The Philadelphia Orchestra in der Elbphilharmonie: Die Musik ertönt unfassbar zart, lyrisch, weich und voller Gefühl

Foto: Jan Regan / Philadelphia Orchestra (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 29. Mai 2018
The Philadelphia Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Jean-Yves Thibaudet, Klavier

Leonard Bernstein, Sinfonie Nr. 2 für Klavier und Orchester »The Age of Anxiety«
Peter I. Tschaikowsky, Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36,
Edward Elgar [als Zugabe], Salut d’amour op. 12

von Sebastian Koik

Das Philadelphia Orchestra gilt als eines der fünf bedeutendsten Orchester der USA, Yannick Nézet-Séguin als einer der besten und spektakulärsten Dirigenten. Und hat Tschaikowsky Sie je enttäuscht? Vermutlich nicht! Damit sind alle Zutaten für einen musikalisch starken Abend im Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg gegeben. Und tatsächlich wird die zweite Konzerthälfte zu einem großen und beglückenden Erfolg! „The Philadelphia Orchestra, Yannick Nézet-Séguin,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Herrlich samtig und störend weich: Elisabeth Leonskaja in der Elbphilharmonie Hamburg

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 26. Mai 2018
Elisabeth Leonskaja, Klavier
Ludwig van Beethoven
Sonate As-Dur op. 110
Sonate c-Moll op. 111
Franz Schubert
Sonate B-Dur D 960
Franz Liszt (als Zugabe)
Sonetto del Petrarca Nr. 104 S 161/5 »Pace non trovo« / Années de pèlerinage, deuxième année, Italie
Sonetto del Petrarca Nr. 123 S 161/6 »I‘ vidi in terra« / Années de pèlerinage, deuxième année, Italie

von Sebastian Koik

Den ersten Satz aus Ludwig van Beethovens Sonate As-Dur op. 110 spielt Elisabeth Leonskaja perfekt! Mit flinken Fingern, elegant virtuos, mit feiner Musikalität zeigt sie sehr viel Verständnis für die Komposition und durchschreitet ihre Tiefe. Es ist eine große Leichtigkeit bei gleichzeitiger Ernsthaftigkeit in ihrem Spiel. Wunderbar! Ganz groß. Die Tasten-Legende malt die Töne in der Elbphilharmonie voller Sanftheit, ihr Anschlag klingt, als spielte sie mit samtenen Handschuhen. „Elisabeth Leonskaja,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Elbphilharmonie: Benjamin Britten berührt und lässt den Zuhörer betroffen zurück

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie
, Kleiner Saal, 28. Mai 2018 (3. Internationales Musikfest Hamburg)
Benjamin Britten, The Rape of Lucretia,
Oper in zwei Akten, op. 37 (1945/46)
Luzia Tietze – Lucretia
Maxim Sankirov – Collatinus
Hussain Atfah – Tarquinius
Junggeun Choi – Junius
Lea Bublitz – Lucia
Milena Juhl – Bianca
Dorothee Bienert – Female Chorus (Erzähler)
Daniel Schiewa – Male Chorus (Erzähler)
Ensemble der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Ulrich Windfuhr – Leitung

von Ricarda Ott

Es ist die Geschichte von der tugendhaft treuen Lucretia im vorchristlichen Rom, die von Tranquilius, Sohn des etruskischen Herrschers, vergewaltigt wird und sich anschließend das Leben nimmt. Dass sie durch ihren Selbstmord die Befreiung der Stadt auslöst, macht sie gewissermaßen zu einer Märtyrerin; der antike Stoff, der sich seit Jahrhunderten durch Literatur, Dramatik und Malerei zieht, bleibt erschütternd zeitlos und spiegelt selbst im 21. Jahrhundert tief unter die Haut dringende Aktualität. „Benjamin Britten, The Rape of Lucretia, Ensemble der Hochschule für Musik und Theater Hamburg,
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal“
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Mit Pauken und Trompeten – Mailänder lassen die Elbphilharmonie erbeben

Foto: Daniel Dittus (c)
Elbphilharmonie Hamburg, 25. Mai 2018
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala
Tamara Wilson, Sopran
Ekaterina Gubanova, Mezzosopran
René Barbera, Tenor
Ferruccio Furlanetto, Bass
Dirigent Riccardo Chailly
Giuseppe Verdi, Messa da Requiem

von Sebastian Koik

Im Dies irae bläst einen der Chor fast um. Wie ein mächtiges Gewitter fegen der Chor und das Orchester der Mailänder Scala durch die Elbphilharmonie. Das überwältigt und ergreift die Zuhörer physisch. Zwerchfelle vibrieren, Körper erzittern. Die Gäste aus Mailand werden gewaltig laut und scheinen selbst die Wände der Elbphilharmonie zum Erbeben zu bringen. Dies irae, Tag der Rache, singt der 90-köpfige Chor aus Italien, aus der Mailänder Scala, dem vermutlich berühmtesten Opernhaus der Welt. Und ganz genau so klingt es! „Giuseppe Verdi, Messa da Requiem, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Riccardo Chailly,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Elbphilharmonie: Die Orgel ist der Star des Abends

Foto: Maxim Schulz (c)
Elbphilharmonie
Hamburg, 19. Mai 2018
Thomas Cornelius, Orgel
Thomas Dahl,
Orgel
Manuel Gera, Orgel

von Sebastian Koik

Die Orgel ist der Star des Abends.

