Foto: Archiv © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE, 15. JUNI 2026
Wien
„Animal Farm“: Wiehern, Grunzen und Koloraturen – in der Staatsoper haben die Tiere das Sagen (Bezahlartikel)
Eines der Erfolgsstücke in der jüngeren Geschichte des Hauses am Ring ist zurück im Repertoire. Ein perfekter Abend. Dass sich mit zeitgenössischer Oper durchaus Interesse bei allen Publikumsschichten erwecken lässt, bewies die bestens besuchte Wiederaufnahme von Alexander Raskatovs „Animal Farm“ nach Orwells gleichnamigem Roman. Schon die Premiere 2024 war ein Erfolg. Der hat sich jetzt wiederholt, bei der sechsten Aufführung in dieser Inszenierung.
DiePresse.com.animal.farm
Wien/ Staatsoper
So., 14. Juni 2026: Richard Wagner, Götterdämmerung
Mit dem heutigen Abend ist der Bechtolfsche „Ring“ sehr wahrscheinlich Geschichte, wenngleich das nicht dem Abendzettel zu entnehmen war (dort stand nur „31. Aufführung in dieser Inszenierung“ anstatt „31. und letzte Aufführung in dieser Inszenierung“, wie es in der Vergangenheit bei anderen Inszenierungen der Fall gewesen war), was prinzipiell hoffen lässt (nämlich auf Realisierung der Sparpläne und Absage der geplanten „Ring“-Neuproduktion), aber realistische Hoffnungen hege ich nicht. Wie auch immer, und dass ich aus Zeitgründen nur die ersten drei Teile des ersten „Ring“-Zyklus und den vierten Teil des zweiten „Ring“-Zyklus besuchen konnte (und so einen vollständigen, wenn auch gestückelten „Ring“ erwischte), erwies sich offenbar als Glücksfall, denn sowohl von der ersten „Götterdämmerung“ als auch vom zweiten „Siegfried“ wurde mir aus zuverlässiger Stehplatzquelle Übles berichtet. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen an heute – aber dann kam es doch deutlich besser, was übrigens auch zuverlässige Stammbesucher bestätigten, die nicht nur die heutige zweite, sondern auch die erste „Götterdämmerung“ am 4. Juni gehört hatten.
forumconbrio.com
Wien/ Staatsoper
Kontrapunkt: „Weißt man, was daraus wird?“, Gerüchte um Ersan Mondtag als Ring-Regisseur in Wien
Angesichts der zwar noch nicht bestätigten, aber scheinbar ernsthaft im Gespräch befindlichen Ernennung des jungen und bei Richard Wagner noch weitgehend unerfahrenen Regisseurs Ersan Mondtag zum Regisseur des neuen Wiener Ring des Nibelungen im Jahr 2028, erscheinen einige Überlegungen weiterreichender Art angebracht. Was sich hier als allbekannte und -backende Regisseurstheater-Plattitüden zeigte, wie Polizeiuniformen und Putzkolonnen, lassen nichts Gutes erhoffen. Im Vorfeld der Neuinszenierung der Perlenfischer von Georges Bizet konnte man in der Wiener „Bühne“ ein Titel-Interview (mit Cover-Bild) und auch in anderen einschlägigen Publikationen bereits ein Hype-artiges Hochloben von Ersan Mondtag beobachten. Ähnliches war vor längerer Zeit bei der Sopranistin Ausrine Stundyte mit ebenfalls einem groß aufgemachten Titel-Interview in der Zeitschrift „Opera!“ zu erleben, dem dann sängerisch doch eine gewisse Ernüchterung folgte/folgen musste. Es ist nie gut, wenn potentielle Aspiranten auf eine große Karriere schon im Vorfeld allzu sehr hochgepriesen werden, oder um es im journalistischen Jargon zu sagen, „hochgeschrieben“. Es geht dann oft nach hinten los und schadet am Ende den Betroffenen angesichts dann enttäuschter Erwartungen mehr als es ihnen nutzt.
Von Klaus Billand
DerOpernfreund.de.kontrapunkt.ring-regisseur
Salzburg
Karin Bergmann: „Hinterhäuser ist nicht der Beelzebub, den man austreiben muss“ (Bezahlartikel)
Die neue Intendantin der Salzburger Festspiele über ihre Pläne, das Verhältnis zu ihrem Vorgänger und die Frage, wie viel Emotionalität beim Theaterbetrieb dazugehört. Karin Bergmann: Ich war gerade in unserem Haus in Radkersburg, es war ja wenige Tage vor Ostern. Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil ich mich sehr darüber gefreut hätte, mit Markus Hinterhäuser gemeinsam in Salzburg zu arbeiten. Er als Intendant, ich im Bereich Schauspiel. Dann habe ich aus den Nachrichten von der Vertragsauflösung erfahren, und er hat sich nie wieder gemeldet. Ich dachte, das Kapitel ist zu Ende. Dass ich ohne ihn dort arbeiten würde, das war nicht vorherzusehen.
DiePresse.com.bergmann
Bayreuth
150 Jahre Bayreuther Festspiele: „Weißt du, wie das wird?“
„Weißt du, wie das wird?“ Diese Frage der Nornen aus Wagners „Götterdämmerung“ begleitet die Bayreuther Festspiele seit ihrer Gründung 1876.
BR-Klassik.de.bayreuth
Wagner, der ewige Skandal
Zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele: Teil II der Reihe „Countdown für Bayreuth“ widmet sich der Person Richard Wagner, die bis heute ein Stein des Anstoßes geblieben ist. Zeitlebens ist er ein schillerndes Genie gewesen – und er ist es seit seinem Tod in Venedig anno 1883 geblieben: Richard Wagner, ein ewiger Skandal. Halbwegs neutral ließe sich über den gebürtigen Leipziger allenfalls sagen: Er war ein vaterloser, sehnsüchtig nach Liebe und Anerkennung suchender Romantiker, ein bedeutender Kapellmeister und einzigartiger Musiktheater-Visionär, der mehr und anderes wollte, als in seinem 19. Jahrhundert musiktheatralisch je zu realisieren gewesen wäre, und der es doch vermochte, ein Theater als Festspielhaus zu bauen, in dem einzig und allein sein Werk aufgeführt werden durfte – welch wunderbare Hybris, welch unerhörter Anspruch und Gebot für Bayreuth: „Ihr sollt keine Götter haben neben mir.“ Alleinstellungsmerkmal heißt das in der Wirtschaft
https://www.concerti.de/oper/skandale-um-wagner/
München
Klassik am Odeonsplatz: Staraufgebot zum 25. Geburtstag
Franz Welser-Möst dirigiert das BRSO, Lahav Shani die Münchner Philharmoniker, Pianist Daniil Trifonov und Geigerin Lisa Batiashvili treten auf. BR KLASSIK überträgt die Konzerte im Radio, Fernsehen und bei ARD KLASSIK auf YouTube. Die Konzerte finden am 12. und 13. Juli statt.
BR.Klassik.news.aktuell.odeonsplatz
Immling
30 Jahre Oper auf Gut Immling: „Tosca“ aus dem Bilderbuch Nicht jede Oper muss neu gedacht werden. Mit einer konsequent traditionellen „Tosca“ beweist das Immling Festival zum 30-jährigen Jubiläum, dass ein Opernklassiker auch ohne große Deutungsakrobatik begeistern kann, wenn Atmosphäre, Musik und Spielort so stimmig zusammenfinden wie an diesem Sommerabend im Chiemgau.
BR-Klassik.de.aktuell.immling
Gera
„Arabella“: Erotisches Roulette
Nicht immer ist es so, wie etwas scheint: Der inszenierende Intendant Kay Kuntze und der GMD Ruben Gazarian stellen sich dieser genial verquasten Oper von Richard Strauss mit klugen wie bösen Regiedetails und einer musikalischen Prachtleistung.
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/theater-altenburg-gera-arabella-12-6-2026/
Meiningen
Im Labyrinth der Leidenschaft – Killian Farrell und Hinrich Horstkotte überzeugen mit Verdis „Otello“ in Meiningen (Bezahlartikel)
Lange nicht gesehen und doch gleich wiedererkannt. Einen „Otello“ von Giuseppe Verdi gab es in Meiningen schon fast 60 Jahre nicht mehr. Der packende Wow-Effekt, den dieser fulminante Opernsturm auch bei der jüngsten Neuinszenierung auslöst, liegt natürlich zuerst an der Musik. Und am Libretto, das Arrigo Boito aus der berühmten Vorlage gemacht hat. Diese Nach-Shakespeare-Oper aus dem Jahr 1887 steht als Meisterwerk ganz oben auf dem Treppchen mit den populärsten Opern-Schmuckstücken des großen Italieners. Der ließ danach nur noch seinen „Falstaff“ folgen. Als Gruß des „Alten“ an das Neue, das die Nachwelt von der Oper erwarten durfte. Jedenfalls meinte man in Meiningen jetzt, Anklänge an jene sonderbar moderne, letzte Shakespeare-Vertonung Verdis zu hören.
nmz.de.kritik.oper
Leipzig
Die besten Tage des Cembalos kommen noch (Bezahlartikel)
Mahan Esfahani ist Artist in Residence beim Bachfest Leipzig. Er wird dort mehrere Konzerte am Cembalo und am Klavichord geben. Doch die stärkste Inspiration für sein Bach-Spiel kommt von ganz woanders her.
FrankfurterAllgemeine.net.cembalo
Gießen
Ein Wüstling in der Psychiatrie
„The Rake’s Progress“ – Strawinskys Oper auf reduzierter Bühne. Das Libretto zu Strawinskys einziger abendfüllender Oper schickt den titelgebenden „Rake“, einen arbeitsscheuen Filou, durch eine Laufbahn („Progress“), die ihn nach einem ebenso ausschweifenden wie erfolglosen Lotterleben in ein „Madhouse“, also ein „Irrenhaus“ führt. Die Gießener Produktion benutzt die weniger diskriminierende Formulierung „Psychiatrie“. In der Regie von Max Koch befindet sich Tom Rakewell schon zu Beginn dort und beschäftigt sich auf einer Plattform über dem Orchestergraben mit zwei Gliederpuppen.
