Michael Wolffsohn plädiert für eine endgültige „Entnazifizierung“ Karajans

Buchbesprechung:

Ein wenig ermüdend ist die Endlosschleife, in der Wolffsohn immer wieder den Gegensatz zwischen Formal- und Gesinnungsnazi betont. Sein Buch und die ersten Reaktionen darauf sind aber nur der Beweis dafür, dass das Kapitel Karajan und der Nationalsozialismus längst noch nicht geschlossen ist.

Michael Wolffsohn
Genie und Gewissen

Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus

Herder

von Peter Sommeregger

 Auch fast vier Jahrzehnte nach dem Tod des gefeierten Dirigenten Herbert von Karajan ist sich die Nachwelt uneins, was dessen Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus betrifft. Ursprünglich war man noch diskret darüber hinweggegangen, aber spätestens seit den 1980er Jahren wurde speziell die – von ihm nie geleugnete –  Mitgliedschaft in der NSDAP kritisch hinterfragt. Das führte auch zur Entfernung einer Büste im Aachener Theater, dessen GMD er einst gewesen war, selbst in seiner Geburtsstadt Salzburg erwog man ernsthaft, den Herbert-von-Karajan-Platz wieder umzubenennen. „Buchbesprechung: Michael Wolffsohn, Genie und Gewissen – Herbert von Karajan
klassik-begeistert.de, 2. März 2026“
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Die Haltung Wagners gegenüber Russland und seinen Bürgern war ambivalent

 

Buchbesprechung „Richard Wagner und Russland“ von Eckhart Kröplin

von Jolanta Łada-Zielke

Auf dem Buchcover ist die Abbildung einer Karikatur von Wagner zu sehen, die 1868 in der Petersburger Zeitung „Iskra” (Funken) veröffentlicht wurde und den Komponisten als Lohengrin darstellt. Gerade diese seiner Opern erfreute sich in Russland größter Beliebtheit. Eckhart Kröplin behandelt das im Titel enthaltene Thema auf sehr interessante und spannende Weise. Es stellt sich heraus, dass Russland im Leben Richard Wagners bereits seit seiner Geburt präsent war, als nach der Niederlage Napoleons russische Truppen in Leipzig stationiert wurden. „Buchbesprechung: „Richard Wagner und Russland“ von Eckhart Kröplin
klassik-begeistert.de, 28. Dezember 2025“
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Frauenklang 16: Wo Fanny Elssler ihren Fuß im Tanz hinsetzte, verbreitete sie Freude und das Gute unter den Menschen


Buchbesprechung:

Welcome Fanny! A Viennese dances around the world. Fanny Elssler in America, von Toni Berlakovich (ed.)

Freie und sinngemäße Übersetzung fremdsprachigen Quellen: Dr. Ursula Szynkariuk

Übersetzung: Carl Terry, Shay Swanson, Mag. Gabriele Lajtos

ISBN 978-3-200-03255-2

Dieses Sammelwerk hat man 2013 in Wien anlässlich des 200. Geburtstags der Tänzerin veröffentlicht. Ein Jahr später haben die Verfasser dieses Buchs die FANNY ELSSLER SOCIETY gegründet, dessen Ziel sei ,,dem Wirken Fanny Elsslers zu stärkerer Beachtung und Bedeutung zu verhelfen, ihr Wirken lebendig werden zu lassen und wieder in ein allgemeines Bewusstsein zu rücken“.

von Jolanta Łada-Zielke

Wunderschöne Reproduktionen von Fotografien, Plakaten und Abbildungen der Presseberichte machen dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss. Im Mittelpunkt steht zwar der Aufenthalt der berühmten Tänzerin auf dem neuen Kontinent, doch schildern die Autoren auch die anderen Abschnitte ihres Lebens.

