Riccardo Mutis Abschiedstournee führt auch nach Köln

Foto: ©Todd Rosenberg/Chicago Symphony Orchestra

Chicago Symphony Orchestra
Riccardo Muti, Dirigent

Philip Glass – „The Triumph of the Octagon“ für Orchester

Felix Mendelssohn-Bartholdy – Sinfonie Nr. 4 in A-Dur, op. 90, „Italienische“

Richard Strauss – „Aus Italien“ – Sinfonische Fantasie in G-Dur, op. 16

Zugabe:

Giacomo Puccini – Intermezzo aus „Manon Lescaut“

Kölner Philharmonie, 20. Januar 2024

von Daniel Janz

Riccardo Muti und das Chicago Symphony Orchestra – bereits einer dieser Namen reicht aus, um für Ehrfurcht und pilgernde Gäste zu sorgen. So findet sich der Rezensent im heute komplett ausverkauften Saal in einer illustren Runde von Konzertfans wieder. Vertreten ist nicht nur der Großraum Köln. Auch Dänemark, Großbritannien, die Niederlanden und sogar die USA sind anzutreffen. „Chicago Symphony Orchestra Riccardo Muti, Dirigent
Kölner Philharmonie, 20. Januar 2024“
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Seltene Juwelen der Orchestermusik erklingen in Köln

Quelle: https://www.ingometzmacher.com/de

In einer Konzertkultur, die auf ihren alten Klassikern eingeschlafen zu sein scheint, kommt es fast schon einer Offenbarung gleich, einmal Werke zu präsentieren, die nie oder nur selten gespielt werden. Oft schrecken Orchester davor zurück, denn in einer von Geld getriebenen Welt bedeutet es auch immer ein Risiko, wenn man nicht auf die Klassenschlager setzt.

Dem WDR Sinfonieorchester ist es alleine deshalb schon hoch anzurechnen, dass sie dieses Experiment wagen. Unter der Leitung von Ingo Metzmacher (66) aus Hannover führen sie diesmal Werke auf, die ansonsten ein Schattendasein im Orchesterrepertoire fristen. Ein mit Spannung erwartetes Erlebnis für Publikum und Orchester. Aber konnten diese Werke auch begeistern? Oder sind sie zurecht heutzutage unterrepräsentiert?

WDR Sinfonieorchester

Ingo Metzmacher, Dirigent
Tanja Ariane Baumgartner, Mezzosopran

Franz Schreker – „Nachtstück“ aus der Oper „Der ferne Klang“ (1910)

Arnold Schönberg – „Erwartung“ – Monodram in einem Akt für Sopran und Orchester op. 17 nach einer Dichtung von Marie Pappenheim (1909)

Alexander Zemlinsky – „Die Seejungfrau“ – Fantasie in drei Sätzen für großes Orchester nach einem Märchen von Hans Christian Andersen (1905)

Kölner Philharmonie, 12. Januar 2024

von Daniel Janz

Die erste Komposition, Franz Schrekers „Nachtstück“, lässt sich am besten als eine Aneinanderreihung bildhafter Eindrücke beschreiben. Es ist ein hochromantischer Fluss, der einem hier begegnet. Der breite Klang, den Schreker für seine Oper „Der ferne Klang“ wählte, breitet sich hier wohlig gemütlich aus. Ein richtiger Fluss entsteht. Schläge auf das Tamtam zum vollen Streicherklang wecken hier bereits ein Gefühl der Sehnsucht an jene Ferne, die Schreker auch auszudrücken versuchte. Besonders faszinieren können die kristallenen Figuren der Streicher, Harfe und Celesta bei den in höchster Klasse vorgetragenen Soli von Klarinette und Horn. Das lädt zum Schwelgen ein; als Zuhörer wird man richtig in diese Musik hineingesogen.

„WDR Sinfonieorchester, Ingo Metzmacher, Tanja Ariane Baumgartner
Kölner Philharmonie, 12. Januar 2024“
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Das WDR Sinfonieorchester zeigt sich in bestechender Form

Manfred Honeck © Felix Broede

Kurz vor Weihnachten dirigiert Manfred Honeck bekanntes wie abseitiges Repertoire. Und Yulianna Avdeeva begeistert mit Beethoven.

