© Duo Natalia
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 30. MÄRZ 2026
Wien/Bösendorfer-Salon/1140
Ein Erlebnis der anderen Art: Das Duo Natalia füllt den kleinen Raum mit großer Musik
So müssen sich Könige gefühlt haben. Im Bösendorfer Salon spielt das Duo Natalia für eine Handvoll Leute. Drei Reihen, ein paar Stühle, zum Greifen nahe der 230-er Bösendorfer-Flügel. Für Pianistin Natalia Kovalzon ein großartiger Flügel, der auf alles sofort reagiert. Für Geigerin Natalia van der Mersch fast zu beengend. Dass der Luxemburgerin schon mal der Haarreif vom Kopf fetzt, liegt an der Energie, die sie in jeden Ton legt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de
25.3.26 „Così fan tutte“, mdw – Manipulationen der Liebe
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Schönbrunner Schlosstheater, Stream der Premiere. Ob es wirklich „Alle“ so machen, das ist die große Frage: Zumindest Don Alfonso scheint mit päpstlicher Unfehlbarkeit daran zu glauben. Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart sind seiner Auffassung mit frivol-boshafter „Willfährigkeit“ gefolgt – um im Finale dann doch noch eine „Medizin“ gegen ausuferndes Gefühlschaos zu verschreiben: In einer Welt voller Unbeständigkeit kann nur die „Vernunft“ dabei helfen, dass der Mensch in den Stürmen des Lebens nicht untergeht.
operinwien.at
Salzburg/Osterfestspiele
Im Salzburger Schurken-Welt-Theater
Rheingold zu Beginn der Osterfestspiele in der Felsenreitschule. Obwohl es von der Szene unendlich viel zu erzählen gäbe – Hauptsache ist ja doch, dass die Berliner Philharmoniker wieder da sind, und dass Kirill Petrenko dirigiert. Vergessen wir wabernde Wogen. Wenn Petrenko und die auf glasklare Durchsichtigkeit getrimmten Berliner Philharmoniker den Rhein abbilden, dann glaubt man jedes Gekräusel an der Wasseroberfläche, aber auch die Steine am Urgrund des Flusses zu sehen.
DrehpunktKultur.at
Alles auf Anfang
Die Berliner Philharmoniker und ihr Chef Kirill Petrenko kehren zurück an die Salzach. Mit diesem „Rheingold“ ist dem Intendanten der Osterfestspiele, Nikolaus Bachler, ein Coup mit Nachwirkung gelungen.
concerti.de
Hamburg/Staatsoper
Hamburg findet mit Lohengrin zurück in die Spur!
Auch am Gänsemarkt in Hamburg kann Richard Wagner schwer begeistern. Denn kaum zeigte sich Omer Meir Wellber nach einem spektakulären ersten Lohengrin-Aufzug dem Publikum, tönten aus allen Rängen schon nach der ersten Pause gleich mehrere Bravos. Sowas gab’s in Hamburg noch nie!
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de
Unter Omer Meir Wellber gelingt eine nahezu exemplarische Lohengrin-Aufführung
Unter Berücksichtigung des wunderbar aufspielenden Orchesters, des glanzvollen Chores und der sängerischen und darstellerischen Kraft von Klaus Florian Vogt und Sara Jakubiak sowie der spannungsgeladenen, in sich schlüssigen Inszenierung war es eine (nahezu) exemplarische Lohengrin-Aufführung.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de
Postapokalyptischer Anfang – Das „Rheingold“ in Salzburg (Bezahlartikel)
Mit diesem „Rheingold“ ist dem Intendanten der Salzburger Osterfestspiele Nikolaus Bachler ein Coup mit Nachwirkung gelungen.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Salzburger Osterfestspiele: Klangprächtiges Haydn-Oratorium
Sonne, Vögel, Walfisch und Gewürm: Die Berliner Philharmoniker unter Daniel Harding mit der „Schöpfung“ von Joseph Haydn
Kurier.at
Berlin/Komische Oper
Treppenwitz: Dem Oratorium „Belshazzar“ von Georg Friedrich Händel mangelt es nicht an dramatischer Energie.
Doch trotz gesanglicher und musikalischer Lichtblicke, weiß Regisseur Herbert Fritsch an der Komischen Oper Berlin nichts zu erzählen.
DieDeutscheBuehne.de
Ene, mene, Menetekel: Händels Oratorium „Belshazzar“ zwischen Punk und Posse (Bezahlartikel)
Bei Herbert Fritschs knallbunter Inszenierung an der Komischen Oper läuft die Party ganz schön aus dem Ruder. Er verzichtet auf jede Politisierung.
Tagesspiegel.de
„Belshazzar“ in der Komischen Oper: So lustig, dass niemand lacht (Bezahlartikel)
Herbert Fritsch stellt Händels „Belshazzar“ auf eine Treppe – was einiges Ungemach mit sich bringt. Dazu kommen leider zahlreiche fehlbesetzte Sänger.
BerlinerZeitung.de
Premiere an der Komischen Oper: Fritschs „Belshazzar“: statisch und blutleer
Babylon ist eine einzige große Showtreppe, und Belshazzar, der Zeremonienmeister, trägt den Turm zu Babylon auf dem Kopf. Dazwischen wimmeln die Babylonier knallbunt, die verfeindeten Perser in nordkoreanischem Blau und die im Exil gefangenen Juden mit Gebetsschals und kreisrunden Fellhüten.
bz-berlin.de
Ein kindischer Herrscher: „Belshazzar“ an der Komischen Oper (Podcast)
„Belshazzar“ ist ein Oratorium von Georg Friedrich Händel über den gleichnamigen König im Nahen Osten in biblischen Zeiten. An der Komische Oper Berlin hatte es nun Premiere – inszeniert von Herbert Fritsch.
inforadio.de
Berlin/Philharmonie
Verdis Requiem in der Philharmonie: Todesangst, extreme Stimmlagen und am Ende Jubel (Bezahlartikel)
Die Gastdirigentin Oksana Lyniv führt Orchester, Chor und Saal durch alle Abgründe der menschlichen Existenz.
Tagesspiegel.de
München/Prinzregententheater
„Münchner Leben“ im Prinzregententheater – Starkbier statt Champagner
Der Regisseur Dominik Wilgenbus ist ein echtes Theater-Tausendsassa und bekannt dafür, aus Altbekanntem etwas völlig Neues zu machen, sei es eine Haydn-Oper oder wie jetzt eine Offenbach-Operette. So wird bei ihm dessen Pariser zu einem Münchner Leben – mit einer ähnlichen, aber stark auf Bayern zugeschnittenen Geschichte und der Originalmusik, ergänzt um andere Offenbach-Nummern: Fertig ist seine kabarettistisch zugespitzte Version für die Kammeroper München, diesmal auf der großen Bühne des Prinzregententheaters.
