Armutszeugnis für die "Musikstadt Hamburg": Der neue Spielplan der Hamburgischen Staatsoper

Staatsoper Hamburg, Der neue Spielplan ist ein Armutszeugnis  Staatsoper Hamburg

„Lustlos, elanlos, mehr als sparsam und ausgedünnt“
(Klassik-Blogger Patrik Klein)

„Ein Opernhaus wie das am HH-Gänsemarkt sollte einen prall gefüllten Spielplan haben, der mit Neuem, Vertrauten, Schönem, Glänzendem und Verstörendem, Aufrüttelndem aufwartet – würde ich mir wünschen.“(Burkhard Egdorf)

Wer das Programm der Staatsoper Hamburg mit den Programmen der Häuser in Berlin, München, Wien und Mailand vergleicht, dem kommen die Tränen. Bonjour tristesse, Hambourg! Bitte, liebe LeserInnen von klassik-begeistert.de, schauen Sie unbedingt einmal in die Spielpläne dieser großen Häuser… Wo möchten Sie Ihre Opernabende verbringen? An der Dammtorstraße oder im Haus am Ring in Wien? Was wollen Sie hören und sehen? „Aida“, „La Traviata“, „La Bohème“, „La fille du régiment“, „Carmen“, „Macbeth“, „Die Walküre“ wie an den Weltklassehäusern? Oder lieber „molto agitato“ nach Kurt Weill und „Pierrot lunaire“ von Arnold Schönberg in HH?

von Andreas Schmidt, Herausgeber

Großes Entsetzen herrscht unter der Mehrzahl der (noch verbliebenen) Fans der Staatsoper Hamburg. Nie war der Programmplan für das Opernhaus der zweitgrößten deutschen Stadt so trist, so fad und so trostlos wie jener, den die Führungsriege unter Intendant Georges Delnon am Freitag präsentierte. Schon vor Veröffentlichung dieses Artikels erreichten klassik-begeistert.de zahlreiche Wut-Emails und Wut-Whatsapps, die unisono Unverständnis für den Hamburger Opernauftakt ausdrücken.

Mit diesem Programm, das viel Unbekanntes und Neues präsentiert und einen Bogen um „richtige Operngassenhauer“ macht, dürfte das Haus an der Dammtorstraße wieder einmal Schiffbruch erleiden und nur ganz wenige Opernherzen höher schlagen lassen. Schon der letzte Saisonauftakt war mit der Insider-Oper „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch vollkommen daneben gegangen – zudem war das Werk noch musikalisch schludrig und unterprobt dargeboten worden. Geringe Besucherzahlen und viele frustrierte Zuschauer waren das Ergebnis – nur ein Kritiker einer rapide an Bedeutung verlierenden Hamburger Tageszeitung jubelte, obgleich Dutzende Zuschauer bei der Premiere den Saal verlassen hatten.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, diese Pandemiesituation künstlerisch zu reflektieren. Die Kunst sollte sich zu dem verhalten, was 2020 passiert» – erklären der Schweizer Intendant Georges Delnon (62), der US-Amerikaner John Neumeier (81) – als Ballettchef der einzige wahre Star in HH, der seit Jahrzehnten Weltklasse abliefert – und Generalmusikdirektor Kent Nagano (er wird im November 69), ebenfalls US-Amerikaner, der – leider – nur etwa fünf Monate im Jahr an Alster und Elbe verbringt und sonst vor allem in Paris (Erstwohnsitz) und in San Francisco lebt und bis zu diesem Jahr auch noch seinen „Job“ als Music Director des Orchestre symphonique de Montréal (OSM) auszufüllen hatte.

Der Hamburger Staatsopernintendant Georges Delnon, (c) wikipedia.de

Und so stellen sich die Herren den Opernauftakt – das Kerngeschäft der Staatsoper Hamburg – vor: «Mit molto agitatoeiner völlig neu geschaffenen Produktion, gibt Frank Castorf am 5. September 2020 sein Regiedebüt an der Hamburgischen Staatsoper. Im Zentrum stehen Kurt Weills Die sieben Todsünden, die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano.

