Musikalische Liebesboten par excellence

CD-Tipp: Wagner Mahler, Boten der Liebe, Voyager Quartet

CD-Tipp: Wagner Mahler, Boten der Liebe
SM 358

Voyager Quartet

von Peter Sommeregger

Kammermusik von Wagner und Mahler? Haben davon nicht Generationen von Liebhabern dieser Komponisten geträumt? Diesen scheinbar unerfüllbaren Wunsch lässt das Voyager Quartet Wirklichkeit werden. Andreas Höricht, der an der Viola zu erleben ist, hat das Vorspiel zu „Tristan und Isolde“, die fünf Wesendonck-Lieder und einzelne Symphonie-Sätze Gustav Mahlers für vier Streichinstrumente neu instrumentiert.

Das Ergebnis verblüfft und überzeugt gleichermaßen. Das Quartett, dem neben Höricht noch Nico Christians (Violine), Maria Krebs (Violine) und Klaus Kämper (Violoncello) angehören, lotet die Tiefe der Kompositionen so eindrucksvoll aus, dass man die Reduktion mehr und mehr als Gewinn empfindet. Hier wird die Seele dieser Musik freigelegt und behutsam zelebriert. Im Falle der Wesendonck-Lieder ist es beinahe eine Rückkehr zum Original, hatte Wagner doch diese Lieder ursprünglich nur für Klavierbegleitung gedacht, erst der Dirigent Felix Mottl instrumentierte sie ausladend.

Im Falle des neu kreierten Streichquartetts Nr. 10 a-Moll von Gustav Mahler handelt es sich um Motive aus einem Jugendwerk, der fünften und der unvollendet gebliebenen zehnten Symphonie. Diese Elemente zu einem geschlossenen Werk zu vereinen, ist sensationell gut gelungen. Auch in der kleinen Besetzung entfaltet sich der Kosmos der Mahler’schen Klangwelt eindringlich und überzeugend.

Der Titel der CD, „Boten der Liebe“, bezieht sich auf die Lebensphasen der Komponisten, in denen die Kompositionen entstanden. Wagner schrieb die Wesendonck-Lieder auf Gedichte der von ihm angebeteten Mathilde Wesendonck, sie sollten ein Unterpfand seiner Liebe sein.

Gustav Mahlers unvollendetes letztes Werk, die zehnte Symphonie, sollte im Adagio einen verborgenen Liebesbeweis an seine Ehefrau Alma vermitteln, die ihm aber bereits unwiederbringlich entglitten war.

Das Voyager Quartet, 2014 gegründet, hat diese CD im Dezember 2020 im Musikzimmer der Bayreuther Villa Wahnfried eingespielt. Der Raum scheint akustisch bestens geeignet für Tonaufnahmen zu sein, der Klang der CD ist glasklar und transparent. Eine ansprechende optische Aufmachung verstärkt den positiven Eindruck dieser höchst originellen Produktion.

Note 1

The result amazes and convinces at the same time. The quartet, which in addition to Höricht also includes Nico Christians (violin), Maria Krebs (violin) and Klaus Kämper (violoncello), explores the depth of the compositions so impressively that the reduction is increasingly felt as a gain. Here the soul of this music is exposed and carefully celebrated. In the case of the Wesendonck Lieder, it is almost a return to the original, as Wagner originally intended these songs only with piano accompaniment, and it was the conductor Felix Mottl who orchestrated them extensively.

Peter Sommeregger, 25. März 2021 für
klassik-begeistert.de und klassik begeistert.at

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