CD/Blu-ray Besprechung:
Dem Feuerzauber, oder den Winterstürmen aus der Walküre in dieser Form zu begegnen, ist ebenso spannend, wie die Klangfülle von Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ ohne Qualitätsverlust transponiert zu erleben. Auch der „Manon Lescaut“ des Klangzauberers Puccini steht diese Reduktion gut zu Gesicht.
ensemble minui
Wagner Puccini Strauss
Opera Suites for Nonet
Ars 38 693
von Peter Sommeregger
Die neue CD des 2016 in Kärnten gegründeten Kammermusik-Nonetts ensemble minui, ist bereits die dritte, die groß instrumentierte Opernwerke in raffinierter, kammermusikalischer Gestalt präsentiert, und folgerichtig Act III betitelt ist.
Erneut wurden Opern von Puccini und Richard Strauss für die neun Musiker neu arrangiert, diesmal ist auch Richard Wagner mit seiner „Walküre“ vertreten. Für die Arrangements zeichnet federführend der Klarinettist Stefan Potzmann verantwortlich, wobei das komplette Ensemble daran mitgewirkt hat.
Die nach wie vor bestens funktionierende Methode, für großes Orchester geschriebene Musik auf ihren melodischen Kern zu reduzieren, geht im Grunde noch auf das 19. Jahrhundert zurück, als Franz Liszt seine erfolgreichen Klaviertranskriptionen schrieb.
Hatte das Ensemble bereits mit Bearbeitungen von Puccinis „La Bohème“ und Richard Strauss’ „Elektra“ auf der CD Act II bewiesen, wie gut man die genial instrumentierten Opern auch in stark reduzierter Form adäquat zum Klingen bringen kann, so ist aktuell auch Wagners „Walküre“, wahrhaftig ein Großformat, durchaus mit Gewinn in dieser Form zu genießen. Die Struktur der Werke bleibt ja unangetastet, in dieser Form ist die Substanz der musikalischen Einfälle vielleicht sogar deutlicher erkennbar.
Die Abfolge der Melodien folgt jeweils nicht der Chronologie der Opern, es ist ein reizvolles Unterfangen, die Zuordnungen der einzelnen Passagen zu „erraten“.
Dem Feuerzauber, oder den Winterstürmen aus der Walküre in dieser Form zu begegnen, ist ebenso spannend, wie die Klangfülle von Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ ohne Qualitätsverlust transponiert zu erleben. Auch der „Manon Lescaut“ des Klangzauberers Puccini steht diese Reduktion gut zu Gesicht.
Die neun Musiker, fünf Streicher und vier Bläser, sind inzwischen zu einem homogenen Ensemble zusammengewachsen, ihr Zusammenspiel erreicht ein eindrucksvolles Klangvolumen, ohne dabei die kammermusikalische Transparenz aufzugeben. Hier wird tatsächlich auf höchstem Niveau musiziert, und man möchte die Musiker ermuntern, doch bitte auch einen Act IV, und noch weitere folgen zu lassen!
Peter Sommeregger, 18. Januar 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
Menuhin Academy Soloists Kammerensemble, Bach Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal, 9. Dezember 2025
Liederabend Vokalensembles ART’N’VOICES Elbphilharmonie, Kleiner Saal, 3. Dezember 2025.