Die ursprünglich für Mai geplante Operette Märchen im Grand-Hotel von Paul Abraham wird nun am 13. September ebenfalls im Großen Haus der Staatsoper Premiere feiern. Sascha-Alexander Todtner inszeniert die komisch-turbulente Geschichte rund um eine außergewöhnliche Filmproduktion.

Unter der Musikalischen Leitung von Kent Nagano steht die Neuproduktion des Doppelabends Pierrot lunaire von Arnold Schönberg und La voix humaine von Francis Poulenc am 11. Oktober. Regie und Animation von Pierrot lunaire liegt bei Luis August Krawen, die szenische Einrichtung von La voix humaine bei Georges Delnon.

© Autorin Ricarda Ott, Kent Nagano, Herausgeber  Andreas Schmidt

Im Repertoire der Staatsoper Hamburg werden in reduzierter Orchesterfassung die Opern Così fan tutte in der Inszenierung von Herbert Fritsch und unter der Musikalischen Leitung von Sébastien Rouland sowie Die Zauberflöte in der szenischen Deutung von Jette Steckel und unter der Musikalischen Leitung von Volker Krafft auf dem Spielplan stehen. Die Ballett-Oper Orphée et Eurydice von Christoph Willibald Gluck in der künstlerischen Interpretation von John Neumeier wird im November zu erleben sein.»

Unter den drei klassischen Opern aus dem Eröffnungs-Repertoire floppte die Lichtattacken-Inszenierung der «Zauberflöte» allenthalben – es ist eine nicht ernst zu nehmende Produktion. «Orphée et Eurydice» war gesanglich in großen Teilen eine Zumutung – nur die Darbietungen des Hamburg Balletts von John Neumeier hoben die Gluck-Oper noch auf ein zumutbares Niveau.

Kein Wunder, dass es auf der Facebookseite der Staatsoper Hamburg harsche Kritik gab.

So moniert der Klassik-Blogger Patrik Klein (ioco.de): «Wenn man mal den Blick wagt auf zum Beispiel die Bayerische Staatsoper in München, die im September mit einem abwechslungsreichen und prall gefüllten Terminkalender aufwartet, so muss man den Spielplan in Hamburg zwangsläufig als mehr als dürftig bezeichnen: lustlos, elanlos, mehr als sparsam und ausgedünnt…ein Armutszeugnis oder schlicht der Versuch, ein Haus gesundzusanieren…sehr schade!“

Hartmut Kühnel schreibt: „Also mal in die erste Produktion und zu Pierrot Lunaire / Voix Humaine, an den Terminen für die Operette kann ich nicht und bei den Mozart-Opern streike ich wegen der Inszenierungen….. also mal wieder ins Umland schauen, aber das kenne ich nun langsam…“

Frederic Steymann bringt es so auf den Punkt: „Es ist ein Trauerspiel.“

Sebastian Siercke bilanziert: „Das ist schon alles sehr traurig.“

Jochen Pinders senkt 5 Mal den Daumen nach unten.

Matthias Engelmann schreibt: „Oder der Blick auf die Komische Oper in Berlin! Aber angesichts der Krise herrscht hierzulande kulturelles Totalversagen.“

Klassikblogger Patrik Klein „An vielen Häusern bemüht man sich zumindest…Salzburg macht gerade großartige Festspiele light…in Hamburg nur gähnende Langeweile…sollen sie doch den Laden ganz zu machen!“

Hartmut Kühnel: „Und Salzburg streamt praktisch auch noch alles über arteconcert live und dann zum Nachsehen im Archiv. Das bringt zwar im Moment nicht extra Geld, macht aber sichtbar ‚wir existieren‘.“

Klassik-begeistert.de-Leserin Sonja Klausen bringt es so auf den Punkt:  „Das Programm der Staatsoper Hamburg ist absolut peinlich. Dass Hamburg Musikstadt werden soll, ist ein Witz.“

Plácido Domingo und der Wiener Musikprofessor Reinhard Rauner am 18. Mai 2017 in der Wiener Staatsoper © Andreas Schmidt

Auch klassik-begeistert.de kommt zum Schluss: Mit diesem trost- und seelenlosen Programm bleibt die Staatsoper Hamburger – ein Haus, das den Jahrhundertsänger Plácido Domingo großmachte – in der Riege der mittelmäßigen deutschen Opernhäuser. Die Herren an der Dammtorstraße wollen aber wieder ein europaweit beachtetes Haus bauen – so wie in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Davon ist das Haus aber so weit entfernt wie „Die Nase“ von einer „La Traviata“ oder einer „Walküre“.

