DIE SAMSTAG-PRESSE – 2. JÄNNER 2021 – Neujahr

DIE SAMSTAG-PRESSE – 2. JÄNNER 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE SAMSTAG-PRESSE – 2. JÄNNER 2021

Daniel Barenboim dirigiert Smetanas „Ma Vlást“ mit den Berliner Philharmonikern. Foto: Monika Rittershaus (c)

Wien
Daniel Barenboim wird Neujahrskonzert 2022 dirigieren
Der Maestro aus Berlin führte bereits 2009 und 2014 durch das
Klassikevent aus Wien.
Die Presse

Wien/ Musikverein
Freude schöner Hoffnungsfunke
Das Neujahrskonzert 2021 lieferte gespenstisch schöne Reduktion und elegant trotzige Hoffnung.
Wiener Zeitung

So war das Neujahrskonzert: Liga der außergewöhnlichen Töne
Die Wiener Philharmoniker und Riccardo Muti haben eine fantastische globale Botschaft gesendet
Kurier

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2021: Virtueller Applaus ersetzt kein festlich gestimmtes Publikum
Ähnlich wie eine Fledermaus-Aufführung am 31. Dezember gehört das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zu den unverzichtbaren Ritualen des Jahreswechsels in Wien. Letzteres fiel pandemie-bedingt dieses Jahr naturgemäß sehr viel anders aus als gewohnt. Es fehlte das in der Regel mit viel lokaler und sonstiger Prominenz durchsetzte Publikum im Saal, die gewohnt üppigen Blumenarrangements erfreuten diesmal tatsächlich nur das virtuelle Publikum – und natürlich die ausführenden Musiker.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert

Allein und doch in aller Welt
Genug Blumen im Vordergrund – und es ist nicht zu sehen, dass etwas fehlt. Das Publikum nämlich. Übernimmt eine höher positionierte Kamera, fallen die leeren Sitzreihen im Goldenen Saal des Musikvereins freilich ins Aug‘ aber fast nicht auf. Der Blumenschmuck ist bunter und prächtiger denn je. Und Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker lassen sich Verve und Witz durch so etwas wie eine Pandemie nicht austreiben.
DrehpunktKultur

„Konzert/OpernkritikBerlin“ (Anton Schlatz)  Berichte  zu Silvester- und Neujahrskonzerten aus Berlin bzw. Wien. 

Silvesterkonzert in Berlin, Neujahrskonzert mit Muti in Wien

Am Silvesterabend zelebrieren die Berliner Philharmoniker ein spanisch-lateinamerikanisch inspiriertes Programm von Rodrigo bis Villa-Lobos mit Ausflügen zu Beethoven und Schostakowitsch, wobei Kirill Petrenko unwiderstehlich exakt und klar leitet. Am nächsten Morgen spielen die Wiener Philharmoniker ihr traditionelles Neujahrskonzert 2021, ebenfalls vor leerem Saal, und es war interessant zu hören, wie anders Riccardo Muti dirigierte, nämlich mit rhythmischer Delikatesse und unnachahmlicher, sozusagen traditionsgesättigter Kultiviertheit.
Opern- und Konzertkritik Berlin

Bericht zu den zwei aktuellen Konzerten der Berliner Philharmoniker.

Die Berliner Philharmoniker mit Andris Nelsons in der Digital Concert Hall
Die Berliner Philharmoniker spielen munter weiter, Corona hin oder her. Im Dezember ist zwei Mal Andris Nelsons zu Gast in der Digital Concert Hall. Das Programm umfasst Beethoven, Strawinsky, Liszt, Mahler. Baiba Skride spielt ein erstaunliches Strawinsky-Konzert, der junge Südkoreaner Seong-Jin Cho enttäuscht bei Liszts zweitem Klavierkonzert sozusagen auf höchstem Niveau. Ansonsten startet das DSO eine interessante Konzertfilmreihe und die Serie KNM Contemporaries präsentiert zeitgenössische Komponisten an drei Abenden – live gestreamt aus dem Berliner Wohnzimmer.
Opern- und Konzertkritik Berlin

Österreich
Kulturbereich kritisiert Ungleichbehandlung beim „Freitesten“
Scharfe Kritik kommt am Donnerstag aus dem Kulturbereich, nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwochabend Details zum geplanten „Freitesten“ aus dem Lockdown bekannt gegeben hat.
Oberösterreichische Nachrichten