BR-Klassik.de
Augsburg
„Die Krönung der Poppea in Augsburg“: Politik nach dem Lustprinzip
Machtbesessene Politiker, die vor allem ihr persönliches Vergnügen im Auge haben, sind seit Kaiser Nero nie aus der Mode gekommen. Intendant und Regisseur André Bücker zeigt die italienische Renaissance-Oper als unterhaltsame Show-Parodie mit Stangen-Tanz und Discokugel. Das überzeugt trotz der sterilen Akustik.
BR-Klassik.de
Flensburg
Landestheater Flensburg: „Dialogues des Carmélites“, Francis Poulenc
Poulencs grandiose Dialogues des Carmélites hatten gestern am Theater Flensburg Premiere. Fast ausschließlich mit Ensemblemitgliedern besetzt, gelingt Opernchef Hendrik Müller und GMD Harish Shankar ein unter die Haut gehender Opernabend.
Von Jochen Rüth
DerOpernfreund.de
Meiningen
Kulissenbühne heutig
Malerfürst Markus Lüpertz verantwortet die „Rheingold“-Premiere als Bühnen- und Kostümbildner sowie Regisseur in Personalunion: Historische Kulissenbühne trifft darin anregend emanzipierende Gegenwartskunst.
concerti.de
Wien
Woke? Konservativ? Gewitzt! „Piraten von Penzance“ an der Volksoper (Bezahlartikel) Die „Piraten von Penzance“ bescheren an der Volksoper einen Abend voll Dauerlachern und ausgezeichneter Musik.
DiePresse.com
„Piraten von Penzance“ an der Volksoper: Briten-Gaudi im Turbomodus (Bezahlartikel)
Hochkomische „Piraten von Penzance“ nehmen alles aufs Korn
Kurier.at
Pianistin Anna Vinnitskaya: „Es war wunderbar ohne Dirigent!“ (Bezahlartikel) Innerhalb von 24 Stunden hat die Pianistin Anna Vinnitskaya in Musikverein wie Konzerthaus reüssiert: Ein Gespräch über Pulttyrannen, ihre Strenge als Lehrerin, Putins Propaganda und Herbert Grönemeyer mit Taktstock.
DiePresse.com
Kammermusik mit viel Feuer im Musikverein (Bezahlartikel)
Brahms und Richard Strauss, gespielt mit frischem Drive: Jubel für ein Klavierquartett mit Cellist Kian Soltani.
DiePresse.com
Ein „NO“ zu Trumps radikaler Zuwandererpolitik
Frankreichs Dirigenten-Jungstar kehrte nach internationalen Erfolgen im Musikverein in Wien zurück ans Pult des ORF-Radio-Symphonieorchesters. Höhepunkt des Abends: Erstaufführung von Chaya Czernowins „NO! A Lament for the Innocent“.
krone.at
Wien/Volksoper
„Die Piraten von Penzance“ erobern Wien im Sturm
Einen Musiktheaterabend ganz wie damals verspricht Robert Kitzler, „Interimsdirektor“ der Volksoper, dem Publikum zum Beginn. Er sei ja selbst Konservativer und stolz, die Originalproduktion der britischen Operette „Die Piraten von Penzance“ von 1880 präsentieren zu können. Im Laufe der Vorstellung wird Kitzler (herrlich als Slimfit-Manager-Persiflage: Marcel Mohab) immer wieder unbeholfen durch die Szenen stolpern und sich wundern – über den tollpatschigen Wiener Polizeichor in den herrlich absurden Fischkostümen (Ausstattung: Julian Crouch), über die üppigen Rüschenkleider der Damen, die allzu gutherzigen Piraten, die ängstlichen britischen Polizei-„Bobbies“ oder über das köstliche Wind-Ballett (Choreografie: Gail Skrela).
krone.at
Erfurt
Im Leidensdruck schwulen Begehrens: Charles Wuorinens Oper „Brokeback Mountain“ in Erfurt
Nach der deutschen Erstaufführung in Aachen (2014), dann in Gießen (2022) und jetzt in Erfurt erweist sich Charles Wuorinens Oper „Brokeback Mountain“ definitiv als konkurrenz- und wertbeständig neben dem Kinofilm aus dem Jahr 2005. Die bewusst spröde Partitur mit dem Libretto von Annie Proulx nach ihrer Erzählung ersteht am Theater Erfurt mit beeindruckender Achtsamkeit für menschliche Details im riesigen Bühnenraum. Jakob Peters-Messer inszenierte. In den Hauptpartien überwältigen Mate Sólyom-Nagy als Rancher Ennis del Mar und Michael Smallwood als Rodeoreiter Jack Twist.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Prag
Parsifal reconsidered: A provocative improvisation in Prague
bachtrack.com/de
London
The Turn of the Screw, Linbury Theatre review – sorrow drenched in darkness Waterworks fail to douse the power of Britten’s sinister masterpiece
theartsdesk.com
The Turn of the Screw review – gripping and unsettling water-logged staging of Britten’s ghost story
TheGuardian.com
Handel in Shoreditch: a Tamerlano Triumph
operatoday.com
Grimeborn Opera Festival Unveils 2026 Lineup
operawire.com
LPO/Tan Dun review – a full battery of drums, dramatic inhalations and hints of Mongolian throat singing
chicagoclassicalreview.com
Manchester
Janáček’s Vixen at the RNCM provided entertainment in spades
seenandheard-international.com
Dublin
St Matthew Passion, Irish Baroque Orchestra, Whelan, St Patrick’s Cathedral, Dublin review – searing drama as before This year’s chorus of soloists has yet more revelations, but the overall vision’s the thing
theartsdesk.com
New York
Arresting visuals and narrative confusion of Tristan at the Met with Lise Davidsen’s transcendental Isolde
seenandheard-international.com
Boston
Musical politics loom on stage and behind the curtain with Nelsons, Boston Symphony
bostonclassicalreview.com
BSO Revisits American Icons
Soprano Fleming, baritone Hampson, and the TFC joined the core BSO along with several additional performers (saxophones and synthesizers) for several scenes from John Adams’s first opera Nixon in China.
classical-scene.com
Chicago
Haymarket Opera unearths another delightful Hasse rarity with “Semele”
chicagoclassicalreview.com
Tchaikovsky and Rota share the spotlight at Chicago’s Orchestra Hall
seenandheard-international.com
Muti mouth off at Chicago Audience
slippedisc.com
Washington
IN Series Concludes PASSION PLAYS Festival With For Women Serving Time
operatoday.com
Ballett / Tanz
Wien/Staatsballett
„Visionary Dances“: Dynamisches Stampfen, präzise wie ein Uhrwerk (Bezahlartikel)
Das Wiener Staatsballett begeistert in der Staatsoper mit Choreografien, visionär im Umgang mit der Musik und mit dem Raum
Kurier.at
The Royal Ballet School looks to the future as it celebrates its 100th anniversary
gramilano.com
Rock/Pop/Schlager
Falco, Udo Jürgens – gute Nachrichten für Platten-Fans
Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums wird „Rock Me Amadeus“ von Falco neu aufgelegt. Auch Udo Jürgens-Fans kommen auf ihre Kosten. Vor genau 40 Jahren, am 29. März 1986, erreichte „Rock Me Amadeus“ von Falco die Spitze der US-Charts – ein bis heute einzigartiger Erfolg für einen deutschsprachigen Titel.
