DIE DIENSTAG-PRESSE, 26. DEZEMBER 2023 – 2. Weihnachtsfeiertag

DIE DIENSTAG-PRESSE – 26. DEZEMBER 2023 – 2. Weihnachtsfeiertag

Anita Götz (Gretel) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE, 26. DEZEMBER 2023 – 2. Weihnachtsfeiertag

Wien/Volksoper
„Hänsel und Gretel“ am 25.12.
Die heutige „Hänsel und Gretel“-Aufführung von gefiel mir in ihrer Gesamtheit deutlich besser als jene vom 16. Dezember: Zum ersten lag das daran, dass heute zwei besser miteinander harmonierende Sängerinnen in den beiden Titelrollen aufgeboten wurden…
forumconbrio.com

München/Bayerische Staatsoper
Koskys erste „Fledermaus“ wird in München gefeiert
Barrie Kosky im Operettenrausch: Der Starregisseur hat in München eine neue „Fledermaus“ auf die Bühne gebracht – seine erste. Die bunte, glitzernde, überbordende Version der Rache-Operette von Johann Strauß wurde bei der Premiere am Samstag in der Bayerischen Staatsoper vom Publikum gefeiert.
Puls24.at

Premiere an der Staatsoper in München
Pünktlich zum Jahresende wird „Die Fledermaus“ von Johann Strauß auf den Spielplan gesetzt. Ein Maskenball, viel Alkohol und eine Verwechslungsgeschichte stehen im Zentrum dieser Operette. Deswegen passt sie wohl ganz gut zu Silvester und Fasching.
ard.mediathek-Video

Essener Philharmoniker spielen im Neujahrskonzert Puccini und mehr
Mit der Klangpracht italienischer Opern- und Filmmusik sorgen die Essener Philharmoniker für einen melodienreichen Start in das Jahr 2024: Am Montag, 1. Januar, um 18:00 Uhr steht in der Philharmonie Essen das traditionelle Neujahrskonzert auf dem Programm. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Andrea Sanguineti erhält das Orchester diesmal stimmgewaltige Unterstützung vom Opernchor des Aalto-Theaters sowie von Alejandro del Angel, seit dieser Spielzeit Tenor im Ensemble des Aalto Musiktheaters.
lokalclick.eu

Bonn
Theater Bonn recelebrated: Arnold Schönbergs „Moses und Aron“, Giuseppe Verdis „Rigoletto“, internationale Tanzhighlights und weitere sinnliche Bühnenmomente nicht nur zu den Festtagen
Bundessstadt.com

München
Strauß’ Fledermaus 2023 ff – Eine vorweihnachtliche Neuinszenierung im Münchner Nationaltheater
NeueMusikzeitung/nmz.de

Magdeburg
Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt mit stabiler Basis bis 2028
nmz.de.politik

Leipzig
Im Thomanerchor Leipzig singen nur Knaben und junge Männer. Zu Besuch bei einem der letzten Boys-Clubs
NeueZürcherZeitung.ch

Dortmund
Dort­munder GMD Feltz wech­selt nach Kiel
https://crescendo.de/news-22-12-2023-dortmunder-gmd-feltz-wechselt-nach-kiel/

Feuilleton
Bühnenkleidung: Was Outfits in der klassischen Musik aussagen.
Frankfurtallegemeine.net

Jubiläum
Als Pianist einer der Gefragtesten seiner Zeit
Er war ein echtes Christkindl: Am 24. Dezember 1773, vor 250 Jahren, ist Joseph Johann Baptist Woelfl in Salzburg geboren worden.
DrehpunktKultur.at

„Eine Kultur der Ehrfurcht neu entdecken“ – der Benediktiner David Steindl-Rast
Audio von Jörn Florian Fuchs (7 Minuten)
Deutschlandfunk.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Berlin
A special evening with Martha Argerich, Daniel Barenboim and the Berlin Philharmonic Orchestra
seenendheard.international.com

Leipzig
Mary, Queen of Scots, Oper Leipzig — medieval monarch gets steampunk makeover (Subscription required)
Thea Musgrave’s opera has a fresh lead and recycled sets
https://www.ft.com/content/c343d9a9-0de7-41a6-a562-34815dc9d472

Torre del Lago
Anna Pirozzi Wins the Premio Puccini
https://operawire.com/anna-pirozzi-wins-the-premio-puccini/

London
Classical music: Fiona Maddocks’s 10 best concerts and operas of 2023
TheGuardian.com.music