München
Kultureller Jahresrückblick: Vorhang zu, aber viele Fragen offen
Für alle darstellenden Künste war 2020 ein verlorenes Jahr mit vielen uneingelösten Versprechungen aus der Politik.
Münchner Abendzeitung

Geringe Besucherzahlen, wenig Nachhaltigkeit, obszöne Spitzengagen
Der Kulturmanager Folkert Uhde fordert einen „New Deal“ für den Klassikbetrieb. Ein Gespräch über die Herausforderungen der Branche und Erkenntnisse aus der Krise.
Tagesspiegel

Feuilleton
Drum prüfe, wen man lange bindet
Vom neuen Jahr könnte man sich allerlei wünschen. Das Erlöschen der Corona-Pandemie etwa. Als Kulturjournalist ließe sich aber auch etwas anderes ersehnen. Nämlich ein Grundkurs für Entscheidungsträger mit dem Titel „Wie besetze ich Direktorenposten konstruktiv“. Das täte not.
Wiener Zeitung

Alex Ross‘ Buch „Die Welt nach Wagner“: Musiker, Mensch, Monster
https://www.sueddeutsche.de/kultur/wagner-alex-ross-1.5163167

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
Listeners’ Choice: Historic Met Broadcast
https://www.metopera.org/user-information/listeners-choice-historic-met-broadcast/

London
Bevan, LPO, Jurowski, RFH online review – never-ending stories
A year of disruption ends in gusto – and doubt
https://theartsdesk.com/classical-music/bevan-lpo-jurowski-rfh-online-review

New York
AFM Lambasts Metropolitan Opera for Hiring Non-Met Musicians for Virtual New Year’s Gala
https://operawire.com/afm-lambasts-metropolitan-opera-for-hiring-non-met

Sydney
‚Half masks‘, packed foyers and bar queues: are Covid-safe theatres really safe?
Sydney Opera House has become the latest to mandate mask wearing – but even with safety measures in place, going to the theatre carries “an incredible risk’
The Guardian

Sydney Opera House To Reopen With Production of “Die Lustige Witwe’
https://operawire.com/sydney-opera-house-to-reopen-with-production

Recordings
BBC Symphony Orchestra: Verklärte Nacht — a blazing farewell to Romanticism
This recording of Schoenberg’s work captures the final explosion of this musical period
https://www.ft.com/content/cc8df845-4a10-447f-b42d-a841ebb6040c

Mozart’s Betulia Liberata: Christophe Rousset and Les Talens Lyriques
https://operatoday.com/2020/12/mozarts-betulia-liberata-christophe-rousset

Feuilleton
In Memoriam — Remembering the Remarkable Musicians We Lost in 2020
https://theviolinchannel.com/in-memoriam-remembering-the-remarkable

Sprechtheater

Wien/ Burgtheater
Geglücktes Experiment im Burg-Kasino: Das transdramatische Theater
Die Edutainment-Show „Die Maschine in mir (Version 1.0)“ von Dead Centre mit Michael Maertens als Livestream
Kurier

Michael Maertens: „ich wäre gern unsterblich! Aus Neugierde!“
Der deutsche Schauspieler spielt ab 31. 12. das Stück „Die Maschine in mir“ im Burgtheater-Kasino, vor virtuellem Publikum. Mit der „Presse“ sprach er über die Fadesse des Alleinspielens, den Wunsch nach Unsterblichkeit und das Impfen.
Die Presse

Buch

Buchbesprechung/ Korngold
Atonale Götzendämmerung
Vater Korngolds Lieblingsfeinde waren Ernst Krenek, dessen chamäleonhafte Wandlungen in den 20er-Jahren zwischen Jazzoper und, Schubert-Anverwandlung ihm gar nicht gefielen, und Paul Hindemith, dessen „atonal kokettierende Klänge mit eingefügten falschen Tönen“ ihm Kummer bereiteten… Ein erhellendes Buch über Julius Korngold, ein Gemeinschaftsprodukt aus Berlin und Salzburg.
DrehpunktKultur

Film/TV

Französischer Schauspieler Robert Hossein gestorben
93-jährige Theaterlegende auch aus den „Angelique“-Filmen bekannt.
Wiener Zeitung

Doku über Francesco Totti: Liebespfeile für das Volk
In „Mein Name ist Francesco Totti“ blickt der „König von Rom“ auf seine Fußball-Karriere zurück. Auf Sky abrufbar.
Kurier

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Unter’m Strich

Warum Israel so viel schneller impfen kann
Premier Netanyahu spricht von einem „Impf-Weltrekord“: In Israel wird besonders schnell gegen das Coronavirus geimpft. Bis März sollen 60 Prozent der Bevölkerung das Vakzin erhalten haben. Wie schafft das Land das?
Tagesschau

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 2. JÄNNER 2021)

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 2, JÄNNER 2021)

Quelle: onlinemerker.com

Die Wiener Philharmoniker freuen sich, das nächste Neujahrskonzert unter der Leitung von Maestro Daniel Barenboim zu spielen.

