Sir Antonio Pappano © Musacchio & Ianniello
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 29. APRIL 2026
Wien/Musikverein
Ein Dirigent, ein Orchester und eine Super-Violinistin schaffen eine Sternstunde in Wien
Endlich war wieder einmal das Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold zu hören; ausgezeichnet durch eine der weltbesten Geigerinnen. Und das London Symphony Orchestra unter ihrem Chef Sir Antonio Pappano bewies erneut seinen Ruf als Weltklasseorchester.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de
Wien/Musikverein
Musikverein: Großes Kino mit Korngold, zu viel Show für Schostakowitsch (Bezahlartikel)
Das London Symphony Orchestra unter Sir Antonio Pappano mit Holst und Schostakowitschs Fünfter sowie der brillanten Vilde Frang in Korngolds Violinkonzert.
DiePresse.com
MARTINŮ Bohuslav – Die Sinfonien und sinfonischen Werke
tamino-klassikforum.at
Eric Lu und sein schlussendlich bezaubernder Klavierabend (Bezahlartikel)
Der preisgekrönte Chopin-Interpret überzeugte mit – wen wundert’s – Chopin. Schubert-Impromptus schienen ihn dagegen eher aufzuhalten.
DiePresse.com
Linz
„Katja Kabanowa“ in Linz: Höllisches Schwiegermonster, himmlische Liebe
Leoš Janáčeks Oper wird am Landestheater von Peter Konwitschny und Markus Poschner meisterhaft umgesetzt. Die Hölle, das sind die anderen, heißt es bei Sartre. Wenn die anderen zum trauten Kreis der Familie gehören, wird die Lage noch höllischer. So wie für Katja Kabanowa. Die junge Frau wird von der dominanten Erzeugerin ihres Ehemanns Tichon (glaubhaft gestresst: Christian Drescher) kontrolliert, verspottet und gedemütigt. Das eingespielte Doppel aus Schwiegermonster und Muttersöhnchen kennt die Liebe nicht. Himmel, hilf!
DerStandard.at
Eine Oper über Liebe, Schuld und Selbstaufgabe (Bezahlartikel)
Zwischen Moral und Verlangen: Leoš Janáčeks „Katja Kabanowa“ ist eine hochemotionale Oper über eine Frau, die in einer lieblosen Welt keinen Ausweg findet. Im Linzer Musiktheater kam das Werk mit beklemmender Aktualität unter der musikalischen Leitung Markus Poschners zur Premiere.
krone.at
Linz: Katja muss sterben, aber die Hutverkäuferin kriegt ihren Prinzen (Bezahlartikel)
Bei Peter Konwitschny endet „Katja Kabanowa“ mit dem Tod durch Kirche und Gesellschaft, nur in der Operette „Heute Nacht, Fräulein“ wird die Welt besser.
DiePresse.com
Markus Poschner geht in sein klingendes „Finale“
Ab Herbst beginnt das „Grande Finale“: Markus Poschner, Chefdirigent des Bruckner Orchesters, geht in seine zehnte – und letzte – Saison in Linz. Rund um das „Herzschlagader“-Abo hat er eine außergewöhnliche Saison programmiert – mit einem Beethoven-Zyklus, einer Europa-Tournee und einem „Häfn-Konzert“.
krone.at
Gars
Festspielauftakt in Gars: Wie Oper und bildende Kunst auf der Burg Gars verschmelzen
Mit einer musikalischen Vernissage im historischen Festsaal der Burg Gars ist am vergangenen Wochenende die Festspielsaison 2026 feierlich eröffnet worden. Oper, bildende Kunst und Geschichte traten dabei in einen engen Dialog und gaben einen Vorgeschmack auf den kommenden Kultursommer in der Kamptal-Metropole.
NiederoesterreichischeNachrichten.at
Berlin
Dirigent Kent Nagano im Interview: „Ein Konzert ist eine Metapher für Gemeinschaft“ (Bezahlartikel)
Ehrendirigent des Deutschen Symphonieorchesters dirigiert an zwei Abenden Leonard Bernsteins weniger bekanntes Werk „The Dybbuk“ in der Philharmonie. Ein Gespräch über Mut, Mystik und Heimat.
