Schweitzers Klassikwelt 159: Wir danken dem Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper

Foto: © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Es ist nicht so selbstverständlich, bei jedem Opernhaus leicht zu handhabende Unterlagen für „Schweitzers Klassikwelten“ zu finden. Da loben wir die Wiener Staatsoper.

Suchergebnis

Interpreten „Benoît“ in „La Bohème (Puccini)“ von 01.01.1963 bis 31.12.1973

Mario Guggia
35 Vorstellungen / 19.06.1967-30.11.1973

Peter Klein
73 Vorstellungen / 02.01.1963-30.03.1972

Erich Kunz
1 Vorstellung / 29.12.1973

Erich Majkut
3 Vorstellungen /25.04.1963-26.06.1963

Hugo Meyer-Welfing
4 Vorstellungen / 12.01.1963-31.03.1963

Alois Pernerstorfer
4 Vorstellungen / 04.09.1973-24.10.1973

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von Lothar und Sylvia Schweitzer

In Schweitzers Klassikwelten 16-18 vom Oktober 2020 befassten wir uns mit der Biografie Ljubomir Pantscheffs unter dem von uns gewählten Titel: „Ein interessantes Sängerleben von vielen Sternen am Opernhimmel überdeckt“. Wir konnten neben der Biografie von Iwetta Milewa auch eigene Erfahrungen mit dem Bassisten einbringen.

Unter Zuhilfenahme des Staatsopernarchivs bekamen wir bestätigt, dass der Spezialist auf markante Kleinrollen in der „Salome“ immer nur den Zweiten Soldaten, aber nie den beeindruckenderen Ersten Nazarener sang und im „Rosenkavalier“ die Charakterstudie des asthmatischen Notars im Lever, doch nie den stimmlich auftrumpfenden Polizeikommissär im 3. Akt. In der „Ariadne“ sang er 64mal den Lakaien im Vorspiel und nur achtmal den Truffaldin der Komödiantentruppe. „Schweitzers Klassikwelt 159: Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper
klassik-begeistert.de, 17. März 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil 2

Kate Lindsey als Nerone (links) und Sonya Yoncheva als Poppea © Salzburger Festspiele Maarten Van den Abeele

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Im Jahr 1963 war noch nicht das Streben nach einem Originalklang zum Ideal geworden. Außerdem ließ Monteverdi für individuelle Aufführungen genügend Freiheiten. Damals sang an der Wiener Staatsoper der interessante Charaktertenor Gerhard Stolze den Nero.

Wir zögerten daher zuerst diese Oper mit Kate Linsey als Kaiser Nero bei den Salzburger Festspielen 2018 zu besuchen. Doch unsere Skepsis wich bald nach dem Einhören. Die Psychologie lehrt uns, dass bei den Geschlechtern unterschwellig eine Gegenströmung vorhanden ist. Außerdem ist für die Grammatik die Liebe weiblich. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil II
klassik-begeistert.de“
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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I

Giulietta Simionato – Foto Fayer, Wien

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es war vor sechsundsechzig Jahren. Ihre markanten Gesichtszüge sind mir mehr in Erinnerung haften geblieben als ihre Stimme, die mich in der Partie der Eboli begeisterte. Rätselhaft, warum ich ihre Amneris in meiner „Verdi-Periode“ versäumte, noch dazu im Verband mit den Baritongrößen Protti und Bastianini.

Ab 1961 war eine lange Zeit mein Interesse mehr an Wagner und Strauss ausgerichtet. Diese Komponisten fehlten in ihrem Repertoire an der Wiener Staatsoper. Sie wirkte aber in der Altpartie auch in der Produktion von Glucks „Orpheus und Eurydike“ mit, die vom 15. Dezember 1959 bis 2. Jänner 1960 im Ganzen nur drei Vorstellungen erreichte. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I“ weiterlesen