Nachdem ich diese Lektüre gelesen habe, bin ich stark beeindruckt: Was für eine Frau! Welch tiefgreifenden Einfluss übte sie auf Menschen aus! Aufgrund ihrer Auftritte hat man sogar die Sitzungen eines Parlamentsbüros verschoben. Nach einer ihrer Aufführungen in Baltimore spannten die Verehrer die Pferde von ihrer Kutsche aus  und zogen sie selbst gemeinsam zu dem Hotel, in dem sie wohnte. „Frauenklang 16: Buchbesprechung Fanny Elssler in America
klassik-begeistert.de, 3. Dezember 2025“
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Beethovens Neunte hatte einen langen Weg auf die Bühne

© Annette Betz in dem Ueberrreuter Verlag GmbH, Berlin 2020 (2. Auflage)

Buchbesprechung:

Rudolf Herfurtner und Maren Briswalter
Beethovens 9. Sinfonie. Die Sinfonie in d-Moll von Ludwig van Beethoven

© Annette Betz in dem Ueberrreuter Verlag GmbH, Berlin 2020 (2. Auflage)

ISBN 978-3-219-11804-9

von Jolanta Łada-Zielke

Wenn man von der Neunten Sinfonie sprechen will, muss man von Beethovens Leben erzählen, was nicht immer einfach sei, sagen die Autoren des Buchs – Rudolf Herfurtner (Text) und Maren Briswalter (Illustrationen). Sie weisen darauf hin, dass es im Werdegang des Komponisten Zeiten gab, in denen er selbst nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Erst die Nachwelt würdigte ihn in vollem Umfang. Die Geschichte beginnt mit der Errichtung Beethovens Denkmal in Bonn nach seinem Tod. „Buchbesprechung: Beethovens 9. Sinfonie.
klassik-begeistert.de, 18. November 2025“
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Kritischer Blick zurück: Die Wiener Staatsoper erinnert sich

Buchbesprechung:

Im Palast der Selbsterfindung
Herausgegeben von Bogdan Roščić

Molden Verlag
Hardcover
Format: 24.0 x 30.0 cm
Seiten: 168
ISBN: 978-3-222-15169-9
Erscheinungstermin: 2025-11-07

von Peter Sommeregger

Der 70. Jahrestag der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper, der 1955 zeitnah mit dem endgültigen Abzug der Alliierten aus Österreich zusammenfiel, markierte auf kulturellem Gebiet ebenfalls die Rückkehr zur staatlichen Eigenständigkeit und wurde gebührend gefeiert. „Buchbesprechung: Im Palast der Selbsterfindung Herausgegeben von Bogdan Roščić
klassik-begeistert.de, 13. November 2025“
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„Und wenn sie mir beide Hände abhacken, werde ich mit den Zähnen eine Feder halten und weiter Musik schreiben“

Alexander Gurdon: Schostakowitsch. Katalog zur Ausstellung über Leben, Werk und Wirkung © Alexander Gurdon

Buchbesprechung:

Alexander Gurdon legt einen ausnehmend schönen „Katalog zur Ausstellung über Leben, Werk und Wirkung“ des Dmitri Schostakowitsch vor.

Alexander Gurdon: Schostakowitsch. Katalog zur Ausstellung über Leben, Werk und Wirkung.
Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch, ISBN 978-3-00-082445-6. 94 Seiten, 20 €.

von Brian Cooper

Das drastische Zitat in der Überschrift passt gut zu Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Alexander Gurdon, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund, hat zu diesem Anlass eine wunderbare kleine Ausstellung konzipiert und kuratiert, die zuletzt beim Konzert der Rotterdamer Philharmoniker im Foyer des Konzerthauses Dortmund zu sehen war und völlig zu Recht beim Publikum in der Pause sowie vor und nach dem Konzert großen Anklang fand. „Buchbesprechung: Alexander Gurdon/Schostakowitsch. Katalog
klassik-begeistert.de, 31. Oktober 2025“
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Ein völlig vergessener österreichischer Spätromantiker betritt erstmals die Tonträger-Bühne