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Foto: Peter Adamik

Die Zusammenarbeit mit Maestro Barenboim als Dirigent begann im Jahr 1989. Als Pianist war er bereits im Jahre 1956 das erste Mal mit dem Orchester zu erleben.
Seit damals hat er viele gemeinsame Konzerte, davon 2 Neujahrskonzerte (2009 und 2014), ein Sommernachtskonzert (2009), philharmonische Abonnementkonzerte, Gastspiele und Tourneen dirigiert.

Der Vorstand der Wiener Philharmoniker Daniel Froschauer hebt die herausragende Rolle des Künstlers für das Orchester hervor: „Daniel Barenboim nimmt in der Geschichte der Wiener Philharmoniker einen außergewöhnlichen Stellenwert ein. Mit ihm verbindet uns nicht nur eine sehr lange und fruchtbare künstlerische Partnerschaft, sondern auch eine große Freundschaft. Wir sind Maestro Barenboim dankbar, dass er das erste Konzert der Wiener Philharmoniker nach dem Corona Lockdown im Juni 2020 im Musikverein dirigierte. Im nächsten Jahr feiert er auch seinen 80. Geburtstag. Als Zeichen dieser tiefen künstlerischen Verbundenheit bitten wir ihn am 1. Jänner 2022 zum 3. Mal an das Pult des Neujahrskonzertes.“

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Foto: Peter Adamik

 

Bericht über das Konzert am 1.1.2021

NEUJAHRSKONZERT 2021 OHNE PUBLIKUM

(Heinrich Schramm-Schiessl)

Wer mich kennt, der weiss dass ich ein Pragmatiker bin, der selten zu Emotionen neigt. Als aber am Ende dieses Neujahrskonzert der Donauwalzer erklang, so spürte ich doch einen gewissen Druck im Hals, denn es schien nicht sicher, dass dieses traditionelle Konzert auch heuer, nach diesem so aussergewöhnlichen Jahr stattfinden würde. Aber alle jene, die daran zweifelten, hatten ihre Rechnung ohne die Wr. Philharmoniker gemacht, aber davon etwas später.

Dieser Donauwalzer sollte einerseits Trost für das sein, was wir im vergangen Jahr erleben mussten und anderseits Hoffnung für das Jahr 2021 geben, das Covid-19-Virus zwar nicht auszurotten, aber Corona zumindest zu einer (gefährlichen) Krankheit zurückzustufen, wie es andere auch gibt, mit denen wir leben müssen.

Kommen wir nun zu den Wiener Philharmonikern zurück. Diese haben, im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern nicht gejammert und geschimpft, sondern rechtzeitig begonnen, sich zu überlegen, was eine Absage verhindern könnte. Man hat sogar bis zuletzt gehofft doch noch vor Publikum spielen zu können und dem Gesundheitsministerium ein Konzept vorgelegt, dass das ermöglichen sollte. Man schlug vor, nicht nur die Orchestermitglieder vor dem Konzert auf Corona zu testen, sondern auch die Zuschauer. Wie man das logistisch gemacht hätte, hätte mich schon interessiert. Wie zu erwarten war, hat man hier dem Orchester keine Extrawurst gebraten – warum eigentlich nicht, ist man doch vor den Skiliftbetreibern auch in die Knie gegangen – und man musste ohne Publikum spielen. Aber möglicherweise hat dieses Konzept die Regierung erst auf die Idee der Testpflicht vor jedem Theaterbesuch gebracht.

Im Grunde genommen war eigentlich alles wie immer. Der Blumenschmuck im Saal war prächtig, die Philharmoniker saßen wie immer auf dem Podium und auch die kurzen Pausen für den Dirigenten wurden eingehalten. Es gab sogar Applaus nach dem 1. und 2. Teil sowie nach dem Radetzkymarsch. Gespendet wurde er von den tausenden Zuschauern auf der ganzen Welt, die entsprechende Videos an den ORF geschickt haben. Das einzige, was zumindest mir aufgefallen ist, war, daß der Klang härter als bei einem gefüllten Saal war.