https://www.orpheus-magazin.de/2026/06/13/giessen-the-rakes-progress/
Hannover
Liebe, Rache, Wirklichkeit: „Der Troubadour“ als Spiegel der Zeit in Hannover
Die Welt ist öde und leer. Auf einem grauen Felsmassiv, das die Bühne dominiert, versucht Leonora ihrem Schicksal zu entkommen. Mit dem Troubadour Manrico, den sie liebt, darf sie ihr Leben nicht teilen – denn auch der mächtige Graf Luna hat ihr seine Liebe gestanden. Dramatisch ist ihr Versuch, einen Weg aus der Misere zu finden.“Es wird von ihr erwartet, dass sie den Grafen heiratet, aber sie begehrt auf und entscheidet sich für Manrico“, erzählt die portugiesische Sopranistin Cristina Oliveira, die Leonora verkörpert. „Genau das versuche ich musikalisch und schauspielerisch umzusetzen und ein Gleichgewicht zwischen den lyrisch-romantischen Zügen ihrer Persönlichkeit und ihrer sehr starken dramatischen Seite herzustellen.“
NDR-de.Kultur.musik
Köln
Oper Köln will junge Menschen begeistern
Die Oper soll für junge Menschen interessant werden – das will die Abteilung Oper.Stadt.Schule der Oper Köln zeigen. Am Freitag wurde das neue Programm vorgestellt.
radio.koeln.at.jungemenschen
Bad Kissingen
Die Welt zu Gast bei Freunden: Der 40. Kissinger Sommer ist eröffnet
Zur Eröffnung spielten das Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer und Pianistin Elisabeth Leonskaja. Der 40. Kissinger Sommer beleuchtet unter dem Motto „Mazel Tov“ auch das jüdische Leben in der Kurstadt. Der Abend in Bad Kissingen ist bereits fortgeschritten, da legen die Damen und Herren des Budapest Festival Orchestra ihre Instrumente beiseite oder treten von diesen zurück. Doch Feierabend ist nicht. Iván Fischer, der mit Verve und Dauerlächeln das Eröffnungskonzert des 40. Kissinger Sommers geleitet hat, plant die Zugabe. Noch später in der Nacht, beim Empfang, wird der Dirigent übrigens den „Schweigefuchs“ mit den Fingern formen, um das Geschnatter der Gäste zu beenden – damit die Honoratioren ihre Reden halten können.
MuenchnerMerkur.de.kissingen
Paris
Spiel, Satz, Sieg für eine unbekannte Komponistin
Paris, Opéra Bastille: Mit Antonia Bembos Oper „Ercole amante“ wurde eine echte Barockperle aus dem Dornröschenschlaf erlöst. Die musikalisch wie szenisch großartige Produktion kann man auch im Stream (Arte) erleben.
https://www.krone.at/4177105
Feuilleton
Dirigentin Anna Handler: „Ich konnte schon immer mit Nerds und Draufgängern“ (Bezahlartikel)
Nach einem Bachelor in München und Weimar bewarb sie sich an der Juilliard-School. Heute dirigiert Anna Handler Orchester in Boston, Los Angeles oder an der Deutschen Oper Berlin. Und das nicht, weil sie eine Frau ist.
FrankfurterAllgemeine.net.annahandler
Wien/ Staatsoper
Gastspiel in der Oper: Zukünftiger Weltmeister lebt und spielt in Wien
Österreich gegen Deutschland zählt auch im Schach zu den ewigen Klassikern. Vom ersten WM-Duell an zieht sich das bis heute. Mit Vincent Keymer lebt der aktuell beste Großmeister aus Deutschland seit Jahren in Wien. Dem 20-Jährigen trauen viele den Weltmeistertitel zu. Nun zeigte er im Teesalon der Wiener Staatsoper sein Können. https://www.krone.at/4174834
Links zu englischsprachigen Artikeln
Koblenz
Theater Koblenz 2025-26 Review:
Antony and Cleopatra Danielle Rohr’s Compelling Adolescent Portrayal of the Egyptian Queen Dominates the Stage
https://operawire.com/theater-koblenz-2025-26-review-antony-and-cleopatra/
Hannover
Love and Revenge in the Time of Civil War New Production of Il trovatore
https://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=17647
Mailand
A fast, raw and free-spirited Carmen heralds change at La Scala (Subscription required)
Incoming music director Myung-Whun Chung stepped onto the podium for an atmospheric production in Milan
https://www.ft.com/content/673b83be-7cc1-408e-8584-48e723de3092
Wormsley
Hot Odyssey summer’ begins with Garsington’s absorbing opera (Subscription required)
Monteverdi’s Il ritorno d’Ulisse, adapted from Homer’s epic, is elevated by delightful singing at Garsington
https://www.telegraph.co.uk/opera/what-to-see/il-ritorno-dulisse-garsington-opera-review/
New Jersey
Soprano Sondra Radvonovsky at the Princeton Festival
operatoday.com.sopranosondra
Chicago
A modern requiem, Brahms symphony highlight weekend Grant Park program
chicagoclassical.review.requiem
Washington
Donald Trump’s Name has Been Removed from Kennedy Center
https://operawire.com/donald-trumps-name-has-been-removed-from-kennedy-center/
American music closes NSO season in style as uncertainty reigns about the future
washington.classical.review
San Francisco
Sister, sister, oh so fair
Conductor Eun Sun Kim and soprano Elza van der Heever play to their strengths in a piercing revival of Elektra at San Francisco Opera.
https://parterre.com/2026/06/12/sister-sister-oh-so-fair/
Elektra in San Francisco
https://operatoday.com/2026/06/elektra-in-san-francisco/
Ballett / Tanz
Salzburg
Sommerszene Salzburg: Ein Tanz-Job, ein Mensch und ein Fahrrad
Die Tanzcompagnie des Theater Bremen mit dem Überraschungen verheißenden Namen Unusual Symptoms ist – nicht ungewöhnlich fürs Ballett – eine international zusammengewürfelte Gruppe.
DrehpunktKultur.at.job.mensch.fahrrad
Ballet / Dance
So Are We: León and Lightfoot, Royal Ballet review – a high-octane workout for the whole company Double bill takes the Royal Ballet dancers to unusual new heights TheArtsDesk.com.dance
Medien
ORF
„Krone“-Kommentar
„Der schöne Clemens“: Bauerntheater am Küniglberg
Was denken Sie sich, wenn Theaterstücke „Der keusche Adam“, „Die Liab am Almsee“ oder „Valentins Sündenfall“ betitelt sind? Sie tippen wahrscheinlich auf leichte Kost – und haben nicht unrecht. Denn das sind Titel aus dem Repertoire der legendären Löwingerbühne. Die leichte, für manche auch (zu) seichte Kost servierte der ORF vor allem in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgreich seinem damals noch weit größeren Publikum. Dieses lachte oder schmunzelte zumindest.
https://www.krone.at/4176593
Politik
Friedensabkommen: USA und Iran einigen sich auf Kriegs-Ende
Die USA und der Iran haben sich auf eine Absichtserklärung zur Beendigung ihres Krieges verständigt. Das teilte der Vermittlerstaat Pakistan mit. „Lasst das Öl fließen“, bestätigte US-Präsident Donald Trump kurze Zeit später den Deal und die damit einhergehende Öffnung der Straße von Hormuz. Der Iran sieht sich „als Sieger“ und kündigte ein sofortiges Ende aller Angriffe an. Der Ölmarkt reagierte sofort …
https://www.krone.at/4177792
Ukraine in die EU – jetzt geht alles ganz schnell. Belohnung für „harte Arbeit“
Nach jahrelangem Gezerre ist der Weg frei für EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau. Die Präsidenten beider Länder begrüßen den Schritt.
Heute.at
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Unter’m Strich
Crans Montana
Bar-Chefin kaufte 900 „explosive“ Sprühkerzen. Dann brennen wir
41 Menschen verloren bei der Silvester-Feuerkatastrophe in einer Bar in Crans-Montana ihr Leben – ausgelöst wurde das Feuer von Sprühkerzen. Jetzt kommt ein schlimmer Verdacht auf: Die Barbesitzerin wusste, wie gefährlich die Kerzen waren. Darauf deuten zumindest Nachrichten an ihre Mitarbeitenden hin. „Was die Sprühkerzen angeht, habe ich 900 bestellt. Aber wir müssen sie in Frankreich abholen, da sie explosiv sind und nicht in die Schweiz geliefert werden.“ Das sagte Jessica Moretti, Besitzerin der Bar „Le Constellation“, in einer Sprachnachricht auf Whatsapp an ihre Mitarbeitenden. Abgeschickt hatte sie die Nachricht am 6. Dezember 2025 – also 25 Tage vor der Katastrophennacht in der Bar, wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtet.
https://www.krone.at/4175933
INFOS DES TAGES (MONTAG, 15. JUNI 2026)
INFOS DES TAGES (MONTAG, 15. JUNI 2026
Quelle: onlinemerker.com
Wiener Staatsoper: War es das nun mit dem Bechtolf-Ring“?
„Mit dem heutigen Abend ist der Bechtolfsche „Ring“ sehr wahrscheinlich Geschichte, wenngleich das nicht dem Abendzettel zu entnehmen war (dort stand nur „31. Aufführung in dieser Inszenierung“ anstatt „31. und letzte Aufführung in dieser Inszenierung“, wie es in der Vergangenheit bei anderen Inszenierungen der Fall gewesen war), was prinzipiell hoffen lässt (nämlich auf Realisierung der Sparpläne und Absage der geplanten „Ring“-Neuproduktion), aber realistische Hoffnungen hege ich nicht.“ (aus „forumconbrio“

