Die SAMSTAG-PRESSE – 18. DEZEMBER 2021

Die SAMSTAG-PRESSE – 18. DEZEMBER 2021

Foto: (C) Jörg Michel

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SAMSTAG-PRESSE – 18. DEZEMBER 2021

Hamburg
„Hänsel und Gretel“ – ein wunderbares Werk mit wundervoller Musik lässt keine Langeweile aufkommen
Traditionell zur Weihnachtszeit entführt die Staatsoper Hamburg in die Märchenwelt mit Aufführungen von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“, dem mit Abstand bekanntesten und beliebtesten Werk des spätromantischen Komponisten. Lediglich vier Aufführungen stehen diese Saison zu Buche, von denen jeweils zwei an einem Tag dargeboten werden.
Klassik-begeistert.de

Bayern
Kulturbankrott: Der Schönwetterminister
Bernd Sibler ist in der Pandemie ein Leichtgewicht – zum Schaden aller, die von Veranstaltungen leben.
Münchner Abendzeitung

Hamburg
Überragendes Ensemble begeistert das Publikum bei der dernière Agrippina
Julia Lezhneva ist als Poppea der eigentliche Star des Abends. Was für eine Geläufigkeit der Stimme, schimmernden Perlen gleich ist ihre Emission, glitzernde Staccati, wunderbar klangvolle, lang gehaltene Piani, aber auch berückende Tonbindungen führen nach ihrer Auftrittsarie beim enthusiasmierten Publikum zu überwältigendem, lang anhaltenden Jubel.
Klassik-begeistert.de

London/ ENO
The Valkyrie“ in London – ohne Feuerzauber dafür in englischer Sprache
„Die Walküre“ der English National Opera (ENO ) – musikalisch erstklassig, hervorragendes Orchester und exzellente Sänger, aber in einer nicht vollständig überzeugenden Inszenierung.
Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

José Carreras sammelt 3,8 Millionen Euro gegen Leukämie
Das Geld kommt der Stiftung des 75-jährigen Opernsängers zugute, die wissenschaftliche Forschungen und Sozialprojekte finanziert.
Die Presse.com

„Parsifal“ ist immer: Eine Demonstration der anderen Art am Ring
Ostern fiel diesmal in die vierte Adventwoche, der Gründonnerstag auf einen Mittwoch, aber das ist in Corona-Zeiten auch schon egal.
Kurier.at

Wien/ Staatsoper
Der Gral im Gefängnis: Buhs und Bravos beim „Parsifal“
Die Presse.com

Wien/ Staatsoper
„Don Giovanni“ in Wien: Auf einen Joint von Freund zu Freund
Heiter bis albern: Die Wiener Staatsoper zeigt Mozarts „Don Giovanni“ in einer Neuinszenierung von Barrie Kosky. Vor allem Kate Lindsay als Donna Elvira lässt dabei aufhorchen.
Frankfurter Allgemeine.de

Wien
Sex, Bier und Verismo
Premiere für Tobias Pickers Zola-Vertonung an der Kammeroper
WienerZeitung.at

Eine Oper wie ein furioses Ausrufezeichen
Tobias Pickers „Thérèse Raquin“ in der Wiener Kammeroper.
Kurier.at

Deutschland
Die maßlose Kunst
Viele Opernhäuser müssen demnächst renoviert werden. Wer soll das bezahlen? Und wohin mit der Oper, wenn ihre Häuser saniert werden?
https://www.sueddeutsche.de/kultur/oper-sanierung-opernhaus-1.5489383

Frankfurt
Corona und Kultur : Absagen, Ausfälle, Umbuchungen
Frankfurter Allgemeine

Berlin
Machtmissbrauch im Kulturbetrieb. Oberenders Abgang
Thomas Oberender, dem scheidenden Intendanten der Berliner Festspiele, wird Mobbing vorgeworfen
Tagesspiegel.de

