tod als das Tor zu einem besseren Leben verstanden. Wie das musikalisch vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit funktioniert hat, machte das Huelgas Ensemble unter seinem Leiter Paul Van Nevel am 20. Mai 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie beeindruckend erlebbar.
„Memento mori”, Werke vom hohen Mittelalter bis zum Barock
Internationales Musikfest Hamburg
Huelgas Ensemble
Paul Van Nevel, musikalischer Leiter
Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026
von Dr. Andreas Ströbl
„Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“
Auf wunderbar sympathische und humorvolle Art erklärte Paul Van Nevel, Gründer und musikalischer Leiter des Huelgas Ensembles, wie das denn war mit dem Leben und dem Sterben vor vielen Jahrhunderten. In der Einführung ging es darum, wie man früher den Tod begriff: „Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“, so Van Nevel, und der Tod eben nur eine Übergangsstation. Vielleicht klingen deswegen all die Klagelieder und Begräbnisgesänge dieser Zeit nie depressiv, sondern tragen etwas in sich, was uns heute fremd geworden ist: Schicksals- und Gottergebenheit, verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres „Danach“. „Internationales Musikfest Hamburg, Huelgas Ensemble, Paul Van Nevel
Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026“ weiterlesen