Dirigent des Konzertes war zum sechsten Mal Riccardo Muti, dessen erste Zusammenarbeit mit dem Orchester sich heuer zum 50.Mal jährt. Muti und die Musik des Neujahrskonzertes war für mich immer ein schwieriges Kapitel. Seine bekannt sklavische Exaktheit nimmt dieser Musik einiges von ihrem Charme. Er berücksichtigt kaum das sogenannte „verschleppte“ (manchmal auch „schlampig“ genannte) Achtel, das speziell bei den Walzern dazugehört. Die Philharmoniker versuchen zwar hier dank ihrer Routine auszugleichen, aber eine gewisse Unebenheit bleibt. Besonders krass ist mir das beim Walzer „Bad‘ner Mad’ln“ von Karl Komzak aufgefallen. Dagegen fehlt den Polkas, die zwar durchaus spritzig dargeboten wurden, der Humor. Das verwundert, denn man hat mir erzählt, daß Muti privat ein durchaus humorvoller Mensch sein soll.

Gesamt gesehen war es ein durchaus stimmiges Konzert, dem aber doch gewisse Höhepunkte fehlten.

Das Neujahrskonzert 2022 – hoffentlich wieder vor Publikum – wird von Daniel Barenboim dirigiert. Auch nicht gerade eine Innovation

Heinrich Schramm-Schiessl

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Ein paar Worte zum Philharmonischen von Renate Wagner

Ich bin ganz der Meinung von Kollegen Schramm-Schiessl. So sehr ich Riccardo Muti schätze, er ist nicht der richtige Mann für Johann Strauß und diese Art von Musik. Ich bin überzeugt, dass er sie bis ins letzte i-Tüpfelchen souverän analysiert hat – aber er spürt sie nicht, er hat sie nicht im Körper. So steif wie eine Stock, wie er dasteht – ungeachtet von ein paar „Show-Einlagen“, die er sich überlegt hat, ist ja Fernsehen, man will ja witzig rüberkommen – , so verändert sich die Musik unter seinen Händen. Und das trotz der Wiener Philharmoniker, die wahrlich wissen, wie es geht.

Muti lässt die Musik spielen, aber nicht atmen, und was genuiner Walzer-Schwung ist, davon hat er keine Ahnung. Manches wirkte so länglich, dass man meinte, die Stücke gar nicht zu kennen.

Natürlich machen die Philharmoniker einem Mann seiner Größenordnung, der heuer 80 wird, jedes Kompliment – aber niemand muss besser wissen als sie (wer, wenn nicht sie!), dass er nicht die richtige Wahl ist. Aber schon möglich, dass sie daran denken, mit welchem Namen am Cover sich die DVDs und CDs weltweit am besten verkaufen lassen…

Das Problem wird sich nächstes Jahr mit Daniel Barenboim wiederholen, der Casus ist genau derselbe: ein berühmter Dirigent, der genau das nicht kann… und sie wissen es, man hat es schon zweimal erlebt.

Was mir auffiel: Die „Herren“ Philharmoniker haben für dieses Fernseh-Event  auffallend viele Frauen ins Orchester gesetzt (das ist politische Korrektheit), und die besonders hübschen unter ihnen wurden bevorzugt von den Kameras erfasst. Gut so, nur sollen weder die Herren Philharmoniker noch die Herrschaften vom ORF meinen, dass man zu dumm ist, das zu registrieren – und das Warum dahinter. Man merkt die Absicht und… na, verstimmt ist man nicht. Verkauft uns nur nicht für dumm. Dass Frauen genau so gute Musiker sind wie Männer, ist klar. Sonst säßen sie nicht in diesem Orchester. Irgendwo hört sich die Gleichberechtigung auf, nämlich wenn es um die Qualität ginge…

Riccardo Muti hatte seine ergreifend Rede schön einstudiert. Er hat nur Beethoven vergessen. Brahms, Bruckner, Mahler, so sagte er, erklangen in diesem Saal. Gut, das Beethoven-Jahr ist mit dem 1. Jänner vorbei, aber eine Erwähnung wäre er schon wert gewesen. Und wenn schon, dann Schubert auch. Egal, es war nicht böser Wille – wer möchte vor einem Millionenpublikum schon reden und mehr sagen müssen als „Prosit Neujahr!“.