Passionately committed Brahms from Janine Jansen and friends at Wigmore Hall
bachtrack.de

Shanghai
Shanghai Opera House proudly marches into its 2024 season
https://www.chinadaily.com.cn/a/202312/25/WS6588c203a31040ac301a9402.html

Ballett/Tanz

Ballettabend „Shifting Symmetries“ in der Staatsoper: Goldene Kirschen in der Mitte
Ein ambivalenter und gerade deswegen sehenswerter Ballettabend mit Stücken von George Balanchine, William Forsythe und Hans van Manen
DerStandard.at

Swanilda outwits Dr. Coppélius – Milano, Teatro alla Scala
https://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=16038

How The Nutcracker became the most popular ballet in the world – and a holiday colossus
Independent.co.uk

Buch/Literatur

Was macht eigentlich … ein Verleger?
Benedikt Föger (Czernin Verlag) über das Büchermachen und „die ständige Hoffnung, dass etwas unglaublich erfolgreich sein könnte“.
Kurier.at

Jon Fosse: Im dunklen Wald verlor er seinen Weg
Die jüngste Erzählung des Nobelpreisträgers Jon Fosse geht ziemlich ans Eingemachte
Kurier.at

Schöne Bescherung: Monika Gruber soll jetzt niedergeklagt werden
In ihrem neuen Buch nennt die bayerische Kabarettistin Monika Gruber (52) namentlich eine Bloggerin, die vor rechtsextremen Strickerinnen (!) warnt – und diese will jetzt eine Klage einbringen. Da gehe es schließlich um Verleumdung, meint ein Anwalt.
exxpress.at

Politik

Ukraine
Selenskijs Stern sinkt – und ein Rivale setzt ihn unter Druck
Zwischen dem ukrainischen Präsidenten und seinem Militärchef kommt es immer öfter zum offenen Streit. Das hat auch Auswirkungen auf die Front.
Kurier.at

Gewagter Luftschlag
Iranischer General getötet: „Israel wird bezahlen“
Brenzliger Vorfall im Nahen Osten: Ein hochrangiger General der iranischen Revolutionsgarden ist laut Angaben aus dem Iran am Montag bei einem israelischen Luftangriff in Syrien getötet worden. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi erklärte umgehend, Israel werde „mit Sicherheit für dieses Verbrechen bezahlen“.
https://www.krone.at/3203203

Wirtschaft

Innenstädte:  Was passiert, wenn Galeria Kaufhof und Karstadt verschwinden?
Kaum jemand rechne ernsthaft damit, die Gebäude in Gänze an einen Mieter weitervermieten zu können. Deshalb seien auch die Kommunen gefragt, um beschleunigte Genehmigungsverfahren für neue Konzepte zu ermöglichen. „Wenn ein Warenhaus schließt, ist Schnelligkeit gefragt. Gerade für die Genehmigung von Pop-up-Konzepten sollten wir vereinfachte, standardisierte Verfahren haben, um die Flächen wieder zügig zu bespielen, während die Vorbereitungen für die dauerhafte Nachnutzungen laufen.“
capital.de.immmobilien

Sport

Herzergreifend; Ein Traum wurde wahr, Klopp überrascht Liverpool-Fan
Was für eine großartige Geste von Jürgen Klopp und dem FC Liverpool! Der Star-Trainer des Premier-League-Klubs überraschte ausgerechnet zur Weihnachtszeit einen der wohl größten „Reds“-Anhänger auf diesem Planeten.
Kronen Zeitung.at

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Unter’m Strich

Schöner Erfolg
Hilfsaktion „Funken Wärme“ bringt 3 Millionen Euro
Schöner Erfolg für die große Hilfsaktion von „Krone“ und Caritas: Rund 3,1 Millionen Euro wurden für Menschen, die sich ihre Heiz- und Energiekosten nicht mehr leisten können, gespendet. Dafür sagen wir zahlreichen Unternehmen sowie Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, herzlich Dankeschön!
KronenZeitung.at

Niederösterreich
„Ganz klares Ziel“: Mikl-Leitner will Nobelpreis für Niederösterreich
Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fährt wieder einmal ein ordentliches Programm mit den Grünen: Sie wirft ihnen nun vor, einen „Feldzug gegen Pendlerinnen und Pendler“ zu führen. Verkehrsprojekte wie der Lobautunnel müssten umgesetzt werden, fordert die Politikerin. Mit Blick auf ihr Heimatbundesland hat Mikl-Leitner zudem Großes vor.
KronenZeitung.at

