Die FREITAG-PRESSE – 28. Januar 2022

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Bryn Terfel, Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die FREITAG-PRESSE – 28. Januar 2022

Wien
Jonas Kaufmann an der Staatsoper: schwieriger Charakter
Startenor Jonas Kaufmann feierte an der Staatsoper sein internationales Rollendebüt in der Titelpartie von Benjamin Brittens „Peter Grimes“.
Der Standard.at

Jonas Kaufmanns erster Peter Grimes

Benjamin Brittens „Peter Grimes“, fast durchwegs neu besetzt und mit Jonas Kaufmanns Rollendebüt als gebrochener Titelheld: Jubelstürme für ihn, Bryn Terfel, Lise Davidsen und Simone Young am Pult.
https://www.diepresse.com/6091427/jonas-kaufmanns-erster-peter-grimes

„Peter Grimes“: Ein Charmeur schlüpft in die raue Seebärenhaut
Jonas Kaufmann gab an der Staatsoper sein internationales Debüt als Peter Grimes: eine Attraktion, aber kein überragender Abend.
Wiener Zeitung.at

Jonas Kaufmann wird in „Peter Grimes“ überstrahlt (Bezahlartikel)
Kleine Zeitung

Wien/Musikverein
Ruhe vor dem Sturm
Die Wiener Symphoniker unter Alain Altinoglu.
WienerZeitung.at

Alain Altinoglu und die melancholischen Symphoniker
Souveräne Darbietung bei Sibelius im leider erschreckend leeren Musikverein
Der Standard.at

Sibelius’ Fünfte und andere Raritäten im halb leeren Saal
Die Wiener Symphoniker unter Alain Altinoglu und Nora Gubisch als Solistin mit Franck, Chausson und der Fünften Sibelius.
Die Presse.com

„Konzertgänger in Berlin“
Entgelsend
Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko spielen Zimmermann, Lutosławski, Brahms
https://hundert11.net/entgelsend/

Berliner Philharmoniker – Am Wörthersee scheint keine Sonne
Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker in einem dichten Klangfarbengemälde von Bernd Alois Zimmermann – und enttäuscht bei Brahms.
Tagesspiegel

München
Interview – Anthony Bramall über „Les contes d’Hoffmann“: Der große Musikbaukasten
Wie dirigiert man eine unvollendete Oper? Anthony Bramall über „Les contes d’Hoffmann“ von Jacques Offenbach im Gärtnerplatztheater.
Münchner Abendzeitung.de

München
„Die schöne Müllerin“ im Prinzregententheater: Aufbrechende Sehnsüchte
Andrè Schuen und Daniel Heide mit Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ im Prinzregententheater.
Münchner Abendzeitung

Kultur.Sommer.Semmering findet heuer im Hotel Panhans statt
Nach verkündetem Aus im Südbahnhotel wurde Ersatzspielstätte gefunden.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/

Graz
Grazer Osterfestival Psalm im Zeichen nachhaltiger Entwicklung
Programm „Be The Change“ bringt sieben Konzerte von 10. bis 19. April
Der Standard.at

Wien
Landstraße: „Die Tangokönigin“ und „Fidelio“ im L.E.O.
OTS.at

Baden bei Wien
Vorbericht: „La Traviata“ im Stadttheater Baden
Zwischen Freude, Liebe und Tod „Reine Begeisterung“: Sebastian Reinthaller singt diesen Samstag in Baden erstmals den Alfredo.
Niederösterreichische Nachrichten.at

Genf
Test bestanden – Ulrich Rasche erklimmt in Genf mit „Elektra“ die Höhen der Opernregie
NeueMusikzeitung/nmz.de

Würzburg
Corona: Mainfranken Theater stellt Spielbetrieb im Februar ein
Während sich viele bayerische Kulturbetriebe über die Lockerungen freuen, durch die ab Donnerstag mehr Zuschauer in ihre Säle kommen dürfen, zieht das Mainfranken Theater in Würzburg die Notbremse: Im Februar wird es keinen Spielbetrieb geben.
BR-Klassik.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Wien
Review: Opera Stars Take On an Omicron-Battered Vienna
The tenor Jonas Kaufmann and the soprano Lise Davidsen are leading a luxuriously cast revival of Britten’s “Peter Grimes.”
The New York Times

Berlin
Everything leads back to square one in Michieletto’s Orfeo ed Euridice at Komische Oper
bachtrack.com

Amsterdam
Dutch National Opera to Reopen Following New Government Regulations
https://operawire.com/dutch-national-opera-to-reopen-following-closure/

Palermo
Les Vêpres Siciliennes in Palermo
https://operatoday.com/2022/01/les-vepres-siciliennes-in-palermo/

Moskau
Russia’s Mariinsky Orchestra allegedly went on tour while infected with Covid-19
https://www.classicfm.com/music-news/coronavirus/mariinsky-orchestra-tour-testing/

London
Katie Mitchell interview: “With the theatrical canon, you have to look the misogyny in the eye”
Her production of Handel’s Theodora will be the first at the Royal Opera House since its 1750 premiere – but not before Katie Mitchell has gone to battle with the libretto’s misogyny
Der Standard.at

New York
Metropolitan Opera 2021-22 Review: Sonya Yoncheva and Malcolm Martineau in Recital
operawire.com

