Post aus Bayern macht immer wieder Freude

Igor Strawinsky und Mahler II, Sir Simon Rattle, Dirigent  klassik-begeistert.de, 17. August 2026

CD 1:

Igor Strawinsky: L’oiseau de feu
Gesamtes Ballett
(mit Analyse zum Werk von Sir Simon Rattle)

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Dirigent: Sir Simon Rattle

CD 2:

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 in c-moll „Auferstehungssymphonie“

Louise Alder, Beth Taylor
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Dirigent: Sir Simon Rattle

von Herbert Hiess

Ich habe bei www.klassik-begeistert.de noch nie einen Tonträgerreview verfasst; aber diese Gelegenheit nutze ich hiermit sehr gerne, wenn man solche Schätze vom Bayerischen Rundfunk bekommt.

Gelegentlich findet man tatsächlich im „Postkasterl“ sogenannte „unverlangte Zusendungen“, die man anfänglich mit Skepsis betrachtet. Wenn dann auf dem Kuvert als Absender „Bayerischer Rundfunk“ steht, kann man zu Recht neugierig sein.

Denn dieses Mal sind tatsächlich echte Goldschätze dabei.

Strawinskys „Feuervogel“ – ein konzertreifes Ballett mit zirka 45 Minuten Dauer, ist sowohl auf dem Konzertpodium als auch im Theater ein echter Hit.

Strawinsky lieferte hier eine wahrhafte Meisterleistung, sowohl kompositorisch als auch instrumentationstechnisch. Das Meisterwerk wechselt zwischen lyrischen, wunderschönen Passagen als auch hochdramatischen. Ein Höhepunkt ist zweifellos der „Höllentanz“.

Rattle und die Bayern liefern hier ein virtuoses Feuerwerk.

Und nicht genug mit der Aufführung liefert Rattle auf elf Takes eine beeindruckende Analyse der wichtigsten Passagen auf Englisch gesprochen; man braucht keine Berührungsängste haben. Der Maestro lässt hier unverkennbar seinen britischen Humor aufblitzen.

Mit Freude konnte man sich an das hervorragende Konzert im Wiener Musikverein im Mai 2026 erinnern  (https://klassik-begeistert.de/sir-simon-rattle-und-riccardo-muti-musikverein-wien-13-14-mai-2026/).

Diese Aufnahme ist eine absolute Empfehlung.

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Als zweite CD war die berühmte Auferstehungssymphonie von Gustav Mahler zu hören. Das Werk ist ein Leibstück des britischen Dirigenten. Mit ihm gibt es schon Aufnahmen dieses Werkes mit vielen berühmten Orchestern.

Auch live konnte ich dieses Werk mit Simon Rattle in Grafenegg erleben (https://klassik-begeistert.de/gustav-mahler-symphonie-nr-2-in-c-moll-auferstehungssymphonie-klassik-begeistert-de/).

Um diesen Chor kann man den Bayerischen Rundfunk nur beneiden – er gehört fraglos zur absoluten Weltklasse. Das Solistenensemble knüpft nahtlos an dieses exzellente Niveau an. Besonders Beth Taylor erzeugt im Zusammenspiel mit Rattle und dem Orchester eine Gänsehaut-Atmosphäre, die das ‚Urlicht‘ im vierten Satz tief unter die Haut gehen lässt.

Auch in diesem Fall kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung geben.

Herbert Hiess, 17. August 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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