Logistisch wurde das Unternehmen so gut durchgezogen wie irgend möglich. Die Idee mit den „Klatschern“ aus aller Welt hatte tatsächlich etwas Völkerverbindendes. Und am Ende hat Muti das Richtige gesagt, wenn er es auch nicht so prägnant ausdrückte wie Hofmannsthal: „Musik ist eine heilige Kunst…“

Renate Wagner

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Neujahrskonzert 2021 der Wiener Philharmoniker/ Musikverein Wien
1. Januar 2021
Von Thomas Prochazka

Ich glaube, wir Außenstehende haben keinen Begriff davon, welche Beharr­lichkeit des Orchesters vonnöten, welche Widerstände zu überwinden waren, um dieses Konzert Wirklichkeit werden zu lassen. Dennoch klang vieles melancholischer an diesem Vormittag, als es die Noten vermuten ließen: Sie-wissen-eh. Aber ohne Publikum ist es halt nur eine halberte G’schicht’…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=766F50AB-AD99-F859-C0444932784F23E8
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„Konzert/OpernkritikBerlin“ (Anton Schlatz)  Berichte  zu Silvester- und Neujahrskonzerten aus Berlin bzw. Wien. 

Silvesterkonzert in Berlin, Neujahrskonzert mit Muti in Wien

Am Silvesterabend zelebrieren die Berliner Philharmoniker ein spanisch-lateinamerikanisch inspiriertes Programm von Rodrigo bis Villa-Lobos mit Ausflügen zu Beethoven und Schostakowitsch, wobei Kirill Petrenko unwiderstehlich exakt und klar leitet. Am nächsten Morgen spielen die Wiener Philharmoniker ihr traditionelles Neujahrskonzert 2021, ebenfalls vor leerem Saal, und es war interessant zu hören, wie anders Riccardo Muti dirigierte, nämlich mit rhythmischer Delikatesse und unnachahmlicher, sozusagen traditionsgesättigter Kultiviertheit.

https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2021/01/01/silvesterkonzert-berliner-neujahrskonzert-2021-wiener-philharmoniker/

Opern- und Konzertkritik Berlin

Bericht zu den zwei aktuellen Konzerten der Berliner Philharmoniker.

Die Berliner Philharmoniker mit Andris Nelsons in der Digital Concert Hall
Die Berliner Philharmoniker spielen munter weiter, Corona hin oder her. Im Dezember ist zwei Mal Andris Nelsons zu Gast in der Digital Concert Hall. Das Programm umfasst Beethoven, Strawinsky, Liszt, Mahler. Baiba Skride spielt ein erstaunliches Strawinsky-Konzert, der junge Südkoreaner Seong-Jin Cho enttäuscht bei Liszts zweitem Klavierkonzert sozusagen auf höchstem Niveau. Ansonsten startet das DSO eine interessante Konzertfilmreihe und die Serie KNM Contemporaries präsentiert zeitgenössische Komponisten an drei Abenden – live gestreamt aus dem Berliner Wohnzimmer.

https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2020/12/20/berliner-livestream-lese-iv-philharmoniker-mit-nelsons/

Opern- und Konzertkritik Berlin

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Berlin/ Philharmonie: Silvesterkonzert 2020 der Berliner Philharmoniker als Stream, 31.12.2020 und 01.01.2021

Silvesterkonzert Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, Star Gitarrist Pablo Saínz Villegas, Foto Stephan Rabold
Berliner Philharmoniker, Kirill-Petrenko. Gitarrist Pablo Sainz Villegas. Foto: Stephan Rabold

„Ende gut, alles gut“, hätten sicherlich viele gerne am 31.12.2020 gesagt. Die weitgehend zuversichtliche Stimmung vom Jahresbeginn, wurde jedoch durch die weltweite Corona-Pandemie schon im Frühjahr in ihr Gegenteil verkehrt. Auch der Kultursektor bekam das durch wiederholte Shutdowns deutlich zu spüren.

Aus diesem Grund fielen die geplanten Feiern zu Beethovens 250. Geburtstag weitgehend aus und damit auch das Gastspiel der Berliner Philharmoniker zu Ostern in Baden-Baden. Dort und anschließend in Berlin wollten sie unter der Leitung ihres Chefs Kirill Petrenko„Fidelio“ konzertant aufführen.