Dass wir den Bechtolf-Ring“noch nachweinen werden, hätte ich nie für möglich gehalten. Nun aber ist es so. Der Grund ist die Angst vor Ersan Mondtag – und rationale Bedenken.. Vordergründig werden natürlich die Ängste vor einem Explodieren der Staatsschulden ins Treffen geführt – und so ein „Ring“ ist eine teure Angelegenheit! Aber ich bin sicher, die „Nichtankündigung“ der letzten Vorstellung war eher ein Versehen, keine Absicht. Für Dinge, die wir nicht brauchen, gibt es in Österreich immer Geld!
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Musikverein Graz: Variabel gestaltete „Stimmungsbilder“. Asmik Grigorian und Lukas Geniušas als symbiotisches Duo im Musikverein.

Foto Musikverein Graz
Mit stilistischer Bravour tat die Sopranistin Asmik Grigorian in einem ungewöhnlichen Liederabend des Musikvereins im ausverkauften Grazer Stefaniensaal dar, dass sie sowohl auf den Bühnen der Welt als auch als Konzertsängerin zu reüssieren vermag. Hält man sich neben allen Nuancierungen auch die hohe darstellerische Kunst der aus Litauen stammenden Sängerin vor Ohren und Augen – wie, um nur ein Beispiel zu nennen, ihre „Tatjana“ an der Staatsoper, vorerst als bockiger Teenager und dann als hochelegante Fürstin Gremina –, so darf man ihre heurige Salzburger „Carmen“ freudig erwarten. Vokalisen, hier vier französische „Études“ von Ravel, Fauré und dem unbekannteren Reynaldo Hahn sowie eine „Vocalise“ von Rachmaninow, könnten als „einfach“ darstellbar gelten, hat man doch keine Worte, sozusagen „nur“ Töne zu singen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ohne jeden „festzumachenden“ Ausdruck gilt es hier nur der Ausgestaltung der Linie, der Phrasierung und dynamischen Ausformung. „Die“ Grigorian meisterte all dies unprätentiös und oft im Piano oder Mezzavoce mit fast geschlossenem Mund. Und dann nach der Pause, wie zum Beweis, dass es auch anders geht: „Vier letzte Lieder“ (gleichzeitig aber auch „die“ vier letzten) von Richard Strauss, und zwar in der ursprünglichen Anordnung mit „September“ und „Frühling“ als Nr. 3. Auch hier erklang das von Max Wolff in London hergestellte Klavierarrangement. Als im Wortsinn „kongenialer“ Klavierbegleiter ließ der litauisch-russische Pianist Lukas Geniušas mit verfeinerter Anschlagskultur bei den Vokalisen der Solistin allen nötigen Freiraum für Pianogestaltung. So wie er hernach die ursprüngliche Orchesterfassung der vier Lieder mit nicht allzu fülligem Klangvolumen ebenso gestaltete, wie er bei den vier „Rheingesängen“, Solostücken von George Bizet, sowie den drei „Stimmungsbildern“ von Richard Strauss zeigte, dass und wie er auch als Solist mit Spannungsbögen umzugehen weiß.
Walther Neumann
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GARS AM KAMP/ NÖ: -Karten für MADAMA BUTTERFLY / € 40.- „STARS IN GARS“
Sie verdienen unvergessliche Momente! 💖
Überraschen Sie sich selbst oder Ihre Freunde/Bekannten usw mit einem besonderen Konzerterlebnis –eine wohlverdiente Auszeit voller Musik bei der Oper MADAMA BUTTERFLY oder bei STARS IN GARS im wunderschönen Waldviertel bzw in Gars am Kamp.
Wenn über den historischen Mauern der Burg Gars die Sonne langsam untergeht und das Waldviertel in magisches Licht taucht, entfaltet sich im Sommer ☀️ 2026 eine der bewegendsten Opern der Musikgeschichte: „Madama Butterfly” ist die zutiefst berührende Geschichte über Hoffnung, Liebe und das bittere Erwachen einer Frau zwischen zwei Welten.
Puccinis Oper zählt bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Bühnenwerken – nicht nur wegen ihrer ergreifenden Musik, sondern auch wegen ihrer zutiefst menschlichen Geschichte. Im Zentrum steht die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly!
Div. Termine- MADAMA BUTTERFLY– OPER BURG GARS – ROULETTETICKETS um nur € 45.-.
Ein besonderes Erlebnis, das klassische Musik mit einer einzigartigen Open-Air-Atmosphäre verbindet und die Burg Gars in eine außergewöhnliche Klangwelt verwandelt.
Sa, 8. 8.26- STARS IN GARS- BURG GARS – ROULETTETICKETS um nur € 40.-.
Unterreiner & Friends: Das große Sommer Open-Air auf der Burg Gars mit Stars und Musik aus allen Genres
Mein Tipp an Sie: vor der Vorstellung Conny´s Cafe in Gars am Kamp– entweder auf einen kleinen Snack oder auf einen Eisbecher- es gibt auch eine Riesen Auswahl an hausgemachten Torten/Kuchen!
Für Preise und Termine sowie Infos bitte ganz nach unten scrollen
Oper BURG GARS die Opernbühne des Waldviertels:
Madama Butterfly –
Oper von Giacomo Puccini