DerTagesspiegel.de
Mainz
„Breaking the Waves“ – Mein Körper gehört mir
In ihrer Uraufführung der Mainzer Fassung der amerikanischen Komponistin Missy Mazzoli dringt ihre Oper bis in des Gemüts verborgenste Winkel. Die Geschichte ist heftig.
concerti.de
Lübeck/Kolumbarium „Die Eiche“
Lieder von Liebe und Leid verzaubern im alten Gebälk
In diesen sonnigen Frühlingstagen bietet Lübeck ein wunderbares Musik-Programm an besonderen Orten, auch jenseits des Jugendstil-Teaters und der „Musik- und Kongresshalle“. Nach einem Frühbarock-Konzert im Burgkloster vor gut einer Woche erklangen nun am 27. April 2026 im Kolumbarium DIE EICHE Lieder mit und ohne Worte. Auf dem Dachboden des alten Kornspeichers der Familie Mann turnten übrigens schon Thomas und Heinrich Mann als Buben herum.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de
Saarbrücken
Niederlage der Klonkrieger
Das ungarische Regieduo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka bleibt am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken seinem naturwissenschaftlichen Ansatz bei Richard Wagners „Götterdämmerung“ treu.
DieDeutscheBuehne.de
Frankfurt
Die Jugend von heute, das Konzert von morgen (Bezahlartikel)
Das erste „Festival der Jugendorchester“ in der Alten Oper begeistert. Junge Musiker aus dem fernen Ausland und der Region begegnen sich im ganzen Konzerthaus.
FrankfurterAllgemeine.net
Schwetzingen
Oper in Schwetzingen: Als wären Schlaftabletten nur Pfefferminzdrops (Bezahlartikel)
Wer hätte das gedacht? In Schwetzingen gelingt mit „Malina“ die Adaption von Ingeborg Bachmanns Roman als Oper mit Valer Sabadus in der Titelrolle.
FrankfurterAllgemeine.net
»Es war Mord« – Bachmanns Malina als Oper
Mit Ingeborg Bachmanns »Malina« wagen sich die Schwetzinger SWR Festspiele an einen der rätselhaftesten Texte der Nachkriegsliteratur. Aus dem fragmentarischen Bewusstseinsstrom formt das Komponistenduo eine atmosphärisch dichte Oper.
backstageclassical.com
Bamberg
Javier Perianes – Spaniens gefeierter Pianist spielt in Bamberg
Javier Perianes ist einer der größten spanischen Pianisten seiner Generation. Für ein Konzert mit Daniel Barenboim hat er seine eigene Hochzeit verschoben. Nun ist er zu Manuel de Fallas 150. Geburtstag auf Tournee und spielt in Bayern mit den Bamberger Symphonikern. Im Interview erzählt er, warum er vorher eine Nonne anruft.
BR-klassik.de
Zürich
Die Psychologie eines Attentäters: Mozarts «La clemenza di Tito» an der Oper Zürich (Bezahlartikel)
Der späte «Titus» ist Mozarts politisch heikelstes Bühnenwerk – wenn man hinter die Fassade der herrlichen Musik schaut. Die Neuinszenierung von Damiano Michieletto erhält durch den jüngsten Anschlagsversuch in Washington eine zusätzliche Brisanz.
NeueZuercherZeitung.ch
Wenn Großherzigkeit nervt: Gelungene Deutung von Mozarts „La clemenza di Tito“ in Zürich
Die bewegende Inszenierung könnte auch ein gutes Zeichen für „La Traviata“ auf der Bregenzer Seebühne sein: dort inszeniert ebenfalls Regisseur Damiano Michieletto
suedkurier.de
Feuilleton
Zum 90. Geburtstag des Maestros
Zubin Mehta: Ein Leben für die Musik und interkulturelle Verständigung. Zubin Mehta wurde am 29. April 1936 im indischen Bombay (heute Mumbai) in eine Parsi-Familie geboren, die der zoroastrischen Religion angehört. Die Parsen sind eine kleine ethnische und religiöse Minderheit in Indien. Die zoroastrischen Werte durchziehen Mehtas gesamtes Schaffen, sei es in seiner Interpretation von Musik oder in seinem Engagement für Völkerverständigung.
swr.de
Leipzig
Leipzig zeigt Lortzing mal ernsthaft: Premiere der Oper „Regina“ als Festival-Höhepunkt
Die Oper Leipzig feiert ihr einst ungeliebtes Stiefkind Albert Lortzing zum 225. Geburtstag. Dabei beweist dessen einziges ernstes Musiktheater seine Qualität auf der großen Bühne.
