"Warum ich nie wieder die Philharmonie de Paris betreten werde"

Wäre es nicht tatsächlich besser, wenn man einfach nur zuhause mittels exquisiter Stereoanlage oder magischer Kopfhörer seine Konzerte hörte?
Aber wir brauchen doch das Live-Erlebnis!

 

Fotos: Dr. Brian Cooper

Paris, der große Traum, ist ausgeträumt. Ich wollte dort der Kultur wegen hinziehen. Aber in der noch immer recht neuen Philharmonie, im traditionsreichen Théâtre des Champs-Elysées und anderswo in der französischen Hauptstadt verhindert das Publikum aktiv durch exzessiven Handygebrauch und etliche andere Unsitten jegliche Magie im Konzert. Das Saalpersonal bestärkt auch noch die mangelnde Disziplin. Sogar höchste Würdenträger der Pariser Kulturszene beteiligen sich daran. Hier gilt nicht come as you are, sondern come when you’re ready. Und auch bei uns wird es nicht besser: Ähnliches Fehlverhalten schleicht sich ein und wird nur unzureichend sanktioniert. Da stellt sich mir zum Jahresbeginn eine grundsätzliche Frage: Wie lange werde ich wohl noch Livekonzerte besuchen?

von Dr. Brian Cooper, Bonn

Paris ist eine wundervolle Stadt. Eine der schönsten und aufregendsten Städte der Welt. Das ist ein Allgemeinplatz – stimmt. Aber er ist so wahr. Nur Deppen, wie man sie in Bayern nennt, würden das bestreiten. So Leute, wissen Sie, die für keinerlei Form der Sinnlichkeit empfänglich sind – sei sie kulinarisch, architektonisch, interkulturell, multiethnisch, intellektuell, zwischenmenschlich, ästhetisch, sexuell oder wie auch immer geartet. Wir kennen sie alle, diese Leute. An allem haben sie zu kritteln. Der Lärm, die Hektik, keine Brötchen wie bei uns, der Dreck… „„Warum ich nie wieder die Philharmonie de Paris betreten werde“
klassik-begeistert.de, 10. Januar 2023“
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Marc Minkowski und Laurent Pelly reisen mit Jacques Offenbach nach Peru

Foto: (Vlnr: Laurent Naouri, Marc Minkowski, Antoinette Dennefeld, Stanislas de Barbeyrac). Im Orchestergraben: Les Musiciens du Louvre (Foto Jean-Nico Schambourg)

Vor über zwanzig Jahren etablierte sich das Tandem Marc Minkowski / Laurent Pelly als Offenbach-Spezialisten mit den Aufführungen am TMP Châtelet in Paris von “La belle Hélène” (2000) und von “La Grande-Duchesse de Gérolstein” (2004), beide Male mit Dame Felicity Lott in der Titelrolle. Jetzt wiederholen die beiden ihren großen Erfolg von damals mit der Aufführung von “La Périchole” am Pariser Théâtre des Champs-Elysées.

LA PÉRICHOLE
Opéra bouffe von Jacques Offenbach

Marc Minkowski                     Musikalische Leitung

Laurent Pelly                             Inszenierung und Kostüme

Antoinette Dennefeld            La Périchole
Stanislas de Barbeyrac          Piquillo
Laurent Naouri                         Don Andrès de Ribeira
Rodolphe Briand                      Le Comte Miguel de Panatellas
Lionel Lhote                              Don Pedro de Hinoyosa

Les Musiciens du Louvre
Chor der Opéra National de Bordeaux”

Paris, Théâtre des Champs-Elysées, 26. November 2022

von Jean-Nico Schambourg

Marc Minkowski ist zu Recht mit seinem Orchester “Les Musiciens du Louvre” als großer Barockspezialist berühmt. Auch in Sachen Mozart spielt er in der Champions League der Operndirigenten. Weniger bekannt sind vielleicht außerhalb von Frankreich seine Verdienste um das französische Opernrepertoire des 19. Jahrhunderts. Die Dramen von Bizet, Gounod, Meyerbeer und Massenet stehen dabei in erster Reihe mit den lustigeren Werken von Jacques Offenbach.

„LA PÉRICHOLE, Opéra bouffe von Jacques Offenbach
Paris, Théâtre des Champs-Elysées, 26. November 2022“
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Paris: Nicole Car begeistert als Salomé in “Hérodiade” von Jules Massenet

Nicole Car (Foto: Jean-Nico Schambourg)

In seiner Reihe von hochinteressanten konzertanten Opernaufführungen spielte das Pariser Théâtre des Champs-Elysées die Oper “Hérodiade” von Jules Massenet. Exzellente Sänger und ein wunderbar aufspielendes Orchester der Oper von Lyon unter der Leitung seines Musikdirektors Daniele Rustioni ließen diesen Abend zu einen wahren Ohrenschmaus werden, der vom Pariser Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Dabei hatte diese Oper einen schweren Weg hinter sich, um sich anfangs in Paris durchzusetzen.

 

HÉRODIADE
Oper in vier Akten und sieben Bildern von Jules Massenet

Daniele Rustioni   Musikalische Leitung
Orchester und Chor der “Opéra National de Lyon”

Ekaterina Semenchuk   Hérodiade
Nicole Car   Salomé
Jean-François Borras   Jean
Étienne Dupuis   Hérode
Nicolas Courjal   Phanuel

Paris, Théâtre des Champs-Elysées, 25. November 2022

von Jean-Nico Schambourg

Die Uraufführung von “Hérodiade” fand am 19. Dezember 1881 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel statt, nachdem die Pariser Oper das Libretto als schlecht und polemisch abgelehnt hatte. Nach Umwegen über die Mailänder Scala, wo die Oper 1882 zum ersten Male in italienischer Sprache aufgeführt wurde, Nantes, Hamburg, Lüttich und Monaco, wurde die Oper dann erstmals am 2. Oktober 1903 an Théâtre de la Gaîté in Paris in französischer Sprache aufgeführt. Vorher war die Oper 1883 in Paris am Théâtre des Italiens in italienischer Sprache aufgeführt worden in der uns heute bekannten vieraktigen Version. An die Pariser Oper schaffte es die Oper erst im Jahre 1921.

Das Libretto basiert auf einer Novelle von Gustave Flaubert erschienen im Jahre 1877 und wurde von Paul Milliet und Henri Grémont verfasst. Die Novelle von Flaubert war auch die Vorlage für die Tragödie von Oscar Wilde, die dann von Richard Strauss vertont wurde. „Jules Massenet “Hérodiade”
Paris, Théâtre des Champs-Elysées, 25. November 2022“
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