Das WDR-Sinfonieorchester bietet ein hochromantisches Klangspektakel in Köln

Foto: WDR / Tillmann Franzen

Kölner Philharmonie, 17. Januar 2020
Cristian Măcelaru, Dirigent
Ray Chen, Violine
WDR-Sinfonieorchester

Von Daniel Janz

Seit einigen Monaten ist Cristian Măcelaru (39) aus Timișoara in Rumänien nun bereits der neue Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters und konnte bislang durchweg überzeugen. Stets präsentiert er faszinierende Mischungen unterschiedlichster Stilrichtungen und versteht es dabei auch, immer wieder mit neuen Blickwinkeln zu überraschen. So auch am heutigen Abend, wo neben den großen Komponisten Brahms und Strauss, dessen Rosenkavalier für Măcelaru ein Inbegriff der Demokratisierung in der Musik ist, auch zwei Namen vertreten sind, die sonst nicht häufig in Konzertsälen auftauchen. „Christian Măcelaru, Ray Chen, WDR-Sinfonieorchester,
Kölner Philharmonie, 17. Januar 2020“
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An der Schmerzgrenze: Riccardo Muti und das Chicago Symphony Orchestra triumphieren auf ihrer Europatournee mit Prokofjew

Foto: Riccardo Muti, © Marco Borrelli
Kölner Philharmonie, 9. Januar 2019
Chicago Symphony Orchestra
Riccardo Muti

Sergej Prokofjew:
Romeo und Julia, Auszüge aus den Sinfonischen Suiten op. 64a und b
Sinfonie Nr. 3c-moll op.44

von Kirsten Liese

Es ist 20 Jahre her, als das Chicago Symphony in der Kölner Philharmonie zuletzt gastierte, damals unter Daniel Barenboim.

Mit umso größerer Spannung wurde nun das Konzert am 9. Januar an diesem Ort erwartet, mit dem es seine jüngste Europatournee eröffnete, die sich  in Wien, Paris, Luxemburg, Neapel, Florenz, Mailand, und Lugano in den kommenden Wochen fortsetzt. Stationen freilich, von denen einige in besonderem Bezug zu dem amtierenden Chefdirigenten des Orchesters, Riccardo Muti, stehen, den es insbesondere angesichts seiner engen Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern immer wieder in die österreichische Metropole zieht. In Mailand leitete er viele Jahre als Chefdirigent die Scala, in Florenz das Festival Maggio Musicale, in Neapel wurde der Maestro geboren.  „Chicago Symphony Orchestra, Riccardo Muti,
Kölner Philharmonie, 9. Januar 2019“
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Bitte bleiben Sie Köln treu, Herr Eschenbach!

Foto: © Jonas Holthaus

Philharmonie Köln, 13. Dezember 2019

Hanna-Elisabeth Müller, Sopran

WDR Sinfonieorchester
Christoph Eschenbach, Dirigent

Richard Strauss – Malven („Aus Rosen, Phlox (und) Zin(n)ienflor“) TrV 297 (1948) für Singstimme und Klavier, Orchestrierung von Wolfgang Rihm

Richard Strauss – Vier letzte Lieder TrV 296 (1948) für Sopran und Orchester

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 9 D-Dur (1909)

von Daniel Janz

Christoph Eschenbach, 79, kann man wohl zurecht als Ausnahmetalent bezeichnen. Schon früh wurden die Fähigkeiten des im Alter von 6 Jahren Verwaisten offensichtlich – heute ist er nicht nur ein renommierter Pianist und mehrfacher Preisträger, sondern auch einer der einflussreichsten Dirigenten der Gegenwart. Kein Wunder also, dass sein Besuch in Köln auf reges Interesse und an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf nahezu ausverkaufte Säle stieß. Einen solchen Gast hat man schließlich nicht so oft! „Hanna-Elisabeth Müller, WDR Sinfonieorchester, Christoph Eschenbach,
Kölner Philharmonie, 13. Dezember 2019“
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Das WDR Sinfonieorchester verabschiedet seinen Chefdirigenten mit einem musikalischen Feuerwerk

Foto: Felix Broede ©

Kölner Philharmonie, 5. Juli 2019
WDR Sinfonieorchester
Jukka-Pekka Saraste, Dirigent

