Mahlers Auferstehungs-Symphonie beim Musikfest Berlin: Hör’ auf zu beben! Bereite dich, zu leben!

Gustav Mahler, Symphonie Nr.2 in c-Moll Philharmonie Berlin, 7. September 2022

Gustav Mahler
Symphonie Nr.2 in c-Moll

Heidi Stober   Sopran
Karen Cargill   Mezzosopran
Paolo Bortolameolli   Dirigent
Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin

Philharmonie Berlin, 7. September 2022

von Peter Sommeregger

Die 2. Symphonie Gustav Mahlers wird auch „Auferstehungs-Symphonie“ genannt, weil sie einen Teil einer Ode Klopstocks in der Adaption durch den Komponisten zum Thema hat. Durch die große Besetzung, inklusive Orgel, gemischten Chor und zwei Gesangssolistinnen erhält das Werk eine Wucht, die immer wieder beeindruckt.

Die Deutsche Oper Berlin wählte das Werk für ihr traditionelles Gastspiel beim Musikfest Berlin, der GMD Donald Runnicles musste aber wegen einer Corona-Erkrankung ersetzt werden. Für ihn übernahm sehr kurzfristig der Italiener Paolo Bortolameolli, der mit großem Engagement in die Bresche sprang. Schwierig zu sagen, wie viel an der Interpretation schon von Runnicles bei den Proben festgelegt wurde, jedenfalls überzeugte der Einspringer mit deutlicher Zeichengebung und großem Temperament, das für dieses monumentale Werk erforderlich ist.

Die ersten drei, rein orchestralen Sätze wurden mit zügigen Tempi gespielt, wogegen „Urlicht“ und das kolossale Finale auffallend breite Tempi erhielten. Das ist aber durchaus passend, so baut sich die finale, verklärende Stimmung organisch auf. Das Werk war für ein Opernorchester gut gewählt, hat die Musik doch auch gewisse opernhafte Züge. Der Klangkörper der Deutschen Oper konnte stolz seine Kompetenz in Sachen satter Orchesterklang ausspielen, auch der Chor des Hauses, geleitet von Jeremy Bines, sang überzeugend.

Der kleine Sopranpart war mit Heidi Stober gut besetzt, den stärksten Eindruck aber vermittelte die Mezzosopranistin Karen Cargill. Sie verstand es, nicht nur textdeutlich zu singen, sondern kostete jede einzelne Phrase ihrer Gesangslinie mit ihrer satten, dunklen Stimme perfekt aus.

Das Werk mit seinem spirituellen Charakter bewegt das Publikum immer wieder sehr, die Botschaft von der Auferstehung hört man ja nur allzugern. Am Ende nicht enden wollender, verdienter Beifall für alle Beteiligten.

Peter Sommeregger, 9. September 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 in c-moll „Auferstehungssymphonie“ klassik-begeistert.de

Bedingungslos in die Musik eintauchen klassik-begeistert.de, 6. Mai 2022

Kaija Saariaho (*1952) – Orion (2002), Gustav Mahler (1860-1911) – Sinfonie Nr. 6 in a-Moll („Tragische“) Concertgebouw, 19. August 2022

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