Bei dem aus der Philharmonie gestreamten Silvesterkonzert haben sie dem großen Klassiker mit der „Leonoren-Ouvertüre Nr. 3“ C-Dur, op. 72a nochmals gehuldigt, ohne danach zu fragen, ob dieses Stück die richtige Wahl für den Jahres-Kehraus ist…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

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BERLIN/ STAATSOPER FÜR ALLE 2020 zum Jahreswechsel online auf ZDF Kultur, auf den Websites www.staatsoper-berlin.de und www.staatskapelle-berlin.de sowie Rückblick auf das Jahr 2020

Anlässlich des Jahreswechsels 2020/21 wird das STAATSOPER FÜR ALLE-Konzert mit der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim vom 6. September 2020 heute online auf ZDF Kultur sowie auf den Websites www.staatsoper-berlin.de und www.staatskapelle-berlin.de zu erleben sein! Der Stream bleibt auf ZDF Kultur bis zum 17. März 2021 verfügbar.

Das Konzert bildete im September den Höhepunkt der Jubiläumswoche des 450-jährigen Jubiläums der Staatskapelle Berlin und war zugleich ein wichtiges Zeichen für die Rückkehr der Kultur nach dem ersten Lockdown. Zu Ehren des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens standen die beiden Violinromanzen mit Anne-Sophie Mutter als Solistin, die »Egmont«-Ouvertüre sowie die 9. Sinfonie, die »Ode an die Freude«, mit Julia Kleiter, Waltraud Meier, Andreas Schager und René Pape als Solistinnen und Solisten sowie dem Staatsopernchor auf dem Programm des Open-Air-Konzerts auf dem Bebelplatz, das Dank BMW stattfinden konnte. In diesem Jahr war das Konzert vor allem all jenen gewidmet, die durch ihre Arbeit in der Corona-Krise einen elementaren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Der Eintritt war dank BMW Berlin wie immer kostenfrei. Das Konzert wurde zusätzlich am 13. September beim ZDF ausgestrahlt, auf www.staatsoper-berlin.de sowie www.staatskapelle-berlin.de gestreamt und erreichte auf diesem Wege bereits 1,11 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.

Neben STAATSOPER FÜR ALLE auf ZDF Kultur sind bei arte CONCERT aktuell außerdem die Neuproduktion von Wagners LOHENGRIN in der Regie von Calixto Bieito mit u.a. Roberto Alagna und Vida Miknevičiūtė verfügbar: https://bit.ly/2L3NyAw sowie Beethovens Sinfonien Nr. 4, Nr. 5., Nr. 6 und Nr. 8 mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim: https://bit.ly/3n1tLik.

Intendant Matthias Schulz: »Wir blicken auf ein sehr schwieriges Jahr für die Gesellschaft und die Kultur zurück. Premieren wie DER ROSENKAVALIER in der Regie von André Heller, die wir glücklicherweise noch im Februar feiern konnten, scheinen gerade wie aus einer anderen Welt. Umso wichtiger war es, dass wir zum Ende des Jahres mit LOHENGRIN noch mal eine große Oper, auch mit unserem Staatsopernchor, auf die Bühne bringen und digital zugänglich machen konnten. Das Publikum vermissen wir aber sehr! Die Absagen von Premieren, Tourneen, Konzerten, den BAROCKTAGEN und den FESTTAGEN, die zum Teil seit Jahren in Vorbereitung waren und an denen auch zahlreiche freischaffende Künstlerinnen und Künstler hängen, schmerzen sehr. Kultur mag vielleicht nicht in erster Linie systemrelevant sein, aber es wird unsere Herausforderung bleiben zu zeigen, wie extrem relevant Kultur für die Bildung, den Zusammenhalt, die Identität, die Empathiefähigkeit, die Sinnstiftung der Gesellschaft ist! Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dazu beigetragen, dass wir in 2020 mehr als erkennbar blieben, dass wir unsere Kraft behalten haben und dass wir nach wie vor bereit sind, jederzeit wieder einzusteigen und weiterzumachen. Das ist, neben guter Gesundheit für Sie alle, mein Wunsch für 2021: Dass wir Sie so schnell wie möglich wieder bei uns im Haus begrüßen dürfen!««

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei allen Partnern bedanken, die uns in dieser ungewöhnlichen Zeit unterstützt haben und die dazu beigetragen haben, dennoch für unser Publikum da sein zu können: Bei unseren Hauptpartner BMW und der Hilti Foundation, unseren weiteren Sponsoren sowie bei den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden. Bei ZDF, 3Sat, ARTE, rbb und Deutschlandradio Kultur, die mit uns zusammen Opern und Konzerte nach Hause gebracht haben sowie bei Unitel, EuroArts, Accentus music und Naxos, die unseren digitalen Spielplan unterstützt haben. Bei den Kolleginnen und Kollegen der Presse, die uns in diesem Jahr begleitet haben. Und vor allem auch bei unserem Publikum, für die Loyalität und den Zuspruch in diesen herausfordernden Zeiten!