Bernd Alois Zimmermann– Photoptosis (1968),Prélude für großes Orchester
Ludwig van Beethoven– Streichquartettsatz B-Dur „Große Fuge“ op. 133 (1825)- Bearbeitung für Streichorchester
Gustav Mahler– Sinfonie Nr. 5 cis-Moll (1901–02)

von Daniel Janz

Mit dem Abschied von Jukka-Pekka Saraste (63) geht in Köln eine Ära zu Ende. Ganze neun Jahre Zeit war es dem im Lahti, Finnland, geborenen Dirigenten vergönnt, das Musik- und Kulturgeschehen dieser Stadt maßgeblich mit zu beeinflussen und zu verändern. Entsprechend persönlich fiel auch sein Abschied aus – nicht nur wählte er gezielt drei Komponisten, die alle einen Bezug zu dieser Region haben. In einem ungewohnt offenen Akt wandte sich der scheidende Chefdirigent auch persönlich an Publikum und Orchester und sorgte so schon zu Beginn des Abends für eine der vielen mit Applaus gekrönten Situationen. „Jukka-Pekka Saraste, WDR Sinfonieorchester,
Kölner Philharmonie, 5. Juli 2019“
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Das WDR-Sinfonieorchester beißt sich an Grieg und Mahler die Zähne aus

Foto © Tillmann Franzen
WDR Sinfonieorchester, Grieg & Mahler, Jukka-Pekka Saraste

Kölner Philharmonie, 28. Juni 2019

Boris Giltburg, Klavier
WDR Sinfonieorchester
Jukka-Pekka Saraste, Dirigent

Edvard Grieg
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 (1868)

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 6 a-Moll (1903–05; rev. 1906–07) „Tragische“

Von Daniel Janz

In einem fast 3 Stunden langen Monster-Programm widmet sich das WDR Sinfonieorchester im insgesamt vorletzten Konzert des Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste (63) zwei Werken, die höchstes Können voraussetzen.

Als Material dienen ihnen Grieg und Mahler – zwei Komponisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. So verlangt das Klavierkonzert von Grieg höchste Virtuosität, während Mahlers berühmte Sinfonie mit den Hammerschlägen und der ungeklärten Reihenfolge der Mittelsätze zu dem Rätselhaftesten und Brachialsten gehört, was der Komponist geschrieben hat. „WDR-Sinfonieorchester, Grieg & Mahler, Jukka-Pekka Saraste, Kölner Philharmonie, 28. Juni 2019“ weiterlesen

François-Xavier Roth und Philippe Manoury ertränken das „Boot Europa“ in der Kölner Philharmonie

Foto © Holger Talinski
Philippe Manoury – Lab.Oratorium (2019) – Lab.Oratorio für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik, Kölner Philharmonie, 20. Mai 2019

Rinnat Moriah, Sopran
Tora Augestad , Mezzosopran
Patrycia Ziolkowska, Schauspielerin
Sebastian Rudolph, Schauspieler 

Lab.Chor
Michael Ostrzyga, Einstudierung

 SWR Vokalensemble
Léo Warynski, Einstudierung

IRCAM
Thomas Goepfer, Computermusik-Designer
Julien Aléonard, Toningenieur

Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth, Dirigent

Hossein Pishkar, musikalischer Assistent und Kodirigent
Nicolas Stemann, Regie

Von Daniel Janz

In einer Mischung aus Erschütterung und ekelerregender Zivilisationsdekadenz bringen das Gürzenich-Orchester Köln mit François-Xavier Roth, Philippe Manoury und einer ganzen Armada weiterer Mitwirkender das Flüchtlingssterben im Mittelmeer live in die Kölner Philharmonie. Diese wird hierfür programmatisch zum „Boot Europa“ umfunktioniert, in dem jeder einzelne Akteur durch penible Regiearbeit eingebunden ist, sei es auf der Bühne, im Zuschauerraum, dahinter oder im Foyer. Hinsetzen und Anschnallen – die Fahrt beginnt!

„Philippe Manoury – Lab.Oratorium (2019) – Lab.Oratorio für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik, Kölner Philharmonie, 20. Mai 2019“ weiterlesen

Packendes Finale: Schostakowitschs „Leningrader“ erklingt in der Kölner Philharmonie

Foto: © KölnMusik/Matthias Baus

Kölner Philharmonie, 9. April 2019

James Conlon, Dirigent
Gürzenich-Orchester Köln

Dimitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 (1941) „Leningrader“

von Daniel Janz

Schostakowitschs Musik birgt wegen der ihr innewohnenden Ambivalenz immer eine Chance und zugleich ein Risiko. Weder als Interpret noch als Rezipient kann man sich sicher sein, was er ausdrücken wollte. Ist seine Musik eine Hymne auf den Sozialismus und den Sieg der Sowjetunion? Oder ist sie eine Maske für ein verstecktes Dissidententum, für Kritik am eigenen politischen System? „Gürzenich-Orchester Köln, James Conlon,
Kölner Philharmonie, 9. April 2019“
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"Klassik mal anders" in der Kölner Philharmonie

