Die MONTAG-PRESSE – 14. Februar 2022

Die MONTAG-PRESSE – 14. Februar 2022

Foto: Simon Rattle © Sheila Rock

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 14. Februar 2022

Staatsoper Berlin: Premiere von Sache Makropulos mit Petersen und Rattle 
Die umjubelte Inszenierung von Claus Guth setzt die Geschichte von der ewig jungen Emilia Marty mit aufregender Akribie um. Das Bühnenbild zeigt hohe, holzgetäfelte Räume. Als Marty überzeugt Marlis Petersen als schnippisches blondes Biest. Am Pult führt Simon Rattle sein leidenschaftliches Engagement für Janáček fort.
konzertkritikopernkritikberlin/a.schlatz.de

Berliner Philharmoniker: Petrenko überzeugt auch mit Brahms‘ zweitem Klavierkonzert
Petrenko scheint in Berlin angekommen. Der Brahms-Mini-Zyklus der Philharmoniker schließt mit dem Zweitem Klavierkonzert. Auch hier überzeugt Petrenko. Petrenko findet wie für die Zweite Sinfonie vor zwei Wochen einen eigenen Zugang. Die Philharmoniker klingen seit Wochen blendend. Dazu passt, dass auch András Schiff, dem Drama weniger liegt als gestische Feinpinselei, einen ausgezeichneten Abend hat. Mit Suks lederner Tondichtung „Lebensreife“ kann der Rezensent indes wenig anfangen.
konzertkritikopernkritik/aschlatz.de

„Konzertgänger in Berlin“
Rappelruhigend
Aus einer „Vibration der Stille“ entstehe die Musik von Konstantia Gourzi, erklärt der Pianist William Youn. Gemeinsam mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer geben die beiden im Pierre-Boulez-Saal ein leises, konzentriertes und doch abwechslungsreiches Konzert, von dem man – klänge es nicht so kitschig – sagen möchte, dass es dem Hörenden tiefe, doch schillernde Ruhe schenkt.
https://hundert11.net/rappelruhigend/

Hamburg
Rigoletto, Hamburgische Staatsoper
Verdis Rigoletto ist eine musikalisch ganz wunderbare Oper. Der Inhalt, eine junge Frau, die sich für ihren Vergewaltiger opfert, ist nicht mehr so ganz aktuell. Vielleicht fällt es deshalb den Akteuren schwer, sich in diese Rollen über das technisch-gesangliche hinaus einzubringen.
Von Dr. Ralf Wegner
https://klassik-begeistert.de/34952-2/

Vielfältig und fantasievoll: Ausblick auf die 45. Dresdner Musikfestspiele vom 11. Mai bis 10. Juni 2022
Von Pauline Lehmann
Klassik-begeistert.de

Nachtkritik: Neuerlicher Triumph für Oper von Georg Friedrich Haas
Kleine Zeitung

Wien/ Theater an der Wien
Theater an der Wien: Teures Dilemma der hohen Reputation Bezahlartikel
Intendant Roland Geyer bot viele herausragende Opernproduktionen an. Zum Abschied kritisiert der Stadtrechnungshof extrem hohe Kosten.
Kurier.at

Graz
„Morgen und Abend“ in Grazer Oper
Georg Friedrich Haas ist einer der international gefragtesten zeitgenössischen Komponisten und Träger des Österreichischen Staatspreises für Musik. Die Grazer Oper zeigt sein Werk „Morgen und Abend“, das Geburt und den Tod in den Fokus rückt.
https://steiermark.orf.at/magazin/stories/3142836

Die ganz andere Winterreise in der Oper Graz
„Morgen und Abend“ von Georg Friedrich Haas wirkte bei seiner umjubelten österreichischen Erstaufführung nur musikalisch verstörend.
https://www.diepresse.com/6098776/die-ganz-andere-winterreise-in-der-oper-graz

Salzburg
Salzburger Festspiele/ Jakub Hrusa: „Mein Traum ging in Erfüllung“
https://www.krone.at/2626829

CDs/Zwei populäre Stars der Oper geben sich die Ehre
René Kollo und Jay Alexander „Romantische Abendlieder“
musicheaquarter.com

Berlin
Das Freiburger Barockorchester zu Gast in Berlin: Ein Hoch auf Cäcilie
Tagesspiegel.de

Essen
Opernsänger-Ehepaar Seidl: „Wer weniger zu proben hat, der kocht“
Weitraer Opernsänger Christoph Seidl über sein Engagement in Deutschland, Covid – und die Ehe mit einer Sangeskollegin.
NiederösterreichischeNachrichten

