Reines Mozartglück in Salzburg mit Ivor Bolton und dem Mozarteumorchester

Mozarteumorchester Salzburg, Ivor Bolton,  Salzburger Festspiele, Haus für Mozart, 2. August 2020

Foto: © Nancy Horowitz

Salzburg, Haus für Mozart, 2. August 2020 Matinee

W.A. Mozart: Waisenhausmesse C-Moll KV 139

Adagio und Fuge für Streicher C-Moll KV 546

Vesperae solennes de Confessore für Soli, gemischten Chor, Orchester und Orgel C-Dur KV 339

Rosa Feola: Sopran
Katharina Magiera: Alt
Sebastian Kohlhepp: Tenor
Peter Kellner: Bass

Bachchor Salzburg
Yuval Weinberg: Choreinstudierung

Mozarteumorchester Salzburg
Ivor Bolton: Dirigent

von Peter Sommeregger

Gleich am zweiten Tag der Festspiele, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nur in stark reduzierter Form stattfinden können, kam Wolfgang Amadeus Mozart zweimal zur Aufführung. Noch vor der abendlichen Così-fan-tutte-Premiere erklang im Haus für Mozart ein berührend schönes, nur dem Salzburger Meister vorbehaltenes Konzert.

Der britische Dirigent Ivor Bolton ist dem Mozarteumorchester auch noch nach seiner langjährigen Leitung des Klangkörpers freundschaftlich verbunden. Man meint viel von Vetrautheit im Zusammenspiel zu bemerken.

Als erstes Werk erklang die nach ihrem Uraufführungsort so genannte „Waisenhaus-Messe“, ein erstaunlich reifes Stück des erst zwölfjährigen Komponisten. Was dieses Werk zu einem der beliebtesten sakralen Kompositionen Mozarts macht, sind die fast schon opernhaft ausgeführten Partien der Gesangssolisten. Sie verleihen dem Werk eine besondere Qualität.

Ivor Bolton. Foto: © Ben Wright

Mit dem kräftigen, höhensicheren Sopran Rosa Feolas, der sonoren Mezzosopranistin Katharina Magiera, dem wunderbar lyrischen Tenor Sebastian Kohlhepp und dem Bassisten Peter Kellner stand Bolton auch ein vorzügliches Solistenquartett zur Verfügung. Bei aller Individualität der Künstler gelang es ihnen vortrefflich, zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen. Der Bachchor Salzburg tat ein Übriges, um diese Messe musterhaft zu präsentieren.

Einen starken Kontrast dazu bildet das Adagio und die Fuge für Streicher KV 546, ein spätes Werk Mozarts. Abschließend erklang die „Vesperae solennes de Confessore“, ein feierlich getragenes Werk der mittleren Schaffensperiode des Komponisten. Auch hier war wieder das harmonische Miteinander aller Beteiligten zu spüren und bescherte dem Publikum reines Mozartglück.

Peter Sommeregger, 7. August 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Mozart, Così fan tutte Salzburger Festspiele, 2. August 2020, Livestream

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