Sebastian Bohren beweist auf der Violine Reife, Können und Temperament

Sergei Prokofiew, Sebastian Bohren, Andrei Pushkarev, CD-Besprechung

Foto: Sebastian Bohren © Marco Borggreve

CD-Besprechung: Sergei Prokofiew, Sonate für Violine und Orchester op.80

Sebastian Bohren, Violine
Andrei Pushkarev, Schlagwerk
Georgisches Kammerorchester Ingolstadt

SONY Music (nur als Download)

von Peter Sommeregger

Die Komposition von Prokofiews Violinsonate zog sich, bedingt durch den Krieg und die komplizierten Lebensumstände des Komponisten in dieser Zeit von 1938 bis 1946 hin. Ursprünglich für Violine und Klavier geschrieben, wurde die hier gespielte Fassung für Violine und Schlagwerk auf Anregung Sebastian Bohrens von Andrei Pushkarev erarbeitet.

Das Werk beginnt düster, in getragenem Tempo, ein schwermütiger Grundton durchzieht den ersten Satz, der erst gegen Ende ein schnelles Tempo einschlägt, wogegen das Allegro stürmisch bewegt beginnt, aber später auch abrupte Tempowechsel erfährt. Die Solovioline kann hier mit virtuosen Passagen glänzen, vom Schlagwerk dezent unterstützt.

Das Andante des dritten Satzes lässt wieder elegische Ruhe einkehren, das Finale schließlich beginnt wieder wild bewegt, nach mehrfachem Tempowechsel klingt das Werk mit einem lyrischen Violinsolo aus.

Der junge Schweizer Geiger Sebastian Bohren ist bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich auf internationalen Konzertpodien unterwegs, arbeitet mit verschiedenen Ensembles und Dirigenten zusammen. Auch einige CD-Einspielungen haben bereits positives Echo gefunden.

Sein Spiel auf einer Violine von Giovanni Battista Guadagnini verrät Reife und großes technisches Können, in diesem schwierigen Werk auch Temperament und gestalterische Fähigkeit. Andrei Pushkarev und das Georgische Kammerorchester sind kongeniale Begleiter bei diesem Live- Konzert in der Stadtkirche von Brugg. Eine temperamentvolle, höchst kompetente Wiedergabe dieses schwierigen, aber reizvollen Werkes.

Note: 1

Peter Sommeregger, 28.9.2019, für
klassik-begeistert.de

The young Swiss violinist Sebastian Bohren has been performing very successfully on international concert podiums for several years, working with various ensembles and conductors. Also some CD recordings have already found positive echo. His playing on a violin by Giovanni Battista Guadagnini reveals maturity and great technical skill, in this difficult work also temperament and creative ability.

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