A Singer Brings His Authentic Self to the Philharmonic
Anthony Roth Costanzo, a restless countertenor with a vast network of collaborators, has planned a wide-reaching festival.
TheNewYorkTimes.com

Met Orchestra Chamber Ensemble brings panache to Central European works
newyorkclassical-review

Boston
Boston Symphony Chamber Players revisit the cantata with Gandolfi premiere
bostonclassical-review.com

Palm Beach
After two years, J’Nai Bridges returns to the stage, making her Florida debut as Carmen
southfloridaclassicalreview.com

Recordings
Opera Review: Arabs on the Operatic Stage — Meyerbeer’s 1814 Comic Opera about the Mysterious “East”
artfuse.org

Feuilleton
Unfinished? Don’t start!
A new project to restore Beethoven’s incomplete symphony borders on pathological necromancy
https://thecritic.co.uk/issues/february-2022/unfinished-dont-start/

Obituary
Spanish Baritone Antonio Blancas Dies at 82
https://operawire.com/obituary-spanish-baritone-antonio-blancas-dies-at-82/

Sprechtheater

Wien/Burgtheater/Livehörspiel
Galaktisch: Twitter-Radio-Theater des Burgtheaters auf Ö1 und Twitter
Improvisiertes Livehörspiel mit Burgschauspielern und Online-Publikumsbeteiligung: „The Return – Das Burgtheater kehrt zurück“
DerStandard.at

Ernst Stankovski, der Handwerker der Bühne
Erinnerungen an einen vielseitigen Schauspieler, Autor und Musiker, der als Kabarettist auch die Probleme seiner eigenen Zunft aufs Korn zu nehmen wusste. Er ist am Mittwoch 93-jährig gestorben.
Die Presse.com

Austellungen/Kunst

New York
Sotheby’s verkauft Botticelli-Bild um 45,5 Millionen US-$
Ein „Salvator Mundi“-Effekt für das Bild von Jesus als Schmerzensmann blieb aus.
Kurier.at

Film

Karl Spiehs (1931–2022): Ein Unterhalter aus Leidenschaft
Die österreichische Produzenten-Legende Karl Spiehs ist 90-jährig verstorben. Er feierte Erfolge mit „Schloss am Wörthersee“, den „Supernasen“-Streifen und Mankell-Verfilmung. ORF ändert das Programm
Kurier.at

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Unter’m Strich

Österreich
Politischer Tiergarten
„Schulaufsatz“: Forscherin zerlegt Skandal-Studie. Sebastian Kurz ein „hinterfoziger (sic) Pfau“, Matthias Strolz, der „wie ein Affe herumspringt“ – die am Mittwoch vom Finanzministerium veröffentlichten inkriminierenden Studien der Meinungsforscherin Sabine Beinschab bringen einen durchaus humoristischen Ansatz mit sich. Dass es aber auch mit der wissenschaftlichen Qualität dieser vermeintlichen Studie nicht weit her ist, offenbart nun die Kommunikations- und Sozialwissenschaftlerin Andrea Schaffar. Der Text erinnere sie an einen Schulaufsatz, geht sie mit der Arbeit hart ins Gericht.
https://www.krone.at/2612999

Berlin
Wegen Dauer-Einsätzen bei Corona-Leugnern: Polizei muss immer öfter Jagd auf echte Kriminelle abblasen!
Bei immer mehr Polizeieinsätzen dreht es sich um Demonstrationen. Vor allem Proteste von Corona-Leugnern binden die Kräfte der Einheiten. Das geht zulasten der Kriminalitätsbekämpfung. Ganoven haben es so immer leichter, warnen Polizei-Insider.
Berliner Kurier.de

INFOS DES TAGES (FREITAG, 28. JANUAR 2022)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 28. JANUAR 2022)

Quelle: onlinemerker.com

WIENER STAATSOPER: Der neue Spielplan wird am 1. Mai vorgestellt!

Die Spielzeit 2022/23 wird heuer wieder im Rahmen einer Matinee in der Wiener Staatsoper vorgestellt. Diese wird am Sonntag, 1. Mai 2022 stattfinden.

Wiener Staatsoper: Service-Center bis auf weiteres nur eingeschränkt geöffnet

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

leider haben auch wir aktuell mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Unser Service-Center ist daher bis auf weiteres nur eingeschränkt geöffnet.

Unsere aktuellen Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag von 09:00-10:00 Uhr

Gerne stehen wir Ihnen telefonisch (Montag – Freitag von 09.00-12.00 Uhr)
oder per e-Mail zur Verfügung.

Wiener Staatsoper

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PETER GRIMES an der Wiener Staatsoper (erste Vorstellung 26.1.)

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Bryn Terfel, Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Jonas Kaufmann (Peter Grimes)
Lise Davidsen (Ellen Orford)
Bryn Terfel (Balstrode)
Martin Häßler (Ned Keene)
Florens Siener (John, Grimes’ Lehrling)

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Lise Davidsen und Chor. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Martin Häßler, Bryn Terfel. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Bryn Terfel, Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Nach der Vorstellung:

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Bryn Terfel, Lise Davidsen, Jonas Kaufmann, Simone Young. Foto: Instagram/privat

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HEUTE IM TV: TOSCA aus dem Theater an der Wien

Thema verfehlt! – Warum ich über Kusejs Tosca-Inszenierung keine Kritik schreibe

von Manfred A. Schmid

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Foto: Monika Rittershaus/Theater an der Wien

Der Gipfel des Regietheaters?

