Brünnhilde (Camilla Nylund). Dahinter: Siegfried, Gutrune, Hagen und Gunther © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 9. MÄRZ 2026
Mailand
„So – werf’ ich den Brand in Walhalls prangende Burg“: Camilla Nylund als Brünnhilde beendet diesen Opernzyklus in der Scala
Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung ist spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen. Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.at