"La Traviata" - die vom Weg Abgekommene: Ein großer Opernabend in der Volksoper Wien erzeugt Gänsehaut

Foto: © Pálffy
Volksoper Wien, 8. Juni 2019
Giuseppe Verdi, La Traviata

Giuseppe Verdis „La Traviata“ ist der Klassiker an der Volksoper Wien seit 2001 und das zu recht. In Hans Gratzers geschmackvoller Inszenierung – weniger ist in diesem Fall mehr –  treten Harlekine statt Damen in üppigen Abendroben auf. Elegante wunderschöne Kostüme von Barbara Naujok und dieses wunderbare Spiel mit dem Licht von Frank Sobotta geben dem Melodramma um Liebe, Eifersucht, Verrat und Sterben einen ästhetischen unaufdringlichen Rahmen ohne Pomp und Firlefanz. Das herrliche Zusammenspiel von Licht, Inszenierung und Kostümen macht die leere Bühne mit viel Geschmack zu einer Kulisse, die Verdis Musik in allen Höhen und Tiefen widerspiegelt. Und diese Musik ist zum Niederknien schön! Rührt stellenweise zu Tränen und erzeugt Gänsehaut. „Giuseppe Verdi, La Traviata,
Volksoper Wien, 8. Juni 2019“
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"The Sound of Music": Der Vorhang fällt, das Publikum tobt und wird mit einer Mitsingrunde von „Edelweiß“ belohnt 

© Barbara Pálffy/Volksoper Wien
Volksoper Wien, 27. April 2019
The Sound of Music (Musical)

Ein berührender Abend ging am Samstag an der Volksoper Wien zu Ende. Das Musical „The Sound of Music“ von dem Hitduo der Musicalwelt, Richard Rodgers und Oscar Hammerstein, wurde in einer erfrischenden Inszenierung, die ohne überladene Klischees auskommt, aufgeführt. Dennoch gelingt es, dass weder das heimisch-städtische Publikum, das mit Alpenlandschaft und Jodler wenig gemeinsam hat, noch Gäste aus dem Ausland, die mit dieser Erwartungshaltung in das Musical gehen, enttäuscht sind.  „The Sound of Music (Musical),
Volksoper Wien, 27. April 2019“
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"My Fair Lady": kurzweiliges Musiktheater überzeugt an der Volksoper Wien

Foto: © Dimo Dimov/Volksoper Wien

Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, My Fair Lady
Volksoper Wien, 10. April 2019

Dirigent David Levi
Regie Robert Herzl
Bühnenbild und Kostüme nach Rolf Langenfass
Choreografie Susanne Kirnbauer, Gerhard Senft

Eliza Doolittle Johanna Arrouas
Henry Higgins Kurt Schreibmayer
Oberst Pickering Josef Luftensteiner
Alfred P. Doolittle Gerhard Ernst
Mrs. Pearce Ulli Fessl
Mrs. Higgins Marianne Nentwich
Freddy Eynsford-Hill Alexandre Beuchat

von Julia Lenart

Zum letzten Mal überzeugt My Fair Lady in dieser Spielzeit: wie gewohnt mit viel Humor und musikalisch sowie schauspielerisch solider Leistung. Das Publikum belohnt die Aufführung am Haus an der Währinger Straße mit verdientem Applaus.

Die Inszenierung von Robert Herzl ist nicht mehr die jüngste. Bereits 1993 richtete er die Produktion ein, die seitdem (mit einer Auffrischung im Jahre 2008) immer wieder erfolgreich aufgenommen wird. „Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, My Fair Lady,
Volksoper Wien, 10. April 2019“
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„Fliegender Holländer“ an der Volksoper Wien: Daland und eine Senta überzeugen, der Holländer schwankt

Foto: Markus Marquardt als Fliegender Holländer, © Johannes Ifkovits
Volksoper Wien, 
22. und 25. März 2019
Richard Wagner, Der fliegende Holländer

von Jürgen Pathy

„Bei bösem Wind und Sturmes Wut umsegeln wollt er einst ein Kap; er flucht‘ und schwur mit tollem Mut: In Ewigkeit lass‘ ich nicht ab!“ Und so wandelt „Der fliegende Holländer“ in Richard Wagners Oper seit undenklich langer Zeit in ruheloser Fahrt auf den Weltmeeren herum. Nur alle sieben Jahre ist es ihm vergönnt an Land zu gehen und ein bis in den Tod getreues Weib zu finden, das ihn von seinem Leid befreit.

Nicht nur sieben Jahre, ganze 81 Jahre strichen durchs Land, ehe der geplagten Seele an der Volksoper Wien wieder der Landgang gewährt wurde. Diesen mühevollen, kräfteraubenden Weg vermittelt der deutsche Regisseur Aron Stiehl bereits während der langen Ouvertüre. In der Person des deutschen Baritons Markus Marquardt, 49, schleppt sich der Holländer im Schneckentempo eine Rampe empor, an deren Ende in kräftig blauen Farben das erlösende Ziel immer näher rückt. „Richard Wagner, Der fliegende Holländer,
Volksoper Wien, 22. und 25. März 2019“
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"Der fliegende Holländer": Bravo-Rufe für einen herausragenden Stefan Cerny und das gesamte Ensemble

