Star-Alarm auf dem Bebelplatz: „Staatsoper für alle“ am 16. und 17. Juni 2018 in Berlin

„Staatsoper für alle“, Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Foto: Michael Pöhn (c)
„Staatsoper für alle“, Staatsoper Unter den Linden, Berlin

 von Gabriel Pech

„Viele freuen sich, dass es etwas anderes gibt als Fußball!“ So bewirbt Matthias Schulz, neuer Intendant der Staatsoper Berlin, das Event „Staatsoper für alle“ am 17. Juni. Daniel Barenboim ergänzt: „…und anders als beim Fußball gibt es niemanden, der gegen uns spielt!“

„Macbeth“ steht auf dem Programm, die monumentale Oper von Giuseppe Verdi nach Shakespeare‘scher Vorlage. Es verspricht, auch ein monumentales Ereignis zu werden: Eine hochkarätige Besetzung mit den alt-eingesessenen Opernstars Anna Netrebko und Plácido Domingo unter der Leitung von Daniel Barenboim, inszeniert von Harry Kupfer. Karten gibt es natürlich schon längst nicht mehr, doch das ist eben das Konzept von „Staatsoper für alle“: Für erwartete 40.000 Besucher projizieren sie das Bühnengeschehen live auf dem Bebelplatz in der Berliner Innenstadt, unweit der Fanmeile. Vielleicht kommt der ein oder andere Fußballfan nach dem Deutschland-Spiel noch dazu, um erstklassige Kultur mitzuerleben. Liegestühle und Picknickkörbe dürfen mitgebracht werden, der Eintritt ist frei.

Plácido Domingo genießt es, mit Anna Netrebko zu arbeiten. „Jede Note hat Energie, egal ob nun um 10 Uhr morgens oder abends.“ Er hatte kaum noch damit gerechnet, jemals wieder „Unter den Linden“ singen zu dürfen und sieht es als besonderes Geschenk an. „Macbeth für einen Bariton ist wie Otello für einen Tenor“, so der Star beim Pressegespräch am Donnerstag. Dabei ist ihm der Gesang genau so wichtig wie das Theater.

Bei Harry Kupfers Inszenierung kommt beides nicht zu kurz. Besonders wichtig ist laut Barenboim die Beweglichkeit auf der Bühne. Dabei muss jeder Künstler seinen eigenen Zugang zum Stück finden, festgefahrene Spieltraditionen möchte die kreative Leitung überwinden.

Am Vorabend, Samstag 16. Juni, hören wir ein Open-Air-Konzert, ebenfalls live auf dem Bebelplatz. Die Staatskapelle unter Daniel Barenboim gibt sich die Ehre.

Es wird zwei Teile geben: Der erste ist eine Hommage an Spanien. Zu Ehren von Claude Debussys 100. Todestag, welchen wir im März begangen haben, hören wir „Iberia“ aus „Images pour Orchestre“, außerdem die Ouvertüre zu Giaccino Rossinis Oper „Il Barbiere di Siviglia“. Im zweiten Teil spielen die Musiker Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ – es bleibt also feurig, auch wenn es in die kälteren russischen Regionen geht.

Barenboim lobt „sein“ Orchester, die Staatskapelle Berlin, vor allem für seine Wandlungsfähigkeit: „Sie spielen ‚Pelléas’ auf französisch, ‚Macbeth’ auf süd-italienisch und Wagner ist auch nicht schlecht.“

Wem das Wetter zu schwül, der Platz zu voll oder Berlin zu weit weg ist, der kann live im Internet zuschauen. Das Konzert wird auf www.staatsoper-berlin.de gestreamt sowie als Facebook live auf der Facebookseite der Staatsoper.

Gabriel Pech, 9. Juni 2018, für
klassik-begeistert.de

„Staatsoper für alle“ am 16.6. und 17.6. auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte
Samstag, 16.6.18, Beginn 12:00 Uhr
Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin auf dem Bebelplatz
Dirigent: Daniel Barenboim
Live-Stream auf www.staatsoper-berlin.de und auf der Facebookseite der Staatsoper

Sonntag, 17.6.18, Beginn 18:Uhr
Open-Live-Übertragung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ auf dem Bebelplatz mit Plácido Domingo und Anna Netrebko
Dirigent: Daniel Barenboim
TV-Ausstrahlung am 21. Juni 2018 um 20:15 auf Arte.
Eintritt frei.

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