© Foto: Tillmann Franzen
WDR-Sinfonieorchester, „Klassik mal anders: Klingende Bilder“
Kölner Philharmonie,
24.1.2018

Christian Măcelaru, Dirigent
Łukasz Dyczko, Saxophon
WDR-Sinfonieorchester

Alexander  Glasunow
Konzert für Alt-Saxophon und Streichorchester Es-Dur op.109 (1934)

Modest Mussorgsky
„Kartinki s vystavki“ (Bilder einer Ausstellung) (1874)
Bearbeitung für Orchester (1922)

Von Daniel Janz

Schulkonzerte muten dem gestandenen Konzertgänger schon mal etwas zu. Da herrscht konstante Unruhe; es wird laut geredet oder noch während des Musizierens geklatscht, sogar Whatsapp-Chats mit dem Handy sind zu erleben. Fast ein Wunder, dass immerhin die Unverschämtheit geführter Telefonate während des Konzertes ausbleibt. An ein kleines Wunder grenzt es auch, dass trotz solcher Ablenkung gute Musik gelingen kann. Ein Paradebeispiel dafür lieferte am Freitag das WDR-Sinfonieorchester unter seinem designierten Chefdirigenten Christian Măcelaru . „WDR-Sinfonieorchester, „Klassik mal anders: Klingende Bilder“ Kölner Philharmonie, 24.1.2018“ weiterlesen

Einzig Anna Vinnitskayas Glanz verhilft dem WDR Sinfonieorchester über eine mittelmäßige Aufführung hinweg

Foto: © Marco Borggreve
WDR-Sinfonieorchester, Kölner Philharmonie, 30. November 2018

Andris Poga, Dirigent
Selina Ott, Trompete

Anna Vinnitskaya, Klavier
WDR Sinfonieorchester

André Jolivet
Concertino (1948) für Trompete, Streichorchester und Klavier
Sergej Rachmaninow
Konzert für Klavier und OrchesterNr. 3 d-Moll, op. 30 (1909)
Richard Strauss
Also sprach Zarathustra op. 30

Von Daniel Janz

Diesem Abend fehlte es deutlich an Zauber. Was sich auf dem Papier als vielversprechende Veranstaltung las, entpuppte sich in der Praxis leider als Aneinanderreihung kleiner und mittlergroßer Enttäuschungen. Angefangen bei der kurzfristigen Programmänderung bis hin zu einem Hauptwerk, bei dem der Funke einfach nicht überspringen wollte – dieser Abend wurde zum Paradebeispiel dafür, wie es  das WDR-Sinfonieorchester in Zukunft lieber nicht machen sollte. „WDR-Sinfonieorchester, Kölner Philharmonie, 30. November 2018“ weiterlesen

Mahler 3 in Köln: Zum Träumen schön spielt das Gürzenich-Orchester zum großen Finale auf

Foto: François-Xavier Roth, (c) wikipedia
Kölner Philharmonie, 30. September 2018

Sara Mingardo Alt
Frauen der Schola Heidelberg
Walter Nußbaum Einstudierung
Mädchen und Knaben der Chöre am Kölner Dom
Eberhard Metternich Einstudierung
Gürzenich-Orchester Köln

François-Xavier Roth Dirigent
Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1895–96, rev. 1899)

von Daniel Janz

„Symphonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen.“ Dieses Zitat Gustav Mahlers darf wohl in keinem Text über seine dritte Symphonie fehlen. Bereits durch seine „Titan“ genannte erste und dann seine bahnbrechende zweite „Auferstehungssymphonie“ zu Weltruhm gekommen, sprengte der deutsch-österreichische Komponist Ende des 19. Jahrhunderts in seiner dritten Symphonie noch einmal alle Grenzen. Tatsächlich erschuf er eine eigene musikalische Welt, die vom Erwachen der unbelebten Natur, über Blumen und Tiere im Walde zu Menschen und Engeln bis hin zur (göttlichen) Liebe reicht.

„Das ist seriöse Musik. Damit haben wir Franzosen Probleme“ – so resümiert François-Xavier Roth vorab über dieses musikalische Epos. Gleich an drei aufeinanderfolgenden Tagen inklusive Live-Aufnahme gedenkt der 1971 in Neuilly-sur-Seine geborene Dirigent dieses aufzuführen. Dazu stellte er sich vorab zur Konzerteinführung den Fragen des Moderators Holger Noltze und bewies neben Humor auch einen einzigartigen Blickwinkel. „Gürzenich-Orchester Köln, Sara Mingardo,
Kölner Philharmonie“
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