heute.at
Sprechtheater
Maues Spiel: Barbi Markovićs Fußballschmöker „Piksi-Buch“ als Stück
DerStandard.at
Politik
Trump hat in der Straße von Hormus quasi nur schlechte militärische Karten
Die Geografie, Irans Skrupellosigkeit und der Vorteil asymmetrischer Kriegsführung eröffnen Washington nur kostspielige Optionen, gegen die der Präsident und seine Basis immer auftraten. Nachdem das Regime in Teheran den ersten Schock der Enthauptungsschläge durch Israel und die USA mit erstaunlicher Resilienz durchtaucht hatte, löste es einen Flächenbrand in der Region aus. Die Bombardierung von Energieanlagen in den Nachbarstaaten trieb die Kosten für die USA hoch. Das Ass im Ärmel, das jeder geopolitische Stratege kannte, war die De-facto-Sperre der Straße von Hormus durch anhaltende Angriffe auf Fracht- und Tankerschiffe US- und israelfreundlicher Staaten. Ein Angriff auf den Welthandel.
DerStandard.at
Österreich
„Krone“-Kommentar: Nächster Bundespräsident Kaiser oder Wehrschütz?
ORF-„Pressestunde“ mit dem Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser im September 2023. Ich hatte den allseits geachteten Sozialdemokraten, den viele lieber als Andreas Babler an der Parteispitze gesehen hätten, gefragt, ob er noch eine größere Rolle in der Bundes-SPÖ spielen werde. Nein, er sehe seine Aufgabenstellung in Kärnten.
Da waren noch 30 Sekunden Sendezeit, genug, um nachzustoßen: Die Hofburg ist für Sie auch nicht interessant? „Schauen S’, Kaiser in der Hofburg hat es schon gegeben, das müssen wir nicht wiederholen“, replizierte er schmunzelnd. Nun endet am Dienstag seine Amtszeit in Kärnten. Im aktuellen Interview mit der Sonntags-„Krone“ antwortet Kaiser auf die Hofburg-Frage: „Dieses Gerücht ehrt sehr. In meiner Lebensplanung ist es nicht vorgesehen.“ Doch auch das Amt des Landeshauptmanns war nicht in Kaisers Lebensplanung
krone.at
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Unter’m Strich
Neue Meeres-Blockade droht bei Houthi-Attacken: Extremer Preisschock
Bald könnten zwei wichtige Meerengen in Nahost für Schiffe nicht mehr sicher befahrbar sein. Das würde die Weltwirtschaft noch weiter ins Wanken bringen, fürchten Experten. Sie warnen vor „verheerenden Folgen“ für die Preise in vielen Ländern – die weit über die Energiemärkte hinausgehen könnten.
krone.at
Wenn der Frühling Pause macht: Ideen für kalte Ferientage in Wien
Der Frühling lässt ausgerechnet zu Ferienbeginn aus, aber: Aktivitäten in der Karwoche gibt es in Wien dennoch genügend. Vom frisch wiedereröffneten Museum der Illusionen bis Mini-Golf auf der Wollzeile: Sieben Empfehlungen für die kühlen Ferientage in Wien – mit Kindern und ohne.
DiePresse.com
Entspannter genießen. Schokohase ohne Reue: Zu Ostern nicht verzichten!
Ostern steht vor der Tür und es gibt so viel zu genießen! Aber lassen wir uns nicht unter Druck setzen. Ein bisschen Balance zwischen Genuss und Achtsamkeit ist das Geheimnis! Statt „entweder ganz oder gar nicht“-Mentalität lieber bewusst auswählen, was uns wirklich glücklich macht, empfiehlt Abnehmcoach Ursula Vybiral.
krone.at
INFOS DES TAGES (MONTAG, 30. MÄRZ 2026)
INFOS DES TAGES (MONTAG, 30. MÄRZ 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Theater an der Wien ab 10. April 5 Countertenöre in Aktion

Zu FACEBOOK mit mehreren Videos
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In die Stille der Seelen des Publikums hören: Ein Gespräch mit Ricarda Merbeth

Bei den Tiroler Festspielen Erl steht in diesem Frühjahr Richard Wagners „Parsifal“ auf dem Programm – ein Werk von großer spiritueller und musikalischer Tiefe. Im Zentrum steht Kundry, eine Figur zwischen Fluch und Erlösung, zwischen Rastlosigkeit und dem verzweifelten Wunsch nach Seelenruhe.
Mit Ricarda Merbeth übernimmt eine der profiliertesten Interpretinnen des deutschen Fachs diese vielschichtige Partie. Seit Jahrzehnten prägt sie die großen Wagner- und Strauss-Rollen auf internationalen Bühnen – von Isolde über Brünnhilde bis Elektra.
Als langjähriges Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper hat sie das Haus in fast 300 Vorstellungen über viele Jahre hinweg geprägt und ist ihm bis heute eng verbunden. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 2004 ebendort in der Titelpartie von Richard Strauss’ „Daphne“. 2010 wurde sie im Haus am Ring zur Kammersängerin ernannt.
In Erl widmet sie sich – nach ihrem Rollendebüt in halbszenischen Vorstellungen in Bergen vor drei Jahren – erstmals szenisch der Kundry.
Wir haben die Sopranistin zu Beginn der Orchesterproben getroffen und mit ihr über ihren Zugang zu Kundry, ihre künstlerische Entwicklung und über die Herausforderungen eines Repertoires gesprochen, das zu den anspruchsvollsten der Opernliteratur gehört.
Sie sind gerade in Erl, wo Sie an Ostern die Kundry in „Parsifal“ singen werden. In welcher Phase der Proben treffen wir Sie gerade an?
Sie treffen mich inzwischen am Beginn der schönen Zeit der Orchesterproben an. Die Proben seit zwei Wochen machen mir sehr viel Freude, die Arbeit mit Asher Fisch ist wieder etwas ganz Besonderes und ich bin umgeben von einem wunderbaren Regieteam mit Annie Holste und Sebastian Kranner, die die Proben für Philipp M. Krenns Inszenierung leiten.
Kundry ist eine Figur zwischen Extremen – wie finden Sie Ihren persönlichen Zugang zu ihr?
Um den Zugang zu dieser vielschichtigen Partie zu finden, habe ich mich in Gesprächen zuerst viel mit Richard Wagners Schriften, mit Wolfram von Eschenbachs Parzival, mit den Mythen und Sagen und natürlich mit der Musik von Richard Wagner beschäftigt.
Wenn Sie Kundry in einem Satz beschreiben müssten – wer ist sie für Sie?
Ich versuche es.
Kundry ist im 1. Akt eine vom Fluch Gequälte, Lebensmüde und doch Helfen-Wollende bei den Gralsrittern, im 2. Akt eine von Klingsor aus dem Tiefschlaf Erweckte und von ihm Benutzte und in der Szene mit Parsifal um Liebe Flehende und von ihrer Schuld des Verlachens von Christus ehrlich Parsifal darüber Erzählende, im 3. Akt die Geläuterte und durch die Taufe von Parsifal die Erlöste.