Weimar
Wahnsinn mit Methode: Fulminanter „Caligula“ in Weimar
BR-Klassik.de

Weimarer Nationaltheater zeigt „Caligula“: ein musikalischer und szenischer Volltreffer
MDR.de

Kassel
„Freischütz“ am Staatstheater Kassel: Teufel in Weiß
„Der heftigste Regieeinfall: Der Einsatz von Waldarbeitsgeräten, Motorsägen, Astschredderern. Für einige Minuten ist auf der Bühne die Hölle los, die wahre Hölle, grauslig für die Ohren, aber in diesem Moment ist das Drastische, das hier die ganze Zeit über bloß behauptet wird, wenigstens wirklich da.“
FrankfurterRundschau.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Rom
“Touring on pause”: Valery Gergiev’s manager confirmed the interruption of Valery Gergiev’s tour in Italy due to coronavirus
https://eprimefeed.com/latest-news/touring-on-pause-valery-gergievs-manager-confirmed

Barcelona
Barcelona Obertura Spring Festival: a feast for the senses
bachtrack.com

Gran Teatre del Liceu to Showcase John Adams’ “Anthony and Cleopatra’ during 2023-24 Season
operawire.com

London
John Wilson, Philharmonia Orchestra, Royal Festival Hall, review: An intense sonic firework display
inews.co.uk

Disappointing Walton and Elgar from John Wilson and the Philharmonia
bachtrack.com

A tale of two fiddlers: Brescianello vs Vivaldi at St Martin-in-the-Fields
bachtrack.com

Leeds
Alcina — Handel’s warning to men gets a gender-swapping twist (Subscription required) Opera North’s production does a classic story proud
Thetimes.com

New York
Matsuev delivers depth and nuance along with the power in a remarkable night at Carnegie Hall
newyorkclassicalreview.com

Boston
Interview: Blomstedt Expounds on Bruckner 4
https://www.classical-scene.com/2022/02/12/blomstedt-expounds-on-bruckner-4/

Houston
Houston Grand Opera fetes Carlisle Floyd as composer, mentor and friend
texasclassicalreview

Recordings
François-Xavier Roth’s Pelléas et Mélisande Breaks Your Heart
https://www.sfcv.org/articles/review/francois-xavier-roths-pelleas-et-melisande

Ballett/ Tanz

Ballet/Dance
A Dance to the Music of Time and T.S. Eliot
Pam Tanowitz’s “Four Quartets,” a rich mix of poetry, painting, music and dance, had its New York debut at the Brooklyn Academy.
The NewYorkTimes.com

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Unter’m Strich

Österreich
Nehammer rückt von Impfpflicht ab, Impflotterie abgesagt
Statt einem Bonus für Impfwillige schwebt dem Kanzler nun Geld für Leistungen in der Pandemie vor. Die Aufregung um das „Gsindl“-SMS von Landeshauptfrau Mikl-Leitner nennt er scheinheilig.
Die Presse.com

Jetzt wackeln alle Coronaregeln
Impfpflicht, 2G und Quarantäne: Öffnungsgipfel könnte Lockerungswelle bringen.
https://www.vol.at/jetzt-wackeln-alle-coronaregeln/7290982

Telefonat: USA sichert Ukraine weiter Unterstützung zu
OSZE-Beobachtungsmission soll trotz Ausreiseaufrufen einzelner Staaten fortgesetzt werden. Laut Sullivan planen die USA „jeden Zentimeter des Nato-Gebiets“ zu verteidigen
Der Standard.de

Paris
Konvoi in Paris Protest mit politischem Zündstoff
In Paris sind etwa 7000 Polizisten im Einsatz, um einen Protestkonvoi davon abzuhalten, die ganze Stadt lahmzulegen. Acht Wochen vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl birgt die Aktion Zündstoff.
https://www.tagesschau.de/ausland/frankreich-konvois-paris-101.html

INFOS DES TAGES (MONTAG, 14. FEBRUAR 2022)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 14. FEBRUAR 2022)

Quelle: onlinemerker.com

WIENER STAATSOPER: ANNA BOLENA

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

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Nicholas Brownlee, Ekaterina Semenchuk. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Szilvia Vörös, Diana Damrau. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Diana Damrau (Anna Bolena)
Nicholas Brownlee (Enrico VIII.)
Ekaterina Semenchuk (Giovanna Seymour)
Pene Pati (Lord Riccardo Percy)
Szilvia Vörös (Smeton)
Dan Paul Dumitrescu (Lord Rochefort)

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Nicholas Brownlee, Diana Damrau. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Ekaterina Semenchuk. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Dan Paul Dumitrescu, Pene Pati. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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PREMIEREN-REIGEN:

Innsbruck: SALOME: Spannungsvoll und fesselnd (12.2.)

