Nicola Alaimo © Marco Borrelli
Alle im Publikum wussten es: Man war nicht gekommen, um dieses fulminante Meisterwerk Donizettis, dessen Uraufführung am 3. Januar 1843 nach Aussage des amerikanischen Musikkritikers Herbert Weinstock „den Höhepunkt von Donizettis Leben als Komponist“ bedeutet hatte.
Auch nicht um die zwar witzige, aber schon ziemlich abgespielte und verstaubte Inszenierung von Irina Brook zu genießen. Nein, die echten Oper-Aficionados hatten ihre nicht gerade preiswerten Tickets erworben, um die großartige Pretty Yende in der glanzvollen Rolle der Norina zu bewundern.
Nun, sie hatte abgesagt und wurde durchaus würdig ersetzt durch die armenische Sopranistin Nina Minasyan als Norina.
Gaetano Donizetti, Don Pasquale
Don Pasquale: Nicola Alaimo
Norina: Nina Minasyan
Ernesto: Dimitry Korchak
Malatesta: Stefan Astakhov
Musikalische Leitung: Francesco Ivan Ciampa
Inszenierung: Irina Brook
Bühne: Noelle Ginefri-Corbel
Orchester und Chor der Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper, 13. März 2026
von Dr. Charles E. Ritterband
Das Skandalon dieser Oper ist zweifellos die Ohrfeige, die Norina ihrem pseudo Ehemann, dem ältlichen naiven Junggesellen Don Pasquale versetzt.
Dass sie ihn damit in jener Sekunde von einer tragikomischen Witzfigur zu einer nur noch traurigen, erniedrigten und bemitleidenswerten Figur verwandelt, hatte seinerzeit heftige Kontroversen hervorgerufen. Die meisten Zuschauer sollen sich damals empört gezeigt haben. „Gaetano Donizetti, Don Pasquale
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