Graz
Interview Marcus Merkel: „Bizets ,Perlenfischer‘ wurden ungerecht behandelt“ (Bezahlartikel)
Kleine Zeitung.at

Salzburg
Sopranistin Maria Ladurner: „Wunderschön ist ,Fürchtet euch nicht!’“
Salzburger Nachrichten

Paris
Für ein neues Publikum: Gustavo Dudamel verzaubert mit Bob Wilsons „Turandot“
euronews.com

New York
Bald nur noch mit Booster-Impfung in die New Yorker Met
Ab Mitte Jänner nur mit Auffrischungsimpfung in die Oper.
Kurier.at

Unser musikalischer Adventkalender Nr. 14
zusammengestellt von TTT
Außerordentlich, Überfülle! Das ist sehr, sehr viel!
Jussi Bjørling -O helga natt, 1959
1911/60, schwedischer Tenor, Melodie Adolphe C. Adam 1847, Text P. Cappeau (französ.)
Zum Youtube-Video
Mahalia Jackson – Silent Night – Holy Night
1911/72, US – amerikansiche Gospelsängerin, Melodie Franz Gruber, Text Joseph Mohr 1818
Zum Youtube-Video

Links zu englischsprachigen Artikeln

Wien
A barren, but satisfying Don Giovanni from Barrie Kosky at the Wiener Staatsoper
bachtrack.com

Zürich
Ludovic Tézier rules in Andreas Homoki’s still socially-distanced Simon Boccanegra in Zurich
bachtrack.com

Italien
Verdi’s Shakespeare Resonates Across Italian Opera Houses
Glamorous opening nights came with “Macbeth,” “Falstaff” and “Otello” — as well as a new version of “Julius Caesar.”
https://www.nytimes.com/2021/12/17/arts/music/verdi-shakespeare-opera.html

Modena
Teatro Comunale Pavarotti-Freni Modena 2021 – 2022 Review:“Sogno,’ “Fuga In Egitto’ & “E Tu, Che Sai Tu Del Futuro?’
Three Operas Explore the Refugee Crisis In Europe to Mixed Results
Operawire.com

London
Monteverdian mystery, magic and majesty from L’Arpeggiata at the Barbican
operatoday.com

Aldeburgh
Aldeburgh Festival broadens its horizons with record premieres planned for 2022
CEO Roger Wright on expanding the event while staying true to Benjamin Britten and Peter Pears’ vision
https://www.ft.com/content/3e5429f2-fff1-4a46-a8bc-a4b2e7514d96

Recordings
Unearthing gems: the best classical releases of 2021
The Guardian.com

Feuilleton
What Shouldn’t Change About Classical Music
Our chief classical music critic bids farewell with some thoughts about what should be preserved in the field he’s covered for decades.
https://www.nytimes.com/2021/12/17/arts/music/classical-music-tommasini.html

Musical

London/ West End
Luciano Pavarotti „singt“ wieder – in einem Musical über sein Leben
Am Londoner West End soll Pavarottis Stimme wieder erklingen – dank technischer Hilfe.
Kurier.at

Ballett/ Tanz

New York
American Ballet Theater Plans a Return to Met Opera Stage
The New York Times

Sprechtheater

Reichenau/NÖ
Neustart der Festspiele Reichenau am 2. Juli
Die neue Chefin Maria Happel zeigt vier Eigenproduktionen.
Der Neustart der Festspiele Reichenau soll vom 2. Juli bis zum 6. August 2022 über die Bühne gehen. Die Vorbereitungen für den kommenden Sommer sind nach Angaben vom Freitag bereits angelaufen. Die Programmpräsentation ist für Februar geplant. Mit Jahresbeginn übernimmt Stefanie Pauker die operative Geschäftsführung der Theater Reichenau GmbH.
WienerZeitung.at

Ausstellungen/ Kunst

Wien
Der wunderbar Ewiggleiche
Heinz Conrads, dem legendären TV-Entertainer der 50er bis 80er Jahre, ist eine intime Ausstellung gewidmet.
WienerZeitung.at