Überspitzt könnte man sagen: Ein Gespenst geht um in Europas Opernwelt, das Regietheater. Mit Martin Kušejs Tosca-Inszenierung im Theater an der Wien hat dieser Spuk nun, wie es scheint, seinen eiskalten Gipfel erreicht. Da oben in der Ödnis wird die Luft lebensbedrohlich dünn. Gleichzeitig damit ist die Verpflichtung, die ein Regisseur gegenüber dem Werk und seinem Schöpfer haben sollte, an der Talsohle des Zu- und Erträglichen angelangt. Tiefer geht’s nicht. (Möchte man wenigstens hoffen dürfen!) Der kindisch-trotzig zur Schau getragene Hochmut des Regisseurs kann kaum noch gesteigert werden. Sein zufriedenes Grinsen beim Buhorkan nach der Premiere bekundet seine unverhohlene Freude darüber, dass es ihm gelungen ist, das Publikum ordentlich zu verschrecken.

Der Gewöhnungseffekt

Von seiner Warte aus hat Herr Kušej natürlich recht, denn einen Skandal provozieren zu wollen und dieses Ziel tatsächlich zu erreichen, ist heutzutage eine Leistung. Das Publikum wurde über die letzten zwei, drei Jahrzehnte mit der Verabreichung von immer stärkeren werdenden Dosen regietheaterlicher Zumutung konfrontiert. Als Folge davon erträgt es inzwischen erstaunlich viel. Viel zu viel. Die Schwelle zur Erregungsäußerung ist deutlich nach oben geschnellt. Nacktheit, Kopulation auf offener Bühne, nicht nachvollziehbare Umdeutungen, die Einführung neuer Personen und fremder Texte – all das lockt längst keinen mehr aus der Reserve. Das Publikum scheint – von allzu viel Konsum dieser Art von Theater-Kost – abgehärtet und abgebrüht, vielleicht auch abgestumpft worden zu sein. Die Droge wirkt…

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Visionen und neue Spielstätte für den Kultur.Sommer.Semmering

Der Kultur.Sommer.Semmering befindet sich derzeit kurz vor einem äußerst erfreulichen Vertragsabschluss mit den Investoren des Grandhotel Panhans, welches in den letzten Jahren liebevoll nach historischen Maßstäben renoviert wurde und als weiteres großes Jahrhundertwende-Juwel die Geschichte des Semmerings maßgeblich beeinflusst hatte. Letzte Details bezüglich der noch zu tätigenden Instandsetzungen, um kulturinteressiertes Publikum hier empfangen zu können, werden in den kommenden Tagen finalisierend geklärt werden. Der Kultur.Sommer.Semmering ist unglaublich dankbar für das entgegengebrachte Wohlwollen, die Flexibilität und die Aufgeschlossenheit gegenüber einer gemeinsamen Vision, die kulturelle Sommerfrische am Semmering mit dem dichten Programm der unzähligen hochkarätigen KünstlerInnen für das zahlreiche Publikum wohl doch noch ermöglichen zu können. Diesbezüglich steht derzeit auch der Aussichtsplatz des Grandhotels mit einem der schönsten Ausblicke des gesamten Höhenluftkurortes zur Verfügung. Ob es möglich sein wird, dort etwa einen auf- und abbaubaren gläsernen Panoramakonzertsaal zu errichten, um in Verschmelzung von Landschaft und Kultur und umringt von einer faszinierenden Bergkulisse Veranstaltungen genießen zu können, wird jedoch unter anderem noch von der Findung möglicher Sponsoren abhängen. Zudem könnten für kleine Kultur-Formate noch weitere Jahrhundertwende-Villen dem Festival seine Türen öffnen und es dem Publikum ermöglichen, sich auf eine Entdeckungsreise der prachtvollen Bauten am Semmering zu begeben. Konkrete Angebote aus der äußerst wohlwollenden Bevölkerung liegen bereits vor.

Das Publikum des Festivals Kultur.Sommer.Semmering darf sich daher wie geplant auf einen kulturellen Reigen auf 1000 Meter Seehöhe von 8. Juli bis zum 5. September 2022 freuen mit KünstlerInnen wie etwa Karl Markovics, Maria Bill, Friedrich von Thun, Elisabeth Leonskaja, Erwin Steinhauer, Birgit Minichmayr, Günther Groissböck, Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer, Michael Schade, Maria Köstlinger, Nicholas Ofczarek, Tini Kainrath, Jürgen Maurer, Gerti Drassl, Michael Dangl, Michael Maertens und vielen mehr.

Intendant Florian Krumpöck: „Dass wir mit so offenen Armen in so kurzer Zeit von der Panhansgruppe aufgenommen worden sind, spricht von ihrer Vision für die Kultur als zentraler Keimzelle einer touristischen Entwicklung. Nicht zuletzt hat mich die damit verbundene Herzlichkeit und Menschlichkeit sehr berührt. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit und bedanke mich auch im Namen der rund 150 KünstlerInnen, die mittlerweile bereits als Stammgäste zum engsten Kreis des Festivals zählen.“
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Paris: „HAMLET“ von Ambroise Thomas an der Opéra Comique – 24 I 2022

Einstand in schwierigen Umständen des neuen Intendanten: der Dirigent Louis Langrée, der dieses Repertoire kennt, liebt und wunderbar zum Klingen bringt.