Ist Kundry für Sie eher Opfer, Täterin – oder etwas ganz anderes?
Kundry ist Täterin und Opfer zugleich: Sie hat Christus auf dem Weg zum Kreuz verlacht und im Moment seines Blickes ihre Schuld erkannt. Kundry hat Amfortas, als er gegen Klingsor kämpfen wollte, im Zauberreich Klingsors verführt, Amfortas ist Kundry erlegen und in dem Moment entreißt Klingsor Amfortas den heiligen Speer und verwundet Amfortas mit der Wunde, die nicht heilen will. Das ist ihre Schuld, ihr Fluch, der auf ihr lastet. Sie will genau wie Amfortas sterben. Dadurch, dass Kundry in den Fängen von Klingsor ist, ist sie auch Opfer.
Ihre Stimme hat sich bis heute eine enorme Frische und Jugendlichkeit bewahrt – wie erklären Sie sich das selbst?
Vielen Dank! Ich freue mich, dass Sie das sagen, denn das ist es ja, was ich auch gerne möchte. Zwischen Himmel und Erde ist sicher vieles, was man nicht so erklären kann. Aber eines darf ich sagen: ich komme aus dem lyrischen Sopranfach und habe durch die Mozartpartien und danach durch ein absolut druckloses Hineingehen in das dramatische Wagner und Strauss Fach wertvolle Möglichkeiten einer optimalen Stimmentwicklung erhalten. Dazu kommt, dass ich keine Mühen und kein Geld gescheut habe, um mich gesangstechnisch in den letzten Jahren immer wieder kontrollieren zu lassen, da sich der Sänger selbst anders hört als er vom Publikum gehört wird und ich mich immer weiter optimal technisch entwickeln möchte.
Brünnhilde, Isolde oder Elektra sind alles hochdramatische, lange Partien. Wie gehen Sie mit der enormen Belastung dieses Repertoires um – stimmlich und mental?
Ich habe in den letzten zehn Jahren von meinem Gesangsprofessor Ks Wolfgang Millgramm gelernt, beim Singen nicht auf meine Stimme zu hören. Das war eines vieler wichtiger Hinweise zum Überleben langer Partien. Dadurch fällt auf der Bühne die Selbstkontrolle weg, und Du bekommst stimmlich und mental einen gewissen Abstand zu Dir selbst. Privat versuche ich, ruhig zu bleiben, habe ein wunderbares und gehaltenes familiäres Umfeld mit meinem lieben Mann und meinen Eltern. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt für mich.
Erinnern Sie sich an den Moment, als sich eine neue Richtung abgezeichnet hat, von Mozart hin zum jugendlich-dramatischen Fach?
Es ist ein großes Glück, dass ich meine Laufbahn als Sopranistin mit Mozart, Mozart und nochmal Mozart begann. Donna Anna, Pamina, Contessa usw. Dieses schlanke durchsichtige Singen, der schöne, ehrliche Ausdruck, dem ich jetzt u.a. in Richard Strauss Elektra in der Orestszene begegne. Meine erste Tannhäuser-Elisabeth sang ich ja bereits Anfang der 90er Jahre am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg. Ich durfte glücklicherweise in den darauffolgenden Jahren in das Richard Wagner und Richard Strauss-Fach der Elisabeth, Elsa, Gutrune usw. kontinuierlich hineinwachsen. Die Wagner und Strauss-Partien kamen für mich neben den Mozartpartien alle im richtigen Moment meiner Karriere. Und plötzlich sah ich eines Tages in meinem elfjährigen Kalender: Mozart ist ja weg! Keine Mozartpartien mehr. Ja, so war das.
Vor genau zehn Jahren haben Sie langsam begonnen, auch Partien wie Isolde, dann Brünnhilde in „Siegfried“ und Elektra zu singen. War der Wechsel in dieses Fach eine bewusste Entscheidung?
Genauso wie ich vom Mozartrepertoire zu Partien wie Elisabeth, Elsa, Gutrune, Chrysothemis, Ariadne wachsen durfte, hatte ich danach die Möglichkeit, die Partien wie Isolde, die Brünnhilden, Elektra, Färberin, Ägyptische Helena usw. auf der Bühne interpretieren zu dürfen. Das war insofern eine bewusste Entscheidung, da ich den Angeboten freudig zusagte. Ich bin sehr dankbar, dass ich im Laufe meiner Karriere Intendanten und Dirigenten begegnen durfte, welche mir diese gewaltigen, großen Partien anvertrauten. Dadurch bekam ich diese besonderen Möglichkeiten.
Welche Rolle spielen heute äußere Faktoren wie Medienpräsenz im Vergleich zur rein künstlerischen Arbeit?
Die Medienpräsenz ist sehr wichtig. Das Publikum interessiert sich dafür, den Künstler kennenzulernen. Deshalb möchte ich mich auch bei Ihnen für das jetzige Interview bedanken! Genauso wichtig sollte das Bewusstsein sein: Was muss ich als Sängerin, Mensch tun, um mich –solange ich auf der Bühne stehen darf – gesangstechnisch, geistig und vor allem geistlich fit und balanciert zu halten.
Gibt es etwas, das Sie jungen Sängerinnen und Sängern am Beginn ihrer Karriere unbedingt mitgeben möchten?
Nach 36 Jahren Bühnenerfahrung fällt mir, glaube ich, schon etwas ein: Stimme, Technik, Fleiß, Glück, gesundes Selbstbewusstsein, Demut, Glaube an Gott, an sich selbst und an seine innere Stimme finde ich sehr wichtig. Warum? Die Karriere eines Sängers ist im Idealfall lang. Um den Enttäuschungen und den Tiefschlägen, aber auch den Erfolgen, die auf dem Weg der Karriere kommen, standzuhalten, benötigt der Sänger ein Rüstzeug. Wir haben „nur“ diese kleinen Stimmlippen und sind dadurch extra sensibel. Mir persönlich hilft mein christlicher Glaube, dass ich mir im Gottvertrauen bewusst mache, woher ich komme und wohin ich gehen werde. Das stärkt mich und macht mich froh und macht vieles andere unwichtig und lässt mich den Weg finden, den ich gehen soll. Und wenn es super läuft: sich an der richtigen! Stelle bedanken.
Viele sagen, dass man nicht zu früh zu schwere Partien singen soll.
Das ist richtig, aber man lernt auch an den Herausforderungen.
Worauf freuen Sie sich in Zukunft? In welche Rollen dürfen wir Sie erleben?
Ich freue mich immer, wenn ich in der Vorstellung auf der Bühne die Stille der Seelen des Publikums hören darf. Das empfinde ich immer wieder als Phänomen. Das möchte ich sehr gerne mit meinen Lieblingspartien u.a. Elektra, Färberin, Isolde, Brünnhilden weiter erleben.
