Die Oper „La Clemenza di Tito“ war ein politischer Sprengstoff

Titelseite des Librettos von „La Clemenza di Tito“ Mozarts, Wikipedia

Bei den diesjährigen Gluck-Festspielen von 9. bis 12. Mai in Bayreuth wird die Oper „La Clemenza di Tito“ in den Fassungen von Christoph Willibald Gluck und Wolfgang Amadeus Mozart zu sehen sein. Zuvor wird es am 28. April 2024 eine Neuinszenierung der Mozart-Fassung in der Staatsoper Hamburg geben. Das Thema des Werks ist zeitgemäß, weil es sich mit dem in der aktuellen Politik unbeliebten Thema der Vergebung befasst, während heutzutage nach wie vor die Vergeltung üblich ist. Die Geschichte kennt jedoch Fälle von großzügigen Herrschern wie den römischen Kaiser Titus, der seinen Feinden vergibt.

Jolanta Łada-Zielke führte dieses Interview mit Professor Karl Böhmer von der Musikhochschule Mainz über den historischen Hintergrund der Aufführung von Mozarts „La Clemenza di Tito“ 1791 im „Gräflich Nostizschen Nationaltheater“, dem heutigen Ständetheater Prag und über Glucks Fassung der Oper.

klassik-begeistert: Warum hat Mozart den Opernstoff aufgegriffen, den schon jemand anders – Christoph Willibald Gluck – verwendet hat? „Interview mit Professor Karl Böhmer, Musikhochschule Mainz
klassik-begeistert.de, 25. Februar 2024“
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„Ich glaube an die Kommunikationskraft der Musik“ – ein Interview mit dem Tenor Gustavo Eda

Gustavo Eda © Marco Piecuch

Geboren in Brasilien, studierte Gustavo Eda traditionelle japanische Musik und klassischen Gesang an der Federal University of Minas Gerais in Brasilien. Er war Mitglied im Ars Nova Choir und im Libertas Ensemble. Mit der Internationalen Chorakademie Lübeck konzertiert er in mehreren Ländern unter bedeutenden Dirigenten.

Als Solist sang Gustavo Eda zahlreiche Tenorpartien u.a. in Werken von Bach, Purcell, Mozart, Mascagni, Wagner, Puccini und Janáček; als Mitglied des Thüringer Opernstudios an der Hochschule für Musik Franz-Liszt Weimar nahm er an mehreren Produktionen in Gera teil.

Derzeit ist der 36-Jährige Mitglied des Lübecker Opernelitestudios. Gastspiele gab er u.a. in Nordhausen und Rostock.

Das Interview führten Dres. Regina und Andreas Ströbl, die Gustavo Eda als Gastkoch in die heimische Küche einluden.

klassik-begeistert: Lieber Gustavo, frei nach Brecht, „Erst kommt das Essen, dann kommt der Gesang“. Was hast du für uns gekocht?

Gustavo Eda: Ich habe heute Galinhada gekocht, ein Gericht aus Belo Horizonte, meiner Heimatstadt. Es wird mit Reis, Hühnerfleisch, verschiedenen Gemüsen und Kurkuma gemacht.

klassik-begeistert: …und viel Knoblauch!

„Interview mit Gustavo Eda von Dres. Regina und Andreas Ströbl
klassik-begeistert.de, 3. Februar 2024“
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Interview Eric Cutler: „Das Publikum hat auch ein Recht, sich zu äußern“

Eric Cutler © Daniel Kleiter

Der US-amerikanische Tenor Eric Cutler gehört zu den gefragtesten Sängern seines Fachs. Insbesondere mit Partien wie Erik (Der Fliegende Holländer), Bacchus (Ariadne auf Naxos) und Siegmund (Die Walküre) ist er regelmäßig an wichtigen Häusern wie Wien, Zürich oder New York zu Gast.

Im Gespräch mit klassik-begeistert spricht er über Regisseure, Corona-Absagen und natürlich den Fliegenden Holländer.

Das Interview führte Johannes Karl Fischer 

klassik-begeistert: Lieber Herr Cutler, Sie kommen aus dem ländlich-amerikanischen Iowa und singen jetzt Wagner in Hamburg, Bayreuth und New York. Wir kamen Sie aus Iowa zu Wagner?