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Der neue Intendant der Opéra Comique: der Dirigent Louis Langrée, der dieses Repertoire kennt, liebt und wunderbar zum Klingen bringt. © Chris Lee

Die Opéra Comique hat endlich einen neuen Intendanten und wir freuen uns sehr über diese Wahl. Denn dieses Mal siegten Kompetenz und Verstand über die immer abstruseren Forderungen der Politik. Der Präsident der Republik, der solche Ernennungen in Frankreich persönlich unterzeichnet, wollte am liebsten eine junge, wenn möglich farbige Frau, mit internationalen Medienkontakten und stellte sich erst mal stur als er auf der „Shortlist“ der Findungskommission keine solche fand. So wurde, wie bei der Pariser Oper, erstmal niemand ernannt und das Haus ein halbes Jahr „per interim“ geleitet – wie der Louvre, das Musée d’Orsay und immer noch das Schloss & Oper von Versailles. Da dieses offensichtliche Desinteresse der Regierung für die Kultur zu immer schärferer Kritik führt und es in gewissen Häusern gefährlich anfängt zu „brodeln“, wurden ausnahmsweise die Mitarbeiter selbst befragt, was für einen Intendanten sie sich denn wünschten. Und die Antwort lautete klar und deutlich: „Jemand, der das Haus & Repertoire kennt und die ganze Zeit anwesend sein wird“. So wurde Louis Langrée ernannt, der nicht zu den meist „medialen“ Kandidaten gehörte, aber dessen Kompetenz für diesen Posten niemand bestreiten kann.

Ich kann schwer einschätzen, wie bekannt Louis Langrée in Wien ist, wo er an der Staatsoper anscheinend nur Repertoire-Vorstellungen dirigiert hat (La Bohème, Traviata, Le nozze di Figaro, La Clemenza di Tito, Don Giovanni und Eugen Onegin). In Frankreich kennt man ihn vor allen als Spezialisten des 19. Jahrhunderts: sein „Pelléas et Mélisande“ 2014 an der Opéra Comique ist zum Beispiel unvergessen. Wie sehr er dieses Repertoire kennt und liebt, kann man in dem Brief an das Publikum lesen, den er am Tag nach seiner Ernennung veröffentlicht hat: „Ich liebe dieses Haus, seine Geschichte, sein Repertoire, seine Mitarbeiter, seine Architektur, seine idealen Dimensionen, seine Intimität, seine perfekte Akustik, wo man alle Nuancen hören und fühlen kann zwischen Stille, Murmeln und Weinen, Tränen und Freude, Tragödie und Heiterkeit. (…) Ich hoffe, dass die wohlwollenden Geister der emblematischen Komponisten dieser Oper über mich wachen und mich führen werden: Debussy (Uraufführung von Pelléas), Ravel (die der L’Heure espagnole), Charpentier (Louise), Messager (Fortunio), Bizet (Carmen, Die Perlenfischer), Delibes (Lakmé), Poulenc (Les Mamelles de Tirésias, La Voix Humaine), Berlioz (La Damnation de Faust), Offenbach (Les Contes d’Hoffmann), Magnard (Bérénice), Paul Dukas (Ariane et Barbebleue), Ambroise Thomas (Mignon), Saint-Saëns (La Princesse jaune), Massenet (Cendrillon, Manon), Cherubini (Médée), Boieldieu (La Dame blanche), etc…“ [alles Uraufführungen]. Louis Langrée beendet seinen Brief mit dem Versprechen, dass es sich „in den Dienst“ dieser Tradition stellen will. So einen un-egozentrischen Vorstellungsbrief eines Intendanten habe ich in Paris noch nie gelesen!

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Hamlet (Stéphane Degout) auf der Vorderbühne der Opéra Comique und, als Projektion, der Geist seines Vaters (Jérôme Varnier, der usprünglich aus dem Saal sang). © Vincent Pontet

Der seltsame „Hamlet“ des „komischen Kauzes“ Ambroise Thomas

Louis Langrée dirigiert nun eine Oper, die sehr gut in seine obengenannte Liste passt. Ambroise Thomas (1811-1896) war einer der Pfeiler der Opéra Comique im 19. Jahrhundert. Von den 16 Opern, die er dort uraufgeführt hat, wurde „Mignon“ (1866, nach Goethes „Wilhelm Meister“) so erfolgreich, dass Thomas 1894 bei der 1.000en Vorstellung (!) auf der Bühne vom Staatspräsidenten die „Grand Croix de la Légion d’honneur“ bekam – eine Würdigung, die bis heute kein anderer Komponist in Frankreich bekommen hat. Doch außer „Mignon“ wird heute in den meisten Opernführern – wenn A. Thomas überhaupt vorkommt – kein anderes Werk mehr erwähnt. Dafür gibt es viele Gründe. Thomas wurde in jungen Jahren sehr geschätzt, auch z.B von dem überaus kritischen Hector Berlioz, der ihn 1846 „un de nos compositeurs les plus distingués“ nannte. 1856 wurde er Kompositionslehrer am Conservatoire und dort durch seinen Schüler Jules Massenet sehr geliebt. Doch ab 1870 galt er als Direktor des Konservatoriums für die neue aufblühende Generation als reaktionär. Claude Debussy, Gabriel Fauré und César Franck mochten ihn nicht und Emmanuel Chabrier schrieb den berühmten Satz: „Es gibt drei Arten Musik: die gute, die schlechte und die von Ambroise Thomas“. Dieser hämische Ausspruch klebt bis heute an ihm.