RÜCKBLICK 2020

Mit Strauss‘ DER ROSENKAVALIER, in der Inszenierung von André Heller und unter der musikalischen Leitung des Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin Zubin Mehta, konnte im Februar die letzte ausverkaufte Premiere vor voll besetztem Haus stattfinden. Bereits am 12. März folgte die Live-Übertragung der Geistervorstellung von Bizets CARMEN unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und mit Anita Rachvelishvili in der Titelpartie. In Kooperation mit dem rbb erreichte die Vorstellung über die Websites und Social Media-Kanäle der beiden Partner rund 160.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Während des ersten Lockdowns hat die Staatsoper Unter den Linden bis zum 17. Mai auf der Website einen täglich wechselnden Online-Spielplan mit Aufzeichnungen von Opern, Konzerten und Ballett angeboten. Die Produktionen waren dank Unitel, Accentus music, Naxos, EuroArts und dem rbb jeweils für 24 Stunden kostenlos und weltweit verfügbar. In der Spitze erreichten Streams bis zu 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in 24 Stunden, im Durchschnitt waren es rund 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer am Tag. Die Aufrufe kamen aus 48 Ländern von Kasachstan bis Kolumbien, allen voran nach Deutschland: Russland, Japan, Österreich, USA, Frankreich.
Als Teil der Initiative »Der rbb macht’s« wurden neben dem CARMEN-Livestream außerdem Massenets MANON sowie Verdis MACBETH und FALSTAFF im März und April im rbb Fernsehen gesendet. Fortgesetzt wurde der Online-Spielplan der Staatsoper Unter den Linden im Juli mit den digitalen Opernnächten sowie im November mit dem BAROCKTAGE-Wochenende.

Im Auftrag von ZDF/3sat wurde das Gedenkkonzert anlässlich 75 Jahre Kriegsende mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin aufgezeichnet, das 3sat am 8. Mai live/zeitversetzt übertrug und auch auf www.staatsoper-berlin.de sowie www.staatskapelle-berlin.de abrufbar war.

Vom 22. Mai bis 3. Juli. wurden zehn eigen produzierte Streams spartenübergreifender Konzertprogramme veröffentlicht mit Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim, Sängerinnen und Sängern des Solistenensembles, Pianisten des Hauses sowie einer Reihe von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern wie Jan Josef Liefers, Polina Semionova, Olga Peretyatko, Elsa Dreisig, Anna Prohaska, Michael Volle, René Pape.

Ergänzt wurden die Streams durch ein besonderes Liveangebot mit den Hofkonzerten der Staatskapelle Berlin, die im Juni zwei Mal die Woche unter dem Motto: »Wenn Ihr nicht zu uns kommen könnt, kommen wir zu Euch« stattfanden. Dazu hat die ehemalige Hofkapelle in ihrem Jubiläumsjahr das Opernhaus verlassen und quer durch die Kieze in Berliner Innenhöfen gespielt. Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich für ihr Hofkonzert bewerben und die Musik von ihren Balkonen oder Fenstern aus live genießen. Mit dabei waren Höfe in Schöneberg, Charlottenburg, Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Moabit.

Zurück aus der Sommerpause stand der Auftakt der Spielzeit 2020/21 im Zeichen des 450-jährigen Jubiläums der Staatskapelle Berlin – das immerhin mit Publikum, wenn auch in reduzierter Anzahl, begangen werden konnte: Am 29. August traten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin im Rahmen des Musikfest Berlin auf, der ursprünglich für die FESTTAGE 2020 vorgesehene Beethoven-Zyklus (die Sinfonie Nr. 1 – 8) kam zur Aufführung und am 6. September luden die Staatsoper Unter den Linden und ihr langjähriger Partner BMW Berlin zu STAATSOPER FÜR ALLE mit der Staatskapelle Berlin auf den Bebelplatz ein. Am 11. September folgten das Festkonzert »450 Jahre Staatskapelle Berlin«, ebenfalls dirigiert von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim sowie am 12. September ein an die geltenden Sicherheitsmaßnahmen angepasstes Geburtstagsfest für das Orchester. An diesem »Tag für die Staatskapelle Berlin« waren die Musikerinnen und Musiker in wechselnden kammermusikalischen Formationen und kleinen Orchesterbesetzungen bei freiem Eintritt zu erleben. Flankiert wurde das Jubiläum durch eine Ausstellung zu »450 Jahren Staatskapelle Berlin« im Apollosaal, eine CD-Edition bei der Deutschen Grammophon, das Buch »Im Klang der Zeit« sowie zahlreiche (digitale) Kampagnen.