Medien/ TV/ Film

ORF
Sechs Monate unbezahlter Urlaub für Roman Rafreider
Die Presse.com

——–
Unter’m Strich

TTT Psychosoziales: Psyche beeinflussend, theaterrelevant: gestrigesThema (Moral und Ethik) akuell:
Deutschland – wo die Blamage politischer Alltag ist
… der Sinn fürs Peinliche ist längst abhandengekommen. … ist kein Kriterium mehr, spielt bei der Auswahl von Führungspersonal nicht die geringste Rolle. Dass es Dinge gibt, die möglich sind, sich aber nicht gehören, ist ein Vorbehalt, den man als Spitzenpolitiker in Deutschland nicht mehr zu befürchten hat. Schon mit den geschriebenen Gesetzen tun sich diese Leute schwer, was sollen sie da mit den ungeschriebenen anfangen?
https://www.nzz.ch/feuilleton/deutschland-wo-die-blamage-politischer-alltag-ist-ld.1643126

Österreich
Regierung setzt Krisenkoordinatoren ein
Die Regierung richtet angesichts der Omikron-Variante eine neue „gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination“, kurz „GECKO“, ein. Als Krisenmanager an der Spitze sollen Katharina Reich, Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, und Generalmajor Rudolf Striedinger fungieren.
https://orf.at/stories/3240606/

Deutschland
Friedrich Merz ist neuer CDU-Chef
Im dritten Anlauf konnte er sich im ersten Durchgang mit 62,1 Prozent durchsetzen, Rekord bei Mitgliederbefragung.
https://kurier.at/politik/ausland/friedrich-merz-ist-neuer-cdu-chef/401845618

Deutschland/ Außenpolitik
Baerbock droht die Bruchlandung
Die Ampelkoalition startet mit ersten Konflikten in ihre Außenpolitik: Ministerin Annalena Baerbock will andere Akzente als Kanzler Olaf Scholz setzen. Der Streit ist programmiert.
t-online.de

Gigantisches Vermögen: Ist Greta Thunberg die reichste Klimaaktivistin der Welt?
Ein Magazin behauptet, Greta Thunberg sei die reichste Klimaaktivistin der Welt. Wir haben die ganze Geschichte.
https://maennersache.de/greta-thunberg-reich-47696.html

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 18. DEZEMBER 2021)

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 18. DEZEMBER 2021)

Quelle: onlinemerker.com

BAYERISCHE STAATSOPER: PREMIERE „GIUDITTA” AM 18. DEZEMBER 2021 // RELEASE OBSERVATIONS & AUDIOFEATURE // WEIHNACHTEN UND NEUJAHR

Die Premiere der Spieloper Giuditta, in einer Fassung von Christoph Marthaler und Malte Ubenauf und mit einem Bühnenbild von Anna Viebrock feiert am Samstag, 18. Dezember 2021, 18 Uhr, im Nationaltheater Premiere.


Copyright: Bayerische Staatsoper

Anders als bei bisherigen Inszenierungen des Werkes fließen bei der Neuproduktion Lieder, Orchesterkompositionen sowie Dialoge von Franz Lehárs Zeitgenossen in die Inszenierung mit ein. In den Titelpartien sind Daniel Behle (Octavio) und Vida Miknevičiūtė (Giuditta) zu erleben. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters gibt Titus Engel sein Hausdebüt.

Am Mittwoch, 26. Januar 2022, 19.00 Uhr wird eine Aufzeichnung der Premiere auf STAATSOPER.TV ausgestrahlt.
Wie bereits bei Die Nase, der ersten Premiere der Spielzeit 2021-22, erscheint am Montag, 22. Dezember 2021, die neue Ausgabe von OBSERVATIONS und ist unter den Giuditta.Files abrufbar.

