Elbphilharmonie: Der strahlende Ausklang des himmlischen Chores krönt einen eindrucksvollen Auftritt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird

César Franck, Les Béatitudes, Symphonischer Chor Hamburg,  Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 23. Februar 2020

Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 23. Februar 2020
César Franck, Les Béatitudes

Symphonischer Chor Hamburg
Bremer Philharmoniker

Hanna Zumsande, Sopran
Fiorella Hincapié, Alt
Marion Eckstein, Alt
Iler Arcayürek, Tenor
Mirko Ludwig, Tenor
Matthias Winckhler, Bariton
Sorin Coliban, Bass
Emanuel Fluck, Bass
Sönke Tams Freier, Bass

Matthias Janz, Leitung

von Frank Hörster

Kann der irdische Schmerz überwunden werden? Kann der Satan besiegt werden? Werden sich letztlich die himmlischen Mächte durchsetzen? Auf Basis der Seligpreisungen aus der Bergpredigt komponierte César Franck Ende des 19. Jahrhunderts ein selten aufgeführtes Oratorium der französischen Romantik. Der Symphonische Chor Hamburg führte dies mit ausgewählter Solistenbesetzung souverän im Großen Saal der Elbphilharmonie auf.

Die kontrastreiche Anlage des Stückes von Franck zieht sich durch das Gesamtwerk und wird glanzvoll von Chor, Orchester und Solisten interpretiert. Irdischer und himmlischer Chor, dunkel und hell, Satan und Christus – die Gegensätze tragen das Stück und fesseln den Zuhörer. 

Der Kirchenmusiker César Franck sah das großformatige Opus als eines seiner Hauptwerke an, er erschuf es über zehn Jahre, erlebte nur eine provisorische erste Aufführung und verstarb vor der offiziellen Uraufführung.

Gekonnt interpretiert der klagende Tenor Ilker Arcayürek den Prolog und führt die düstere Welt voll Elend und Trübsinn dem Hörer vor Augen. In den fünf Seligpreisungen bis zur Pause steigert sich langsam der Wettstreit zwischen den unruhigen, klagenden Erdenstimmen und den strahlenden Himmelsmächten.

Ilker Arcayürek (c)

Der Symphonische Chor Hamburg schafft es dabei, sich aus der Stille des Raums kulminierend bis zum Ende einer Passage vorzuarbeiten, wechselt sicher zwischen stillen und bewegten Passagen. Bariton Matthias Winckhler gelingt es hier, das Publikum insbesondere bei lyrischen Passagen auf seine Seite zu ziehen. Jedem Teil verleihen die Bremer Philharmoniker unter Leitung von Matthias Janz eine eigene Farbe. Mit Trost spendenden, sanften Klängen beschließen Chor und Orchester den ersten Teil.

Die Seligpreisungen 6 bis 8 werden durch die zarten, skeptischen Frauenstimmen des Chores eröffnet, mit den solistischen Klängen der Pharisäer verwoben und von den klaren Aussagen des Christus Winckhler gespiegelt. Chor und großes Orchester streben hymnisch auf das Ende dieser Partie zu.

Der Auftritt des Satans, Bass Sorin Coliban, wendet das Stück hin zum Dramatischen. Kraftvoll, spannungsgeladen, ausdrucksstark interpretiert er seinen Part fast schauspielerisch. Wehklagend betritt die mater dolorosa, die Altistin Fiorella Hincapié, die Bühne und schildert ihr Leiden unter dem Kreuz. Satan erkennt, besiegt von Christus zu sein und verlässt konsequent die Bühne des Geschehens.

Großes Interview mit Sorin Coliban, Wiener Staatsoper

Hosanna! Matthias Janz bringt alle Stimmen zusammen: Den Symphonischen Chor Hamburg, die Bremer Philharmoniker und den satten Klang der Orgel unter Manuel Gera. Der strahlende Ausklang des himmlischen Chores krönt einen eindrucksvollen Auftritt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das Publikum dankt es mit anhaltendem Applaus. 

Lesen Sie bitte auch folgenden Beitrag zu diesem herausragenden Konzert:

Symphonischer Chor Hamburg, Bremer Philharmoniker, Matthias Janz, César Franck, Les Béatitudes Elbphilharmonie Hamburg, 23. Februar 2020

Frank Hörster, 25. Februar 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

© Klassik begeistert

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