Schweitzers Klassikwelt 157: Träume von Besetzungen erfüllten sich noch nicht

Foto © KreaShibai

Das Wörtchen „noch“ haben wir hinzugefügt, denn wir wollten nicht nur von der Vergangenheit erzählen. Namen wie Rysanek, Janowitz, Hückl, Klein und Stolze werden unseren jüngeren Leserinnen und Lesern wohl kaum mehr viel sagen und schon gar nicht im Ohr sein können. Vielleicht die ersten zwei Sopranistinnen von CDs her.


von Lothar und Sylvia Schweitzer

So wollte ich im Jahr 1960  d e n  Charaktertenor der Wiener Staatsoper, Peter Klein,  als Mime erleben. „Gerhard Stolze“, ein neuer Name stand dann auf dem Besetzungszettel. Aber der neue Mime wurde zu einem meiner Lieblingssänger.

Noch ein Beispiel aus der Vergangenheit: Sylvia und ich erfuhren vor kurzem, dass die von uns sehr verehrte „Adriana Lecouvreur“, Marilyn Zschau, schon Jahre zuvor in der Wiener Volksoper die Marie/Marietta in Korngolds „Die tote Stadt“ gesungen hatte. Diese Oper, heute eine unsrer Lieblingsopern, war uns damals noch unbekannt. Ärgerlich! „Schweitzers Klassikwelt 157: Träume von Besetzungen erfüllten sich noch nicht
klassik-begeistert.de, 17. Februar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 156: So kann man sich (konnten wir uns) bei Rezensionen irren

Changing Voice © Werbegrafik Delight Star Studio

Der Dichter und Sänger Leonard Cohen empfand jeden gelungenen Abend als Glück und Gnade. So kann bei einer einmaligen Begegnung mit einer Sängerin oder einem Sänger ein falsches Bild entstehen, das aber durch den Bericht darüber noch dazu vervielfältigt wird.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Ein nicht beeindruckender Prolog des Tonio zum Beispiel kann in den folgenden fünfundsechzig Minuten von „Pagliacci“ schwer wettgemacht werden. Doch dann lesen wir überraschend von einer „La Traviata“ an der Staatsoper Unter den Linden über denselben Interpreten: „Der Bariton war ein Vater Germont wie aus dem Bilderbuch, fast war er zu sympathisch. Mit schöner ausgeglichener Stimme, makellosem Legato und mühelosen Höhen begeisterte er, harmonierte großartig und rücksichtsvoll in den Duetten mit Violetta im zweiten Bild und räumte natürlich in der herrlich gesungenen Arie regelrecht ab.“ Vielleicht war er als Tonio damals ein zu ausgeprägter Kavaliersbariton. „Schweitzers Klassikwelt 156: So kann man sich bei Rezensionen irren
klassik-begeistert.de, 3. Februar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 155: Chorsängerinnen und -sänger mit Solovertrag eingesetzt

Chor und Extrachor der Wiener Staatsoper in „Nabucco“ © Michael Pöhn/Wiener Staatsoper

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es klingt widersprüchlich: Da wird ein 2. Bass in einer stummen Rolle eingesetzt.

So im „Rosenkavalier“ als Leopold. In den Opernführern ist diese Rolle oft nicht namentlich angeführt, sondern nur undifferenziert unter „Lakaien“.

Reclams Opernführer hebt vor den angeführten „Lakaien“ einen „Leiblakai des Ochs von Lerchenau“ heraus, im von uns schon mehrmals erwähnten und gelobten „Opera“ finden wir den „Lerchenauschen Leiblakaien“.