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Jacquelyn Wagner (Salome), Florian Stern (Herodes) © Birgit Gufler

Zum Premierenbericht von Thomas Nußbaummer

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Zürich: DIALOGUES DES CARMÉLITES am 13.2.

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Foto: Herwig Prammer

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

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Weimar/ Deutsches Nationaltheater: CALIGULA von Detlev Glanert – „Die Menschen sterben und sind nicht glücklich“ (12.2.)

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Foto: Candy Welz

Zum Premierenbericht von Olaf Schnuerpel
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STAATSTHEATER WIESBADEN/ Großes Haus: Sonntag, 6.3.  16:00 – 20:45
Tristan und Isolde
Richard Wagner (1813 – 1883)
Handlung in drei Aufzügen
In deutscher Sprache. Mit Übertiteln.

Libretto: vom Komponisten, nach dem Versroman »Tristan« (um 1210)
von Gottfried von Straßburg
Uraufführung: 1865 in München

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Michael Güttler. Foto: operabase

Musikalische Leitung Michael Güttler
Inszenierung Uwe Eric Laufenberg
Bühne Rolf Glittenberg
Kostüme Andrea Schmidt-Futterer
Chor Albert Horne
Licht Andreas Frank
Video Gérard Naziri
Dramaturgie Wolfgang Behrens

Tristan Marco Jentzsch
Isolde Barbara Haveman
König Marke Young Doo Park
Kurwenal KS Thomas de Vries
Melot Andreas Karasiak
Brangäne Khatuna Mikaberidze
Ein Steuermann Yoontaek Rhim
Stimme eines jungen Seemanns Julian Habermann
Ein Hirt Erik Biegel
Tänzer:innen Jonathan Schmidt, Jessica Sarah Larbig, Mar Sanchez Cisneros, Guillermo De la Chica Lopez, Gabriele Ascani, Sergio Indiveri, Annika Hofmann, Meryem Sahin
Chor & Chorsolisten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Sonntag, 6.3.2022 um 16 h

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LEIPZIG: Meisterklasse für Gesang mit KS. BERND WEIKL – 14.-19. Mai 2022

Der Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. mit Unterstützung der Kulturstiftung Leipzig bietet vom 14. bis 19. Mai 2022, in der Wagner-Aula der Alten Nikolaischule einen

Meisterkurs für Gesang unter der Leitung von Kammersänger Professor Dr. Bernd Weikl an.

Kursthema ist das italienische Fach

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KS. Dr. Bernd Weikl

Der Kurs richtet sich an Sängerinnen und Sänger mit Bühnenerfahrungen, die Veranstaltung ist  öffentlich und mündet in einem Abschlusskonzert am 19. Mai 2022, 19 Uhr.

Die Klavierbegleitung während des Kurses und im Konzert übernimmt Herr Karl-Heinz Müller, Solorepetitor und Kapellmeister.

Kurssprache: Deutsch, Italienisch, Englisch

Aktive Teilnahme: 150 € ohne Reisekosten und Übernachtung.
Passive Teilnahme Tageskarte 10 €, Abschlusskonzert 15 €

Anträge auf Unterstützung können beim Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. eingereicht werden.

Bewerbung

Bewerbungen für die aktive Teilnahme sind beim Richard-Wagner-Verband einzureichen. Sie sollten folgende Informationen bzw. Unterlagen beinhalten:

Name, Adresse, Geburtsdatum, Stimmlage, tabellarischer Lebenslauf, Foto, Demo-Aufnahme (nur CD).

Anmeldeschluss ist der 15. März 2022. Bis Mitte April erhalten die Bewerber/innen Rückmeldung über die Zulassung zur aktiven Teilnahme. Es werden 6 aktive Bewerber/innen zugelassen.