Ab heute ist die neue Episode des Audiofeature der Bayerischen Staatsoper zur Neuproduktion erhältlich.
Im 15-minütigen Podcast, kreiert Musikjournalist Holge Noltze, Professor für Musik und Medien an der TU München, ein Audioformat, in welchem er neben allgemeinen Informationen zum Werk, auch Themenkomplexe wie die Handlung, Rezeption, Komposition sowie das Libretto der jeweiligen Inszenierung bespricht. Dabei werden musikalische Inhalte der Produktionen aktiv eingesetzt und Grenzen zwischen der Information und Musik schließlich aufgehoben.

Neben den Vorstellungen der Neuproduktion Giuditta bringt die Bayerische Staatsoper, passend zur Weihnachtszeit, Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte, in der Inszenierung von August Everding, zum Ende des Monats Dezember zurück auf die Bühne des Nationaltheaters. Bei drei Vorstellungen wird Angel Blue im Januar 2022 in Giacomo Puccinis La bohème zu erleben sein.

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27. José Carreras Gala sammelt 3.801.772 Euro Spenden

Mit 3.801.722 Euro Spenden wurde auf der 27. José Carreras Gala, die Donnerstag live aus Leipzig vom MDR übertragen wurde, das Vorjahresergebnis sogar noch übertroffen.

Carreras-Gala in Leipzig: So war die Show in der Messestadt

NewsTV.de

José Carreras sammelt 3,8 Millionen Euro gegen Leukämie
Das Geld kommt der Stiftung des 75-jährigen Opernsängers zugute, die wissenschaftliche Forschungen und Sozialprojekte finanziert.
http://www.diepresse.com/6075266/jose-carreras-sammelt-38-millionen-euro-gegen-leukamie
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WIENER STAATSOPER: DON CARLO – erste Vorstellung der Serie am 16.12.

Zum Bericht von Karlheinz Schöberl

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Maria José Siri (Elisabetta), Rene Pape (Philipp II.) Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Ekaterina Gubanova (Eboli), Boris Pinkhasovich (Posa). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Kristina Opolais für TOSCA (Theater an der Wien) in Wien

Hello from gorgeous, freezing Vienna! We have started rehearsals for the new production of Puccini’s Tosca at the Theater an der Wien, and it’s been thrilling to explore this opera with our director Martin Kušej. I can’t wait to share more with you in the coming weeks! Much love, your Kristine …. BRRRRRRRR.

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ZU INSTAGRAM – mit sehr launigem Video
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Parma: Junger Opernfan wird überraschend zum Tenorpartner für Lisette Oropesa

Bei einem Konzert von Lisette Oropesa in Parma zeigte sich die Sopranistin mächtig erstaunt, als ein junger Opernfan im Publikum aufsprang, um ihr Alfredo zu sein, als sie die Arie der Violetta aus dem ersten Akt La traviata sang. Als der 24-jährige Liu Jianwei – Student am Konservatorium in Piacenza – feststellte, dass die Sängerin  bei Sempre Libera ohne Tenorpartner auskommen muss (der Alfredo singt seinen kurzen Part normalerweise von hinter der Bühne), steuerte er einfach selbst aus dem Auditorium den Tenorpart bei!

Von diesem Ereignis gibt es ein Video auf TikTok, das eine völlig überraschte Oropesa zeigt, die aus Oh, amore dann einfach Oh, GRAZIE!macht, während sie die Stimme aus dem Publikum zu finden versucht.