INFOS DES TAGES – 26. DEZEMBER 2023 – 2. Weihnachtsfeiertag

INFOS DES TAGES (26. DEZEMBER 2023 – 2. Weihnachtsfeiertag)

Quelle: onlinemerker.com

NEW YORK: Die neue CARMEN in den Endproben – Premiere 31. Dez.2023

Bizet’s Carmen is in the building! The cast and creative team are hard at work bringing Carrie Cracknell’s daring new production to life. Enjoy this clip from an early dress rehearsal as mezzo-soprano Aigul Akhmetshina and tenor Piotr Beczała sing Carmen and Don José’s Act II duet. Daniele Rustioni conducts. Carmen opens New Year’s Eve and is on stage through May 25. In cinemas January 27. Book your tickets now: bit.ly/3pr2Rb0 Find your theater: bit.ly/3snmoKp Videography by Pete Scalzitti / Met Opera #MetOpera #BehindTheScenes#Diva #Opera #NYC #meetopera

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BERLIN/ Staatsoper: Uraufführung am 6. Januar: THE TIMELESS MOMENT – Konzert-Installation im Rahmen von LINDEN21 reflektiert Wahrnehmung von Musik

Am 6. Januar 2024 feiert die LINDEN21-Produktion THE TIMELESS MOMENT ihre Uraufführung im Alten Orchesterprobensaal der Staatsoper. Die Konzert-Installation der Regisseurin Silvia Costa und des Pianisten und Komponisten Alain Franco kreist um die Frage nach der Verbindung von begriffslosen Klängen und bildhaften Assoziationen.

Im Mittelpunkt des Abends steht eine musikalische Struktur, die Alain Franco aus Werken von Claude Debussy und Tristan Murail, insbesondere dessen »Territoires de l’oubli«, gestaltet hat und die er selbst am Klavier spielt. Während die Impressionisten um Debussy darauf abzielten, den subjektiven Eindruck externer Bilder in ihren Werken wiederzugeben, richtet der Spektralist Murail den Blick ganz auf die Musik selbst und erschafft aus ihren einzelnen Parametern vielschichtig erfahrbare Klangräume, die sich den Vorurteilen des Sehens entziehen.

Einzige Darstellerin auf der Bühne ist eine Person mit Sehbehinderung – jemand, für den der Hör- und Tastsinn die einzigen Wegweiser in der Welt und die Grundlage der inneren Vorstellungskraft sind. Ihr inneres Wissen, ihre nicht von Bildern überlagerte Wahrnehmung von Musik sucht sie dem Publikum in dieser Installation näherzubringen.

Der Bühnenraum, vielmehr ein Erfahrungsraum, ist inspiriert von den impressionistischen großformatigen Abbildungen von Seerosenteichen. Wasser spielt in der Installation eine wichtige Rolle – ein mobiles Element, ohne definierte Form, dessen Oberfläche und Farbe sich in Abhängigkeit von der Musik verändert. Auch Licht- und Farbeffekte, die auf die Musik reagieren, kommen zum Einsatz. Das Publikum ist eingeladen, sich auf seine individuelle Musikwahrnehmung zu fokussieren und diese zu befragen.

Neben der Regie gestaltet Silvia Costa das Kostüm- und Bühnenbild, an dem auch Michele Taborelli mitwirkt. Das musikalische Konzept und der sehr anspruchsvolle Klavierpart liegen in den Händen von Alain Franco. Das Sounddesign übernimmt Nicola Ratti und für das Licht zeichnet Marco Giusti verantwortlich.

Silvia Costa studierte Bildende Kunst und Theater an der der Università IUAV di Venezia. Danach begann sie mit der Entwicklung einer eigenen poetischen Theatersprache, geprägt von einer tiefen Reflexion über die Rolle der Bildlichkeit im Rahmen der Bühnenkunst. Durch ihre vielfältigen Tätigkeiten als Schriftstellerin, Regisseurin, Performerin und Bühnenbildnerin verbindet sie in ihrer Arbeit verschiedene ästhetische Herangehensweisen. Sie realisierte bereits zahlreiche Theaterprojekte und Video- sowie choreografisch-musikalische Installationen und wirkte als Schauspielerin und künstlerische Mitarbeiterin an den meisten Theater- und Opernproduktionen von Romeo Castellucci mit.