Online-Merker 26.3.2026
Ricarda Merbeth auf Instagram über ihre „Kundry“ in Erl

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Die Salzburger Salome (gesehen und gezeichnet von Robert Fucik)

© Robert Fucik
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Wiener Staatsballett: „Visionary Dances“ – kraftvoll getragen vom Zeitenfluss am 28.3. 2026

© Ashley Taylor/Wiener Staatsballett
Was hatten die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren, Jahrzehnten in ihrer Tanzszene zu bieten? Wiens Staatsballett-Chefin Alessandra Ferri, teils auch US-geprägt, deutet dies den Wiener Ballettfreunden in ihrem Staatsopern-Dreiteiler „Visionary Dances“ an. Und auch im „American Signatures“-Programm ab kommend Mai in der Volksoper werden diese Lehrstunden fortgeführt. Also, es wird Englisch gesprochen, und mit „Heatscape“ (Choreographie Justin Beck) und „Yugen“ (der Engländer Wayne McGregor) oder „In the Upper Room“ (Twyla Tharp) wird in der Strömung des Zeitenflusses perfektes choreographisches Handwerk vorgeführt.
Mir großem Beifall für ein hochambitioniertes wie artistisch gefordertes Ensemble wurde der Premierenabend aufgenommen. Sieht man von der Klassik ab, so ist die zumeist erfreuende Kunst des Bühnentanzes nun einmal allzu kurzlebig. Überleben dürfte in diesem Angebot jedenfalls die nun 85jährige Twyla Tharp. Der Ausflug der Erfolgsdame (auch mit ihren Tänzen zu den Filmen „Hair“, „Amadeus“) in einen wohl etwas höher gelegenen sphärischen Upper Room ist mit ihrer eigenen Kompanie 1986 erfolgt. Und mit der damals so in Mode gestandenen Musik des Philip Glass und dessen alles niederwälzenden repetitiven Harmonieklänge wird ein virtuoses wie lockeres, mit Paaren im Gleichklang, wirbelnden Gruppentänzen und witzigen Soli durchsetztes originelles wie atemloses neckisches Tanzspiel vorgeführt. Zwar aussagelos, doch zu Tänzer- und Zuseherfreuden mit heute noch frischem Duktus.
Die Jüngeren haben Tharps damals so echt modern strahlendem Stil aufgenommen, setzen diesen in ihrer eigenen Manier fort. Justin Beck, Jahrgang 1987 und gut beschäftigt vom New York City Ballet und am Broadway, läßt es in seiner ‚Hitzelandschschaft‘ zu Bohuslav Martinůs frühem ersten Klavierkonzert nicht so ganz poetisch wie dieses doch lebendig und auch ein bisschen sensibel vibrieren. Und der Engländer Wayne McGregor, reif in seinen 50er Jahren, hat sich von den hebräischen Gesängen von Leonard Bernsteins „Chichester Psalms“ zu einem ebenso kraftvollen doch etwas besinnlicheren Tanzpoem verführen lassen.

© Ashley Taylor/Wiener Staatsballett
Das teils neu zusammengesetzte Staatsballett erfüllt in bunten Trikots hingebungsvoll alle dies die Anforderungen. Wenn darf man in dieser tänzerischen Überfülle hervorheben? Pardon, bleiben wir bei den musikalisch Assistierenden: Der Schönberg-Chor und edle Knabenstimmen wurden eigens für Bernsteins Psalmengesang engagiert und in den Orchestergraben geholt; der Brite Gavin Sutherland ist diesmal am Pult gestanden. Und das Publikum? Ja, die Zustimmung am ersten Abend ist sehr positiv gewesen.
Meinhard Rüdenauer
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Wien: Frühlingsfestival im Musikverein: Beethoven, Bewegung und große Namen
Mit den länger werdenden Tagen und dem Einzug des Frühlings wächst die Lust auf Bewegung – und auf gemeinsame musikalische Erlebnisse. Am 17. April startet das traditionelle Frühlingsfestival des Musikvereins, das in diesem Jahr die Bewegung selbst zum Thema macht.
Ausgangspunkt ist ein besonderes Sammlungsobjekt: der Spazierstock von Ludwig van Beethoven. Beethovens ausgedehnten Spaziergänge inspirierten Werke wie die „Pastorale“, die zu den zentralen Höhepunkten des Festivals zählt. Einen besonderen Akzent setzt die Reihe „night flowers“, kuratiert von Marino Formenti: atmosphärische Nachtkonzerte mit zeitgenössischer Musik, die im Anschluss an ausgewählte Abendveranstaltungen stattfinden – bei freiem Eintritt, auch ohne Konzertticket.
Christian Thielemann ist mit der Staatskapelle Berlin am 18. und 19. April im Großen Musikvereinssaal zu erleben. Neben Beethovens Sechster Symphonie widmet er sich auch einem mehrjährigen Projekt mit Orchesterliedern von Richard Strauss, interpretiert von Julia Kleiter und Konstantin Krimmel.
Am 14. April setzen wir unseren Zyklus mit Lukas Sternath fort: Gemeinsam mit Sophie Rennert gestaltet er einen Liederabend, der Robert Schumanns Dichterliebe mit Liedern von Johannes Brahms sowie den Rückert-Liedern von Gustav Mahler vereint. Musikalische Klangvielfalt bietet anschließend, am 23. April, das Kammerorchester Wien-Berlin unter Rainer Honeck, das gemeinsam mit Gautier Capuçon Werke von Joseph Haydn und Peter Iljitsch Tschaikowskij zur Aufführung bringt.
Gleich zweimal dürfen wir das London Symphony Orchestra unter Sir Antonio Pappano begrüßen: Am 27. April ist Vilde Frang mit Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert zu erleben, am 28. April folgt Pianist Denis Kozhukhin mit Leonard Bernsteins Zweiter Symphonie für Klavier und Orchester, The Age of Anxiety.
Ein besonderer Geheimtipp ist am 24. April die zweite Runde unserer Hör-Bar mit Petr Popelka, Chefdirigent der Wiener Symphoniker: Gemeinsam mit geschätzten Kolleg:innen führt er durch seine Lieblingswerke – erzählend, musizierend und auch selbst am Dirigentenpult. Lassen Sie sich inspirieren, wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Herzlichst,
Ihre Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Konzert-Höhepunkte
Sophie Rennert, Mezzosopran
Lukas Sternath, Klavier
Dienstag, 14. April 2026
19.30 Uhr
Brahms-Saal
Robert Schumann: Dichterliebe. Liederzyklus aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“, op. 48
Johannes Brahms: Ständchen, op. 106/1
Von waldbekränzter Höhe, op. 57/1
Feldeinsamkeit, op. 86/2
Die Mainacht, op. 43/2
An die Nachtigall, op. 46/4
Unbewegte laue Luft, op. 57/8
Gustav Mahler: Rückert-Lieder
Il Giardino Armonico
Kammerorchester Basel
Giovanni Antonini, Dirigent
Nikola Hillebrand, Sopran
Mittwoch, 15. April 2026 19.30 Uhr. Großer Saal
Unter dem Titel Haydn in Love entfaltet sich ein facettenreiches Porträt von Haydn als Komponist der Gefühle: Zwei seiner Londoner Symphonien treffen auf ausgewählte Arien aus seinen Opern, in denen Liebe, Sehnsucht und dramatische Leidenschaft musikalisch Gestalt annehmen. Zwischen virtuoser Ausdruckskraft entsteht ein ebenso intimes wie farbenreiches Klangbild.