Nach Ende des Konzertes trafen die beiden backstage aufeinander und Jianwei entschuldigte sich bei der Sängerin. Er erklärte, dass er sich einfach nicht zurückhalten konnte. Oropesa zeigte sich jedoch erfreut und dankbar.  Mutig, der junge Mann!

https://www.tiktok.com/embed/7038633228369972527

lio
Untenstehenden Link anklicken

https://www.instagram.com/p/CUv9CnsoSsA/

„Lukas Link“
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Unser musikalischer Adventkalender Nr. 14
zusammengestellt von TTT

Außerordentlich, Überfülle! Das ist sehr, sehr viel!
Jussi Bjørling -O helga natt, 1959
1911/60, schwedischer Tenor, Melodie Adolphe C. Adam 1847, Text P. Cappeau (französ.)

jussd
Zum Youtube-Video

Mahalia Jackson – Silent Night – Holy Night
1911/72, US – amerikansiche Gospelsängerin, Melodie Franz Gruber, Text Joseph Mohr 1818

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Zum Youtube-Video
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BUCH: Tonhalle Zürich 1895 – 2021 • Inga Mai Groote, Laurenz Lütteken, Ilona Schmiel (Herausgeber)

 Inga Mai Groote, Laurenz Lütteken, Ilona Schmiel (Herausgeber); Tonhalle Zürich 1895 – 2021; Bärenreiter Verlag; ISBN 9783761826089; 190 Seiten, Hardcover, gebunden.

 Eine würdige Festschrift

Vor gut 100 Tagen wurde die frisch renovierte Tonhalle in Zürich wiedereröffnet. Zu diesem Anlass ist im Bärenreiter-Verlag ein Buch zum Fellner&Helmer-Bau erschienen.

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Foto ©https://www.tonhalle-orchester.ch/media/publikationen/

1895 und 2021 ergeben kein rundes Jubiläum. Es sind, zusammen mit dem Jahr 1939, die Jahre, die für den Bau, den Umbau und die Renovation der Tonhalle entscheidend sind. Mit der Gründung der Tonhalle-Gesellschaft im Jahre 1868 erhielt das Engagement der Bürger für die Musik konkrete Form und der erste Schritt zum Bau eines Konzerthauses war getan. Das Konzerthaus sprach auf Grund seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die mit dem Umbau von 1939 erweitert wurden, breite Schichten an. Von 2017 bis 2021 wurden Tonhalle und Kongresshaus gründlich renoviert. Beim Saal orientierte man sich grob gesagt am Zustand von 1895, beim Kongresshaus am Zustand von 1939.

Ulrike Thiele befasst sich in ihrem Beitrag «Casino, Kornhaus und Komponistenhimmel» mit der musikalischen (Vor-)Geschichte der Zürcher Tonhalle. 1717 wurde im alten Kornhaus Zürichs erster eigentlicher Musiksaal im Kornhaus neben dem Fraumünster eröffnet. Hier spielte sich im 18. Jahrhundert Zürichs Musikleben ab und hier gastierten 1766 Nannerl und Wolfgang Amadeus Mozart. 1806 wurde auf einem Geländeteil des ehemaligen Barfüsser-Klosters das Casino nach Plänen von Hans Caspar Escher errichtet. Hier tauchen nun zum ersten Mal die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten auf: neben einem Konzertsaal mit 400 Plätzen enthielt das Gebäude auch noch einen Ballsaal und zwei Salons. 1867 wechselte man aus Platzgründen in das Kornhaus am See (1838/39 von Alois Negrelli erstellt), das man zu einer Tonhalle umbaute. Mit der Eröffnung des Stadttheaters (seit 1964: Opernhaus) am 1. Oktober 1891 war die Nachbarschaft von Konzerthaus und Theater, von 1834 bis zum Brand 1890 befand sich das Aktientheater in der Kirche des ehemaligen Barfüsser-Klosters, wiederhergestellt und gleichzeitig der Bau einer neuen Tonhalle forciert. Schliesslich sollten Fellner&Helmer auch den Bau der 1895 eröffneten Tonhalle übernehmen. Der Komponist, Dirigent und Geiger Friedrich Hegar, seit 1864 Kapellmeister des Aktientheaters und seit 1868 Dirigent der Tonhalle-Gesellschaft, prägte das Zürcher Musikleben im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und war ein weiterer Motor des Baus einer Tonhalle. Im Komponistenhimmel, dem zentralen Decken-Medaillon des grossen Saals ist neben Wagner, Beethoven, Gluck, Haydn, Mozart, Händel und Bach Hegars enger Freund Johannes Brahms als einziger lebender Komponist dargestellt. Brahms, der bei der Eröffnung dirigierte, soll darüber nicht begeistert gewesen sein. Die alte Tonhalle wurde 1896 abgerissen: nur 40 Jahre später folgten dann grosse Teile der neuen Tonhalle. Nur die Säle wurde ins neue Kongresshaus integriert. Thiele schildert spannend, wo wurde vor 1895 musiziert wurde und warum man einen Neubau der Tonhalle wollte. Die Frage, wer den Neubau mit Klang füllte, zu beantworten, gelingt ihr leider nicht zufriedenstellend. Hier wäre ein Beitrag, der über die Nennung der ihre eigenen Werke dirigierende Komponisten hinausgeht, gerade angesichts der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Baus mehr als wünschenswert.