Wenn über den historischen Mauern der Burg Gars die Sonne langsam untergeht und das Waldviertel in magisches Licht taucht, entfaltet sich im Sommer 2026 eine der bewegendsten Opern der Musikgeschichte: „Madama Butterfly” ist die zutiefst berührende Geschichte über Hoffnung, Liebe und das bittere Erwachen einer Frau zwischen zwei Welten.
Puccinis Oper zählt bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Bühnenwerken – nicht nur wegen ihrer ergreifenden Musik, sondern auch wegen ihrer zutiefst menschlichen Geschichte. Im Zentrum steht die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die auf die Rückkehr ihres amerikanischen Ehemanns wartet – voller Vertrauen, voller Sehnsucht. Was folgt, ist ein Opernhit von berührender Intensität.
Mit fernöstlichen Klangfarben, japanischem Flair und weltberühmten Arien führt Puccini das Publikum direkt ins Herz einer Frau, deren Treue und Würde bis zuletzt leuchten. In der einzigartigen Naturkulisse der Oper BURG GARS wird diese Oper zu einem Erlebnis, das unter die Haut geht.
Sommeroper pur! Dort, wo Musik, Natur, Geschichte und Genuss zu einer unvergesslichen Einheit verschmelzen!
Freuen Sie sich auf diese emotionale und musikalische Reise beim größten akustisch unverstärkten Opernfestival Österreichs. Einfach Oper PUR!
OPER BURG GARS
Am Schlossberg 25
A-3571 Gars am Kamp
EVENTINFO:
Dienstag, 14.7.26
Donnerstag, 16.7. 26
Dienstag, 21.7.26
Donnerstag, 23.7. 26
Dienstag, 28.7.26
Donnerstag, 30.7. 26
Reservierungen sind Montag bis Sonntag (rund um die Uhr – ) unter möglich !
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Beginn 20 Uhr Einlass: 19.30 Uhr