FreiePresse.de
Frankfurt/Alte Oper
Hessen glüht im Mondschein der Alten Oper
Noch bevor der erste Takt erklang, zirpte, rauschte und wisperte es im großen Saal der Alten Oper. Das Landesjugendsinfonieorchester Hessen machte früh klar, dass dies kein gewöhnlicher Konzertabend werden würde. Die jungen Musikerinnen und Musiker des traditionsreichen Ensembles bewiesen an diesem 26. April 2026 mit Verve und Spielfreude, dass um die Zukunft der klassischen Musik nicht bange sein muss.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Hamburg
Major American Orchestras to Appear in Hamburg to Celebrate 10 Years of the Elbphilharmonie
TheViolinchannel.com
Heidelberg
Heidelberger Frühling Liedfestival 2026 Review: Il Giustino
operawire.com
Kopenhagen
Chiaroscuro extinguished: a self-indulgent, barren Poppea in Copenhagen
bachtrack.com/de
Barcelona
Anna Netrebko, Lise Davidsen, Asmik Grigorian, Lisette Oropesa, Sondra Radvanovsky, Nicholas Brownlee, Freddie De Tommaso, Ermonela Jaho, Jack Swanson, Sara Blanch & Serena Sáenz Lead Gran Teatre del Liceu’s 2026-27 Season
operawire.com
London
LPO’s Wozzeck loses its core power because of Shagalov’s slideshow and Gardner’s rushing
seenandheard-international.com
LPO: Wozzeck: Wretches Like Us – Southbank Centre, London
thereviewshub.com
Wozzeck — the music could hardly be better sung in highlight of Southbank’s Multitudes festival (Subscription required)
A concert performance of Berg’s gritty opera at the Royal Festival Hall was combined with photos by Ilya Shagalov
ft.com
Winchester
Remarkable Performances from Hurn Court Opera’s La Traviata at Winchester’s Theatre Royal
operatoday.com
Toronto
Review: BLUEBEARD’S CASTLE/ERWARTUNG at Four Seasons Centre For The Performing Arts
COC’s double feature of Bartók and Schoenberg’s One-Act psychological thrillers
broadwayworld.com
Robert Lepage’s pairing of Bluebeard’s Castle and Erwartung remains compelling theatre
bachtrack.com/de
Baltimore
The night is dark and full of terrors
Opera Baltimore concludes its season with a piercing semi-staged production of Pelléas et Mélisande.
parterre.com
Hong Kong
Juan Diego Flórez, Asmik Grigorian, Lucy Crowe, Jacquelyn Wagner, Fleur Barron Lead Hong Kong Philharmonic’s 2026-27 Season
operawire.com
Ballett/Tanz
Zum Tod von Claude Bessy: Sie prägte eine ganze Generation von Tänzern (Bezahlartikel)
Sie war Frankreichs berühmteste Ballettmeisterin und über Jahrzehnte die Leiterin der Ballettschule der Pariser Oper.
FrankfurterAllgemeine.net
Weil es um alles geht
Mit „Tribute to Tetley“ feiert das Stuttgarter Ballett den Choreografen Glen Tetley, der die Compagnie nach dem Tod John Crankos leitete und dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Der dreiteilige Ballettabend ist eine ergreifende und energetische Hommage.
