Stefanie Szanto und Simon Bucher sprengen die Grenzen zwischen den Musikgenres

Stephanie Szanto, Simon Bucher, The High Horse (Best of worst Vol. 1),  CD-Besprechung

Bildquelle: Stephanie Szanto

CD-Besprechung: The High Horse (Best of worst Vol. 1), Ars Produktion

Stephanie Szanto: Mezzosopran
Simon Bucher: Klavier

von Peter Sommeregger

Diese CD-Produktion sprengt so ziemlich alle Grenzen bekannter Musik-Genres. Die beiden Schweizer Künstler Simon Bucher (Klavier) und Stephanie Szanto (Mezzosopran) kommen aus der Klassik-Szene. Daher das im Titel angesprochene „Hohe Ross“, von dem sie aber bereitwillig absteigen, um die Grenzen zwischen E- und U-Musik gründlich zu verwischen.

Alle 18 Titel dieser CD sind Kollagen aus klassischen Musikstücken, Popsongs, Kinderliedern, größtenteils mit neuen Texten unterlegt. Verfahren wird nach dem Credo der beiden Musiker. „Musik, auch klassische Musik, bedeutet für mich das Gegenteil von Grenzen und verkörpert eine Quelle an Ausdruck und Inspiration für alle“ (Szanto).

„Es ist so befreiend, Corona mit Richard Wagner zu paaren oder zu schauen, was passiert, wenn Henry Purcell und David Hasselhoff zusammen ins Bett steigen“ (Bucher). Nicht alle Stücke sind sofort zuzuordnen, in manchen Fällen muss man sein musikalisches Gedächtnis arg strapazieren, aber darin liegt ja nicht zuletzt der Reiz dieses Projektes.

Die klassisch ausgebildeten Künstler fühlen sich wie hochdressierte Pferde, die für diese Produktion einmal durchbrennen und aus ihrem Gehege ausbrechen. Was man in dem umfangreichen Download des Booklets freilich vermisst, sind genauere Hinweise auf die Kollagen, man muss die zitierten Stücke erraten. Die Texte der einzelnen Stücke hätte man auch gerne vor Augen, sie akustisch zu identifizieren gelingt nicht in allen Fällen.

So reizvoll die Idee hinter dem Projekt auch ist, die Ausführung befriedigt leider nicht durchgängig. Szantos Mezzosopran fehlt es ein wenig an der Geschmeidigkeit, um den musikalischen Gedankensprüngen Simon Buchers am Flügel ähnlich agil folgen zu können. Streckenweise ist der Klang etwas verwaschen, man würde sich mehr Transparenz des Klangbildes wünschen.

Nachdem diese CD als Vol. 1 bezeichnet wird, kann man wohl mit einer Fortsetzung rechnen, die vielleicht diese Schwächen ausgleichen kann. Jedenfalls ein interessantes Experiment!

Note 2

This CD production breaks down almost all boundaries of well-known music genres. The two Swiss artists Simon Bucher (piano) and Stephanie Szanto (mezzo-soprano) come from the classical music scene, hence the title „Hohe Ross“, from which they willingly descend to thoroughly explore the boundaries between electronic and underground music to blur.
All 18 tracks on this CD are collages of classical music, pop songs, childrens‘ songs, mostly with new lyrics.

Peter Sommeregger 7. November 2019 für
klassik-begeistert.de

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