Oper BURG GARS:
„STARS IN GARS“
ROULETTE TICKETS um nur € 40;
Ein Roulette-Ticket ist an keine Sitzplatzkategorie gebunden. Es gilt für alle noch frei verfügbaren Plätze der aktuellen Vorstellung. Wo Sie sitzen wird am Abend der Veranstaltung entschieden… aber immer nebeneinander
Das Freiluft-Spektakel STARS IN GARS markiert auch 2026 den Höhepunkt der KulturBURG und begeistert mit Künstlerinnen und Künstlern der Extraklasse aus Oper, Operette, Pop und Musical. Genießen Sie die schönsten Arien, mitreißendsten Duette, bekanntesten Songs und eindrucksvollsten Opernchöre, mit MARIAM BATTISTELLI, CHRIS STEGER, ANNELY PEEBO, LIDIA BAICH, MARIANNE MENDT; CLEMENS UNTERREINER und weiteren hochkarätigen Gästen. Lassen Sie sich von musikalischen Highlights und einer einzigartigen Atmosphäre verzaubern und unterstützen Sie gleichzeitig einen guten Zweck: Vor Ort werden auch Spenden für Menschen in Not gesammelt. Ein Abend im Zeichen der Musik und des Miteinanders – dieses Event sollten Sie nicht verpassen! Wie bereits im Vorjahr, wird das Konzert vom ORF aufgezeichnet und auf ORF III ausgestrahlt.
OPER BURG GARS
Am Schlossberg 25
A-3571 Gars am Kamp
EVENTINFO:
Samstag, 8. August 2026, Beginn 20 Uhr, Einlass: 19.30 Uhr
TICKETINFO:
ROULETTE TICKETS um nur € 40.-
Reservierungen sind Montag bis Sonntag m(rund um die Uhr – ) unter möglich !
Bestellte Karten sind von Umbuchung und Stornierung ausgeschlossen.
!Ein Roulette-Ticket ist an keine Sitzplatzkategorie gebunden. Es gilt für alle noch frei verfügbaren Plätze der aktuellen Vorstellung. Wo Sie sitzen wird am Abend der Veranstaltung entschieden… aber immer nebeneinander
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Tanznews:: Intensive Summer Masterclass 2026 des Österreichischen Tanzrates in St.Pölten