Saša Stanišić, Lesung
Mitglieder des Bläserensembles Federspiel
Freitag, 17. April 2026 20.00 Uhr. Gläserner Saal / Magna Auditorium
Alle hinterlassen wir Spuren in der Welt.
„Genossin Rozalija Mimić“ und weitere Texte von Saša Stanišić sowie Musik des Bläserensembles Federspiel. Zum Artikel.
„Hör-Bar“ mit Petr Popelka
Mitglieder der Wiener Symphoniker
Petr Popelka, Dirigent
Christina Bock, Rezitation
Freitag, 24. April 2026 um 20.00 Uhr- Gläserner Saal / Magna Auditorium
Petr Popelka präsentiert ein neues Konzertformat: die „Hör-Bar“. Gemeinsam mit Musiker:innen seines Orchesters lädt er zu einem Abend ein, der klassische Konzertformen aufbricht und Raum für Entdeckungen schafft.
Kammerorchester Wien – Berlin
Rainer Honeck, Leitung und Violine
Gautier Capuçon, Violoncello
Donnerstag, 23. April 2026. 19.30 Uhr. Großer Saal
Joseph Haydn
Symphonie A-Dur, Hob. I:59, „Feuer-Symphonie”Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur, Hob. VIIb:1
Peter Iljitsch Tschaikowskij: Souvenir de Florence, op. 70
Wiener Symphoniker
Mirga Gražinytė-Tyla, Dirigentin
Antoine Tamestit, Viola
25. & 26. April 2026 19.30 Uhr Großer Saal
John Adams
Short Ride in a Fast Machine
Béla Bartók: Konzert für Viola und Orchester
Hector Berlioz: Symphonie fantastique, op. 14, „Episode de la vie d’un artiste“
London Symphony Orchestra
Sir Antonio Pappano, Dirigent
Vilde Frang, Violine
Montag, 27. April 2026 19.30 Uhr. Großer Saal
Imogen Holst:Persephone
Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 35
Dmitrij Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5, op. 47
Monatsmagazin Musikfreunde
April 2026
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Saison 2026/27
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Konzertkassa – Öffnungszeiten
Montag – Freitag
09.00 – 19.00 Uhr
Samstag
09.00 – 13.00 Uhr
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn ausschließlich dem betreffenden Konzert widmen können. Sonstige Anliegen und Kartenabholungen für andere Vorstellungen bearbeiten wir während unserer restlichen Geschäftszeiten gerne.
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Programmhöhepunkte 2026: Von Rossinis Erstlings-Oper bis zum Open-Air-Spektakel: Große Programmvielfalt beim KlassikFestival Schloss Kirchstetten 2026

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Das KlassikFestival Schloss Kirchstetten im Weinviertel gilt heute als eine der Top-Adressen für Belcanto-Kenner. Mit erlesener Programmauswahl, dynamischen Inszenierungen und hoher musikalischer Qualität hat sich das Festival in den vergangenen zehn Jahren profiliert. Diesem Kurs bleibt man auch 2026 treu. In der 28. Spielzeit bringt Intendant Stephan Gartner Gioachino Rossinis allererste Oper „La cambiale di matrimonio“ – „Der Heiratswechsel“ (29.7. bis 8.8.2026) – im mit maximal 160 Plätzen „kleinsten Opernhaus Österreichs“ auf die Bühne. Ergänzt wird das Sommerprogramm durch einen Reigen an Freiluft-Höhepunkten verschiedener Genres im stimmungsvollen Ehrenhof des Schlosses.
„Rossinis Opern passen nach Kirchstetten wie die Faust aufs Auge“, ist Intendant Stephan Gartner überzeugt. Nach selten gespielten Raritäten und weltweit populären Werken kehren er und sein Team heuer zu den Ursprüngen der Rossini’schen Belcanto-Kunst zurück und präsentieren dessen Erstlingswerk „La cambiale di matrimonio“. Den Einakter, eine typisch venezianische „farsa comica“, komponierte Rossini 1810 im Alter von nur 18 Jahren. Schon hier sprühen Witz, musikalische Charakterzeichnung und eingängige Melodien, die sein späteres Schaffen prägen sollten.
In „La cambiale di matrimonio“ will der Londoner Kaufmann Mill seine Tochter aus Kalkül verheiraten – doch Fanny liebt einen anderen. Als der vorgesehene Bräutigam Größe beweist und auf sein „Geschäft“ verzichtet, wendet sich das turbulente Spiel überraschend zum Guten. „Eine spritzige Opernkomödie voller Witz, Tempo und Gefühl“, schwärmt Gartner. Für die Inszenierung konnte erneut Richard Panzenböck gewonnen werden, für die musikalische Leitung zeichnet wie bisher Hooman Khalatbari verantwortlich.
„Mit La cambiale di matrimonio gehen wir bewusst einen Schritt zurück zu den Wurzeln des Rossini’schen Belcanto. Gerade in unserem intimen Rahmen funktioniert diese Musik besonders unmittelbar – man erlebt Oper hier, im kleinsten Opernhaus Österreichs, so nah und lebendig wie nirgendwo sonst. Gleichzeitig schärfen wir mit dieser Stückwahl weiter unser Profil: Schloss Kirchstetten hat sich weit über Niederösterreich hinaus als unverwechselbare Belcanto-Spielstätte etabliert – mit einem besonderen Fokus auf Rossini. Wir verstehen uns auch als ein Ort für musikalische Entdeckungen. Abseits der großen Mainstream-Opern wagen wir uns immer wieder an Werke, die viel zu selten gespielt werden – und dieser Schatz an faszinierenden Opern ist noch lange nicht gehoben“, so Intendant Stephan Gartner.
Von Klassik über Filmmusik bis Kabarett im August
Unmittelbar nach der Opernspielzeit im unvergleichlichen Maulpertsch-Saal warten 2026 gleich vier Open-Air-Erlebnisse im Ehrenhof von Schloss Kirchstetten. „Es freut mich besonders, dass wir heuer einen neuen Kooperationspartner gewinnen konnten, durch den wir unser Open-Air-Portfolio noch einmal deutlich erweitern. Als führender Veranstalter großer Orchesterkonzerte im Weinviertel ist es uns natürlich wichtig, auch neue Publikumsschichten anzusprechen. Mit Genres wie Austropop oder Kabarett öffnen wir das Festival bewusst für zusätzliche Zielgruppen – ohne dabei unsere musikalische Qualität aus den Augen zu verlieren“, erklärt Gartner.
Zum mittlerweile 16. Mal geht am Donnerstag, 13. August, das Konzert-Highlight KLASSIK UNTER STERNEN über die Bühne. Das Moravian Philharmonic Orchestra präsentiert dabei unter der Leitung von Hooman Khalatbari berühmte Ouvertüren aus weltbekannten Opern von Rossini, Donizetti, Mozart, Puccini, Verdi, Wagner, Debussy und vielen andern.