CD-Buch: OSKAR C. POSA: Lieder, Violinsonate, Streichquartett; Voilà Records

Das vielleicht wichtigste Album des Jahres: Ein völlig vergessener österreichischer Spätromantiker betritt erstmals die Tonträger-Bühne

von Dr. Ingobert Waltenberger

Oskar C. Posa ist ein Name, der bisher nur wenigen Spezialisten bekannt war. Und wieder einmal sind es französische Forscher und Musiker, denen wir die Realisierung dieses großen und wahrlich essentiellen musikhistorischen und musikalischen Projekts verdanken.

„CD-Buch: OSKAR C. POSA: Lieder, Violinsonate, Streichquartett
klassik-begeistert.de, 8. Oktober 2025“
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Carl Philipp Emanuel Bach zeigt, dass es sich lohnt, die Komfortzone zu verlassen, Teil II

Prof. Alina Mądry © Adrian Wykrota

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Alina Mądry, polnische Musikwissenschaftlerin, Dr. habil. der Geisteswissenschaften, außerordentliche Professorin für Theater und Medienkunst der Fakultät für Anthropologie und Kulturwissenschaften der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań und

Autorin des Buches „Carl Philipp Emanuel Bach. Ästhetik – Stilistik – Werk” – Teil II

Im zweiten Teil des Interviews mit Prof. Alina Mądry sprechen wir unter anderem über die Entdeckung eines Manuskripts eines Werkes von C.P.E. Bach in einem polnischen Benediktinerkloster in der Nähe von Krakau und seine Entscheidung, nach Hamburg zu ziehen.

klassik begeistert: Das Leben des Komponisten reicht bis in die Zeit der Herrschaft der sächsischen Könige in Polen und den Beginn der Aufklärung zurück. Politisch war das Land von der Anarchie geprägt, was zu Einmischungen aus den Nachbarländern und später zu den Teilungen Polens führte. Und wie sah das dortige Musikleben aus? „Interview: kb im Gespräch mit Alina Mądry, Teil II
klassik-begeistert.de, 6. Oktober 2025“
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„Aus besonderer Hochachtung und Freundschaft“: Frauen im Leben und Werk von Carl Philipp Emanuel Bach

Prof. Alina Mądry © Paweł Golonko

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Alina Mądry, polnische Musikwissenschaftlerin, Dr. habil. der Geisteswissenschaften, außerordentliche Professorin für Theater und Medienkunst der Fakultät für Anthropologie und Kulturwissenschaften der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań,

Autorin des Buches „Carl Philipp Emanuel Bach. Ästhetik – Stilistik – Werk” – Teil I

klassik-begeistert: Aus dem Lebenslauf von Carl Philipp Emanuel Bach geht hervor, dass er ein vorbildlicher Ehemann und Vater war. Hat er Johanna Maria Dannemann, die Tochter eines Weinhändlers, aus praktischen Gründen geheiratet?

„Interview: kb im Gespräch mit Alina Mądry
klassik-begeistert.de, 3. Oktober 2025“
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Achtung: Dieses Buch kann eine Abneigung gegen Wagner hervorrufen!

Umschlagabbildung: Richard Wagner, L. Pierson, Fotografie,1867, Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth

Buchbesprechung:

Eva Rieger „Leuchtende Liebe, lachender Tod.
Richard Wagners Bild der Frau im Spiegel seiner Musik“

von Jolanta Łada-Zielke

Ich warne alle Damen, die dieses Buch in die Hand nehmen: Richard Wagner könnte Sie nach dieser Lektüre vergraulen. Eva Rieger liefert eine sehr aufschlussreiche Analyse der Darstellung weiblicher Figuren in seinem Werk. „Buchbesprechung: Eva Rieger „Leuchtende Liebe, lachender Tod
klassik-begeistert.de, 2. September 2025“
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