Dietrich Erben ordnet in seinem Beitrag «Die Zürcher Tonhalle: Eine architekturgeschichtliche Szene» den Bau in seinen kunst- und kulturgeschichtlichen Kontext ein. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zum Ende des Jahrhunderts ging man von der Sekundärnutzung bestehender Gebäude zum Neubau von Konzerthäusern über. Die späteren Charakteristika, die beiden Konzertsäle und der Gartenpavillon und die Öffnung zur Stadt, des Fellner&Helmer-Baus tauchten schon in den zum ersten Wettbewerb von 1887 eingereichten Entwürfen. Im Rahmen der Stadtentwicklung am Seebereich und der Fertigstellung des Alpenquais wurde im Dezember 1891 ein zweiter Wettbewerb ausgeschrieben. Aus Gründen, die hier nicht klar werden, beauftragte die Tonhalle-Gesellschaft am 28. März 1892 direkt das Büro Fellner&Helmer vergeben. Das entscheidende Charakteristikum der schliesslich gebauten Tonhalle war, der damalige Bau ist nur noch ferne Erinnerung, die in die Bedürfnisse bürgerlicher Repräsentation, den ästhetischen Genuss, eingebettete Primärfunktion des Konzertsaals. Vorbild für die Tonhalle war, gerade auch was das «Malerische» angeht, der für die Pariser Weltausstellung gebaute und im Rahmen der Weltausstellung von 1889 wieder ins internationale Bewusstsein gekommene Palais du Trocadéro. Damit setzte das selbstbewusste, sich für kosmopolitisch haltende Zürcher Bürgertum einen Massstab. Die architektonische Mode änderte sich aber und so kam es nach etwas mehr als 40 Jahren zum Teilabbruch. Der Kernbau wurde ummantelt und in das anlässlich der schweizerischen Landesausstellung von 1939 errichtete Kongresshaus integriert. Die architektonischen Qualitäten des Ursprungsbaus waren radikal getilgt.

Elisabeth Boesch, eines der vier Mitglieder des Kernteams, das für den Entwurf und die Ausführung der Renovation verantwortlich zeichnete, geht in ihrem Beitrag «Anspruchsvolle Kunst und gesellschaftliches Leben unter einem Dach – Die Tonhalle am See: Stationen einer Verwandlung» aus praktischer Sicht auf die Tonhalle und die Renovation ein. Das neue Kongresshaus, das an die Stelle des Baus von Fellner&Helmer trat, wurde vom Architektenbüro Häfeli Moser Steiger geplant und 1937 bis 1939 errichtet. Da vom alten Bau nur die Konzertsäle übernommen wurden, musste unter anderem auch die Besucherführung neu entstehen. Seither fasst ein langes Vordach den Eingang zu Kongresshaus und Tonhalle zusammen. In den 1980er-Jahren erfolgte ein weiterer Umbau zur Optimierung der Betriebsabläufe. Diesem wurde unter Anderem die freie Sicht auf die Berge geopfert. Für die Renovation von 2017 bis 2021 wurde der Bauzustand von 1939, der trotz aller Verluste ein Weiterbau des Bestehenden war, als Ausgangspunkt festgelegt. Für die Säle ist das Erscheinungsbild von 1895 die Richtschnur. Der zwischen 1906 und 1923 entfernte Raumschmuck blieb entfernt. Es wurde nur restauriert, was 2017 noch vorhanden war.