Erwin Schulhoff (1894-1942) – Fünf Stücke für Streichquartett (Bearb.: Manfred Honeck & Tomáš Ille)

Ludwig van Beethoven (1770-1827) – Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58

Franz Schmidt (1874-1939) – Sinfonie Nr. 4 C-Dur

Yulianna Avdeeva, Klavier
WDR Sinfonieorchester Köln
Manfred Honeck, Dirigent

Kölner Philharmonie, 15. Dezember 2023

von Brian Cooper, Bonn

Freitagabend, Kölner Philharmonie, das WDR Sinfonieorchester (WDRSO) spielt, parallel wird das Konzert auf WDR 3 live übertragen, tags darauf wird es gar einen Livestream geben: für Interessierte; für Menschen, die nicht mehr ganz so mobil sind; und für all jene, die lieber zuhause als unter Menschen gute Musik hören. Live geht es schon seit Jahrzehnten so zu, und ich mag diese Freitagabendstimmung in Köln. „Yulianna Avdeeva, Klavier, WDR Sinfonieorchester Köln, Manfred Honeck, Dirigent
Kölner Philharmonie, 15. Dezember 2023“
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Konzertmusik und Live-Zeichnung in Köln: Sollte man es lieber lassen?

Martijn Dendievel © Guido Werner

Klassik mal anders: Zauberklänge

WDR Sinfonieorchester

Martijn Dendievel, Dirigent
Till Laßmann, Eventzeichner
Stephan Lomp, Eventzeichner
Jana Forkel, Moderation

Anatolij Ljadow, Kikimora op. 63 (1905) – Legende für Orchester

Paul Dukas, „L’apprenti sorcier“ (Der Zauberlehrling) (1897) – Scherzo für Orchester nach einer Ballade von Johann Wolfgang von Goethe

Igor Strawinsky, L’Oiseau de feu/Der Feuervogel (1909-10) – 3. Konzertsuite (Ballettsuite) für Orchester (1945)

Kölner Philharmonie, 7. Dezember 2023

von Daniel Janz

„Klassik mal anders“: Das heißt in Köln vor allem – moderierte Musik, Einbindung des Publikums und immer wieder auch Überraschungen und Experimente. Heute in Form von Live-Zeichnungen während des Konzerts. „Klassik mal anders: Zauberklänge, WDR Sinfonieorchester, Martijn Dendievel, Dirigent
Kölner Philharmonie, 7. Dezember 2023“
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Nuron Mukumi versprüht wärmende Lebensfreude in der Kölner Philharmonie

Fotos: Nuron Mukumi © by Kawai Europa GmbH

Vor Kälte frierend treten wir den Weg zur Kölner Philharmonie an, erwarten wir doch ein schönes Konzert auf hohem musikalischen Niveau. Unsere Erwartungen werden bei weitem übertroffen. Auf dem Weg zurück ist für uns klar: Dieses Konzert war sensationell! Nuron Mukumi, den wir zum ersten Mal live hören, begeistert uns mit seinem nuancierten Klavierspiel. Das Staatliche Sinfonieorchester Litauen musiziert unter dem vorbildlichen Dirigat Gintaras Rinkevičius’ auf Weltklasseniveau und heizt mit seiner Tango-Zugabe so richtig ein.

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur, op. 73

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 4 A-Dur, op. 90 „Italienische“

Orchesterzugabe
Astor Piazzolla
Libertango (Bearbeitung für Orchester)

Nuron Mukumi (Klavier)
Staatliches Sinfonieorchester Litauen
Dirigent: Gintaras Rinkevičius