DieDeutscheBuehne.de
Tschernischova’s Vienna Giselle is a very familiar one, yet superbly danced in its latest revival
seenandheard-international.com
The Australian Ballet does Romeo and Juliet: precision over passion
bachtrack.com/de
Hamburg/Ballettzentrum John Neumeier
Interview
Lloyd Riggins: „Man muss als Tänzer in den Fluss springen und die Rolle annehmen“, Teil I:
Der Tänzer Lloyd Riggins wurde 1969 in New York geboren, zum Tänzer allerdings in Orlando, Florida, ausgebildet. Ab 1987 tanzte er beim Königlich Dänischen Ballett. 1995 engagierte John Neumeier ihn als Ersten Solisten nach Hamburg. In dieser Position wirkte er nominell noch bis 2024, arbeitete aber seit 2009 bereits als Ballettmeister und hatte seit 2015 unter John Neumeier auch die Position als Stellvertretender Ballettdirektor inne.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de
Lloyd Riggins: „Wichtig ist, dass der Tanz über das Gefühl läuft“, Teil II: Der Ballettmeister
Ballett-Sprünge und Drehungen dürfen nicht zur Show ausarten. Manchmal vergessen die Tänzer das und zeigen ihr technisches Können nur für die Zuschauer. Das soll nicht sein. Die technischen Schwierigkeiten in einer Ballett-Aufführung müssen immer im Sinne des Stücks und nicht als artistische Showeinlage getanzt werden.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de
Lloyd Riggins: „Meine Sehnsucht war es, als Instrument zu wirken und dem Tanz zu dienen“, Teil III: Der Ballettdirektor
Wichtig ist, den von John Neumeier aufgebauten Geist der Hamburger Compagnie und deren Leuchtturmcharakter in der Ballettwelt zu erhalten. Und das gelingt nur mit dem systematischen Aufbau der Compagnie von unten.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de
Sprechtheater
Wien/Burgtheater
Kultur-Sparkurs droht
Trotz Erfolgen: Dunkle Wolken über dem Burgtheater“
krone.at
Kabarett
Mit „Spastic Slapstik“ zur großen Kleinkunst: Andreas Vitásek wird 70
Der Wiener Kabarettist, Schauspieler und Autor feiert sein 45-jähriges Bühnenjubiläum mit neuem Solo „Wie es mir gefällt“ ab August
DerStandard.at
Medien
ORF
Trotz viel Kritik: ORF-Stiftungsrat Thomas Prantner bleibt im Amt
Letzte Woche waren zahlreiche Emails veröffentlicht worden, in denen es um Politeinfluss und Machtspiele geht. Trotzdem hat Prantner Rückendeckung der FPÖ.
Kurier.at
Politik
Österreich
Turbulenter Budgetpoker: Wutausbruch von Marterbauer und ein beschädigter Klubchef
Hinter den Kulissen ging es bei den Budgetverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos mitunter recht ruppig zu, wie Beteiligte schildern.
Kurier.at
Unter’m Strich
Österreich
Reiselust, aber …
So urlauben die Österreicher im Krisensommer 2026
Teuerung zum Trotz lassen wir uns den Sommerurlaub nicht vermiesen – 94 Prozent planen laut dem aktuellen ÖAMTC-Reisemonitoring eine Reise. Jeder zweite Österreicher verbringt die Ferien dabei im eigenen Land.
krone.at
Michel Friedman: „Sage keiner, er habe es nicht gewusst“
In den Sonntagsfragen Österreichs und Deutschlands führen die rechten Parteien. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September ist ein Sieg der AfD möglich. Schon vor Monaten warnte der Intellektuelle Michel Friedman, ein ehemaliger CDU-Politiker, in seinem Essay „Mensch“ vor dem Niedergang der Demokratie. Anlässlich des Festivals „Fremde Erde“ sprach er in Wien über Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. News traf den Sohn von Holocaust-Überlebenden zum Gespräch über Frieden, Freiheit, „gekoscherte Rechte“ und lebenslangen Schmerz.
news.at
Niederösterreich
Sanierung notwendig. Marode Donaubrücke wird für Pkw und Lkw gesperrt
Dass die Donaubrücke zwischen Stein und Mautern (NÖ) dringend saniert werden muss, ist längst bekannt. Doch jüngste Überprüfungen ließen jetzt die Alarmglocken schrillen. Die Konstruktion ist bereits so beschädigt, dass sie für Pkw und Lkw gesperrt werden muss.
krone.at
Krone-Kommentar
Der echte und der falsche König
“No Kings!“, lautet das Motto vieler Demonstrationen gegen Donald Trump in den USA, weil viele Amerikaner das Gefühl haben, der Präsident würde sich aufführen wie ein allmächtiger Monarch. Tatsächlich macht Trump kein Geheimnis daraus, dass hochadeliger Pomp ihn sehr beeindruckt und fasziniert. Und so wurde er im Vorfeld des Staatsbesuches von König Charles und dessen Frau Königin Camilla auch nicht müde zu erklären, wie gut befreundet er mit den beiden sei. Die Strahlkraft des echten Königspaares, so Trumps Kalkül, lässt auch ihn, den falschen König, in hellerem Licht erscheinen. Und so ist es wohl auch – zumindest für die vier Tage der Visite.
krone.at
INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 29. APRIL 2026)
INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 29. APRIL 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Wien: Meisterklasse Giacomo Aragall (4. -9-5. 2026)
Anbei dazu der Flyer mit den Daten.