Alain Franco studierte Klavier und Musiktheorie und erwarb einen Post-Master-Abschluss an den Instituten IRCAM und EHESS in Paris. Sowohl als Pianist als auch als Dirigent arbeitete er mit renommierten Ensembles und Musiker:innen in Europa zusammen und entwickelte – als künstlerische Erweiterung seines Interesses an zeitgenössischer Kunst – eine spezifische Reflexion über Darstellung und Aufführung, insbesondere im Hinblick auf die Musikdramaturgie. Dies führte zu künstlerischen Kollaborationen mit Choreograph:innen, Performer:innen und Theaterregisseur:innen wie Meg Stuart, Romeo Castellucci, Anne Teresa De Keersmaeker und Jan Lauwers.

LINDEN21 ist das Format der Staatsoper, in dem mit Stückentwicklungen und anderen zeitgenössischen Tanz- und Musiktheaterproduktionen bewusst nach neuen performativen Formen gesucht wird. Nach der erfolgreichen ersten Uraufführung dieser Spielzeit DON’T YOU NOMI? folgt nun Konzert-Installation THE TIMELESS MOMENT. Im Juli steht die Musiktheater-Performance WERCKMEISTER HARMONIEN von Thom Luz (Premiere am 1. Juli 2024) auf dem Spielplan.

THE TIMELESS MOMENT
Uraufführung am Samstag, den 6. Januar 2024 um 20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen am 8., 9., 11., 12., 14., 15. und 17. Januar 2024
Staatsoper Unter den Linden – Alter Orchesterprobensaal

Eine Werkeinführung findet jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Intendanzgebäudes statt.

Den Link zur Veranstaltungswebsite finden Sie hier.
Die Staatsoper dankt den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und Hilti Foundation herzlich für ihre Unterstützung.

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Das Wiener Kammerorchester vom 1. bis 5. Jänner in Athen, Heraklion und auf Kreta

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Mo, 01. Januar 2024
21:00 – 23:00
Konzert
Dirigent Myron Michailidis
Solisten Theodore Kerkezos, Andreas Kerkezos
College Theater, Athen
Alle Aufführungen

Di, 02.01.2024
18:15 – 19:40
Konzert
College Theater, Athen
Di, 02.01.202  21:00 – 23:00
Konzert
College Theater, Athen

Mi, 03.01.2024 21:00 – 23:00 Konzert Cultural Center of Crete, Heraklion

Do, 04.01.2024 19:00 – 19:50 Konzert Cultural Center of Crete, Heraklion
Do, 04.01.2024 21:00 – 23:00
Konzert Cultural Center of Crete, Heraklion

Fr, 05.01.2024 17:00 – 17:50
Konzert Mikis Theodorakis Theater, Chania, Kreta
Fr, 05.01.2024 19:00 – 21:00
Konzert Mikis Theodorakis Theater, Chania, Kreta

Programm
Fritz Kreisler: Praeludium und Allegro für Violine und Kammerorchester
Darius Milhaud: Brazileira/Samba für Saxophon und Orchester
Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento D-Dur Nr. 11: Allegro molto
Carlos Gardel: Por una cabeza
Astor Piazzolla: Escualo, Oblivion, Libertango für Saxophon und Kammerorchester
Pedro Iturralde: Czardas für Saxophon und Orchester

Pause

Johann Strauß Sohn: Ouvertüre zu „Die Fledermaus“ op. 362, Arrangement
Vergnügungszug Polka, Arrangement Johann Strauß II:
„Frühlingsstimmen“ – Walzer, Op. 410
„Tritsch-Tratsch“ – Polka schnell, Op. 214
Johann Strauß Sohn: „An der schönen blauen Donau“ – Walzer, op. 314

Dirigent und Solisten

myron

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Post aus Haifa
Es ist die erste Ausgabe unserer Website und wir verbinden damit auch die Bitte um Weiterleitung, wenn Sie unsere Inhalte interessieren.
Mit den besten Wünschen für unser aller Zukunft
https://post-aus-haifa.de

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PARIS: „LE MALADE IMAGINAIRE“ von Molière mit Musik von Marc-Olivier Dupin am Théâtre des Champs-Elysées – 22 12 2023

Ein Dauerbrenner der Comédie Française in der zeitlos schönen Ausstattung von Ezio Toffolutti, mit nicht klanglosen, aber eher belanglosen neuen Musik-Einlagen.