Kölner Philharmonie, 3. Dezember 2023

von Petra und Dr. Guido Grass

Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur galt schon unter den Zeitgenossen Beethovens als Virtuosenstück. Und in der Tat bietet es dem Solisten viele Gelegenheiten, sein Können unter Beweis zu stellen. Auch wenn Erzherzog Rudolph das Konzert in einer private Uraufführung aus der Taufe hob, war es kein geringerer als Carl Czerny der bei der öffentlichen Uraufführung am Klavier saß. Alle großen Pianisten, von Wilhelm Kempff und Emil Gilels bis Yefim Bronfman u.v.a.m., haben sich mit diesem Werk auseinandergesetzt. „Nuron Mukumi (Klavier), Staatliches Sinfonieorchester Litauen
Kölner Philharmonie, 3. Dezember 2023“
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Wenn es klar sein soll, lasst es Janowski machen!

https://www.br.de/mediathek/podcast/klassik-aktuell/marek-janowski-zum-80-geburtstag-perfektion-statt-glamour/1486906

Gerade auch das Publikum weiß diese zu schätzen und lässt sich zu einem erstaunlich langen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen über weite Flächen hinreißen. Selbst bei einem – wie heute – nur halb vollen Saal, kann man doch anerkennen, dass dieser Abend insgesamt ein lohnendes Erlebnis gewesen ist. Man darf sich jedenfalls darauf freuen, wenn Janowski ein nächstes Mal wieder seinen Weg hierhin findet. Der Rezensent wird sich das sicher nicht entgehen lassen!

Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 5 in B-Dur

WDR Sinfonieorchester
Marek Janowski, Dirigent

Kölner Philharmonie, 24. November 2023

von Daniel Janz

Die Auftritte von Marek Janowski zusammen mit dem WDR Sinfonieorchester sind immer ein Highlight. Nicht nur haben seine Besuche beim Stammorchester in der Domstadt am Rhein eine lange Tradition. Auch hat er sich auf jene Komponisten spezialisiert, die man zurecht als Spitze der deutschen Hochromantik bezeichnen kann. „Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 5 in B-Dur, WDR Sinfonieorchester, Marek Janowski
Kölner Philharmonie, 24. November 2023“
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"Keine Kompromisse": Keine Frage – Hélène Grimaud l(i)ebt Brahms

Hélène Grimaud © Wiener Konzerthaus © Markus Aubrecht

Edward Gardner und das brillante London Philharmonic Orchestra begleiten die Französin im ersten Klavierkonzert von Brahms.

 Johannes Brahms (1833-1897) – Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15

Igor Strawinsky (1882-1971) – Petruschka (Fassung von 1947)

Hélène Grimaud, Klavier
London Philharmonic Orchestra
Edward Gardner, Dirigent

Kölner Philharmonie, 12. November 2023

von Brian Cooper, Bonn

„Aimez-vous Brahms?“ Die von Françoise Sagan vor über 60 Jahren gestellte Frage dürfte Hélène Grimaud mit einem klaren „Oui!“ beantworten, hat sie doch schon vor genau 35 Jahren dessen zweite Klaviersonate sowie drei Jahre später die dritte Sonate und die sechs Klavierstücke op. 118 bei Denon eingespielt. „Hélène Grimaud, Klavier, LPO, Edward Gardner
Kölner Philharmonie, 12. November 2023“
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Am Ende steht das Publikum trotzdem!

Cristian Măcelaru © Thomas Brill


Mahlers zweite Sinfonie ist schon ein Gigant der Orchestermusik. Sein Werk über Tod, Lebensflucht und Auferstehung ist bis heute eine seiner beliebtesten Sinfonien, obwohl sie wegen ihres religiösen Inhalts und Mahlers eigener Interpretation vom christlichen Heilsgedanken heute schwer vermittelbar ist. Vermutlich steht sie auch deshalb nicht so oft auf den Programmen, wie seine anderen Werke. Eine Aufführung ist also immer etwas Besonderes. So sehr, dass es sich der Rezensent nicht nehmen lässt, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen dasselbe Konzert zu besuchen.