Von 13. – 21.Juli 2026 findet in den Ballettsälen des Europaballetts in St.Pölten eine intensive Summer Masterclass des Österreichischen Tanzrates (ÖTR; Austrian Dance Council = ADC) für Kinder und Jugendliche statt. Dieses Trainingsprogramm umfasst klassisches Ballett und Modern Dance. Am 16.Juli gibt es außerdem ein internationales Tanzfestival, in dem alle Teilnehmenden der Summer Masterclass ihr Können unter Beweis stellen.
Als Pädagoginnen und Pädagogen unterrichten Maria Gerasimou, Minea Kropf, Thoriso Magongwa, Doreen Windolf, Melinda Szitt sowie Michael Kropf.
Am Ende dieses Masterclass-Kurses wird ein Film gedreht mit einer Choreografie von Michael Kropf, dem Präsidenten des ÖTR, der dann am 1.Jänner 2027 auf verschiedenen Internet-Kanälen zu sehen sein wird.
Registrierungen bitte an ; www.austriandancecouncil.at
Ira Werbowsky
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Linz: „DAS SPIEL IST AUS“ – Uraufführung im Musiktheater des Landestheaters Linz, Black Box, 13. 06.2026

Tanzstück von Lilit Hakobyan, Preisträgerin der 39. International Choreographic Competition Hannover 2025, nach dem Filmdrehbuch „Les Jeux sont faits“ von Jean-Paul Sartre
Das 1947 von Jean Delannoy verfilmte Werk dreht sich um Ève Charlier und Pierre Dumaine, die unter einer Gewaltherrschaft aus unterschiedlichen Motiven umgebracht werden: Sie wird von ihrem Ehemann André vergiftet, damit sich dieser an Èves Schwester heranmachen kann; Pierre wird von einem Spitzel der Machthaber umgebracht. Von jenseitigen Amts wegen können sie zwar unbemerkt unter den Lebenden weiterwandeln, aber nicht auf Geschehnisse Einfluß nehmen – auch nicht auf beide peinigende Entwicklungen. Doch stellt das Amt fest, daß Ève und Pierre eigentlich füreinander bestimmt gewesen wären, jedoch irrtümlich anderen Lebenswegen zugeordnet wurden. So erhalten sie die Chance, unter gewissen Auflagen doch wieder ins reale Leben zurückkehren zu dürfen. Ein happy end ist aber – bei Sartre wenig überraschend – nicht vorgesehen…
Seit nunmehr 40 Jahren wird in Hannover ein bedeutender Choreographiewettbewerb abgehalten – die neueste Auflage fand just am Premierenabend dieser Produktion statt. Lilit Hakobyan hatte bei der 39. Auflage für Ihre Choreographie „LUCK“ den vom Linzer Landestheater ausgelobten Preis gewonnen und damit einen Vertrag für eine Choreographie (samt Regieverpflichtung). Als Stoff auserkoren wurde das 1943, also unter Deutscher Besatzung, verfaßte Drehbuch des „Proto-Existenzialisten“. Der zuerst angesprochene Verlag verweigerte die Freigabe, jedoch konnte das Landestheater mit Sartres Erben eine Übereinkunft erzielen.