Ambroise Thomas war musikalisch (und anscheinend auch persönlich) ein „komischer Kauz“. Man wird (heute) nicht schlau aus ihm. In seinem „Hamlet“ (1868) gibt es wunderbare Momente und andere, die erschreckend konventionell sind. Die relative Geschwindigkeit, in der er das Werk komponiert hat (ein Auftrag der großen Pariser Oper, die eifersüchtig auf den großen Erfolg der Opéra Comique mit „Mignon“ 1866 eine „grand-opéra“ bei ihm bestellte), kann dies nicht erklären – denn Rossini hätte für eine solche Riesen-Oper keine zwei Jahre, sondern kaum zwei Monate gebraucht. Bei Thomas sprudelte die Musik eben nicht von selbst, gewisse Passagen klingen „angestrengt“. So war auch Louis Langrée bereit, das an der Pariser Oper obligatorische Ballett im vierten Akt zu streichen – und wir vermissen diese 20 Minuten „Bauerntänze“ nicht. Denn gleich danach folgt eine der schönsten Sopranarien der französischen Oper des 19. Jahrhunderts: die Wahnsinns-Szene von Ophelia.

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Hamlet (Stéphane Degout) auf der Vorderbühne der Opéra Comique und, als Projektion Ophélie (Sabine Devieilhe). © Vincent Pontet

„Hamlet“ mit einem „Happy End“ von Barbier & Carré

Sie haben richtig gelesen: „Bauerntänze“ im Hamlet. Denn das Opernlibretto von Jules Barbier und Michel Carré verharmlost genau so sehr das Theaterstück von William Shakespeare wie sie es bei der besagten „Mignon“ (1866) mit Goethes Vorlage getan haben. Bei Gounods „Faust“ (1859) und seiner „Roméo et Juliette“ (1867) lief es auch nicht anders und Dante würde sicher auch staunen über was sie in „Françoise de Rimini“ (1882, für Ambroise Thomas) aus seiner „Göttlichen Komödie“ gemacht haben. Barbier & Carré waren so erfolgreich wie der 1861 verstorbene Eugène Scribe vor ihnen, weil sie genau auf die Erwartungen des damaligen Publikums einzugehen wussten. Und dies erwartete die von Berlioz erwähnte „distinction“ (schöne Sprache, Reime, Verse etc) und eine schickliche & sittliche Handlung mit keuscher Geschwister-Liebe und Todesbereitschaft für das Vaterland. So ähnelt die durch Barbier & Carré eingefügte Arie des Laërtes, womit er sich von seiner Schwester Ophelia verabschiedet, „Pour mon pays un serviteur fidèle, je dois combattre et je dois m’exiler“ inhaltlich haargenau der Arie des Valentin, mit der er sich in „Faust“ von Marguerite (Gretchen) verabschiedet: „Ô sainte médaille, qui me vient de ma soeur, au jour de la bataille, pour écarter la mort, reste-là sur mon coeur“ (auch durch sie erfunden). In „Hamlet“ gingen sie sogar so weit, dass sie der Tragödie von Shakespeare ein „Happy End“ zugefügt haben. Anstatt durch seinen bösen Onkel vergiftet zu werden (zusammen mit seiner Mutter), erschlägt Hamlet mit aktiver Beihilfe seines toten Vaters den Onkel, wird zum neuen König gekrönt und seine sündige Mutter verschwindet in einem Kloster. In Paris fand man das alles ganz normal, obwohl die Pariser das Theaterstück von Shakespeare sehr gut kannten, da es seit Napoleon (der es besonders mochte) sehr regelmäßig gespielt wurde. Keine einzige damalige Premieren Kritik geht auf die vielen Änderungen im Libretto ein! Doch als „Hamlet“ dann erfolgreich auf Tournee ging, fand man in England dieses „Happy End“ etwas „too much“ und musste Ambroise Thomas eine neue Schluss-Szene komponieren. Lustiger Weise wird bis heute nur dort dieses Shakespeare-konforme Ende noch gespielt, so wie es Louis Langrée amüsiert über seine „Hamlet“-Dirigate in London und New York berichtet (Covent Garden und Metropolitan Opera). Also wer das Stück kennt, wird sich etwas über die Oper wundern.

