Aus großer vereinter Liebe zur russischen Musik

CD Rezension: Magical Russia, Duo Natalia

„Die Verbindung der Instrumente Geige und Klavier zu einem Duo hat eine lange Tradition, auch im Fall dieser beiden gut aufeinander eingespielten Künstlerinnen erzeugen sie großartige musikalische Effekte, die über die Möglichkeiten des Soloinstruments hinausgehen.“

CD Rezension: Magical Russia
Ars Production (ARS 38 571)

Duo Natalia

von Peter Sommeregger

Seit dem Jahr 2011 haben sich die aus Deutschland stammende Geigerin Natalia van der Mersch und die russische Pianistin Natalia Kovalzon der Duplizität ihrer Vornamen wegen zum Duo Natalia zusammengeschlossen. Die beiden Frauen verbindet außer dem Vornamen eine ähnliche Affinität zur russischen Musik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Für diese zweite gemeinsame CD-Einspielung wählten sie Werke ganz unterschiedlicher Komponisten aus, die in ihrer Gesamtheit aber das weite Spektrum der russischen Musik jener Epoche zum Klingen bringen.

Beginnend mit einer Fantasie über Themen aus Rimski-Korsakows Oper „Der goldene Hahn“, die der Geiger Efrem Zimbalist schuf, eröffnet das Duo einen Reigen zum Teil selten aufgeführter Werke. Auf Tschaikowskys Valse sentimentale folgen Thema mit Variationen des noch im 18. Jahrhundert geborenen Komponisten Aljabiew, der im Westen wenig bekannt ist.

Sergej Rachmaninow ist mit 2 Stücken op. 6 vertreten, dieser Komponist war als Klaviervirtuose und Interpret eigener Werke ein Star außerhalb Russlands, das er während der Oktober-Revolution verließ. Besonders reizvoll sind die drei Salonstücke op. 11 von Anton Rubinstein. Dieser Pianist und Komponist des 19. Jahrhunderts, nicht zu verwechseln mit dem Pianisten Arthur Rubinstein, hatte auch mit seiner Oper „Der Dämon“ großen Erfolg, die bis heute aufgeführt wird. Seine Salonstücke sind originelle, kurze Stücke, sehr geeignet auch für den Vortrag in gesellschaftlichem Rahmen. Michail Glinkas Albumblatt ist ein durchaus populäres Stück, dem man auch in Arrangements für verschiedenste Instrumente im Konzertsaal begegnet.

Umfangreichstes Stück in dieser Zusammenstellung ist Igor Stravinskys 1932 entstandene Suite Italienne, die eindeutig der neoklassizistischen Phase des Komponisten zuzuordnen ist. Stravinsky war ein Meister der stilistischen Parodie, der Verwendung fremder Kompositionen und von Volksmusik, die er raffiniert bearbeitete und variierte.

Den Abschluss bilden Alexander Kopylovs gefühlvolle Melodien „Erinnerungen an Peterhof“ op. 29, die in ein wenig sentimentalen Reminiszenen an das zaristische Russland erinnern.

Die Verbindung der Instrumente Geige und Klavier zu einem Duo hat eine lange Tradition, auch im Fall dieser beiden gut aufeinander eingespielten Künstlerinnen erzeugen sie großartige musikalische Effekte, die über die Möglichkeiten des Soloinstruments hinausgehen. Die kluge und interessante Auswahl der interpretierten Stücke macht diese CD zu einer reizvollen Ergänzung des klassischen Katalogs.

Note 1

The combination of the violin and piano as a duo has a long tradition, even in the case of these two well-coordinated artists they create great musical effects that go beyond the possibilities of the solo instrument. The clever and interesting selection of the interpreted pieces makes this CD a delightful addition to the classic catalog.

Peter Sommeregger, 23. Oktober 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik- begeistert.at

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