Nur einmal wird in der Oper sein Vorname erwähnt, wenn der Baron Ochs auf Lerchenau ihm resignierend zuruft: „Leopold, wir gehn!“ In den seit 1959 gesehenen „Rosenkavalier“-Aufführungen ist in den Besetzungslisten sein Name „Leopold“ immer angeführt gewesen, meist als Drittletzter. In einer Produktion des Salzburger Landestheaters im Rahmen der Salzburger Kulturtage 1993 lesen wir: „Leopold, Sohn und Leiblakai des Ochs.“ „Schweitzers Klassikwelt 155: Chorsängerinnen und -sänger
klassik-begeistert.de, 20. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Dem „Fidelio“, in der dreiaktigen Urfassung „Leonore“ genannt, diente als Vorlage die Oper „Leonore, oder Die eheliche Liebe“ 1798 von Pierre Gaveaux. Im Personenverzeichnis lesen wir an der Spitze irritiert:

„Dom Fernand, Minister und Grande von Spanien (Basse Taille)“ Basse Taille wörtlich übersetzt: Niedere Gürtellinie. Als Nächstes steht: „Dom Pizarre, Gouverneur eines Staatsgefängnisses (2nde Haute-Contre)“ Und darunter lesen wir: „Florestan, Gefangener (1ière Haute-Contre)“. Wir recherchieren im Internet. Haute-contre: Stimmumfang in der Barockzeit, eine Männerstimme mit besonders hohem Tonumfang. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 
klassik-begeistert.de, 7. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 

„Il Barbiere di Siviglia“ von Giovanni Paisiello im Theater an der Wien 2015 mit Mari Eriksmoen (Rosina) und Pietro Spagnoli (Bartolo) User: Francisco Peralta Torrejón

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Sind es hormonelle Veränderungen, dass Basilios Stimme bei Rossini wie Kanonendonner klingt, bei Mozarts Fortsetzung der Geschichte wie die eines Tenorinos?

Drei Jahre vor der Wiener Premiere von „Le nozze di Figaro“ wurde in Giovanni Paisiellos „Barbiere di Siviglia“ oder „Die nutzlose Vorsichtsmaßnahme“ (Uraufführung Petersburg 1782) Rosinas Gesangslehrer wie bei Rossini für einen Bass resp. Bassbariton geschrieben. Rossinis „Barbiere“ kam erst nach Mozarts Tod in Rom zur Uraufführung. Also in dem Fall die Vorgeschichte nach der Fortsetzung. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 
klassik-begeistert.de, 6. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen

Moses vor dem nicht verbrennenden Dornbusch, Janusz Grabianski in „Bibelgeschichten“ erzählt von Gertrud Fussenegger, Verlag Ueberreuter

Der Begriff Offenbarung bedeutet eine Erfahrung von bisher Unbekanntem, welche einen großen Eindruck hervorruft. Man ist da oft in Erklärungsnotstand.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Als Kind soll ich bei Opernübertragungen im Radio verständnislos bemerkt haben. „Da versteht man ja nichts.“  Es war die Weihnachtszeit und sie spielten im Radio Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“. Ich drehte den Apparat nicht ab, sondern bangte in Unkenntnis dieser neutestamentlichen Vision eines Verfassers mit Namen Johannes, dass dieses beeindruckende Stück nicht zu früh zu Ende kommt.

Doch dieses Erlebnis entbehrte vorerst der Nachhaltigkeit. „Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen
klassik-begeistert.de, 23. Dezember 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 152: Es gibt moderne Regieideen, die uns gefallen oder sogar begeistern


Das ist sicher auch „Geschmacksache“, wie unser Enkelkind einmal in einem anderen Zusammenhang altklug bemerkte. Wir sind uns sicher, dass Mozart ein Typ war, der über viele Eskapaden Begeisterung zeigen würde.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Wenn zum Beispiel, die Königin der Nacht nicht am Sternenhimmel erscheint, sondern aus dem Bett Taminos springt, was wir in einer nicht mehr greifbaren Rezension erfahren haben, ohne den Beweggrund ganz zu verstehen.

Man kann das Ambiente von „Così fan tutte“ interessant verändern, ohne dem Inhalt der Oper Gewalt anzutun. So geschehen an der Hamburger Kammeroper. Der spanische Regisseur Alfonso Romero Mora lässt die Diskussion über die Treue der Frauen während einer Herzoperation spielen. „Schweitzers Klassikwelt 152: Moderne Regieideen, die uns gefallen oder sogar begeistern
klassik-begeistert.de, 9. Dezember 2025“
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