Allerdings gibt es dazu eine Änderung: Am Freitag, 8.5.2026 ist der Beginn erst um 16:00 Uhr, da vorher das Begräbnis von Frau Diana Kienast stattfindet.
Elisabeth Jelinek
Meisterklasse KS Aragall
E-Mail:
Tel. +43 676 53 60 502

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Wien / Gesellschaft für Musik: 100 Jahre „Die Zirkusprinzessin“ – kontra ESC . 27.4.2026
100 Jahre ist es her, dass „Die Zirkusprinzessin“ in der Reihe der Erfolgsoperetten des Emmerich Kálmán im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Von die „Süßeste aller Frauen“ ist da zu hören, von „Zwei Märchenaugen“ – und sie vermögen auch heute noch zu verführen. Ja, das war 1926, da hatte es in den Krisenjahren nach dem 1.Weltkrieg noch die Glanzzeit der Silbernen Wiener Operette gegeben. In einer Veranstaltung der Gesellschaft für Musik hat Musikregisseur Wolfgang Dosch mit seinen singenden Studierenden der Wiener Musikuniversität in diese Vergangenheit des heimischen Operettenglücks zurück geführt. Und auch nicht auf die Schicksale dieser so immens begabten Musik- und Theatergrößen während der folgenden Nazi-Gewaltherrschaft vergessen.
Wien heute, ein Jahrhundert danach? Als Highlight des Jahres wird vom ORF der Eurovision Song Contest mit einem gewaltigen Finanzaufwand in den Mittelpunkt des Kulturjahres gerückt. Auch mit 3.000 Drohnen wurden Contest-Symbolbilder vor Schloss Schönbrunn in den Nachthimmel projiziert. Doch welch himmlische Freuden könnten in den bereits vorgestellten Nummern des ESC die Herzen der Gutgläubigen in geistige Höhen erheben? Ziemlich sicher keine. Oder vielleicht doch ein rhythmisch zuckendes hin und her-Gefummel wie der eine oder andere unverständliche wie grell dröhnende Aufschrei? Für Musikkenner kann sich dieser Qualitätsunterschied in den Kompositionen für ein breites Publikum von damals (viele melodische Schönheiten) und heute (repetitive Standardfloskeln noch und noch) auch als Qual erweisen. Auch den ORF-Machern dürfte mit unserem Blaues-Auge-Boy und seinem Tanzschein kein Glücksgriff geglückt sein. Doch bitte, alle ORF- und städtischen Werbemaschinen rollen mit ganzer Wucht, jauchzen auf wie wunderbar dies alles sei – und werden wohl schließlich auch den ganzen Musikmist beiseite schaffen müssen.
Meinhard Rüdenauer
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Bayerische Staatsoper Umbesetzungsmeldungen
Hiermit möchten wir Sie über folgende Umbesetzungen informieren:
LE NOZZE DI FIGARO
In den Vorstellungen von Le nozze di Figaro am 16., 20. und 24. Mai 2026 übernimmt Luca Micheletti die Titelpartie anstelle von Riccardo Fassi.
MACBETH
In den Vorstellungen von Macbeth am 2. und 5. Juli 2026 übernimmt Paweł Horodyski die Partie der 1. Erscheinung anstelle von Bruno Khouri.
NORMA
In den Vorstellungen von Norma am 17. und 20. Juli 2026 übernimmt Aebh Kelly die Partie der Clotilde anstelle von Meg Brilleslyper.