Und wer diese Oper kennt, wird sich etwas über diese Inszenierung wundern. Es ist überall dieselbe Geschichte: Man bittet Künstler aus anderen Disziplinen um eine erste Opern-Inszenierung, weil man sich davon neue Impulse für ein jüngeres Publikum erhofft. Das ist dem Videoperformer Cyril Teste gelungen: seine Inszenierung aus 2018 (nun wiederaufgenommen) war „neu“ und zog viele Jugendliche an dem von mir besuchten Premierenabend in die Opéra Comique, die sonst wahrscheinlich nicht so schnell in eine Aufführung von „Hamlet“ von Ambroise Thomas gekommen wären. Sein Konzept ist „heutig“: die Darsteller – Hamlet in Turnschuhen und Ophelia in Jeans – werden gleichzeitig „live“ gefilmt und man sieht schon während der Ouvertüre riesengroß auf dem Bühnenportal, wie die Sänger sich vorbereiten und zur Bühne laufen. Dort werden sie quasi während der ganzen Vorstellung durch ein Kamerateam gefilmt: Man sieht also das Bühnengeschehen und gleichzeitig wie es auf den Leinwänden wirkt, die auch noch quasi pausenlos auf der Bühne hin und her kurven. Mit einigen schönen Bildern/Filmen (wir sind in Frankreich und nicht im deutschen „Regie-Theater“), aber für mich wurde es recht anstrengend wegen der permanenten Reizüberflutung. Und in den wichtigsten Monologen, Hamlets „To be or not to be“ (Hier: „Être ou ne pas être… Ô mystère! Mourir!… dormir!“) und vor allem Ophelias Wahnsinnsarie, wo Video „innere Bilder“ hätte bringen können, versagt die Regie völlig. Schlicht und einfach, weil dem Regisseur das dafür nötige Handwerk fehlt. Das ist besonders schade, weil die musikalische Umsetzung vom Feinsten war und die Hauptdarsteller so etwas wie eine Idealbesetzung sind.

Wunderbares Dirigat mit einer Idealbesetzung

Louis Langrée hat feinfühlig das ihm vertraute Orchestre des Champs-Elysées und den Chor Les éléments dirigiert, mit denen er schon 2018 angetreten war. Wunderschön klangen zum Beispiel die vielen Einlagen, die außerhalb des Orchestergrabens gespielt wurden, nicht nur hinter der Bühne, sondern auch hinter dem Saal, also im Foyer und in den Gängen – was der Musik, die durch die geschlossenen Türen in den Saal drang, oft etwas Unwirkliches gab. Subtil auch ein Chor, der noch „à bouche fermée“ singen kann. Und für das erste Saxophon-Solo der Operngeschichte – die Pariser Oper war damals sehr stolz auf ihre vielen neuen Instrumente! – ließ man den Musiker auf die Bühne kommen. Was schon etwas beinahe Komisches hatte, da wir dieses Instrument heute mit Jazz verbinden und nicht als Unheil-verkündende Todesmusik des „Meurtre de Gonzague“. Die Hauptrolle ist ein Bariton – damals sehr ungewöhnlich, aber eine Forderung der Pariser Oper für den Ausnahme-Sänger Jean-Baptiste Faure, der auch ein begnadeter Schauspieler war und als Hamlet ein Publikumsmagnet. (Es gibt Porträts von Manet von ihm als Hamlet in der Oper von A. Thomas!) Für Ophélie war die schwedische Sängerin Christine Nilsson vorgesehen, da Hamlet ursprünglich in Dänemark spielt und Ophelia für die Pariser Poeten (Hugo, Verlaine, Rimbaud etc) aus… Norwegen kam. (Nilsson wurde ebenfalls durch Alexandre Cabanel in dieser Rolle porträtiert.) Die Oper wollte die blonde junge Frau zu einer neuen „schwedischen Nachtigall“ stilisieren wie Jenny Lind. Die beiden Hauptrollen haben also bei A. Thomas mehr zu singen als bei Shakespeare zu sprechen!

Hamlet ist eine Traumrolle für einen schauspielbegabten Bariton: fast 3 Stunden lang quasi permanent auf der Bühne, mal ausgelassen (die berühmte chanson bachiqueÔ vin, dissipe la tristesse qui pèse sur mon coeur“), provozierend „verrückt“ und meist melancholisch mit Tiefgang (deswegen eben ein Bariton). Stéphane Dégout, der die Rolle 2018 schon gesungen hat, liefert ein fulminantes, sehr differenziertes Rollenporträt, man könnte beinahe sagen eine Idealbesetzung (er hatte am Premierenabend hörbare Schwierigkeiten in zwei Arien und keinen guten Regisseur zur Seite). Sabine Devieilhe kann man uneingeschränkt eine Idealbesetzung nennen: als Sängerin braucht man sie, wie Stéphane Dégout, wohl nicht mehr vorzustellen; in dieser Rolle bringt sie genau die von dem Komponisten erwünschte, unmanierierte „nordische Unschuld“. Ihre „schwedische Ballade“ „Pâle et blonde dort sous l’onde profonde la Willis au regard de feu!“ gehörte zu den musikalischen Höhepunkten des Abends. Was wäre aus ihrer wahnsinnigen Wahnsinnsarie mit einem guten Regisseur geworden (unten ein Link mit der Arie in dieser Inszenierung auf Youtube). Jérôme Varnier, den wir vor zwanzig Jahren noch als Sarastro erinnern, konnte den beiden als sonorer Geist des verstorbenen Vaters absolut das Wasser reichen. Laurent Alvaro, der vor zwanzig Jahren noch die kleine Rolle des Polonius sang, ist inzwischen ein überzeugender König Claudius, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt in seiner Reue-Arie „Je t’implore, ô mon frère“ (auch durch Barbier & Carré erfunden). Als gute Comprimari: Nicolas Legoux (der viel in Österreich, u. A. in Erl gesungen hat) als Polonius, Geoffroy Buffière (Horatio) und Yu Shao (Marcellus). Géraldine Chauvet als Gertrude ist ein eigenes Thema, denn sie sprang am Tag der Premiere für die Covid-positive Lucile Richardot ein – nur für eine Vorstellung.