Wer das Programm der Staatsoper Hamburg mit den packenden und dichten Programmen der Häuser in Berlin, München, Wien und Mailand vergleicht, dem können die Tränen kommen. Bonjour tristesse, Hambourg! Bitte, liebe LeserInnen, schauen Sie einmal in die Spielpläne dieser großen Häuser…. Wo möchten Sie Ihre Opernabende verbringen? An der Dammtorstraße oder im Haus am Ring in Wien?

Was wollen Sie hören und sehen: „Aida“, „La Traviata“, „La Bohème“, „La fille du régiment“, „Carmen“, „Macbeth“, „Die Walküre“ wie an den Weltklassehäusern? Oder lieber „molto agitato“ nach Kurt Weill und „Pierrot lunaire“ von Arnold Schönberg in HH?

„Musikstadt Hamburg“ bleibt mit solch einem unambitionierten Armuts-Programm ein purer PR-Slogan und reines Wunschdenken der Verantwortlichen.

SO ähnelt die Staatsoper Hamburg dem Hamburger Sport-Verein (HSV) der Opernliga: Anfang der 1980er-Jahre die beste Mannschaft Europas (!) und Europapokalsieger der Landesmeister (also Champions-League-Sieger) –heute eine „Gurkentruppe“ in der Zweiten Bundesliga.

Andreas Schmidt, 8. August 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Pressemitteilung

Die aktualisierte Spielzeit und Konzertsaison 2020/21 der Staatsoper Hamburg, des Hamburg Ballett John Neumeier und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg

Hamburg, 7. August 2020. Georges Delnon, Intendant der Staatsoper Hamburg, Prof. John Neumeier, Ballettintendant und Chefchoreograf des Hamburg Ballett, sowie Kent Nagano, Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, stellten in heutiger Pressekonferenz die aktualisierte Spielzeit und Konzertsaison 2020/21 für die Monate September, Oktober und November 2020 vor. Ralf Klöter, Geschäftsführender Direktor der Hamburgischen Staatsoper, informierte über die Rahmenbedingungen dieser besonderen Spielzeiteröffnung.

Am 5. September 2020 beginnt die Spielzeit 2020/21 für Staatsoper, Hamburg Ballett und Philharmonisches Staatsorchester. Nach fast sechs Monaten Zwangspause öffnet sich der Vorhang wieder, und auch die Konzerte des Philharmonischen Staatsorchesters in der Elbphilharmonie können endlich wieder stattfinden. Ein „Zurück zur Tagesordnung“ wird es zunächst aber nicht geben können. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, diese Pandemiesituation künstlerisch zu reflektieren. Die Kunst sollte sich zu dem verhalten, was 2020 passiert. Und es darf – bei Einhaltung aller jeweils gültigen Hygieneregeln – keine künstlerischen Abstriche geben. Wir haben uns deshalb entschlossen, Ihnen für die Zeit vom 5. September bis 5. Dezember einen neuen Spielplan zusammenzustellen“, so Georges Delnon, John Neumeier und Kent Nagano.

John Neumeier, wikipedia.de (c)

In der zur Zeit gültigen Verordnung des Senats ist die zulässige Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen auf höchstens 650 Sitzplätze begrenzt. Da wir zugleich die festgelegten Abstandsgebote von 1,5 m einhalten, können wir diese Maximalzahl nicht vollständig ausschöpfen. „Es wird einen flexiblen Sitzplan geben, der es uns ermöglicht, Wünsche, nebeneinander zu sitzen, für bis zu 10 Personen erfüllen zu können“, erklärte Ralf Klöter. „Wie aus der Gastronomie und dem Einzelhandel schon bekannt, wird es auch in der Staatsoper auf allen Verkehrswegen eine Maskenpflicht geben. Bis zur Einnahme des Sitzplatzes sollen die Besucherinnen und Besucher auf allen Laufwegen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Mit unserem Gastronomiepartner stimmen wir derzeit an die Gegebenheiten angepasste Angebote ab.“