WDR Sinfonieorchester

Rundfunkchor Berlin
WDR Rundfunkchor

Cristian Măcelaru, Dirigent
Nicolas Fink, Einstudierung
Hanna-Elisabeth Müller, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt

Alma Mahler/Clytus Gottwald – „Die stille Stadt“ aus „Drei frühe Lieder“ transkribiert für Chor a cappella

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 2 in c-Moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester – „Auferstehungssinfonie“

Kölner Philharmonie, 3. und 4. November 2023

von Daniel Janz

Ungewohnte Töne erklingen jeweils zu Beginn der Vorstellungen. Das Lied „die stille Stadt“ von Alma Mahler, Ehefrau von Gustav Mahler, kann dabei nur einen Beitrag im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit darstellen. Inhaltlich bietet dieses für a cappella Chor transkribierte Werk kaum etwas Bemerkenswertes. Der Gedanke, Mahlers gewaltige Auferstehungssinfonie insofern abzurunden, indem der das Ende bestimmende Chor auch den ersten Ton setzen darf, ist grundsätzlich kreativ. Und wie die beiden gemischten Chöre dieses Lied darbieten, offenbart auch große Klasse. „Măcelaru & Mahler, Wiebke Lehmkuhl
Kölner Philharmonie, 3. und 4. November 2023“
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Măcelaru und Co lassen selten gehörte Werke glänzen

Kian Soltani© Marco Borggreve

Edward Elgar – Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85, 1919

Sergej Rachmaninow – Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44, 1936

Zugaben:

Robert Schumann – Wiegenlied
Sergej Rachmaninow – Vocalise op. 34/14

WDR Sinfonieorchester

Cristian Măcelaru, Dirigent
Kian Soltani, Violoncello

Kölner Philharmonie, 20. Oktober 2023

von Daniel Janz

Man muss den Mut vom WDR Sinfonieorchester und seinem Chefdirigenten Cristian Măcelaru (43) anerkennen, so ein Programm zu spielen! Edward Elgars Cellokonzert und Sergej Rachmaninows dritte Sinfonie sind zwei Stücke, die es von Beginn an schwer hatten und bis heute selten gespielt werden. So heißt es zur Uraufführung von Elgars Cellokonzert unter dem London Symphony Orchestra, dass wohl (Zitat) „noch nie ein so bedeutendes Orchester eine so jämmerliche Selbstdarstellung abgegeben“ haben soll. Und auch mit Rachmaninows dritter Sinfonie taten sich die Kritiker schwer, weil sie gänzlich aus der Zeit gefallen zu sein schien. So kann man diesen Abend getrost auch unter das Motto stellen: Stimmen verkannter Klassiker. „WDR Sinfonieorchester, Cristian Măcelaru, Kian Soltani
Kölner Philharmonie, 20. Oktober 2023“
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Zimmermann erweckt in Elgars Violinkonzert die Seele der Lady Inchiquin

Frank Peter Zimmermann © Irène Zandel

Das Violinkonzert Edward Elgars ist in deutschen Konzertsälen eher selten zu hören. Frank Peter Zimmermann lässt die enormen technischen Schwierigkeiten vergessen. In Begleitung der Wiener Philharmoniker wird so die Musik lebendig. Ein Gassenhauer wird mit Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ in der zweiten Konzerthälfte geboten. Daniel Harding setzt hierbei den Schwerpunkt auf die dynamische und rhythmische Gestaltung.

Kölner Philharmonie, 6. Oktober 2023

Edward Elgar
Konzert für Violine und Orchester h-Moll, op. 61

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 9 e-Moll, op. 95 B 178
„Aus der Neuen Welt“

Zugabe:

Johann Strauß (Sohn)
Elektro-magnetische Polka, op. 110

Wiener Philharmoniker
Frank Peter Zimmermann (Violine)
Dirigent: Daniel Harding

von Petra und Dr. Guido Grass

„Aqui está encerrada el alma de…“ stellte Edward Elgar seinem Konzert für Violine und Orchester, op. 61 voran; was soviel bedeutet wie: Hierin ist eingefangen die Seele von…“. Wessen Seele Elgar meinte, blieb ein Rätsel, und seine Vorliebe für solche Spielchen das Markenzeichen des Briten. „Wiener Philharmoniker, Frank Peter Zimmermann (Violine), Daniel Harding
Kölner Philharmonie, 6. Oktober 2023“
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