Zwei starke Stimmen stellen sich vor:
Bongiwe Nakani und Peter Kellner im Mahler-Saal

Foto: © Michael Pöhn
Ensemblematinee im Mahler-Saal 2, Wiener Staatsoper
18. November 2018

Bongiwe Nakani, Mezzosopran
Peter Kellner, Bass
Eric Melear, Klavier

von Gabriel Pech

Es ist der erste Sonntag, an dem der Winter wirklich Einzug hält an der Donau. Gut, dass es in der Wiener Staatsoper ein abwechslungsreiches Programm zum Warmhalten gibt. Zwei junge Stimmen stellen sich vor, von denen die eine erst seit zwei Monaten am Haus erklingt. „Ensemblematinee im Mahler-Saal 2, Wiener Staatsoper, 18. November 2018“ weiterlesen

Don Giovanni an der Wiener Staatsoper: Die dubiose Figur fasziniert trotz der Metoo-Debatte

Foto: © Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, 
16. November 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni

von Jürgen Pathy

Rund um die Devise „Wer nur einer treu ist, begeht Unrecht an allen anderen“ spinnt sich eine der dramatischsten Geschichten der Opernliteratur. Es ist die Devise jener zwielichtigen Gestalt, deren Ruhm unter anderem auch Wolfgang Amadeus Mozart und dessen Librettisten Lorenzo Da Ponte zu verdanken ist: Es ist das Motto des Don Giovanni – des ausschweifenden jungen Edelmanns, der sich einen Dreck um ethische, moralische und gesellschaftliche Konventionen schert. Er mordet, vergewaltigt, verführt und wirft ohne mit der Wimper zu zucken seinen Diener der tobenden Meute zum Fraß vor die Füße.

Vielleicht sind es gerade diese verwerflichen Charaktereigenschaften, das freizügige Leben im Moment ohne jegliche Konsequenzen bedenken zu müssen, weshalb das Faszinosum des Don Giovanni seit seiner Uraufführung in Prag 1787 ungebrochen bis in die Gegenwart reicht: Alle drei Vorstellungen der ersten Hälfte dieser Saison an der Wiener Staatsoper sind ausverkauft – obwohl ganz große internationale Namen fehlen. „Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni,
Wiener Staatsoper“
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Andreas Schager als Lohengrin: deutlich hörbare Ausrutscher bei der Intonation, die Stimme wirkt teilweise beklemmt

Foto: © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, 
7. November 2018
Richard Wagner, Lohengrin

von Jürgen Pathy

Wohin das Auge auch blickt, scheint es seit geraumer Zeit beinahe keine sehenswerte Wagner-Produktion zu geben, die ohne den gefeierten Heldentenor Andreas Schager standesgemäß über die Bühnen laufen könnte. Schager, 47, führt das Leben eines gefragten Opernsängers, ein Leben zwischen der Kunst, der Familie, dem Stress und dem süßen Ruhm – und auf den Schnellstraßen und Autobahnen Europas. Denn der bodenständige Österreicher fliegt nicht im luxuriösen Privatjet durch die Welt, sondern pendelt zwischen Bayreuth und Wien mit dem Auto hin und her – höchstpersönlich hinter dem Steuer. So geschehen im Sommer, als er neben seinen Proben auf dem Grünen Hügel auch in Wien als Max im „Freischütz“ zu bestaunen war. „Richard Wagner, Lohengrin, 7.11.2018,
Wiener Staatsoper“
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Die Trojaner erobern die Ringstraße und die Herzen des Wiener Publikums

Foto: © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, 
1. November 2018
Hector Berlioz, Les Troyens

von Jürgen Pathy

Bereits zum fünften Mal in dieser Saison erobern die Griechen die Festungen der Ringstraße und die Herzen des Wiener Publikums: David McVicars epochale Inszenierung der tragischen Liebesgeschichte rund um Enée, Didon und die Hellseherin Cassandre setzt neue Maßstäbe – selbst an der Wiener Staatsoper! Hector Berlioz‘ Meisterwerk „Les Troyens“ ist ein Schaulauf der Superlative: ein vollbesetzter Orchestergraben, ein Meer an Statisten, ein Kinderchor, der Staatsopernchor und der Slowakische Philharmonische Chor, das Wiener Staatsballett und eine Riege erstklassiger Sänger bescheren Momente des Staunens, der Freude und der Ergriffenheit. „Hector Berlioz, Les Troyens, Alain Altinoglu, Joyce DiDonato,
Wiener Staatsoper“
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Wiener Staatsoper: Andreas Schagers Rollendebüt als Lohengrin - dieser Schwanenritter ist zu erdig, zu brachial, zu protzig angelegt