Am Samstag, 15. August, folgt mit Symphonic Blockbuster eine Weltreise durch die Filmmusik: Von den epischen Klängen aus Star Trek und Der Herr der Ringe, über die gefühlvollen Melodien aus Forrest Gump bis hin zu den bombastischen Soundtracks von Jurassic Park oder Robin Hood – das Symphonieorchester der TU Wien bringt die Magie großer Kino-Momente fulminant zum Klingen.
Mittwoch, der 19. August, steht im Zeichen des unverwechselbaren Klangs des Austropop: Musik-Legende Gert Steinbäcker, die prägende Stimme von STS, bringt seine unverwechselbare Live-Energie und Hits wie „Grossvater“ und „Die Sunn über’n Meer“ gemeinsam mit seiner Band auf die Open-Air-Bühne von Schloss Kirchstetten. Special Guests: Andy Baum & Christian Becker.
Am Freitag, 21. August, wird im Schloss Kirchstetten erstmals ein Kabarettabend geboten, und zwar mit einem Kapazunder der heimischen Szene: Gernot Kulis serviert sein neues Comedy-Programm „Ich kann nicht anders“ – voller Geschichten aus dem echten Leben, chaotisch, schnell und urkomisch. Ein groß angelegter Angriff auf die Lachmuskeln ist dabei vorprogrammiert.
Musikgenuss auch im Herbst
Damit nicht genug, hält auch das Herbstprogramm von 25. September bis 7. Oktober wieder zahlreiche Glanzpunkte bereit. Erster Schwerpunkt sind die beliebten Erzählkonzerte im prachtvollen Maulpertsch-Saal. In der Reihe „Kammermusik: gehört – erzählt“ verbinden sich musikalische Spitzenleistungen mit unterhaltsamen Moderationen, spannenden Hintergrundgeschichten und persönlichen Einblicken in das Leben der Komponistinnen und Komponisten. In der intimen Atmosphäre des barocken Saales entsteht so ein Konzerterlebnis, das Musik nicht nur hörbar, sondern auch erzählbar und unmittelbar erlebbar macht.
Den Auftakt bildet am Freitag, 25. September (19:30 Uhr) das FESTKONZERT zum Jubiläum der historischen Kirchenorgel von Kirchstetten. „Dieses barocke Kleinod feiert 2026 ihren 200. Geburtstag. Sie ist ein außergewöhnlicher Schatz, weil sie bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Während im Krieg bei vielen Orgeln die Pfeifen eingeschmolzen wurden, blieb jene in Kirchstetten verschont – man hat sie schlicht vergessen. Umso schöner ist es, dieses Instrument heute mit einem Festkonzert zu feiern“, betont Intendant Stephan Gartner. Der junge Weinviertler Organist Manuel Fröschl stellt das restaurierte Instrument mit Werken von Händel, Haydn und Mozart in den Mittelpunkt, während im zweiten Teil Harfenistin Tina Zerdin gemeinsam mit dem Kammerorchester mit klangvollen Werken von Mozart, Mascagni und Dvořák festliche Akzente setzt.
Am Samstag, 26. September (19:30 Uhr) folgt mit „Wiener Blut“ eine szenische Operettenaufführung mit Musik von Johann Strauss. Temperamentvolle Melodien, Wiener Charme und schwungvolle Ensembles lassen den Geist der klassischen Wiener Operette im barocken Ambiente des Schlosses lebendig werden.
Ein besonderes Familienerlebnis bietet am Sonntag, 27. September (15:00 Uhr) die KinderOperette „Der gestiefelte Kater“. Das märchenhafte Musiktheater bringt die bekannte Geschichte mit viel Humor, Musik und Fantasie auf die Bühne und führt junge Zuhörerinnen und Zuhörer spielerisch an die Welt der Oper heran. Ein spannendes, lustiges Märchenabenteuer für Kinder von 3 bis 9 Jahren.
Den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 7. Oktober (19:30 Uhr) das Konzert „Parisienne nostalgie“ des Klaviertrios Kalliopé Trio Prague, das mit französischer Kammermusik eine musikalische Reise in die Klangwelt von Paris unternimmt. Elegante Melodien, impressionistische Farben und fein nuancierte Kammermusik lassen dabei die besondere Atmosphäre der französischen Musiktradition in Kooperation mit dem Musikfestival Lednice/Valtice aufleben.
Noch vor dem Saisonfinale am 7. Oktober bringt der zweite herbstliche Konzertblock „herbstKLANG weinviertel“ neue Konzerte im alten Schloss zum Erklingen. Dabei steht das Weinviertel mit seiner sanft wogenden Landschaft, dem Wein und den Menschen aus der Region im Mittelpunkt. Die Künstlerinnen und Künstler, die eingeladen werden, leben im Weinviertel oder haben hier ihre Wurzeln – und bringen ihre ganz persönliche musikalische Handschrift mit.
Am Freitag, 2. Oktober (19:30 Uhr) lädt die Wiener Formation Stubenfliege rund um die gebürtige Weinviertlerin Eva Stubenvoll mit dem Programm „amüsant: Flug über Wien“ zu einem musikalisch-humorvollen Streifzug durch die Stadt der Musik. Mit viel Wiener Schmäh, Musikkabarett und charmanten Geschichten entsteht eine ebenso unterhaltsame wie musikalische Liebeserklärung an Wien.
Am Samstag, 3. Oktober (19:30 Uhr) präsentiert die Band HAUK unter dem Titel „authentisch: Austropop ohne Grenzen“ ihr neues Album „Alles Liebe“ und damit Songs, die sich zwischen zarten Momenten und stürmischer Leidenschaft, zwischen Träumen und Entschlossenheit bewegen.
Den stimmungsvollen Abschluss dieser Reihe bildet am Sonntag, 4. Oktober (15:00 Uhr) wie immer das beliebte Wein-Wander-Konzert „kultig: Brass & Wine“. Abwechslungsreiche Bläsermusik von Trombone Attraction, der Kirchstetter OpernWein und ein Spaziergang mitsamt Klappsessel durch das herbstliche Schlossareal verbinden sich zu einem genussvollen Gesamterlebnis, bei dem Musik, Landschaft und Weinviertler Lebensgefühl auf einzigartige Weise zusammenfinden.