Karlheinz Müller und Michael Wahl befassen sich in ihrem Beitrag «Gelungenes Finale mit Schlussakkord – Die renovierte Akustik der Tonhalle Zürich» mit dem Klang des grossen Saals, der als einer der besten Konzertsäle der Welt gilt. Sie versuchen dieses weitgehend akzeptierte Urteil mit Fakten zu erklären. Leser mit naturwissenschaftlichem Verständnis werden hier sicher profitieren. Mit einem frei schwingenden Holzfussboden konnten Müller und Wahl, die beiden Akustiker der Renovation, den Klang erhalten und verbessern.

Der Textteil ist spannend geschrieben und hochinformativ. Die auftretende Künstler und die gespielten Programme hätten aber eine eingehendere Würdigung verdient.

Ein Bildteil mit den drei Kapiteln «Geschichte in Bildern», «Sanierung und Instandsetzung» und «Tonhalle Zürich 2021» visualisiert das Gelesene mit hochwertigen Abbildungen.

Eine würdige Festschrift!

16.12.2021, Jan Krobot/Zürich
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ORF III am Wochenende: „ORF III Weihnachtszauber“ – die Live-Versteigerung zugunsten LICHT INS DUNKEL

 Außerdem: „zeit.geschichte“-Abend u. a. mit Neuproduktion „Weihnachten an der Front“, „Das ganz normale Verhalten der Österreicher“ =

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information präsentiert am vierten Adventsonntag, dem 19. Dezember 2021, im Hauptabend den „ORF III Weihnachtszauber“ – die Live-Versteigerung im ORF RadioKulturhaus zugunsten LICHT INS DUNKEL. Neben der Live-Auktion, bei der telefonisch für 25 Kunstexponate bzw. VIP-Kultur- und Kulinarik-Packages geboten werden kann, darf sich das TV-Publikum auf musikalische Acts aus Klassik, Musical und Pop sowie auf Auftritte aus Kleinkunst und Poetry-Slam freuen. Außerdem dürfen sich alle Anrufer/innen, die einen Betrag ab 200 Euro spenden, beim Künstler donhofer., der in der Sendung eine Live-Performance liefert, ein individuell gefertigtes Bild wünschen. Am Samstag, dem 18. Dezember, steht ein weihnachtlicher „zeit.geschichte“-Abend mit u. a. den Neuproduktionen „Weihnachten an der Front“ und „Österreich privat – Weihnachten damals“ auf dem Programm.

Samstag, 18. Dezember

Den Programmtag am Samstag läutet ORF III mit neun Folgen der TV-Kultserie „Der Leihopa“ (ab 7.30 Uhr) ein, beginnend mit „Das Wiegenfest“. Am Nachmittag um 16.05 Uhr lädt ORF-Moderatorin Barbara Stöckl zu einer neuen Ausgabe von „Gipfel-Sieg: Der Wille versetzt Berge“. Zu Gast in Bad Häring sind der ehemalige Skispringer Lukas Müller sowie TV-Moderator Harry Prünster. Im Vorabend um 19.20 Uhr erkundet Rudi Roubinek in einer Neuproduktion „Das ganz normale Verhalten der Österreicher … zu Weihnachten“ und entdeckt dabei so manch skurrile Tradition.