Der Kartenvorverkauf für die Opern-, Ballett- und Konzertsaison 2020/21 startet bis auf weiteres jeweils abschnittsweise. Am Montag 24. August beginnt der telefonische und der Online-Verkauf für alle Veranstaltungen im September, am Montag 7. September für den Zeitraum vom

  1. Oktober bis 5. Dezember. Der Kartenverkauf an der Tageskasseder Staatsoper folgt jeweils einen Tag später am 25. Augustbzw. 8. September. Am 24. August und am 7. September ist die Tageskasse geschlossen. Die Vorverkaufstermine für Veranstaltungen ab 6. Dezember 2020 werden später bekanntgegeben. Geplant ist jeweils ein monatsweiser Verkauf. Das Abonnement ist bis zum 5. Dezember zunächst ausgesetzt, Abonnenten der Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters haben jedoch für die Veranstaltungen bis 5. Dezember ein schriftliches Vorbuchungsrecht.

Mit molto agitatoeiner völlig neu geschaffenen Produktion, gibt Frank Castorf am 5. September 2020 sein Regiedebüt an der Hamburgischen Staatsoper. Im Zentrum stehen Kurt Weills Die sieben Todsünden, die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano.

Die ursprünglich für Mai geplante Operette Märchen im Grand-Hotel von Paul Abraham wird nun am 13. September ebenfalls im Großen Haus der Staatsoper Premiere feiern.Sascha-Alexander Todtner inszeniert die komisch-turbulente Geschichte rund um eine außergewöhnliche Filmproduktion.

Unter der Musikalischen Leitung von Kent Nagano steht die Neuproduktion des Doppelabends Pierrot lunaire von Arnold Schönberg und La voix humaine von Francis Poulenc am 11. Oktober. Regie und Animation von Pierrot lunaire liegt bei Luis August Krawen, die Szenische Einrichtung von La voix humaine bei Georges Delnon.

Im Repertoire der Staatsoper Hamburg werden in reduzierter Orchesterfassung die Opern Così fan tutte in der Inszenierung von Herbert Fritsch und unter der Musikalischen Leitung von Sébastien Rouland sowie Die Zauberflöte in der szenischen Deutung von Jette Steckel und unter der Musikalischen Leitung von Volker Krafft auf dem Spielplan stehen. Die Ballett-Oper Orphée et Eurydice von Christoph Willibald Gluck in der künstlerischen Interpretation von John Neumeier wird im November zu erleben sein.

© Arno Declair, Die Zauberflöte von W. A. Mozart, Regie Jette Steckel

Das Hamburg Ballett John Neumeier ist international die erste Compagnie, die nach dem Shutdown mit Ghost Light ein abendfüllendes Ensemble-Ballett als Uraufführung am 6. September auf die Bühne bringt. Unter Beachtung eines ausgefeilten Hygienekonzepts kreierte John Neumeier seit dem 11. Mai ein Ballett für 55 Tänzer, das das geltende Abstandsgebot nicht nur respektiert, sondern es zugleich zur Grundlage der Struktur macht. Die Solo-Klaviermusik von Franz Schubert wird live interpretiert von Michal Bialk. Das Ballett dokumentiert, wie Kreativität unter den Bedingungen einer Pandemie lebensfähig ist.

Ghost Light ist ein Ensemble-Ballett, das ich in Fragmenten entwickle. Es ist vergleichbar mit einzelnen Instrumentalstimmen einer Sinfonie – oder einem traditionellen japanischen Essen: eine Folge sorgsam arrangierter, hoffentlich ‚köstlicher‘ Miniaturen“, so John Neumeier.

Der Titel Ghost Light knüpft an eine Tradition des amerikanischen Theaters an. Nach Proben oder Aufführungen wird mitten auf der Bühne ein Metallständer mit einer einzigen Glühbirne aufgestellt. Die Lampe zeigt an, dass kein Künstler die Bühne nutzen darf. Das „Ghost Light“ brennt die ganze Nacht hindurch – bis sich die Bühne wieder mit Leben füllt.