Eric Cutler: Das war eine lange Reise, die mich über Donizetti, Mozart und viele andere Komponisten geführt hat. 2006 habe ich meine Frau [Anmerkung: Die Sopranistin Julia Kleiter] kennengelernt – wir haben zusammen mit Claudio Abbado die Zauberflöte gemacht – und es war mir klar, dass es hier  in Deutschland mehr Chancen und Möglichkeiten zu singen gibt als anderswo. „Interview: Eric Cutler: „Das Publikum hat auch ein Recht, sich zu äußern“
klassik-begeistert.de, 5. Januar 2024“
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„Für mich ist jede Oper ein Schauspiel mit Musik“: Interview mit Brigitte Fassbaender, Teil 3

Brigitte Fassbaender © Foto Larl

Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl führten ein Interview in drei Teilen mit der legendären Mezzosopranistin und Regisseurin Brigitte Fassbaender am 12. Dezember 2023 in Lübeck.

Lesen Sie heute den letzten Teil dieses Interviews aktuell bei uns:

klassik-begeistert: Edna Prochnik (Klytemnästra) und Lena Kutzner (Chrysothemis) haben uns begeistert von der Arbeit mit Ihnen berichtet.

Dabei haben sie vor allem die Kollegialität und Harmonie in der Probenarbeit unterstrichen. Das sogenannte Regietheater ist aber längst nicht ausgestorben und befreundete Sängerinnen und Sänger klagen vermehrt über egomane, tyrannische, ja übergriffige Regisseure, bei denen man sich manchmal vorkommt wie in Becketts „Katastrophe“.  Ist das eine Mentalität, die sich wieder breitmacht, weil Typen wie Trump, Putin, Erdoğan oder Bolsonaro (die Reihe lässt sich leider fortsetzen) vormachen, dass Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit sich auszahlen?

Und was ist für Sie auch in der Lübecker „Elektra“-Produktion das Wichtigste in der Regiearbeit?

Brigitte Fassbaender: Das ist ja nicht nur eine Frage, darin sind zehn Fragen versteckt (lacht). Also ich glaube, dass das weniger mit Trump oder Putin zu tun hat. Kommen wir mal kurz auf das sogenannte Regietheater: Ich finde den Begriff schon so merkwürdig, darüber lässt sich lange diskutieren, was das denn überhaupt ist. „Interview mit Brigitte Fassbaender – Teil 3
klassik-begeistert.de, 23. Dezember 2023“
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„Nicht in äußerer Gestik verlieren, sondern aus dem inneren Geschehen arbeiten“ – Teil 2

Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl führten ein Interview in drei Teilen mit der legendären Mezzosopranistin und Regisseurin Brigitte Fassbaender am 12. Dezember 2023 in Lübeck.

Lesen Sie heute den 2. Teil dieses Interviews aktuell bei uns:

klassik-begeistert: Kommen wir jetzt zur Lübecker Elektra. Wie ist diese Zusammenarbeit mit Lübeck entstanden?

Brigitte Fassbaender: Durch Stefan Vladar, der mich gefragt hat, ob ich hier mal was machen würde. Ich kenne ihn von früher als jungen, aufstrebenden Pianisten durch Helmut Deutsch, mit dem er befreundet war. Und da ich Strauss sowieso immer liebend gerne inszeniere, habe ich freudig zugesagt.

Lübeck hat ja, besonders seit Vladar hier ist, einen guten Ruf. Es ist eine sehr gute und interessante Besetzung, mit wunderbaren Rollendebütanten. Ich bin froh und dankbar, hier und mit Stefan Vladar Strauss’ „Elektra“ erarbeiten zu können.

klassik-begeistert: Welchen Stellenwert nimmt gerade diese Oper in Ihrer Karriere für Sie ein und wie unterscheidet sich Ihre eigene damals dargestellte Klytemnästra von der, die Sie jetzt hier inszenieren? Hat sich Ihre Auffassung der Rolle verändert?