Ebenfalls vor reduziertem Publikum konnte die diesjährige Eröffnungspremiere am 3. Oktober mit Luca Francesconis QUARTETT in der Regie von Barbara Wysocka, unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und mit Mojca Erdmann sowie Thomas Oliemans stattfinden. Zu erleben waren außerdem u. a. Vorstellungen von Strauss‘ ARIADNE AUF NAXOS, Bizets LES PÊCHEURS DE PERLES, mit reduziertem Chor sowie Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE, in einer gekürzten Version ohne Pause sowie die Uraufführung von Simon Stehen-Andersens WALK THE WALK im Rahmen von LINDEN 21.

Um auf die prekäre Situation freischaffender Musikerinnen und Musiker aufmerksam zu machen, übertrugen der rbb und die Staatsoper Unter dem Linden ein Geisterkonzert der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim im weltweiten Livestream am 15. November. Der damit verbundene Spendenaufruf brachte dem Nothilfefonds der Orchesterstiftung über 36.000 € ein. Zuvor hatten die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim in den eigenen Reihen für den Nothilfefonds gesammelt und insgesamt 55.000€ gespendet.

Im Dezember konnte die Premiere von Wagners LOHENGRIN, in der Regie von Calixto Bieito und unter der musikalischen Leitung von Matthias Pintscher, stattfinden. Nach wie vor ohne Publikum im Saal, aber dank ZDF/arte mit einer Liveübertragung in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember für über 21.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in Europa. Die Aufzeichnung in der Mediathek verzeichnet im Schnitt weitere 5.000 Aufrufe pro Tag und ist noch bis zum 15. Januar 2021 auf arte CONCERT verfügbar.

Zum Ausklang des Beethoven-Jahres setzten die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim ein besonderes Zeichen mit der Aufführung von vier Sinfonien des Jubilars: Anfang Dezember wurden die Sinfonien Nr. 4, Nr. 5, Nr. 6 und Nr. 8 aufgenommen und sind nun für 90 Tage im Stream auf arte CONCERT für den deutsch- und französischsprachigen Raum in Europa verfügbar.

Zu den guten Nachrichten in 2020 zählten für uns außerdem die OPUS KLASSIK Auszeichnung mit dem Preis für Nachwuchsförderung für das Kinderopernhaus Berlin – passend zum 10. Geburtstag des ersten Kinderopernhauses im Ursprungsbezirk Lichtenberg. Das Kinderopernhaus, das neben dem Opernkinderorchester zum Herzstück des neu ausgerichteten Education-Programms der Staatsoper Unter den Linden gehört, begann in Lichtenberg und wurde mittlerweile auf sechs Bezirke in ganz Berlin ausgeweitet.

Die erarbeiteten Neuproduktionen von Mozarts IDOMENEO, COSÌ FAN TUTTE und MITRIDATE, RE DI PONTO, die nicht wie geplant zur Premiere kommen konnten, werden zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt werden. Auch für Wagners LOHENGRIN werden Nachholtermine für Livevorstellungen gesucht.

Die Staatsoper Unter den Linden dankt dem Verein der Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und der Hilti Foundation herzlich für die Unterstützung.

 

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MÜNCHEN/ GÄRTNERPLATZ: SYLVESTERVORSTELLUNG „DREI MÄNNER IM SCHNEE AUF STREAM ON DEMAND

Möner

ZUM VIDEO ON DEMAND

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

WIEN: DER LEERE MUSIKVEREINSSAAL

Musil

ZU INSTRAGRAM mit weiteren Fotos

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PLACIDO DOMINGO POSTET AUCH IM NEUEN JAHR MUNTER DRAUF WEITER

Domino

ZU INSTRAGRAM

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