Trautonium Foundation © Tim Rachholz
An diesem Abend höre ich das Releasekonzert der CD „The Comeback of Electronic Music“ der Trautonium Foundation. Dahinter steckt Bandleader Peter Pichler, der mit seinen multikulturellen Mitkünstlerinnen und -künstlern genau das zelebriert: Menschen aus verschiedenen Kulturen werden eins in der Musik. Auch ich als Teil des Publikums werde Teil dieses „Eins Seins“. Eine kleine Spalte des Weltfriedens öffnet sich in diesem Konzert. Vielsprachig, vielstimmig, vielweltig.
Kammerspiele MK Werkraum, München, 19. April 2026
von Frank Heublein
An diesem Abend feiert Bandleader Peter Pichler mit seinem Projekt Trautonium Foundation die neue CD in einem Releasekonzert von „The Comeback of Electronic Music“.
Mirco Mariani singt und spielt Gitarre. Evi Keglmaier im Chor backvocalt und spielt Klavier, Bratsche oder Akkordeon. Akustischer Bassist Tschinge Krenn hat gemeinsame Punkwurzeln mit dem Initiator in der Münchner band no goods „und ist der Einzige, der die 1 treffen muss“. Wassim Ibrahim ist ein grooviger Percussionist aus Polen mit syrischen Wurzeln, der ebenfalls im Chor mitsingt. Am Trautonium sitzt Peter Pichler und singt natürlich auch im Chor mit.
Sänger Mocine Ramdan ist promovierter Sprachwissenschaftler an der LMU München und singt auf Arabisch. Yasmin Tal ist eine Konzeptkünstlerin aus Israel und singt auf Hebräisch. Musikerin Manuela Ryztki ist Teil der gastgebenden Kammerspiele und singt auf Deutsch und Englisch. Ebenso wie ihr Kollege Luis Brunner. Jochen Striebeck von den Kammerspielen dolmetscht den fingierten Anruf an Wladimir Wladimirowitsch Putin ins Russische.

Sprache spielt eine wesentliche Rolle, denn so babylonisch sich der Sprachenmix für mich anhört, so klar ist mir auch das künstlerische emotionale Miteinander und die daraus entstehende Gemeinsamkeit: eine Spalte des Weltfriedens öffnet sich in mir und um mich herum. Sphären, Polka, reingrätschender Gitarrensound. Auf dem Videoleinwand hinter den Musikerinnen und Musikern wird mittig der doppelmanualige Trautoniumsarbeitsplatz live gestreamt. Links und rechts davon eine (doppelt zu verstehende) fantastische Melange aus altem und persönlichem Filmmaterial, das Bandleader Peter Pichler selbst zusammenkomponiert hat. So merkwürdig diese Filmcollage mit ihren Überlagerungen ohne die Musik wirken würde. Mit der Musik ergibt sie großartige Wirkung, verleiht mir die innerliche Überzeugung „Das ist’s. Der Moment!“

Es passiert. Die Musik erzeugt eine Gemeinsamkeit im Raum, die ich mit Händen meine greifen zu können. Anhören und kaufen können Sie die CD hier.

Frank Heublein, 22. April 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at