„Weihnachten an der Front“ lässt eine ORF-III-Neuproduktion um 20.15 Uhr zum Auftakt des vierteiligen „zeit.geschichte“-Abends nachempfinden. Mit der Machtübernahme 1933 machen sich die Nationalsozialisten daran, alle Bereiche des Lebens unter ihre Kontrolle zu bringen. Schleichend werden christlichen Festen, insbesondere dem Weihnachtsfest, die nationalsozialistische Gedankenwelt übergestülpt. So rückt man das altgermanische „Jul-Fest“ wieder in den Vordergrund und so wird aus dem besinnlichen Weihnachtsfest die mit nationalsozialistischen Werten aufgeladene „Deutsche Weihnacht“. Der Film von Wolfgang Winkler erzählt von der Übernahme des Weihnachtsfests durch die Nationalsozialisten und wirft einen Blick darauf, wie in der Kriegszeit gefeiert wurde. Getrennt von den eigenen Familien und oftmals fern der Heimat feierten Hitlers Soldaten insgesamt sechs Kriegsweihnachten. Eines dieser Weihnachten fiel in die Zeit der „Belagerung Stalingrads“, die um 21.05 Uhr in einer Folge von „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“ gezeigt wird. Danach folgt „Die Österreicher im Russlandfeldzug“ (21.55 Uhr). Zum Abschluss des Abends steht mit „Österreich privat – Weihnachten damals“ (22.45 Uhr) eine weitere ORF-III-Neuproduktion auf dem Programm. Regisseur Ernst A. Grandits nähert sich darin dem Weihnachtsfest anhand privater Filmaufnahmen der Österreicher und Österreicherinnen.

Sonntag, 19. Dezember

Den vierten Adventsonntag läutet ORF III mit einer Folge von „Cultus – Der Feiertag im Kirchenjahr“ (9.20 Uhr) ein, gefolgt von der Doku „Mensch Franziskus! Der unberechenbare Papst“ (9.35 Uhr). Ein Weihnachtsfilmreigen wartet ab 12.00 Uhr, beginnend mit der Verfilmung von Daniel Glattauers „Der Weihnachtshund“.

Im Hauptabend eröffnen Elisabeth Vogel und Peter Fässlacher live aus dem Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses den „ORF III Weihnachtszauber“ (20.15 Uhr). Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler wie Ildikó Raimondi und Herbert Lippert, Marianne Mendt und Norbert Schneider, die Stars des neuen VBW-Musicals „Miss Saigon“ Vanessa Heinz und Oedo Kuipers, das Janoska Ensemble, der Wiener Staatsopernchor u. v. m. sorgen für eine stimmungsvolle Live-Auktion. Zur Versteigerung stehen insgesamt 14 Kunstwerke und -objekte sowie elf exklusive Kultur- und Kulinarik-VIP-Packages. Nähere Details sind unter https://presse.ORF.at abrufbar. Auktionator des Dorotheums, Rafael Schwarz, wirft regelmäßig einen Blick auf die aktuellen Gebote und leitet die Live-Versteigerung im Saal. Ani Gülgün-Mayr berichtet aus dem Studio 3 und bittet prominente Persönlichkeiten an den Telefonen, darunter Lilian Klebow, Kristina Sprenger, Gery Keszler, Stefano Bernardin, Karl Hohenlohe und Nadja Maleh, zum Gespräch. Neben Auktionsgeboten können die Anrufer/innen telefonisch Spenden abgeben. Alle Anrufer/innen, die einen Betrag ab 200 Euro spenden, dürfen sich unter Angabe eines Motivs beim Künstler donhofer., der in der Sendung eine Live-Performance liefert, ein individuell gefertigtes Bild wünschen. Im Mittelpunkt der Sendung stehen vier Sozial- und Behindertenprojekte aus Österreich, die mit dem Erlös der Auktion und den telefonisch abgegebenen Spenden unterstützt werden: Musica Kontakt, Firefly Club, die Sozialtherapeutische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Werkstätte Mauer sowie die Finanzierung eines Assistenzhundes für den knapp dreijährigen Lukas.
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