Luca Micheletti © Bayerische Staatsoper
Luca Micheletti
Der italienische Bariton Luca Micheletti, geboren in Brescia, studierte parallel zu seiner Bühnentätigkeit Literatur- und Theaterwissenschaft in Mailand und Venedig und promovierte in italienischer Literatur an La Sapienza Università in Rom. Engagements führten ihn an zahlreiche Opernhäuser, wie das Teatro alla Scala in Mailand, das Teatro Lirico di Cagliari, die Opera di Roma, die Arena di Verona, das Teatro Regio di Parma, das Ravenna Festival sowie das Sydney Opera House, das Tokyo Bunka Kaikan und die Metropolitan Opera. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Figaro (Le nozze di Figaro), Jago (Otello), Ford (Falstaff), Giorgio Germont (La traviata), Conte di Luna (Il trovatore), Guy de Montfort (Les Vêpres siciliennes) sowie die Titelpartien in Don Giovanni, Macbeth und Rigoletto. Darüber hinaus tritt er auch als Opern- und Theaterregisseur in Erscheinung, zuletzt mit der Inszenierung L’ultimo viaggio di Sindbad von Silvia Colasanti an der Opera di Roma und Ajax von Sophokles in Syracus. Mit der Partie des Figaro gibt er nun sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper.
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Berlin/ Staatsoper: Symphoniekonzert VII mit Christian Thielemann und Igor Levit

Christian Thielemann © Stephan Rabold
Anhang Symphoniekonzert VII
Hans Pfitzner komponierte neben großen Opern auch umfangreiche Orchesterwerke, darunter ein viersätziges Klavierkonzert von 1922 in spätromantischer Tradition à la Brahms und Reger. Als musikalischer Visionär gilt dagegen Franz Liszt, der mit seinen Symphonischen Dichtungen Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Gattung prägte. Drei seiner Werke zeigen eindrucksvoll deren stilistische Vielfalt.
In Tannhäuser schildert Richard Wagner hingegen den unlösbaren Konflikt des Minnesängers zwischen sinnlicher und geistiger Liebe, der an gesellschaftlichen Konventionen und persönlicher Radikalität scheitert und schließlich im Tod endet.
Besetzung
Dirigent Christian Thielemann
Klavier Igor Levit
Orchester Staatskapelle Berlin
Programm
Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31
Franz Liszt
Symphonische Dichtungen
Prometheus S 99
Orpheus S 98
Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Termin
- Mai 2026 19.00 Uhr
19. Mai 2026 20.00 Uhr
Dauer: ca. 2 h inklusive einer Pause
Vorwort 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
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Österreichische Gesellschaft für Musik: Einführungsvortrag zu „Stiffelio“ am 6. Mai 2026

Mittwoch, 6. Mai, 18:00 Uhr EINFÜHRUNGSVORTRAG
Michele Calella
(Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien)
„Transformation eines Misserfolgs: Verdis ‘Stiffelio’.“
Zur Premiere im Theater an der Wien am 13. Mai 2026.
Mit Bild- und Tonbeispielen.
Hanuschgasse 3, 1010 Wien, 2. Hof, Stiege 4, 4. Stock
Achtung! Lift: Stiege 4, links in der Einfahrt! EINTRITT FREI
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Salzburg: Jazz&TheCitysounds 15. bis 18. Oktober 2026
Festival für Jazz, Global Groove und Electronic Music in Salzburg
Das urbane Festival für Jazz, Global Groove und Electronic Music steht seit mehr als 25 Jahren für zeitgenössische musikalische Vielfalt und Improvisation mit internationalem Flair. Jazz&TheCitysounds bietet dieses Jahr unter dem Motto „True Moments“ vom 15. bis 18. Oktober ein außergewöhnliches musikalisches Stadterlebnis mit frischen Impulsen aus World Music, Crossover sowie interessanten nationalen und internationalen Kooperationen. Die Diversität „echter“ Musik sowie gelebte Offenheit im urbanen Raum inmitten der Altstadt Salzburg werden dabei gefeiert. Veranstaltet wird Jazz&TheCitysounds vom Altstadtverband Salzburg. Für die künstlerische Konzeption und Koordination ist, wie bereits 2025, Markus Deisenberger verantwortlich.