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Anfang des Schluss-Chors & Ballett in der zeitlos schönen Ausstattung von Ezio Toffolutti, denn ursprünglich war das Werk eine „comédie-ballet“. Links das Cembalo mit neuer Musik von Marc-Olivier Dupin. © Vincent Pontet

Wie schön, wenn erfolgreiche Produktionen nicht gleich in der Mottenkiste verschwinden. Die Inszenierung von Molières „Le Malade imaginaire“ (Der eingebildete Kranke) von Claude Stratz in der wunderbaren Ausstattung von Ezio Toffolutti gehört zu den Dauerbrennern der Comédie Française und wurde seit 2001 schon über 500-mal gespielt. Im Rahmen einer Europatournee gastierte sie 2004 im Theater in der Josefstadt und reiste bis in die USA und nach China. Der Grund weswegen sie nun in der Weihnachtszeit am Théâtre des Champs-Elysées gespielt wird, ist, dass im ursprünglichen comédie-ballet die Musik mindestens so viel Platz einnahm wie das Theaterstück, wenn nicht mehr. „Le Malade imaginaire“ von Jean-Baptiste Molière war 1673 anfänglich eine „comédie mêlée de musique de danses“, ein Theaterstück, mit Tanz- und Ballett-Einlagen, die wesentlich länger waren als der gesprochene Text: ungefähr 2 Stunden Text und fast 3 Stunden Musik & Tanz! Denn der „Sonnenkönig“ Ludwig der XIVe liebte es prächtig und bei denen durch ihn bei Molière und Lully in Auftrag gegebenen Stücken tanzten er und der ganze Hof gerne mit. Das wurde auch in Frankreich vergessen, da der immer eifersüchtige Jean-Baptiste Lully 1672 beim König erreichte, dass nur er und niemand anders in Frankreich mit mehr als neun Musikern auftreten durfte und Molière ab dann ihre gemeinsam erarbeiteten Stücke nur noch ohne Tanz und Musik spielen konnte. Diese überlebten deswegen nur als reine Theaterstücke, bis man ganz vergaß, dass sie ursprünglich etwas noch etwas Anderes gewesen waren. Meines Wissens wurde ihr größter Erfolg, „Le Bourgeois Gentilhomme“ (Der Bürger als Edelmann), 1989 zum ersten Mal nach über 300 Jahren wieder in Paris gespielt, am Châtelet durch William Christie, der mit seinem damaligen Regisseur Jean-Marie Villégier eine bahnbrechende Pionierarbeit geleistet hat. Gleichzeitig hat John S. Powell in den Archiven der Comédie Française die verlorengeglaubte Originalpartitur des „Malade imaginaire“ wiedergefunden, die vorbildlich durch H. Wiley Hitchkock editiert und 1990 durch dasselbe Team in Montpellier und im Châtelet gespielt wurde. Ein sehr besonderer Abend, an den ich mich noch gut erinnere, aber der anscheinend keine Werk-Renaissance einläutete, da er mit über 5 Stunden doch recht lang war. So wird „Le Malade imaginaire“ mit der ursprünglichen Musik von Marc-Antoine Charpentier, der 1672/3 für den abtrünnigen Lully eingesprungen war, trotz einer bildschönen Faksimile Edition bei Minkoff, meines Wissens kaum gespielt. Dies erklärt auch, warum Claude Stratz und die Comédie Française 2001 eine wesentlich kürzere Bühnenmusik in Auftrag gaben bei Marc-Olivier Dupin.

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In den ursprünglich drei Tanzeinlagen bekommt der eingebildete Kranke Argan (Guillaume Gallienne) Besuch von Pulcinellas der commedia dell’arte. © Christophe Raynaud de Lage