Über das Schloss Kirchstetten
Der eindrucksvolle Kernbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich eine vierflügelige Anlage mit Wassergraben, Befestigungsmauern und kleinen Vorwerken, ging das Schloss 1729 in den Besitz des kaiserlichen Leibarztes Matthias von Suttner über. Der Medicus ließ das Schloss nach Plänen von Joseph Emanuel Fischer von Erlach im barocken Stil umbauen. Die U-förmige Anlage ist nun nach Osten hin offen und führt in einen ausgedehnten Park. Kunsthistorisches Highlight ist der Maulpertsch-Saal, benannt nach Franz Anton Maulpertsch (auch: Maulbertsch), dem Schöpfer des Deckenfreskos „Triumph der Wahrheit über die Zeit“. An den Stirnwänden des Saales finden sich je zwei großformatige Porträts des Rokokomalers Franz Anton Palko. Sie zeigen die Familie Suttner, der auch die berühmte Bertha von Suttner entstammte. Anfang des 20. Jahrhunderts war Bertha von Suttner oftmals zu Gast bei ihren Verwandten in Schloss Kirchstetten. Nach 1945 verließ die Familie Suttner das Schloss welches bis 2015 im Besitz der Familie war. Das Gebäude blieb jahrzehntelang unbewohnt und ungenutzt. Zur NÖ Landesausstellung wurde es renoviert und erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun befindet sich das Schloss im Privatbesitz und wird dankenswerterweise für zahlreiche Veranstaltungen geöffnet.
KONTAKT & KARTEN:
Hauptplatz 1, 2135 Neudorf im Weinviertel, Niederösterreich
Tel: +43 670 655 86 75 / <> / www.schloss-kirchstetten.at<http://www.schloss-kirchstetten.at>
Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen – bis Ende Mai 2026 läuft der Frühbucher-Bonus!
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LAS PALMAS/Teatro Pérez Galdós: OTELLO – Premiere am 24. März 2026
Attraktive Werkgerechtigkeit

Erika Grimaldi, Michael Fabiano © Nacho González Oramas /ACO
Im Rahmen ihrer bereits 59. Opern-Saison in Erinnerung an KS Alfredo Kraus, den großen Sohn der Stadt Las Palmas, brachten die Amigos Canarios de la Ópera – ACO nun eine neue Eigenproduktion von Giuseppe Verdis „Otello“ heraus – nach dem „Liebestrank“ die zweite von fünf Opern in der Temporada 2026. Es ist die bereits 6. Inszenierung der ACO seit 1972. Unter anderen sangen hier seither in den Hauptrollen Mario Del Monaco, Tito Capobianco, Richard Cassilly, Vladimir Atlantov, Barbara Frittoli, Yolanda Auyanet – klingende Namen also.
Aufgrund der großartigen Leistungen der drei Protagonisten, aber auch der kleineren Rollen, soll hier einmal mit dem gesanglichen Teil begonnen werden. Die Besetzung der Hauptrollen hat einmal mehr bewiesen, dass die Amigos ein gutes Händchen bei ihrer Besetzungspolitik haben, um die sie einige – auch durchaus größere – Häuser im europäischen Norden beneiden sollten. Man holt immer wieder Weltklasse-Sänger nach Las Palmas. Piotr Beczała als Cavaradossi in der letzten Saison sei nur als ein Beispiel der jüngsten Vergangenheit genannt.
Nun war es Michael Fabiano, US-Amerikaner italienischer Abstammung, der schon an vielen großem Häusern gesungen hat, auch in Wien. Er gab einen starken und darstellerisch äußerst souveränen Otello mit gutem Spinto. Auf eine Dunkelfärbung seines Gesichts wurde freilich aus den wohl hinlänglich bekannten Gründen verzichtet, obwohl gerade darin ein Teil der ganzen Entwicklung des Stücks und Otellos Untergangs besteht.
Erika Grimaldi singt ebenfalls weltweit nahezu alle Puccini- und Verdi-Partien ihres Fachs. Das sind nicht wenige, und sie gehören zu den beliebtesten ihrer Zunft. Grimaldi beeindruckte als Desdemona wieder mit ihrem herrlich timbrierten und technisch perfekt geführten sowie äußerst wohlklingenden Sopran. Das Gebet an Maria im letzten Akt war vom Feinsten, emotional berührend, mit herrlichen Piani. Die Rolle interpretierte sie darstellerisch auf exzellente Art und Weise mit all ihren Facetten.

© Nacho González Oramas /ACO
Gabriele Viviani, auch ein Weltklassesänger, sang und spielte höchst intensiv den Jago. Auch er singt überall auf der Welt. Zuletzt konnte ich ihn als Macbeth in Savonlinna erleben. Seine Begegnungen mit Otello an diesem Abend waren von größter Dramatik und darstellerischer Intensität gekennzeichnet. Viviani ist ein ganz großer Sänger, von dem man noch viel mehr hören wird.

© Nacho González Oramas /ACO
Bror Magnus Tødenes gab einen willfährigen Cassio mit einem guten und weiter ausbaufähigen Tenor. David Barrera war ein präsenter Roderigo. Max Hochmuth, ein deutschstämmiger Argentinier im Ensemble von Las Palmas, war Montano, Julián Padilla Heraldo, und Andrea Gens gab eine zurückhaltende Emilia, alle vier mit ihrem Rollendebut. Jeroboám Tejera sang einen souveränen Lodovico.
Carlo Antonio de Lucia führte Regie mit dem Bühnenbilder Daniele Piscopo, der sehr oft bei den ACO Regie führt. Diese doppelte Ladung an Regie-Kompetenz drückte sich in einer äußerst attraktiven Inszenierung mit einer bestens ausgearbeiteten und ganz eng am Thema der unüberwindlichen Eifersucht Otellos lavierenden Dramaturgie aus. Es gelang eine sehr intensive dramatische Darstellung der „Otello“-Story, wie sie sich Shakespeare und Verdi wohl vorgestellt haben – eben das Stück der unglaublichen Eifersucht, die einen Mann und seine Frau am Ende zu Tode bringt.
Das haben sie großartig und mit prachtvollen Bühnenbildern dargestellt, die die Baukunst des ausgehenden Mittelalters und des klassischen Venedig zeigen. Diese Bilder wurden hervorragend ausgeleuchtet von Grace Morales, die schon mehrfach hier aufgefallen ist als hervorragende Beleuchterin und auch einmal an einer größeren Bühne arbeiten sollte.
Musikalisch lag das Geschehen in den bewährten Händen von Carlo Montanaro, der an diesem Abend bei den ACO debutierte. Wenn auch manches zu Beginn etwas zu laut klang, kam das Philharmonische Orchester von Gran Canaria doch recht schnell auf einen gut mit dem Bühnengeschehen abgestimmten Sound. Die große Erfahrung mit Verdi, der hier fast immer die Temporadas beherrscht, kam schließlich voll zur Geltung. Die Sänger wurden dann auch sehr freundlich behandelt. Der von Olga Santana einstudierte Coro des Festival de Ópera sang kraftvoll und trug wesentlich zur Handlung bei. Die Intonation des Kinderchores ist hingegen ausbaufähig.
Es war also ein klassischer „Otello“. Da war nichts an neuer Deutung, gar neuer Lesung. Es war einfach so, wie man ihn von den Regieanweisungen Verdis kennt. Dazu kann man jetzt stehen oder nicht, das kann man als konventionell bezeichnen oder nicht. Hervorragend hat es jedenfalls gewirkt, und im Grunde strahlt das Werk diese dramatische und eingängliche Kraft aus, wenn es so inszeniert wird. Das hat sich in Las Palmas wieder einmal gezeigt und kam beim Publikum auch sehr gut an.
Klaus Billand