Information: Richard -Wagner -Verband Leipzig e.V., Postanschrift: Richard-Wagner-Platz 1, 04109 Leipzig,

E Mail:

Geschäftsstelle Kickerlingsberg 6, 04105 Leipzig,
Tel. +49 341 308 689 33,
Fax +49 341 308 689 35

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ORF „kulturMontag“: Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ an der Burg, Klimts Meisterwerk als NFT und das Comeback der Berlinale

 Am 14. Februar um 22.30 Uhr in ORF 2, danach: „In memoriam Gerhard Roth: Schreiben ist Leben – Gerhard Roth“

Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ berichtet am 14. Februar 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 u. a. über Klimts Meisterwerk „Der Kuss“ als NFT im Wiener Belvedere und das Comeback der Berlinale. Anlässlich Martin Kušejs Inszenierung des Sartre-Klassikers „Geschlossene Gesellschaft“ an der Burg ist Tobias Moretti live zu Gast im Studio. In memoriam Gerhard Roth steht danach die Dokumentation „Schreiben ist Leben – Gerhard Roth“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Ein Kuss zum Valentinstag: Klimts Meisterwerk als NFT

Am internationalen Tag der Liebenden, dem 14. Februar, schießt das Wiener Belvedere einen der wohl originellsten Pfeile aus, den Gott Amor im Köcher hat. Mitten ins Herz will man Kunstfreunde mit digitalen Originalen treffen und das mit einem der bekanntesten Kunstwerke der Welt, dem Herzstück der Sammlung. Gustav Klimts berühmter „Kuss“ aus dem Jahr 1907 mutiert zu einem NFT-Projekt. Eine hochaufgelöste digitale Kopie wird in einem 100 x 100-Raster aufgeteilt. So entstehen 10.000 unverwechselbare Einzelteile, die als „Non-Fungible Token“, kurz NFTs, zum Verkauf angeboten werden. Der virtuelle Kuss, zumindest ein winziges Teilchen in der Größe von 1 cm x 1 cm, kann um 1.850 Euro erstanden werden. Sollte die Idee fruchten, könnten die NFTs 18,5 Millionen Euro einbringen. Der Hype um digitale Echtheitszertifikate zieht seine Kreise, nachdem vor rund einem Jahr die digitale Collage des Grafikdesigners „Beeple“ um 70 Millionen Dollar bei Christie’s in London versteigert wurde. In Österreich ist das Belvedere das erste Bundesmuseum, das ein Kunstwerk als NFT mintet, also erstellt. Für Museums-Chefin Stella Rollig ist die Aktion nicht nur ein kurioser Marketing-Gag am Valentinstag, sondern eine vielleicht zukunftsträchtige Einnahmequelle. Der Erlös wäre nicht zweckgebunden, würde aber in einer pandemiebedingt angespannten finanziellen Situation mehr als hilfreich sein. Denn von einer Normalität ist der Museumsbetrieb bei einem Besucherrückgang von 80 Prozent weit entfernt. Ist die angesagte Technologie für digitale Zertifikate somit ein Retter in der Not? Oder dienen die Mega-Deals mit digitalen Kunstwerken vor allem als Propaganda für das Zocken mit Kryptowährungen, wie es Metropolitan-Chef Max Hollein einschätzt? Was bedeutet der Besitz eines Kunstwerks im digitalen Zeitalter?

Die Hölle, das sind die Anderen: Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ an der Burg

Isolation, Ängste, Paranoia, Wut, Verzweiflung – weltweit haben Menschen ihre Erfahrungen gesammelt, was es heißt, mit wenigen anderen eingeschlossen zu sein. Eine Gesellschaft in Quarantäne ist buchstäblich eine „geschlossene Gesellschaft“, in der die Menschen mit wenigen Ausnahmen ihr Leben zum Stillstand bringen. Seit Beginn der Pandemie verbringen die meisten Menschen einen Großteil ihrer Zeit in den eigenen vier Wänden. Während die einen unter Einsamkeit leiden, kann für andere gerade die dauernde Gesellschaft ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner zur Last werden. Lange vor Corona hat der französische Existenzialist Jean-Paul Sartre die menschliche Daseins-Hölle in seinem Stück „Geschlossene Gesellschaft“ beschrieben. Die existenzielle Freiheit zeigt sich laut Sartre besonders deutlich in Ausnahmesituationen. Sein Credo: „Du bist nicht nur frei, du bist Freiheit. Du kannst nicht nur, du musst wählen: nicht nur was du tust, sondern wer du bist und was du wirst.“ Auch die Coronakrise hätte Sartre nicht als Einschränkung unserer Freiheit verstanden, denn sie sei ebenfalls eine „Grenzsituation“, erklärt Sartre-Kenner Vincent von Wroblewsky. Wir seien dieser Tage in besonderem Maße herausgefordert, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Die Ungleichheit der Menschen sei auch für Sartre im Laufe seines Werkes immer wichtiger geworden, so Wroblewsky. Das habe ihn in seinen späteren Arbeiten zur These gebracht: „Die Freiheit des Einzelnen setzt die Freiheit aller voraus.“ Burg-Chef Martin Kušej bringt den Klassiker aus dem Jahr 1944 mit Dörte Lyssewski, Regina Fritsch und Tobias Moretti auf die Bühne. Über Eigenverantwortlichkeit, Selbstbestimmung und darüber, ob der Mensch zur Freiheit verurteilt ist, wie Sartre sagt, diskutiert Peter Schneeberger mit Tobias Moretti live im Studio.