Foto: Andreas Schager, David Jerusalem (c)
Wiener Staatsoper,
 23. Oktober 2018
Richard Wagner, Lohengrin

von Jürgen Pathy

Andreas Schager, 47, gilt zurzeit als die höchst gehandelte Aktie im Wagner-Fach: Egal ob als Rienzi, Tristan, Parsifal oder in seiner Paraderolle als kühner Siegfried – die Opernfans liegen dem sympathischen Österreicher zu Füßen und die einschlägigen Blätter rezensieren generell in den höchsten Tönen. Doch musste der Lohengrin als eine der letzten Bastionen unbedingt ins Repertoire?

Im Dezember 2017 debütierte Schager an der Wiener Staatsoper als alles überstrahlender Apollo in „Daphne” (Richard Strauss), gefolgt von der Zwischenfachpartie des Max in „Der Freischütz”(Carl Maria von Weber), und nun stand Schagers weltweites Rollendebüt als Lohengrin in der fragwürdig-banalen – ja bisweilen lächerlichen – Inszenierung des deutschen Regisseurs Andreas Homoki auf dem Spielplan. „Richard Wagner, Lohengrin, Andreas Schager, Simone Young,
Wiener Staatsoper“
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Wien, oh Wien: "Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!"

Foto: Katharina und Jürgen, 29. September 2018,
© Karin Kalandra Fotografie, Wien, Austria

Eine Liebeserklärung an Wien, die Wiener Staatsoper und das schönste Hochzeitspaar im „Land der Berge“

Wiener Staatsoper, Wien und Gumpoldskirchen (Niederösterreich) im Oktober 2018

von Andreas Schmidt

Der letzte Freitag im September 2018 war ein ganz besonderer Tag in meinem Leben: Es war dies mein 400. Besuch in der Wiener Staatsoper und der etwa 2500. Opernbesuch in meinem Leben.

Ich habe das große Vergnügen gehabt, in fast allen bedeutenden Opernhäusern der Welt zu Gast gewesen zu sein: Ob in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, der Bayerischen Staatsoper in München, den Festspielhäusern in Bayreuth und Salzburg, der Opéra de Paris, dem Teatro alla Scala in Milano, dem Royal Opera House in London,  dem Bolschoi-Theater in Moskau, dem Mariinski-Theater in St. Petersburg, der Metropolitan Opera in New York, dem Opera House of San Fransisco und dem Neuen Nationaltheater Tokio.

Aber es ist die Wiener Staatsoper, der meine größte Liebe und Zuneigung gilt. Das Haus am Ring ist die Spielstätte, die die anderen Weltklasse-Opernhäuser ein wenig überragt. „Wien, Wiener Staatsoper, eine Liebeserklärung,
Wien, Wiener Staatsoper, Gumpoldskirchen“
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„Les Troyens" im Haus am Ring beschert ein unvergessliches Erlebnis Oper

Joyce DiDonato entführt in einen Traum aus Tausend und einer Nacht

Foto: © Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, 
14. Oktober 2018
Hector Berlioz, Les Troyens

von Jürgen Pathy

Bei der ersten Premiere, die in dieser Saison an der Wiener Staatsoper zu erleben ist, entfacht am Ende ein enthusiastischer Jubelsturm, der wie ein Tsunami durch das ehrwürdige Haus am Ring fegt und alle Gäste von deren Sitzen reißt. Mit dem Mammutprojekt „Les Troyens“, das allen Beteiligten übermenschliches abverlangt, wagt Staatsoperndirektor Dominique Meyer, 63, etwas Kolossales und erweckt diesen schlafenden Riesen nach rund vierzig Jahren wieder aus seinem Dornröschenschlaf: Zuletzt durften die Wiener Opernfans dem Untergang Trojas in den 1970er-Jahren beiwohnen – unter der Ära des damaligen Direktors Egon Seefehlner. „Hector Berlioz, Les Troyens, Brandon Jovanovich, Joyce DiDonato, Monika Bohinec,
Wiener Staatsoper“
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Wiener Staatsoper: Frenetischer Beifall für "Les Troyens"

Joyce DiDonato sang mit schlanker, eher zur Helligkeit als zu Mezzotimbre neigender Stimme, die ungeheure Kraft und Reserven mobilisieren kann, ihre erste Didon auf der Bühne – und das muss man gesehen haben.