Brigitte Fassbaender: Es kommt natürlich auch auf den Typ an. Ich hab’ hier einen sehr „dramatischen“ Typ, der gern aus dem Vollen schöpft. Da möchte ich reduzieren und sensibilisieren. Die Klytemnästra hat ein ungeheures Schicksal, sie ist eine tief verletzte, verwundbare Frau. „Interview mit Brigitte Fassbaender – Teil 2
klassik-begeistert.de, 21. Dezember 2023“
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„Es gab für mich nichts anderes als diesen Beruf!“ – Teil 1

Brigitte Fassbaender © Marc Gilsdorf

Kammersängerin Brigitte Fassbaender führt Regie in Lübeck! Kurz nach Probenbeginn in der Hansestadt hatten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl die Gelegenheit, mit der legendären Mezzosopranistin und Regisseurin ein Interview zu führen, bei dem sie auch schon einen kurzen Einblick in die anstehende Elektra-Produktion gewährte.

Lübeck, 12. Dezember 2023

klassik-begeistert: Ihr Berufsweg war durch Ihre künstlerisch tätigen Eltern und Ihre große Begabung vorgegeben. Aber durch Ihre Eltern haben Sie auch die Nachteile und Schwierigkeiten eines Künstlerlebens erfahren. Haben Sie zu Beginn Ihrer Ausbildung durch Ihren Vater jemals gedacht, das ist doch nichts für mich, ich möchte lieber Ärztin, Anwältin, Lehrerin oder was auch immer werden?

Brigitte Fassbaender: Als Kind wollte ich gerne Tierärztin werden, oder Schriftstellerin oder Schiffsjunge… Aber im Grunde gab’s nichts anderes als die Bühne, von Anfang an.

klassik-begeistert: Haben Sie den Entschluss auch später nie bereut?

Brigitte Fassbaender: Doch, ich habe oft gedacht, warum mache ich das! Daran war das übergroße Lampenfieber schuld, das mich ein Leben lang nicht verlassen hat. Dann wollte ich lieber Hühner züchten oder sowas. Aber das war nie ernsthaft, es gab für mich nichts anderes als diesen Beruf. „Interview mit Brigitte Fassbaender – Teil 1
klassik-begeistert.de, 20. Dezember 2023“
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Dr. Oswald Georg Bauer führte uns sicher an den „mystischen Abgrund" des Festspielhauses

Dr. Oswald Georg Bauer, Foto: öffentliches Eigentum

Dr. Oswald Georg Bauer, ein langjähriger wissenschaftlich-künstlerischer Mitarbeiter der Bayreuther Festspielleitung, ist am 12. Dezember 2023 in seiner Heimatstadt Würzburg gestorben.

Von 1974 bis 1986 war er Assistent von Wolfgang Wagner und Leiter des Pressebüros. Er verfasste einige Bücher und Publikationen über die Geschichte der Bayreuther Festspiele, organisierte internationale Ausstellungen zu diesem Thema und hielt Vorträge in der ganzen Welt.

Jolanta Łada-Zielke führte dieses Interview im August 2005 mit Dr. Bauer an einem besonderen Ort, nämlich im Orchestergraben des Festspielhauses in Bayreuth. „Ich fühlte mich dabei wie der von Virgil durch die Unterwelt geführte Dante.“ Während ihres Gesprächs beobachteten beide die technischen Vorbereitungen für die „Lohengrin“-Vorstellung unter der Regie von Keith Warner.

Oswald Georg Bauer: Richard Wagner wollte, dass das Orchester für die Zuschauer nicht sichtbar bleibt. Das Publikum kann die Musiker, die unter der Bühne und vor der Bühne sitzen nicht sehen. Deshalb bezeichnet man das Innere des Orchestergrabens als „mystischer Abgrund“ oder, wie Richard Wagner selbst sagte, als „technisches Herz“ dieses Gebäudes.

Diesem „Herz“ verdanken wir, dass das Festspielhaus zum Leben  erwacht. Ganz unten unter der Bühne stehen die Instrumente, die am meisten Lärm machen: Blechbläser, Schlagzeug und Trommel. Weiter oben befinden sich die Holzbläser und in der Mitte die Celli. Die Harfen und Kontrabässe stehen auf beiden Seiten des Orchestergrabens. Dann kommen die Streichinstrumente – die Geigen und Bratschen. „Interview von Jolanta Łada-Zielke mit Dr. Oswald Georg Bauer, verstorben am 12. Dezember 2023
20. Dezember 2023“
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Chen Reiss: „Als ich zum ersten Mal Mahlers Zweite mit Lahav Shani gesungen habe, war ich selbst zutiefst gerührt!“ – Teil 2

Chen Reiss © Paul March Mitchell

Über CD-Aufnahmen, Gustav Mahler, Opern, finnische Dirigenten, seltenes Repertoire, Lahav Shani, Meisterkurse, das Leben auf Reisen und das Konzertpublikum im Allgemeinen und im Besonderen: Ein Interview in zwei Teilen mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss. 