Das Hamburg Ballett zeigt Ghost Light auf seiner ersten Tournee seit Beginn der Covid-19-Pandemie: Im Festspielhaus Baden-Baden ist das Ballett in vier Vorstellungen vom 8. bis zum 11. Oktober mit David Fray als Pianist zu erleben. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten ist ein Livestream geplant. Das Ballett wird zusätzlich vom SWR in Kooperation mit dem Hamburg Ballett und EuroArts für eine Fernsehausstrahlung auf Arteaufgezeichnet. John Neumeier wird im Festspielhaus am 11. Oktober zusätzlich eine seiner legendären Ballett-Werkstätten anbieten.

© Kiran West, Nussknacker – Hamburg Ballett

John Neumeier hat das Repertoire des Hamburg Ballett für die Monate Oktober und November neu zusammengestellt, sodass es auf der Grundlage eines neu entwickelten Hygienekonzepts trotz bestehender Einschränkungen aufführbar ist. Neben seiner Adaption von Bachs Matthäus-Passion kehrt sein frei nach Thomas Mann entwickeltes Ballett Tod in Venedig nach fünf Jahren auf die Bühne der Hamburgischen Staatsoper zurück. Zusätzlich kombiniert John Neumeier vier seiner kürzeren Werke unter dem Titel Ballette für Klavier und Stimme: Vaslaw, Ein Portrait von Marilyn Miller, Nocturne und Um Mitternacht. Die Musik von Johann Sebastian Bach, George Gershwin und Frédéric Chopin wird live gespielt von Michal Bialk am Flügel; begleitet von James Baillieu interpretiert Benjamin Appl die Rückert-Lieder von Gustav Mahler. Darüber hinaus tritt das Hamburg Ballett in vier Vorstellungen von John Neumeiers Ballett-Oper Orphée et Eurydice mit der Musik von Christoph Willibald Gluck auf.

Das Philharmonische Staatsorchester startet mit Generalmusikdirektor Kent Nagano am 10. September 2020 mit einem Open-Air-Konzert auf der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark in die sechste gemeinsame Konzertsaison. Das ursprünglich für den Rathausmarkt geplante Open-Air-Konzert wird somit – Corona-gerecht – in kleinerem Rahmen und mit verändertem Programm stattfinden. Das genaue Programm wird derzeit noch erarbeitet und später bekannt gegeben.

© Wolf-Dieter Gericke,
Eliahu Inbal, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper

Programmatische Änderungen müssen auch bei den Programmen der Philharmonischen Konzerte im September, Oktober und November in der Elbphilharmonie vorgenommen werden: So stehen im 1. Philharmonischen Konzert am 27./28. September anstelle von Schostakowitsch und Beethoven nun Werke von Hindemith, Ligeti, Mahler und Schubert unter der Leitung von Kent Nagano auf dem Programm; Solisten sind Julian Prégardien und Marie-Luise Neunecker. Mozarts „Don Giovanni“-Ouvertüre und Auszüge aus den Deutschen Tänzen sowie Strauss` „Der Bürger als Edelmann“ erklingen am 25./26. Oktober im 2. Philharmonischen Konzert, das ursprünglich Ligeti und Brahms beinhaltete. Das Haydn-Programm des 3. Philharmonischen Konzerts am 22./23. November mit Andreas Spering wird verkürzt werden, ebenso die Programme des 1. und 2. Kammerkonzerts am 18. Oktober und 15. November. Ein Highlight im Herbst bildet das Sonderkonzert mit Beethoven-Schwerpunkt in der Elbphilharmonie: Opern-Star Pretty Yende singt am 9. Oktober Beethovens Konzertarie „Ah! Perfido“, Kent Nagano dirigiert außerdem die Coriolan-Ouvertüre und die 2. Symphonie des Jubilars.