Jagd nach dem Goldenen Bären: Das Comeback der Berlinale

Im vergangenen Jahr noch musste die Berlinale als Präsenzfestival im Februar ausfallen. Mitten in der Omikron-Welle soll sie heuer zwar verkürzt, aber dennoch stattfinden. Für internationales Flair sorgt gleich der Eröffnungsfilm. Der französische Regisseur François Ozon liefert mit „Peter von Kant“ eine freie Interpretation von Rainer Werner Fassbinders Meisterwerk „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. In seinem neuen Film spielen u. a. Denis Menochet, Isabelle Adjani und Hanna Schygulla. Isabelle Huppert wird mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet und als Jurypräsident fungiert der US-amerikanische Regisseur M. Night Shyamalan, dem sein internationaler Durchbruch 1999 mit dem Psychothriller „The Sixth Sense“ gelang. Auch die österreichischen Filmschaffenden geben auf dem Festival ein starkes Lebenszeichen von sich. Mit drei im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Filmen ist der ORF bei der diesjährigen Berlinale vertreten: Allen voran Ulrich Seidl, der mit „Rimini“, einem Drama rund um einen abgehalfterten Schlagerstar, im Wettbewerb um einen Bären rittert. In der Sektion „Encounters“ mit dabei ist auch „Sonne“, Kurdwin Ayubs Spielfilm über Jugendliche zwischen Social Media, Selbstfindung und Rebellion, der von Ulrich Seidl produziert wurde. Vertreten ist der ORF außerdem im „Forum“ mit „Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien“: Im Direct-Cinema-Stil porträtiert Constantin Wulffs Dokumentarfilm während der Vorbereitungen für das 100-Jahr-Jubiläum eine österreichische Institution zwischen reicher Vergangenheit und herausfordernder Zukunft als einzigartige Anlaufstelle für Menschen, die um ihre Rechte kämpfen. Mit an Bord der diesjährigen Berlinale ist auch Ruth Beckermann, deren Dokumentarfilm „Mutzenbacher“ – einer Erkundung der Prostitution von damals und heute – in der Sektion „Encounters“ läuft. Über die Chancen der österreichischen Beiträge, die besten Filme und die Atmosphäre am Festival berichtet Christian Konrad in einer Live-Schaltung aus Berlin.

In memoriam Gerhard Roth: „Schreiben ist Leben – Gerhard Roth“ (23.30 Uhr, ORF 2)

Gerhard Roth, nach eigenen Angaben „schreibsüchtig“ und „besessen“ von der Literatur, war einer der produktivsten deutschsprachigen Autoren und zudem ein stets wachsamer Kritiker gesellschaftspolitischer Zustände und Entwicklungen. Am Dienstag ist der gebürtige Grazer nur wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag in seiner Heimatstadt gestorben. Schwerpunkt seines Tausende Seiten umfassenden Werks bilden die beiden Zyklen „Archive des Schweigens“ und „Orkus“, an denen Roth mehr als 30 Jahre gearbeitet hatte: Literarische Tiefenbohrungen in die verdrängte jüngere Vergangenheit Österreichs. In Venedig und in der Südsteiermark, wo sich Gerhard Roth am liebsten aufhielt, schrieb der Autor bis zuletzt an einer Venedig-Trilogie. Das Verbrechen und die brutale, rücksichtslose Natur des Menschen im Kontrast zu seiner Schönheit bilden den Kern dieser Romane. Nach der von Katja Gasser und Sophie Weilandt gestalteten Dokumentation folgt der TV-Krimi „Ein Hund kam in die Küche“ (0.00 Uhr), den Xaver Schwarzenberger nach einem Drehbuch von Gerhard Roth inszenierte.
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