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Ophélie (Sabine Devieilhe) ertrinkt am Ende ihrer Wahnsinnsarie, eine der schönsten Sopranarien der französischen Oper des 19. Jahrhunderts. Im Hintergrund ein Film (unten als Link). © Vincent Pontet

Wie die Opéra Comique sich durch die Pandémie schlägt

So wie ich es bei der Wiederöffnung der französischen Opern und Theater im Juni 2021 geschrieben habe, kann man fairerweise keine Vorstellung mehr rezensieren ohne zu erwähnen in welchen Bedingungen die Darsteller zur Zeit hier arbeiten (müssen). Für den normalen Bürger werden hier die Corona-Auflagen jeden Tag weniger und man erwägt, sie vielleicht gänzlich abzuschaffen. Alles ist geöffnet und für einen Opernbesuch braucht man keinen Test (nur den „Green Pass“) – was auch erklärt, warum alle Vorstellungen, die ich seit Anfang Dezember besucht habe, eine Auslastung von an die 100 % hatten/haben. Doch für die Mitarbeiter der Theater gelten strenge Protokolle, die sich jeden Tag ändern und z.B. an der Pariser Oper für Vorstellungs-Absagen in letzter Minute sorgten (wie am 24. Dezember). Die Opéra Comique hat sich bewundernswert durch die Pandemie geschlagen. Bei der letzten Premiere, Gounods „Roméo et Juliette“ im Dezember, mussten Juliette (Julie Fuchs) an der Generalprobe und Roméo (Jean-François Borras) am Tag der Premiere als Covid-Positive absagen und dann 10 Tage in Quarantäne (die inzwischen in Paris aufgehoben wurde). Unter abenteuerlichsten Bedingungen konnte Ersatz gefunden werden und alle Vorstellungen stattfinden. Jetzt gibt es für jede Rolle, auch jeden Choristen und Orchestermusiker, ein Double für jede Vorstellung, die natürlich alle auch zumindest einmal geprobt haben müssen. In diesen Umständen musste die Inszenierung aus 2018 geändert werden, weil z.B. aus-dem- Saal-Singen für Solisten (ohne Maske) nicht mehr erlaubt ist. Choristen (nun alle mit Maske) dürfen das wohl. Auch im Orchester waren nun alle maskiert (außer die Bläser), einschließlich der Dirigent. Dass Louis Langrée in diesen Umständen mit seinem großen Team noch so liebevoll und differenziert zu musizieren wusste, kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen. Auch für die gute Laune, die trotz allem in seinem Theater herrschte (Garderoben und Bars sind nun geschlossen). In solch schwierigen Zeiten braucht man eben einen Intendanten mit Erfahrung, guten Nerven und vor allem großer Liebe zu diesem Metier.     Waldemar Kamer

Opéra Comique bis zum 3. Februar: www.opera-comique.com

Ophélies Wahnsinnsarie: https://www.youtube.com/watch?v=8Iyw2ESUt3M

(eine der schönsten Sopranarien der französischen Oper des 19. Jahrhunderts. Sabine Devieilhe in dieser Arie in dieser Inszenierung, von der es auch ein DVD gibt.)

Für den Opernfreund: Plattentipp (auch mit den meist gestrichenen Bauerntänzen im 4. Akt)

Waldemar Kamer

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ORF : „Tosca“ aus dem Theater an der Wien. Martin Kušejs moderne Neuinszenierung am 28. Jänner in ORF 2

Opernthriller mit Kristīne Opolais, Jonathan Tetelman und Gábor Bretz

Wien (OTS) – Giacomo Puccinis Opernklassiker „Tosca“, wie man ihn noch nie gesehen hat: Am Freitag, dem 28. Jänner, um 21.20 Uhr zeigt ORF 2 die aktuelle, moderne Neuinszenierung Martin Kušejs aus dem Theater an der Wien mit Kristīne Opolais in der Titelpartie, Jonathan Tetelman als Cavaradossi und Gábor Bretz in der Rolle des Scarpia. Marc Albrecht dirigiert anstelle des erkrankten Ingo Metzmacher das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, der Arnold Schoenberg Chor singt unter der Leitung von Erwin Ortner. Mit neun Kameras setzte TV-Regisseur Tiziano Mancini das als Opernthriller im Schnee gestaltete Bühnenwerk fürs Fernsehen in Szene. ORF-Kulturmoderatorin Teresa Vogl eröffnet den Opernabend in ORF 2 mit einem Gespräch mit Martin Kušej. Ö1 sendet einen Mitschnitt der Premierenvorstellung am Samstag, dem 5. Februar, um 19.30 Uhr.

Der 1900 in Rom uraufgeführte Opernthriller Puccinis um zutiefst menschliche Themen wie Liebe, Eifersucht, Verrat und Macht zählt zu den wichtigsten Werken des Verismo und hat sich zum Dauerbrenner der Opernliteratur entwickelt. Puccini wollte mit seinem Meisterwerk einst das Publikum nicht rühren, sondern es aufrütteln. „Die Stimmung der Tosca ist nicht romantisch und lyrisch, sondern leidenschaftlich, qualvoll und düster. (…) Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein.“, skizzierte er in einem Brief an seinen Librettisten.