Brian Cooper im Interview mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss – Teil 2

klassik-begeistert: Liebe Chen, wir sprachen im ersten Teil ausführlich über das Concertgebouworkest. Bei der „kleinen Schwester“ der Amsterdamer, wie ich sie manchmal scherzhaft, nur für mich und absolut zu Unrecht nenne, hast Du eine Residency. Wie ist die Zusammenarbeit mit Lahav Shani, dem Chef des Rotterdams Philharmonisch Orkest? Ich studiere eifrig Saisonbroschüren und stelle fest, dass Du unglaublich viel mit ihm musizierst. Ihr habt mal mit dem Gürzenich-Orchester Mahlers Vierte gemacht, das ist mir noch in sehr guter Erinnerung. „Interview mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss – Teil 2
klassik-begeistert.de, 16. Dezember 2023“
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Chen Reiss: „Wäre Fanny Hensel ein Mann gewesen, hätte sie eine Oper geschrieben!“ – Teil 1

Chen Reiss © Claudia Prieler

Über CD-Aufnahmen, Gustav Mahler, Opern, finnische Dirigenten, seltenes Repertoire, Lahav Shani, Meisterkurse, das Leben auf Reisen und das Konzertpublikum im Allgemeinen und im Besonderen: Ein Gespräch in zwei Teilen mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss.

 Brian Cooper im Interview mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss – Teil 1

klassik-begeistert: Liebe Chen, ich freue mich sehr, heute mit Dir zu sprechen. Wir kennen uns ja schon seit etwa anderthalb Jahrzehnten, ich hatte die Ehre, das Booklet Deiner zweiten CD zu schreiben, nebenher ein wenig für Deinen damaligen Agenten zu arbeiten, und seit etwa Mitte der 2000er verfolge ich Deine steile Karriere mit Freude und Interesse. Seit Deiner ersten Aufnahme aus dem Jahr 2006 – italienische Lieder von Schubert und Donizetti – hast Du viele weitere CDs gemacht. Oft mit durchaus ungewöhnlichem Repertoire. Wie suchst Du eigentlich das Programm für eine CD aus? Machst Du die Vorschläge? Oder kommt ein Label-Mensch auf Dich zu? Wie läuft das ab? „Interview mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss – Teil 1
klassik-begeistert.de, 14. Dezember 2023“
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Christoph Willibald Gluck schlägt eine Brücke zwischen Händel und Mozart

Michael Hofstetter © Uwe Moosburger

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Prof. Michael Hofstetter, Dirigent und geschäftsführender Intendant der Gluck-Festspiele, die zum dritten Mal, vom 9. bis 18. Mai 2024 in Bayreuth, Nürnberg und Fürth, unter dem Titel „Über die Menschlichkeit der Mächtigen“ stattfinden.


von Jolanta Łada-Zielke

klassik-begeistert: Richard Wagner schreibt in „Oper und Drama“, dass Gluck die Oper des 18. Jahrhunderts revolutionierte, indem er die Beziehung zwischen Sänger und Komponist veränderte. Die Aufgabe des Sängers bestand fortan darin, den Inhalt der von dem Komponisten geschriebenen Musik deutlich zu vermitteln, anstatt nur sein stimmliches Können zu zeigen.

Michael Hofstetter: In diesem Sinne hatte Wagner ganz Recht. Er verweist hier unter anderem auf die Tatsache, dass die Sänger des 18. Jahrhunderts manchmal die Verzierungskunst über die Tiefe des Ausdrucks stellten. Dank der Opernreform von Gluck ist der Sänger zum Ausführenden der Absicht des Komponisten geworden. Für Gluck war es eine wichtige Grundvoraussetzung, den Text und damit die Erzählung wieder verständlich und erlebbar zu machen. „Interview: Prof. Michael Hofstetter, Intendant der Gluck-Festspiele
klassik-begeistert.de, 12. Dezember 2023“
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