Der Regisseur Ole Anders Tandberg vernichtet Bergs "Wozzeck" in 90 Minuten

Foto: © Markus Lieberenz
Deutsche Oper Berlin, 
10.Oktober 2018
Alban Berg, Wozzeck

von Peter Sommeregger

Vierzig Jahre war dieses Schlüsselwerk der Moderne an der Bismarckstraße in Berlin nicht mehr auf dem Spielplan. Aber statt sich über die Rückkehr dieses Opernklassikers zu freuen, kann man nur hoffen, dass diese desaströse Produktion schnell wieder vom Spielplan verschwindet.

Ole Anders Tandbergs Absicht, das Stück in der Gegenwart zu verorten, wäre noch nicht falsch, obwohl Vieles an den geschilderten Verhältnissen heute so nicht möglich ist. Dass er aber für die Handlung einen konkreten Ort, sogar einen genauen Tag benennt, ist schlicht unsinnig. Der Norwegische Nationalfeiertag und eine triste Osloer Bar engen die Allgemeingültigkeit des Stoffes ungebührlich ein. Fähnchen schwenkende Choristen und das trostlose Einheitsbühnenbild, die falschen Kostüme – Wozzeck mit Krawatte und Marie im eleganten Kleid – verfremden das Werk unnötig. „Alban Berg, Wozzeck, Johan Reuter, Thomas Blondelle, Elena Zhidkova, Donald Runnicles, Ole Anders Tandberg,
Deutsche Oper Berlin“
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Spannend bis langweilig – Nabucco in der Deutschen Oper Berlin

Foto: Bettina Stöß (c)
Giuseppe Verdi, Nabucco

Deutsche Oper Berlin, 12. September 2018

von Gabriel Pech

Wie die Mauern von Jericho begrüßt das Bühnenbild das Publikum, das in den Saal strömt. Hinter den Mauern steigt Nebel empor, die Szene bekommt etwas Traumhaftes, etwas Albtraumhaftes. Der (Alb-)Traum heißt „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, gegeben in der Deutschen Oper Berlin. Auf der Bühne finden sich leider sowohl Träume als auch Albträume. „Giuseppe Verdi, Nabucco,
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Deutsche Oper am Rhein: ein Wälsungenpaar zum Verlieben

Foto: Hans Jörg Michel (c)
Deutsche Oper am Rhein (Duisburg)
, 17. Juni 2018
Richard Wagner, Die Walküre

Deutsche Oper am Rhein: Ein Wälsungenpaar zum Verlieben

von Phillip Schober

Die Deutsche Oper am Rhein inszeniert über drei Spielzeiten Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ neu. Zuerst bringt sie jede der Opern separat in Düsseldorf zur Premiere, um sie anschließend in geänderter Besetzung in Duisburg zu spielen. Die musikalische Leitung übernimmt an beiden Spielorten der Bayreuth-erfahrene Generalmusikdirektor Axel Kober. Dietrich Hilsdorf sorgte schon für so manchen Skandal in der Opernwelt. An der Rheinoper verantwortet er nun erstmalig einen vollständigen Ringzyklus. „Richard Wagner, Die Walküre,
Deutsche Oper am Rhein“
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