Informationen zu Jazz&TheCitysounds finden Sie auf der Website des Altstadtverbandes Salzburg sowie in der kostenfreien App Events Altstadt Salzburg salzburgjazz.com
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Budapest / Hungarian State Opera: 25.4.2026: „SWANLAKE“. – bejubelte Wiederaufnahme eines berühmten Ballettklassikers
Nach einer kurzen Pause von zwei Jahren kehrt der beliebte Ballettklassiker „Schwanensee“ – im ungarischen „A Hattyúk Tava“ genannt – mit einer glanzvollen Wiederaufnahme zurück auf die Bühne der Ungarischen Staatsoper. War diesem Ballett zur Komposition von Pjotr I. Tschaikovsky damals bei der Welturaufführung in Moskau kein Erfolg beschieden, so feiert die Geschichte um die in einen Schwan verzauberte Prinzessin seit der St. Petersburger Fassung von Marius Petipa und Lew Ivanov von 1877 weltweit Triumphe. Während in Wien die Version von Rudolf Nurejew gezeigt wird, die er für das Wiener Staatsballett 1964 kreiert hat, tanzt das ungarische Nationalballett in Budapest die Choreografie von Rudi van Dantzig, die er gemeinsam mit Toer van Schayk 1988 für das Niederländische Nationalballett geschaffen hat. Rudi van Dantzig erachtete den psychologischen Fokus als wesentlich an und stellt die Emotionen der Hauptpersonen ins Zentrum. Um dies entsprechend hervorzuheben, setzt er zugleich spezifische Akzente sowohl in der Handlung als auch in der Choreografie. So gibt es im 1. Akt ein Überraschungsfest zu Siegfrieds 18. Geburtstag, das sein Freund Alexander unter Einbeziehung der Dorfleute organisiert und im 3. Akt ist nicht nur das Divertissement der internationalen Gäste ausführlicher und umfassender, es tritt Odile zunächst auch mit sechs maskierten Galanen auf. Siegfried lässt sich von der schönen Odile umgarnen und erkennt zu spät den folgenschweren Irrtum der Verwechslung. Im 4. Akt verzeiht Odette zwar ihrem Siegfried, er ertrinkt dennoch in den Fluten des Schwanensees. Seine Leiche wird von Alexander, dem Freund des Prinzen, geborgen, der ihn gesucht hat.
Das prachtvolle üppige Bühnenbild mit den farbenfrohen Kostümen stammt ebenfalls von Toer van Schayk. Er lässt die Szenerie im 17. Jahrhundert spielen und erinnert in seinem niederländischen-flämischen Stil an Gemälde von Rembrandt oder Vermeer.
In dieser Wiederaufnahme der aktuellen Aufführungsserie verkörpert Maria Yakovleva, Étoile im ungarischen Nationalballett, die Doppelrolle der Odette/Odile. Diese Doppelrolle gilt tänzerisch wie darstellerisch als große Herausforderung für jede Tänzerin, da zwei sehr unterschiedliche charakterliche Facetten zu zeigen sind. Souverän und hoch emotional zeichnet Maria Yakovleva diese beiden Figuren: Zerbrechlich und verinnerlicht ist sie die unglückliche verzauberte Schwanenprinzessin Odette, als temperamentvolle Odile explodiert sie dann förmlich in einem tänzerischen furiosen Feuerwerk. Fabelhaft, wie sie die beiden so gegensätzlichen Charaktere so überzeugend mit Leben füllt und dabei mit technischer Bravur glänzt.

Verführerisch als schwarzer Schwan: Maria Yakovleva mit Louis Scrivener als Prinz Siegfried © Hungarian State Opera / Valter Berecz
Louis Scrivener ist als Male Principal ein eleganter Tänzer, der als edler Prinz Siegfried reüssiert: verträumt, sinnend, melancholisch gibt er sich an seinem Geburtstagsfest. Groß ist seine Bestürzung, als er dem Wunsch seiner Mutter, sich zu vermählen, entsprechen soll – wird er dadurch doch für ihn unerwartet und damit brüsk mit dem Erwachsenwerden und seinen Pflichten als Prinz konfrontiert. Diese Gefühlsschwankungen vermittelt er glaubhaft, ebenso sein Liebesgeständnis beim Zusammentreffen mit der verzauberten Odette, die für ihn das Idealbild einer Frau darstellt. Als er dann dem durch Odile vorgegaukeltem Trugbild erliegt, ist er schlussendlich nach der Erkenntnis seines fatalen Fehlers von tiefer Reue erfüllt.