Es war nun ein vergnüglicher Abend, was an dem hervorragenden Schauspieler-Ensemble der Comédie Française lag, der akribischen Inszenierung des inzwischen verstorbenen Claude Stratz (Zürich 1946-2007) und der bildschönen Ausstattung von Ezio Toffolutti, den man in Deutschland meist an der Semperoper in Dresden sieht und dessen Inszenierung & Ausstattung von Massenets „Cendrillon“, von mir 2019 sehr positiv in Nantes rezensiert, noch immer durch Frankreich tourt. Mit den commedia dell’arte-Masken von Kuno Schlegelmilch und der Beleuchtung von Jean-Philippe Roy glaubte man sich manchmal in der zeitlosen und unvergessenen Ästhetik von Giorgio Strehler. Argan, der eingebildete Kranke – bei der Uraufführung am 10. Februar 1673 Molière selbst, vier Tage vor seinem Tod – wird fulminant gespielt durch Guillaume Gallienne, einer der bekanntesten Schauspieler der Comédie Française, der inzwischen auch eigene Filme dreht und Opern inszeniert („La Cenerentola“ von Rossini 2017 an der Pariser Oper). In der Doppelrolle der beiden Ärzte, Purgon und Diafoirus, steht ihm ein anderes „monstre sacré“ der Pariser Schauspieler gegenüber, Christian Hecq. Beide haben eine solche Bühnenpräsenz, dass man ihnen auch atemlos zuhört, wenn sie gar nichts sagen und nur in den Saal blicken. Deswegen dauerte die Inszenierung auch ungefähr 15 Minuten mehr als vor 20 Jahren (damals genau 2 Stunden ohne Pause). Leider haben ihre Kollegen nicht alle diese gleiche Bühnenpräsenz, und so war Julie Sicard – vor zwanzig Jahren noch Argans Tochter Angélique – als die freche und listige Magd Toinette, die eigentliche Drahtzieherin der ganzen Handlung, nicht so überzeugend für uns als die unvergessene Catherine Hiegelin dieser Rolle (sie wurde durch ihre eifersüchtigen Kollegen aus der Comédie Française verjagt und ist nun eine erfolgreiche Regisseurin). Die anderen sieben Schauspieler brauchen wir wohl nicht alle namentlich zu erwähnen.

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Musik und Tanz bei Molière : bei manchen Musik-Einlagen, wird mit der Scherenschnitttechnik inszeniert, so wie vor vielen Jahren bei Giorgio Strehler. © Vincent Pontet

An die Bühnenmusik von Marc-Olivier Dupin konnten wir uns kaum erinnern und jetzt verstehen wir auch warum: da gibt es einfach nicht viel zu berichten. Dupin (Paris, 1954) ist ein Tausendsassa, der auch für die Pariser Oper (2008 das Ballett „Les Enfants du Paradis“) und die Opéra Comique komponiert hat (dort drei kleine Werke, die jedoch nie verlegt wurden) und hauptsächlich Film-Musik schreibt. So auch hier: seine Musik unterstützt die Atmosphäre des Bildes, stört nicht, hat aber auch nichts Eigenes. Dass er sich nicht mit der Vorlage beschäftigt hat, sieht man an seinem eigenen Text im Programmheft: er hat sich an Mozart und Strawinsky orientiert um so „in die Fußstapfen von Molière und Lully (sic) treten zu können“. Doch die Original Musik war von Marc-Antoine Charpentier, von der es viele Aufnahmen gibt und die obenerwähnte fac-simile Partitur – die sich Dupin offensichtlich nicht einmal angesehen hat. Was soll man dazu sagen? Dementsprechend gibt es wenig zu berichten über die Musiker, wir haben sie kaum eine viertel Stunde gehört: Jean-Jacques L’Anthoën (Bariton), Jérôme Billy (Tenor), Elodie Fonnard (Sopran), begleitet durch Jorris Sauquet (Cembalo) und Marion Martineau (viola da gamba oder Kniegeige).

Es war trotzdem ein sehr vergnüglicher Abend, was nicht nur an der zurecht erfolgreichen Inszenierung, sondern auch an dem zeitlosen Theaterstück liegt, in dem Jean-Baptiste Molière seiner Aversion gegen Mediziner freien Lauf gab. Im Stück klagt man über diesen „Molière“, der so Schreckliches über sie sagt und den man nur einen baldigen Tod wünschen kann: „qu’il crève!“. Denn Argan ist gar nicht krank – er hat einen prächtigen Appetit – und gib jedoch jeden Monat ein wirkliches Vermögen an Medikamenten aus, die er umständlich direkt in den Hintern bekommt. Deswegen will er seine schöne Tochter zwangsvermählen mit dem „Neffen“ seines behandelnden Arztes, um den jungen Arzt dann kostenlos zur Verfügung zu haben. Bis die listige Magd Toinette auf die Idee kommt, dass er doch am besten selbst Arzt werden könnte. Studieren und Latein bräuchte man nicht wirklich, die paar Fachbegriffe hätte man schnell gelernt und so endet die ursprüngliche „comédie mêlée de musique de danses“ mit einem „intermède“, wo Argan in einem herrlichen, nicht übersetzbaren Küchenlatein zum „Novus Doctor qui tam bene parlat“ ausgerufen wird. Der Saal hat schallend gelacht, denn ohne dass Molière sich dies je hätte vorstellen können, gibt es erstaunlich viele Parallelen zu all den Diskussionen in Frankreich während der Pandemie. 350 Jahre nach der Premiere – und wir sind immer noch da. Ein vergnüglicher Gedanke zum Jahresanfang!