Kein Organist kennt sie besser als Thomas Cornelius, der ihren kompletten Bau begleitete. Kein Organist hat sie häufiger im Konzert gespielt. Im ersten Teil des Abends stellt Thomas Cornelius „sein“ Instrument vor und die Besucher erfahren viel Interessantes über das 25 Tonnen schwere klangmächtige und optisch beeindruckende Schmuckstück der Elbphilharmonie. „Thomas Cornelius, Thomas Dahl, Manuel Gera, Orgel,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Kent Nagano ist der am meisten beseelte unter den großen Dirigenten-Tieren

Foto: (c) Felix Broede

Elbphilharmonie, 14. Mai 2018
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Dirigent – Kent Nagano
Klavier – Mikhail Pletnev
Robert Schumann, Konzertstück für vier Hörner und großes Orchester, op. 86
Robert Schumann, Klavierkonzert a-Moll, op. 54
Robert Schumann, Symphonie Nr. 3 Es-Dur, op. 97 „Rheinische“

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

Ein bisschen bange war mir schon, „dienstlich“ ein Konzert zu besuchen. Ich musste den Fokus erst einmal auf das „Wie“ einstellen, statt einfach nur auf „Genuss, Genuss, Genuss“. Es ist gar nicht so einfach. Man will es allen recht machen: den Blog-Lesern, dem Komponisten (in diesem Fall Robert Schumann, 1810 – 1856), dem Orchester und – last not least – Kent Nagano, dem Zen-Dirigenten. Nachdem Claudio Abbado von uns gegangen ist, ist Nagano der am meisten beseelte unter den großen Dirigenten-Tieren. Wahrscheinlich weil er japanische Wurzeln hat. Er wurde mit Meditation sozusagen schon im Kindesalter gefüttert. „Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Kent Nagano,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Star Wars – Larger than Life

Titelfoto: Pixabay (c)
Star Wars –  Larger than Life
Elbphilharmonie Hamburg, 10. Mai 2018

NDR Elbphilharmonie Orchester
Dirigent Krzysztof Urbański

Gustav Holst
Die Planeten / Suite für großes Orchester op. 32
John Williams
Suite aus der Filmmusik zu »Star Wars«

von Sebastian Koik

Die Bühne ist randvoll mit Stühlen und Instrumenten, viel Schlagwerk ist aufgebaut. Die in großer Zahl auf die Bühne strömenden Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters füllen die wenigen Lücken.

Und dann beginnt sie, die Reise durch das Weltall! „Star Wars – Larger than Life, Elbphilharmonie Hamburg, 10. Mai 2018“ weiterlesen

Die „Rheinische“ erklingt in Hamburg – und das ausgerechnet am 829. Hafengeburtstag

Foto: Felix Broede (c)

9. Philharmonisches Konzert, Elbphilharmonie, 13. Mai 2018

Robert Schumann
Konzertstück für vier Hörner und großes Orchester, op. 86

Robert Schumann
Klavierkonzert a-Moll, op. 54

Robert Schumann
Symphonie Nr. 3 Es-Dur, op. 97 „Rheinische“

Dirigent – Kent Nagano
Klavier – Mikhail Pletnev
Horn – Pascal Deuber
Horn – Isaak Seidenberg
Horn – Ralph Ficker
Horn – Jonathan Wegloop
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

von Ricarda Ott

Die „Rheinische“ erklingt in Hamburg – und das ausgerechnet am 829. Hafengeburtstag

Das 9. und damit vorletzte Philharmonische Konzert dieser Saison bot wieder einmal ein ansprechendes Porträtkonzert. Programmatischer Mittelpunkt an diesem sommerlichen Sonntagvormittag: die Werke Robert Schumanns (1810-1856), dem Inbegriff deutscher Romantik, der selber nicht nur Komponist war, sondern auch Ästhetiker, Kritiker und Publizist. „9. Philharmonisches Konzert, Elbphilharmonie, 13. Mai 2018“ weiterlesen

Alte Musik voller Leben! –
Bei Anna Vinnitskaya funkelt und strahlt jeder Ton wie eine Perle im Sonnenlicht!

Foto: Marco Borggreve (c)

Kammerakademie Potsdam, Elbphilharmonie Hamburg, 9. Mai 2018

Kammerakademie Potsdam
Anna Vinnitskaya
Klavier
Ljupka Hadziegeorgieva, Klavier
Evgeni Koroliov, Klavier

»Bach für 2 & 3 Klaviere«

Johann Sebastian Bach
Konzert für drei Klaviere d-Moll BWV 1063
Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo f-Moll BWV 1056
Konzert für zwei Klaviere c-Moll BWV 1060
Konzert für zwei Klaviere c-Moll BWV 1062
Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo g-Moll BWV 1058
Konzert für drei Klaviere C-Dur BWV 1064

von Sebastian Koik

Es ist ein sehr schönes und seltenes Vergnügen, ein Bach-Konzert mit drei Flügeln zu erleben. Und erst recht, wenn solch‘ wunderbare Künstler auf der Bühne stehen wie an diesem Abend in der Elbphilharmonie. „Kammerakademie Potsdam, Elbphilharmonie Hamburg, 9. Mai 2018“ weiterlesen

Musikalische Weltreise ohne Scheuklappen und mit gewaltigem Spaß am Spiel

Kronos Quartet
Elbphilharmonie Hamburg, 8. Mai 2018 (c)

von Sebastian Koik
Foto: Daniel Dittus

David Harrington, Violine
John Sherba, Violine
Hank Dutt, Viola
Sunny Yang, Violoncello

Mit dem Kronos Quartet ist eine der angesehensten Formationen der Musikwelt in der Elbphilharmonie zu Gast. Das Quartett gab weltweit Tausende Konzerte, hat über sechzig CDs eingespielt und fast tausend Werke und Arrangements für Streichquartett in Auftrag gegeben. „Kronos Quartet, Elbphilharmonie Hamburg, 8. Mai 2018“ weiterlesen