Foto: Der Holländer, Markus Marquardt © Johannes Ifkovits
Volksoper Wien
, 9. März 2019
Richard Wagner, Der fliegende Holländer

von Anna Ploch

Ein besonderer Abend ging am Samstag um 22 Uhr in der Volksoper Wien zu Ende. Richard Wagners „Fliegender Holländer“, dirigiert von Marc Piollet in der Inszenierung von Aron Stiehl, feierte seine Premiere. Nach 81 Jahren kehrte Wagners bekanntes Frühwerk an die Volksoper Wien zurück, wurde der Holländer doch 1938 hier das letzte Mal aufgeführt. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen. „Richard Wagner, Der fliegende Holländer,
Volksoper Wien, 9. März 2019“
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Weihnachten 2018: Herzensgrüße für die LeserInnen von klassik-begeistert.de aus der Freien und Hansestadt Hamburg

Foto: Entlebucher Sennenhündin Vianna „Juli“ Szwajcar, 7, am Heiligen Abend, 24. Dezember 2018, vor dem Jenisch-Haus im Jenischpark. Freie- und Hansestadt Hamburg, Klein-Flottbek, Sonne, 3 Grad Celsius. (c) Andreas Schmidt 2018

Liebe, werte Leserinnen und Leser von klassik-begeistert.de,

meine Hündin Juli und ich wünschen Ihnen und Euch eine segensreiche, segensvolle, warme und herzliche Weihnachtszeit.

Bitte bleiben Sie uns gewogen.

Euch, Ihnen und Ihren Familien, Ihren Lieben und Freunden senden wir eine Herzens-Umarmung aus HH,

alles Liebe,

Andreas Schmidt
Herausgeber
klassik-begeistert.de
klassik-begeistert.at
klassik-begeistert.ch

 

„Don Giovanni" in Wien: Der Herr im Schatten seines Dieners – Donna Anna überstrahlt alles

Foto: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien
Volksoper Wien, 20. Dezember 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni

von Jürgen Pathy

Kannibalismus, Anarchie, große Stimmen und surreale Figuren, die einer Tim-Burton-Fantasie-Verfilmung entsprungen sein könnten, beeindrucken an der Volksoper Wien. Mit seinen typisch plastischen Bildern – überwiegend im weißen Raum – gestaltet das Berliner Urgestein Achim Freyer, 84, den Don Juan nicht als hedonistischen Bösewicht, nicht als exaltierten Herzensbrecher, sondern symbolisiert einen subtilen, zwar etwas kapriziösen, aber feinen Pinkel: Rüschenhemd, edler Hut, minimalistische Gesten – ein Archetyp der kultivierten Gesellschaft. Nur seine blutgetränkten Hände lassen die dunklen Geheimnisse erahnen, die in seiner Seele schlummern. „Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni,
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"Die Zauberflöte": In der Volksoper Wien köchelt der Hölle Rache nur

Foto: Barbara Pálffy (c)
Volksoper Wien, 
3. September 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte

von Jürgen Pathy

Die Sommer- und Festspielzeit neigt sich langsam dem Ende zu. Traditionell öffnen nun zur Freude aller Besucher die Wiener Kulturinstitutionen wieder ihre Tore – und die ehrenwerte Volksoper Wien die Pforten des Tempels der Weisheit. Auch in seiner zwölften Saison als Direktor des Hauses packt Robert Meyer, 64, „Die Zauberflöte“ aus, um Jung und Alt zu begeistern. „Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte,
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"Hoffmanns Erzählungen": Groteske Figuren in der Volksoper Wien

Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien (c)

Volksoper Wien, 5. Mai 2018
Jacques Offenbach, Hoffmanns Erzählungen

von Jürgen Pathy

Zu Beginn der skurrilen Inszenierung des Künstlergespanns Doucet & Barbe drängt sich in der Volksoper Wien der Teufel in den Mittelpunkt des Geschehens. Des unverschämten Jacques Offenbachs wegen, der es wagte ihn in „Orpheus in der Unterwelt“ zu verspotten, führt er einen fassungslosen Monolog. Der Antichrist fühlt sich auch brüskiert wegen der regelmäßig auftauchenden Teile der Originalpartitur, obwohl er höchstpersönlich Sorge getragen habe, diese verschwinden zu lassen – kurzum: Lucifer brennt vor Wut! „Jacques Offenbach, Hoffmanns Erzählungen,
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Die Tragödie der Marilyn Monroe reüssiert als Jazz-Kammeroper in Wien

Marilyn Forever, Oper von Gavin Bryars
Produktion der Volksoper Wien in der Burgtheater-Spielstätte Kasino am Schwarzenbergplatz, 18. April 2018
Dirigent: Wolfram-Maria Märtig
Regie: Christoph Zauner
Bühnenbild: Jörg Brombacher
Marilyn: Rebecca Nelsen
Various Men:   Morten Frank Larsen
Sechs Herren: Jugendchor der Volksoper Wien
Jazztrio  und Orchester der Volksoper Wien

von Charles E. Ritterband 

Der 1943 in Yorkshire geborene Gavin  Bryars gesteht, dass für ihn als Zwanzigjährigem die legendäre Marilyn Monroe zu einer Art Obsession wurde. Allerdings legte sich das wieder, und er sollte als erfolgreicher Komponist mehrere Ballette, mehrere Konzerte, einige Opern und drei Streichquartette komponieren, bevor er im Jahr 2010 seinen Jugendschwarm wiederentdeckte – und Marilyn Monroe eine Oper widmete. „Gavin Bryars, Marilyn Forever,
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