Die für den August geplanten Konzerte der Philharmonischen Akademie sind auf den 5., 6. und 8. November verschoben und werden auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper stattfinden. Die Uraufführung des Klarinettenkonzerts von Matthew Ricketts – eine Auftragskomposition des Philharmonischen Staatsorchesters – mit Solo-Klarinettist Rupert Wachter als Solist kann auf der Opernbühne bei hochgefahrenem Orchestergraben ebenso gespielt werden wie die 2. Serenade von Johannes Brahms. Die weiteren zwei Akademiekonzerte beinhalten Kammermusik und präsentieren neben einem Solisten aus eigenen Reihen (Philharmoniker-Oboist Thomas Rohde) auch den US-amerikanischen Geigenvirtuosen Jimmy Lin, der gemeinsam mit Streichern der Philharmoniker Werke von Mozart, Brahms und Tschaikowsky interpretieren wird.

jung – für unser junges Publikum spielt ein Kammerensemble des Philharmonischen Staatsorchesters am Samstag, den 31. Oktober und Sonntag, den 1. November Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in einer Fassung, die mal klassisch, mal mit verrückten Hip-Hop-Klängen daherkommt. Familien mit Kindern ab 8 Jahren erleben, wie ein Live-Zeichner piepsende Küken, kreischende Marktweiber und die Hexe Baba Jaga auf dem Eisernen Vorhang zum Leben erweckt.

Schulen können nicht zu uns kommen? Unsere Musikerinnen und Musiker gehen ab September in kleinen Ensembles von Streichern, Holz- oder Blechbläsern auf Schultour in und um Hamburg. Im Gepäck haben auch sie Bilder einer Ausstellung, die sie auf dem Schulhof, in der Pausenhalle oder der Aula für Kinder und Jugendliche aller Klassenstufen aufführen.

Als Angebot für den Musikunterricht produzieren wir die Konzerte in der Reihe Tonangeber digital für die Klassen 4 bis 6 als interaktive Videos. Wir zoomen ganz nah ran an die Instrumente, und unsere Musikerinnen und Musiker zeigen, wie die verrücktesten Klänge entstehen und präsentieren Werke für Posaunen, Schlagzeug und Cello.

Einen Einblick in die aktualisierten Spielpläne erhalten Sie ab sofort im Web:

www.staatsoper-hamburg.dewww.hamburgballett.dewww.staatsorchester-hamburg.de

2 Gedanken zu „Staatsoper Hamburg, Der neue Spielplan ist ein Armutszeugnis
Staatsoper Hamburg“

  1. Die Staatsoper Hamburg ist definitiv keine „Gurkentruppe in der zweiten Liga“. Bei fast allen Wagner-Opern der letzten Jahre waren die halben Bayreuther Festspiele auf der Bühne (Lundgren, Fujimura, Vogt, Baumgartner usw.). Und bei Don Giovanni: Ich habe diese Oper u.a. schon in Wien und New York erlebt, beides mal mit Peter Mattei in der Titelrolle. Glaubt man der Presse, so wären die Hamburger hier abgeschlagener letzter. Doch ganz im Gegenteil: Den besten Dirigenten hatten die Hamburger (Ádám Fischer), und gesungen wurde überall ganz toll. Das mit dem Orchester ist in Wien wirklich einmalig. Da können selbst die Scala und die Met nicht mithalten! Alles meckern auf hohem ganz hohem Niveau. Bis auf den diesjährigen Spielplan.
    Wenn man das unbedingt mit Fußball-Tournieren vergleichen muss: Die Wiener Staatsoper hätte, seit Jahrzehnten, jedes Champions-League und Klub-WM Finale mit 25:0 gewonnen. Die Staatsoper Hamburg wäre regelmäßiger Champions-League K.o.-Runden-Teilnehmer.

    Johannes Fischer

  2. Ich war ebenfalls entsetzt was die Staatsoper Hamburg in den Monaten September bis Dezember bietet.
    Ganz anders die drei Häuser in Berlin, die Semperoper Dresden, München sowieso.
    selbst ein Haus wie Oldenburg bietet einen Spielplan mi geändertem Sitzplan.
    Es wird hier in Hamburg immer schlimmer von Jahr zu Jahr!!!
    Einen Rolf Liebermann wünscht man sich.
    Hans-B. Volmer

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