Fotos: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, Premiere: 14. Oktober 2018
Hector Berlioz, LES TROYENS

von Dr. Renate Wagner (onlinemerker.com)

Wenn schon, denn schon „Les Troyens“ scheint als Motto über der Inszenierung von David McVicar zu stehen, die die Wiener Staatsoper nun – als vierte Station der Produktion – „eingekauft“ hat (Die Transportkosten – von London nach Mailand nach San Francisco und von dort nach Wien – sind wesentlich billiger, als wenn man die Dekoration selbst herstellen würde) . Auf dieses „Grand Opéra“-Riesenwerk von Hector Berlioz lässt man sich ganz und gar und ohne Mätzchen ein. Es wird keine „Interpretationsebene“ eingezogen – man zeigt einfach das Werk. Es findet keine skeptische In-Frage-Stellung durch die Nachwelt statt – man zeigt einfach das Werk. Das ist ein Konzept, das man akzeptieren muss – es gibt nicht nur eine Wahrheit auf dem Theater. „Hector Berlioz, LES TROYENS,
Wiener Staatsoper, Premiere: 14. Oktober 2018“
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Die Wiener in Hamburg: großartige Stimmen und die vermutlich erste Klobürste auf der Bühne der Elbphilharmonie

Foto: Thies Rätzke (c)
Elbphilharmonie
, Großer Saal, 15. September 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Le Nozze di Figaro (1786)
Konzertante Aufführung der Wiener Staatsoper

Adam Fischer – Dirigent
Gerald Finley – Conte d’Almaviva
Olga Bezsmertna – Contessa d’Almaviva
Erwin Schrott – Figaro
Andrea Carroll – Susanna
Svetlina Stoyanova – Cherubino
Ulrike Helzel – Marcellina
Sorin Coliban – Don Bartolo
Peter Jelosits – Don Curzio
Michael Laurenz – Don Basilio
Rafael Fingerlos – Antonio
Mariam Battistelli – Barbarina
Orchester der Wiener Staatsoper
Chor der Wiener Staatsoper

von Ricarda Ott

Das Orchester und der Chor der Wiener Staatsoper samt einiger Ensemblemitglieder zu Gast in der Elbphilharmonie Hamburg – und fast schien es, als wäre das gesamte Wiener Opernpublikum mitgereist. Überall auf den Gängen hörte man feinstes Wienerisch und die distinguierten Herrschaften begrüßten sich überraschend humorvoll: „Ach, Ihr auch auf der Hochzeit des Figaro?“ „Wolfgang Amadeus Mozart, Le Nozze di Figaro, Konzertante Aufführung der Wiener Staatsoper,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Wiener Staatsoper: Fulminante Ariadne, beeindruckender Komponist, glanzloser Bacchus

Foto: Michael Pöhn (c)
Wiener Staatsoper, 10. September 2018
Richard Strauss, Ariadne auf Naxos

von Jürgen Pathy

Leicht getrübt beginnt die Pilgerfahrt ins Mekka der Opernkunst, der ehrenwerten Wiener Staatsoper, zu deren 150. Jubiläum neben sechs Neuproduktionen auch bewährtes Repertoire das breit gefächerte Programmheft füllt. „Wegen Erkrankungen von Daniela Fally und Stephen Gould übernehmen dankenswerterweise Hila Fahima und Herbert Lippert…“ ist einer Vitrine am Haupteingang zu entnehmen – dass die 25. Aufführung der „Ariadne auf Naxos“ in der Sven-Eric-Bechtolf-Inszenierung (2012) dennoch ein versöhnliches Ende nimmt, dafür sorgen an diesem angenehmen Spätsommerabend andere Protagonisten. „Richard Strauss, Ariadne auf Naxos,
Wiener Staatsoper“
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