Eve-und-Andre-im-Giftnebel-Andrea-Aguado-Campo-Matteo-Cogliandro. Foto: Tom Mesic
Frau Hakobyan hat ein tänzerisch ungeheuer anspruchsvolles Handlungs-Tanztheater geschaffen, das uns Zuschauer 70 Minuten lang in Atem hielt. Getragen und modelliert wird das Szenario vom mesmerisierenden Sounddesign Samuel van der Veers – aufbauend auf einem hektischen, vorwärtstreibenden house-Rhythmus arbeitet er mit clips von Bachs Cellosonaten bis free jazz, Streichquartettmusik vermutlich von Ligeti, Punk (Iggy Pop), Elektroswing etc.
Die Bühne geht über die volle Breite der „Schwarzen Schachtel“ des Musiktheaters – das dürfte gut 10 Meter ausmachen. Die namensgebende (Nicht-)Farbe gilt auch für alle Aufbauten, wobei ein riesiger Paravent fast eine Hauptrolle spielt – als Projektionsfläche, als Grenze gesellschaftlicher Schichten, immer wieder von den Darstellerinnen und Darstellern verschoben oder gedreht – mitunter beängstigend schnell, als sich die Ereignisse überschlagen. Oft verhindert ein leichter Nebel, sich im Raum zu orientieren und schafft damit eine bewußt verwirrende Perspektive. Falko Herold hat diese beeindruckende Raumlösung entworfen, und zusammen mit der Choreographin auch Licht und Videos erstellt, die einen ähnlich wie die Musik in die Szene hineinziehen. Die Kostüme von Malte Luebbensind zuerst einmal gut geeignet für das aufregende, akrobatische Tanzgeschehen; aber einige Figuren (die Verwalterin des Jenseits und ihre Katze!) erhalten aufwendige Accessoires, auch andere Rollen sind kleidungsmäßig trotz der reduzierten Gestaltung gut differenziert.

-Lorenzo-Ruta-und-Ensemble. Fot: Tom Mesic
Dramaturgisch betreut wird die Produktion von der Spartenchefin Roma Janus, die auch einen sehr interessanten Einführungsvortrag hält und für den lesenswerten Programmfolder verantwortlich ist.
Das Ensemble von TANZ Linz ist wahrhaft atemberaubend unterwegs; über längere Strecken – bis zu Minuten am Stück! – hat man den Eindruck, als beherrschten die Protagonistinnen und Protagonisten Bewegungen, die physikalisch wie physiologisch komplett unmöglich sind; jedoch: sie sind möglich, für diese ebenso athletische wie emotionell intensive Truppe!

Pedro-Tayette-Sofia-Bisci.. Foto: Tom Mesic
Leider nennt die Besetzungsliste keine Rollenzuordnungen; wir haben (auf Umwegen) hoffentlich die richtigen Damen und Herren den wichtigsten Rollen zuordnen können:
Ève ist Andrea Aguado Campo, Lorenzo Ruta Pierre. Die Jenseitsbeamtin (eine wahre Schlüsselrolle!) Sofia Bisci hält sich einen Bürokater, der im Prolog nicht nur aberwitzig verspielt sein, sondern später auch als furchterregender Todesbote fungieren kann: Pedro Tayette hat in der Rolle einen gut 1½ m langen dünnen Zopf; warum er sich bei seinen hochkomplizierten Bewegungen nicht andauernd in diesen verhaspelt, können wir uns absolut nicht erklären! Der Mörder André (Matteo Cogliandro) hat eine etwas kleinere, aber ebenso körperlich extrem anspruchsvolle Rolle.

Ensemble. Foto: Tom Mesic
Ilia Dergousoff, Mischa Alexander Hall, Yu-Teng Huang, Katharina Illnar, Elisa Lodolini, Angelica Mattiazzi, Pavel Povrazník, S. Arthur Sicilia, Nicole Stroh, Hinako Taira und Fleur Wijsman vervollständigen das brillante Ensemble, das keinerlei Wunsch nach Intensität und Engagement offen läßt.
Fast 10 Minuten standing ovation für unglaublich intensives, emotionell packendes Tanztheater, mit der musikalischen und visuellen Gestaltung ein wahres, ein großes Gesamtkunstwerk!

Schlussapplaus Ensemble. Foto: Petra und Helmut Huber

Schlußapplaus Produktionsteam. Mitte: Lilit Hakobyan. Foto: Petra und Helmut Huber
Petra und Helmut Huber
BERLIN / Kühlhaus „INTONATIONS“ Jerusalem Chamber Music Festival 2026, 3. Tag; 11. bis 14.6.2026
Löwin Martha Argerich erlegt ihr Publikum mit sicherer Pranke bzw. es erliegt ihr einfach freiwillig!