Waldemar Kamer

Bis zum 7. Januar 2024 im Théâtre des Champs-Elysées: www.theatrechampselysees.fr
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GEORG GAUGUSCH: 
Via Langstrecke ins Ziel

Es gibt in der Wissenschaft und auch in der Welt der Verlage oft überdimensionale Unternehmungen, die denn entsprechenden Kultstatus genießen. Lange hat man gewartet, bis Georg Gaugusch sein Riesenprojekt „Wer einmal war“ vollenden konnte, das der Amalthea Verlag bereit war, mit aller Sorgfalt heraus zu bringen. Vier Bände sind es geworden, die beiden letzten nun erschienen (das Register muss noch folgen). Georg Gaugusch, der nächstes Jahr erst 50 wird, hat buchstäblich mehr als sein halbes Leben mit dieser Arbeit verbracht.

Renate Wagner hat mit ihm gesprochen.

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Wer einmal war S–T:
Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800–1938
‎1544 Seiten, Analthea Verlag, 2023

Wer einmal war U–Z:
Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800–1938

‎784 Seiten, Analthea Verlag, 2023

Herr Gaugusch, mehr als ein Vierteljahrhundert Arbeit an einem Projekt – wie fühlt man sich da, wenn es nun auf einmal zu Ende ist?

Erleichtert, gewiss, aber es muss ja noch das Generalregister erstellt werden, bei 685 Familienkapiteln sind das gut 120.000 Namen. Als ich begonnen habe, den Wiener jüdischen großbürgerlichen Familien nachzuforschen, dachte ich noch, mit einem Band Auslangen zu finden, dann mit zweien, nun haben wir vier gebraucht. Die Seiten sind durchnumeriert, Band 4 endet mit Seite 5370, und da wurde kein Platz verschwendet. Die Bücher sind das Resultat konsequenter Arbeit – es hat keinen Sinn, dabei zu sprinten, es ist besser, sich in ruhigem Langstreckenlauf zu üben.

Begonnen hat es Ende der neunziger Jahre mit Ihrem Interesse an den alten Auftragsbüchern der Firma Wilhelm Jungmann & Neffe am Albertinaplatz, die Sie leiten. Das war ja noch in den Zeiten der frühen Computeranfänge…

Ja, und ich habe auch ganz klassisch mit Zettelkästen zu arbeiten begonnen. Wilhelm Jungmann hat die Firma, die damals vor allem nobelste Damenmode herstellte, 866 begründet und brachte es bald zum k. u. k Hoflieferanten. Da er selbst keine Kinder hatte, nahm er seinen Neffen ins Geschäft, und der Name Wilhelm Jungmann & Neffe blieb beim nächsten Besitzer bestehen. Die Auftragsbücher haben mich schon fasziniert, als ich noch Chemiestudent war und meine Mutter das Geschäft leitete. Denn neben dem Adel und dem Kaiserhaus waren es vor allem jüdische Großbürger, die zu den Kunden zählten. Das waren Menschen und Familien, die im 19. Jahrhundert in der Monarchie eine überaus wichtige Rolle gespielt haben – und von denen man nichts mehr wusste außer vielleicht ein paar vereinzelte Namen. Mit dem Holocaust wurden nicht nur die Menschen, sondern auch ihre Geschichte ausgelöscht. Das hat mein Forscher-Interesse in Gang gesetzt – ich wollte wissen, wer diese Menschen waren. Und ich kann sagen, ich habe viele, sehr viele von ihnen gefunden. Wobei es für jüdische Familien typisch ist, dass sie erstens stark untereinander geheiratet hatten, es also viele familiäre Querverbindungen gibt, und dass viele von ihnen viele Kinder hatten, was dann zu einzelnen Familienzweigen führte…

Das ist fraglos ein kompliziertes Forschungsgebiet. Der Zettelkasten wich dem Computer, aber man konnte ja nicht alles aus der damals diesbezüglich noch nicht reichen Sekundärliteratur holen.