Dämonisch: Mikalai Radziush als Zauberer Rothbart © Hungarian State Opera / Valter Berecz
Stets an der Seite des Prinzen ist Alberto Ortega de Pablos als dessen treu ergebener Freund Alexander. Mikalai Radziush gibt den dämonischen wie unheilvollen Zauberer Rothbart. Das exakt tanzende Schwanenmädchen-Ensemble wird von Anastasiia Konstantinova und Adrienn Horányi als große Schwäne angeführt, präzise tanzen Adrienn Pap, Jingxuan Li, Olga Chernakova und Nadezhda Sorokina die vier kleinen Schwäne. Das Corps de ballet begeistert sowohl im 1. Akt beim fröhlichen Tanz auf dem Geburtstagsfest im Schlossgarten als auch im großen Divertissement im 3. Akt als Gäste auf dem Ball im Schloss. Hier sticht Motomi Kiyota im Pas de six hervor – der sprunggewaltige Tänzer wird im Anschluss an die Vorstellung auf offener Bühne von Ballettdirektor Tamás Solymosi zum Étoile für die Saison 2026/27 ernannt.
Marcell Dénes-Worowski dirigiert mit viel Umsicht und Feingefühl das Orchester der ungarischen Staatsoper. Der junge Dirigent hat sein Dirigier-Studium an der Universität für Musik in Wien summa cum laude abgeschlossen. Er absolvierte auch eine Ausbildung als Kontrabassist in Wien sowie als Musikpädagoge an der Liszt-Musikakademie. Durch seine Tätigkeit als Musiker, Dirigent und Pädagoge ist er vielfach international gefragt. Sein Debut als Ballettdirigent in Budapest gab er in der Spielzeit 2024/25 mit „Der Widerspenstigen Zähmung“. Nach zahlreichen „Nussknacker“-Vorstellungen, die er zuletzt an der Budapester Staatsoper gleitet hat, war er jetzt in der Wiederaufnahme von „Schwanensee“ erstmals in diesem Ballett im Einsatz.

Motomi Kiyota – von Ballettdirektor Tamás Solymosi zum Étoile für die Spielzeit 2026/27 ernannt © Hungarian State Opera / Valter Berecz
Das Publikum – mittendrin Hollywoodstar Chris Pine – in der ausverkauften Ungarischen Staatsoper war von der Vorstellung begeistert und spendete viel und lang anhaltenden Applaus.
Ira Werbowsky
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schoepfblog – Programm der 18. Kalenderwoche vom 27.04.2026 bis zum 03.05.2026
Montag:
Apropos: Wenn schon in Tirol bei Bauprojekten nichts weitergeht, weshalb soll es dann in Bayern bei der Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel anders sein? (Alois Schöpf)
Theater: „Der Talisman“ von Johannes Nestroy in einer überzeugenden Inszenierung am Tiroler Landestheater. (Susanne Preglau)
Dienstag:
Literatur: Ein interessanter Reprint im Limbus Verlag: Jack London – Das Erdbeben in San Francisco. Geschichten aus der Bay Area. (Helmuth Schönauer)
Film: Im Zentrum des Films „Gelbe Briefe“ von Ilker Çatak stehen die moderne Türkei und das liberale Künstler-Ehepaar Aziz und Derya. (Helmut Schiestl)
Mittwoch:
Literarische Korrespondenz: Christoph Schmarl kann sich den düsteren Prognosen Reinhold Knolls im Hinblick auf die Folgen von Fortschritt und Technik nicht anschließen.
Donnerstag:
Südtirol: Das Theater „Carambolage“ in Bozen feiert seinen 30. Geburtstag. Für Max Hofer Anlass, die wichtigsten kulturellen Aktivitäten Südtirols Revue passieren zu lassen.
Performance: Die schoepfblog-Autorin Susanne Weinhöppel präsentiert am Mittwoch, 29.04.2026 um 20.00 im Innsbrucker Treibhaus „Jüdische Lieder“. (Thomas Nußbaumer)
Freitag:
Innere Sicherheit: Statt geschätzt zu werden, werden Polizisten und Polizistinnen nicht nur verachtet, sondern zunehmend auch attackiert. (Ronald Weinberger)
Fotos: Die mittels KI manipulierten Fotos politische Gegner, wie die FPÖ es gerade praktiziert hat, ist eine unentschuldbare Niveaulosigkeit. (Hermann Arnold)
Samstag:
Literatur: Wie müssen Texte ausschauen, damit sie Preise bekommen? Eine Annäherung über das Werk von Norbert Gstrein. (Elias Schneitter)
Sonntag:
ORF Tirol: Weil der Redakteur aus Osttirol besonders fleißig ist, passieren dort auch die unglaublichsten Dinge. Kurze Rückschau. (Helmuth Schönauer)