Copyright: Monika Rittershaus
Ludwig van Beethovens Violinsonate Nr. 3 in Es-Dur, op. 12, Nr. 3 stand am dritten Tag des Festivals am Beginn eines umfangreichen Programms mit zwei Pausen. Dementsprechend war als Konzertbeginn 17 Uhr anberaumt. Mir ist völlig schleierhaft, wie Amateure in den damaligen bürgerlichen Salons die in den Ecksätzen wahnsinnig anspruchsvolle und schwierige Sonate überhaupt auf die Reihe bringen konnten. Die wie das gesamte op. 12 Antonio Salieri gewidmete Sonate mit ihrem im Adagio an Mozart gemahnenden Gestus erweist sich bei aller Anforderungen an den Violinpart immer noch als klavierdominant, gegenteilige musikwissenschaftliche Behauptungen hin oder her.
Martha Argerich unterlegte im Beethoven-Heimspiel ein weiteres Mal ihre einzigartige Stellung im ‚Business‘ mit aberwitzigen Tempi, stupender Fingerfertigkeit, vor allem prall kräftigem Anschlag und dynamischer Geschmeidigkeit im Zusammenspiel mit der Violine. Jeglichem Geburtsurkundendatum trotzend fegte Argerich con spirito energisch durch den ersten Satz und wusste mit ihrer Violin-Partnerin Tatiana Samouil schlagfertig dialogisierend die dynamischen Kontraste dezidiert auszureizen. Wunderbar zudem, wie sehr die beiden Künstlerinnen den spannungsreichen Modulationen und Übergängen individuelle Kontur verliehen. Als Ruhepol im Zentrum der Sonate erklang das in Beethovenschem Melos schwelgende Adagio wirklich ‚con molta espressione‘, traumhaft liedsanglich phrasiert. Im unterhaltsamen Rondo erklommen tänzerischer Schwung und lächelnd vollführte Klangartistik nach und nach den virtuosen Steilhang bis zur sonnenlichtigen Coda. Das Publikum wusste das exzeptionell Dargebotene mit Dank zu würdigen.

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Dorothea Röschmann, begleitet von Yael Kareth am Steinway, interpretierte mit ihrem opulenten, obertonreichen, mittlerweile mezzodunklem Sopran die „Wesendonck Lieder“ von Richard Wagner. Als Höhepunkte gerieten die beiden als „Tristan und Isolde“-Studien geltenden Titel ‚Im Treibhaus‘ und ‚Träume‘ sozusagen als Nachklang zu ihrem 2023 an der Opéra national de Lorraine gegebenen Bühnendebüt als Isolde. War Röschmanns Legato anfangs noch ein wenig kurzatmig phrasiert, erfreuten „Träume“ dafür umso mehr mit exquisiten purpurfarbenen Tönen. Jubel!
Dank der atemberaubend volltönenden Kunst des Flötisten Emmanuel Pahud war sogar die Violinsonate Nr. 8 in G-Dur, Op. 30, Nr. 3 von Ludwig van Beethoven in dieser geänderten Besetzungsvariante ein selten bereicherndes Erlebnis. Denn es ist keineswegs selbstverständlich und ausgemacht, dass sich die vogelsangliche Flötencharakteristik in gehöriger Balance zur Power des geöffneten Steinway-Flügels behaupten kann. 1802 vollendet und kompositorisch wesentlich elaborierter als die eingangs gehörte dritte Violinsonate, versprüht dieses lebenszugewandte Stück gerade in der Bearbeitung für Flöte jenen duftigen Geist und schalkhaft amourösen Animo, der dem Werk über seine durchgängige Élegance und im Menuett ihre zarthumorige Intimität hinaus seine Beliebtheit verdankt.
Nach der ersten Pause erklang das Klarinettenquintett in h-Moll, op. 115 von Johannes Brahms. In der Besetzung mit Karl-Heinz Steffens (Klarinette), Fedor Rudi, Kathrin Rabus (Violine), Adrien La Marca (Bratsche) und Andrei Ionita (Cello) war eine emotional dicht gewebte, zumindest von meinem Sitzplatz aus in unmittelbarer Nähe von Cello und Bratsche grosso modo leicht streicherbetonte Wiedergabe zu registrieren.
Karl Heinz-Steffens ehemals Solo-Klarinettist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks als auch der Berliner Philharmoniker, seit 2019 Musikdirektor an der Staatsoper Prag, gefiel in diesem Brahms’schen Spätsprössling mit schlankem Ton und einer nobel wehmütigen Note. Die sich immer wieder in die Musik mischenden ungarisch-rhapsodischen Tonschleier, der maskierte fin de siècle Charakter, das engmaschige motivische Netz sowie das gewollte ‚an der Nase führen‘ in den Durchführungen durch Brahms fanden in der erstklassigen Interpretation ihre trefflichen Fürstreiter.

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Nach der zweiten Pause waren die „Vier Ernsten Gesänge“, op. 121, von Johannes Brahms mit dem Bariton Thomas Bauer und Elena Bashkirova am Klavier sowie das Oktett in F-Dur, D. 803 von Franz Schubert programmiert. Gerne wäre ich dabei gewesen. Aber ich will jetzt offen Persönliches ansprechen. Nach dem Brahms war ich von der komplexen und intensiven Darbietung plötzlich so am Ende mit meiner Konzentration und Kraft, dass ich beschlossen habe, den Konzertbesuch zu diesem Zeitpunkt abzubrechen. Ich hätte den dritten Teil irgendwie dahindämmern können, meine plötzliche Müdigkeit bekämpfen, alternativ mich ihr hingeben und über das Halbgehörte vielleicht berichten können. Es hätte für mich keinen Sinn ergeben. Ich ersuche hierfür um Ihr geneigtes Verständnis!
©Monika Rittershaus
Dr. Ingobert Waltenberger