Jüdische Friedhöfe waren das Um und Auf für Informationen, Grabsteine sind eine hervorragende Quelle, weil sie oft viel über die Menschen unter der Erde erzählen. Und da dort auch ein Teil der Grabsteine mit hebräischen Buchstaben beschrieben ist, habe ich diese Schrift lesen gelernt, Wenn einen etwas interessiert, ist das kein Problem. Es ging mir ja nicht nur darum, die Familiengeschichten zu erzählen, sondern auch für die einzelnen Mitglieder so viele Daten und Fakten aufzuspüren wie möglich. Ich habe übrigens den jüdischen Friedhof hinter dem Ersten Tor des Zentralfriedhofs durchfotografiert, den könnte ich vermutlich mit geschlossenen Augen führen.

Was an jüdischen Familien, an ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung in Wien zusammen kam, hatte seinen Ursprung ja oft in den Kronländern. Wohin haben die Reisen Sie und Ihre Frau hier geführt?

Man kann sagen, in alle Gebiete der einstigen Monarchie, von Czernowitz bis Siebenbürgen und die Wojwodina, kurz, in die entlegensten Winkel. Es ist interessant, dass Menschen, die durch das jüdische Prinzip der Bildung, Bildung, Bildung in Wien hervorragende Karrieren gemacht haben, oft von Vorfahren aus kleinsten Verhältnissen in kleinsten Orten stammten. Die Voraussetzung, es zu etwas zu bringen, war allerdings, in die „Kaiserstadt“ zu kommen, da man für den Aufstieg ja auch ein gewisses Umfeld benötigt. Und selbst ein jüdischer ungarischer Landadel, der sich viel auf seinen Gütern aufhielt, hatte dann ein Haus oder Palais in Budapest oder in Wien.

Der Reichtum vieler jüdischer Großbürger-Familien war legendär, aber hat sich in fast allen Fällen nicht gehalten.

Das ergab sich logisch aus der Geschichte, schon der Erste Weltkrieg hat vieles zerstört, und nach dem Anschluss erfolgte ja dann die Auslöschung der Menschen. Man muss ja bedenken, dass die Juden immer schon, auch in der so genannten liberalen Ära, das klassische Feindbild aller waren, der Katholiken, der Sozialisten, der Deutschnationalen sowieso. Für mich war es wichtig, die Familiengeschichten ganz zu erzählen, Anfänge, Aufstiege, Untergang, wobei der Rahmen des Buches mit 1800 bis 1938 angegeben ist, aber viele, die hier als Kinder und Enkel vorkommen, bis in spätere Zeit gelebt haben.

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Hat Ihnen der ungeheure Arbeitsaufwand überhaupt noch Zeit für irgend etwas anderes gelassen?

An sich arbeite ich immer, weil mir schnell fad wird. Aber natürlich, ich habe einen Jugendlichen aufgezogen, wir sind viel gereist, und ich führe das Geschäft. Es ist derselbe „Nobel“-Laden wie seit der Gründung, aber auch wenn es kein jüdisches Großbürgertum mehr gibt, haben wir keinen Mangel an Kunden. Und selbstverständlich gibt es auch heute noch einen „Adel“ – das war der fromme Wunschtraum der Sozialisten zu glauben, wenn sie den Namen reduzierten, schafften sie auch den Stand und seinen Lebensstil ab… Es gibt genug Menschen, die es sich leisten können, auf Qualität zu setzen. Im Grunde ist das, wofür wir stehen, Qualität und Nachhaltigkeit, heute gefragter denn je – eine Jacke aus edlem Kaschmir ist der Gegenpol zur Massenware aus der Dritten Welt, die mehr und mehr abgelehnt wird.

Noch einmal zurück zu den Büchern: Diese vier Bände, drei überaus voluminös, der vierte auch noch dick genug, sind ja finanziell kaum zu stemmen. War es für den Verlag leicht, die nötigen Subventionen zu bekommen?

Ich muss ehrlich sagen, ohne die Unterstützung von Randy Schoenberg hätten wir es nicht geschafft. Er ist der Enkel des Komponisten Arnold Schönberg und betreibt eine Website über jüdische Genealogie, die sehr nützlich ist, vielfach auch Partezettel zeigt, aus denen man viele Informationen über Leben und Verwandtschaft entnehmen kann. Schoenbergs dankenswertes Sponsoring war doppelt so hoch wie das, was die Republik und die Stadt Wien zu diesem Buch beigesteuert haben.

Aber einen Orden wird es für diese Ihre außerordentliche Leistung doch geben?

Wenn man so etwas macht, muss man es aus Begeisterung tun und darf weder auf Lob noch Geld aus sein. Wenn man in Österreich frustriert werden will, muss man in dem Glauben leben, dass man für seine Leistung auch Anerkennung erfährt.

Renate Wagner

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