Die „Tosca“-TV-Produktion ist eine Koproduktion von ORF und UNITEL in Zusammenarbeit mit Vereinigte Bühnen Wien und Theater an der Wien, hergestellt von Metis Film Classica, und wird auf der ORF-TVthek österreichweit als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung für sieben Tage als Video-on-Demand bereitgestellt.

Die ORF-Klassikplattform myfidelio (www.myfidelio.at) zeigt Puccinis „Tosca“ österreichweit als Live-Stream um 21.20 Uhr.

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In memoriam Karl Spiehs: ORF ändert sein Programm

Weißmann: „Tausende Filmminuten zeugen vom Erfolg eines Wirkens, das noch lange strahlt.“

Der ORF trauert um den österreichischen Film- und Fernsehproduzenten Karl Spiehs, der am Donnerstag, dem 27. Jänner 2022, im Alter von 90 Jahren verstarb. Der Ausnahme-Produzent zeichnete im Laufe seiner Karriere für fast 400 Kinofilme, Fernsehfilme und TV-Serien verantwortlich, mit denen er über die Grenzen des Landes große Erfolge feierte.

ORF-Generaldirektor Mag. Roland Weißmann: „Die österreichische Filmbranche verliert mit Karl Spiehs einen ihrer erfolgreichsten Produzenten. Mit einer Vielzahl an heimischen und internationalen Top-Stars hat die Lisa Film von Karl Spiehs über Jahrzehnte Millionen Menschen im deutschen Sprachraum unterhalten. Viele der Filme und Serien sind legendäre TV-Hits – und machten auch ihren Produzenten, dem auch immer das Menschliche und Familiäre sehr wichtig war – zur Legende. Die Zusammenarbeit mit Karl Spiehs war stets von großer Partnerschaftlichkeit, Fairness und Freude geprägt – und hatte ein großes Ziel: dem Publikum unbeschwerten und hochkarätigen Filmgenuss zu garantieren. Tausende Filmminuten zeugen vom Erfolg eines Wirkens, das noch lange strahlt. Der ORF bedankt sich für viele große Fernseherfolge. Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Familie.“

In memoriam Karl Spiehs ändert der ORF sein Programm:

ORF III hat am Freitag, dem 28. Jänner, um 20.15 Uhr den Kriminalfilm „Maigret und sein größter Fall“, danach um 21.45 Uhr „Hochwürden erbt das Paradies“ im Programm. ORF 2 zeigt am Samstag, dem 29. Jänner, einige der größten Hits von Karl Spiehs: Den Auftakt macht um 13.30 Uhr „Ein Schloss am Wörthersee“. „Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut“ aus dem Jahr 1971 mit u. a. Roy Black und Uschi Glas steht danach um 14.20 Uhr auf dem Programm. Das TV-Porträt von Otto Retzer „Jedermann liebt Karli Spiehs – Einer Legende auf der Spur“ um 22.05 Uhr zeichnet den Weg des legendären Produzenten von seinen Anfängen im elterlichen Wirtshaus bis zu den großen Fernseherfolgen wie „Ein Schloss am Wörthersee“, „Klinik unter Palmen“, „Traumhotel“ oder „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ nach, zahlreiche Wegbegleiter/innen kommen darin zu Wort. „Supernasen“ sind dann um 22.50 Uhr Thomas Gottschalk und Mike Krüger und um 0.10 Uhr ist „Mama Mia – Keine Panik“ mit u. a. Uschi Glas und Helmut Fischer zu sehen.

Am Sonntag, dem 30. Jänner, geht es beim Wiedersehen mit der Erfolgsreihe „Das Traumhotel“ um 14.30 Uhr nach „Chiang Mai“ und am Samstag, dem 5. Februar zeigt ORF 2 ab 23.10 Uhr den Krimi-Zweiteiler „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ von Henning Mankell mit Tobias Moretti, Veronica Ferres und Maximilian Schell. Ebenfalls am 5. Februar sowie am Samstag, dem 12. Februar, jeweils um 9.50 Uhr steht „Hochwürden drückt ein Auge zu“ und „Immer Ärger mit Hochwürden“ auf dem Programm von ORF 2.

Auch Flimmit (www.flimmit.at) würdigt Karl Spiehs. Die Kollektion „In memoriam: Karl Spiehs“ beleuchtet noch einmal das umfangreiche Schaffen des erfolgreichen Produzenten und zeigt die absoluten Highlights aus seinen vielen Kino- und TV-Produktionen. Darunter die Quotenrenner „Immer Ärger mit den Paukern“, „Die Supernasen“, „Das Traumhotel“ und „Ein Schloss am Wörthersee“. Ebenfalls auf Flimmit zu sehen: Otto Retzers Porträt „Jedermann liebt Karli Spiehs – Einer Legende auf der Spur“, in dem auch zahlreiche Wegbegleiter wie Uschi Glas und Otto Schenk zu Wort kommen und von ihren Begegnungen, Dreharbeiten und legendären Festen mit Karl Spiehs erzählen.

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