Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Dem „Fidelio“, in der dreiaktigen Urfassung „Leonore“ genannt, diente als Vorlage die Oper „Leonore, oder Die eheliche Liebe“ 1798 von Pierre Gaveaux. Im Personenverzeichnis lesen wir an der Spitze irritiert:

„Dom Fernand, Minister und Grande von Spanien (Basse Taille)“ Basse Taille wörtlich übersetzt: Niedere Gürtellinie. Als Nächstes steht: „Dom Pizarre, Gouverneur eines Staatsgefängnisses (2nde Haute-Contre)“ Und darunter lesen wir: „Florestan, Gefangener (1ière Haute-Contre)“. Wir recherchieren im Internet. Haute-contre: Stimmumfang in der Barockzeit, eine Männerstimme mit besonders hohem Tonumfang. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 
klassik-begeistert.de, 7. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 

„Il Barbiere di Siviglia“ von Giovanni Paisiello im Theater an der Wien 2015 mit Mari Eriksmoen (Rosina) und Pietro Spagnoli (Bartolo) User: Francisco Peralta Torrejón

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Sind es hormonelle Veränderungen, dass Basilios Stimme bei Rossini wie Kanonendonner klingt, bei Mozarts Fortsetzung der Geschichte wie die eines Tenorinos?

Drei Jahre vor der Wiener Premiere von „Le nozze di Figaro“ wurde in Giovanni Paisiellos „Barbiere di Siviglia“ oder „Die nutzlose Vorsichtsmaßnahme“ (Uraufführung Petersburg 1782) Rosinas Gesangslehrer wie bei Rossini für einen Bass resp. Bassbariton geschrieben. Rossinis „Barbiere“ kam erst nach Mozarts Tod in Rom zur Uraufführung. Also in dem Fall die Vorgeschichte nach der Fortsetzung. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 
klassik-begeistert.de, 6. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen

Moses vor dem nicht verbrennenden Dornbusch, Janusz Grabianski in „Bibelgeschichten“ erzählt von Gertrud Fussenegger, Verlag Ueberreuter

Der Begriff Offenbarung bedeutet eine Erfahrung von bisher Unbekanntem, welche einen großen Eindruck hervorruft. Man ist da oft in Erklärungsnotstand.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Als Kind soll ich bei Opernübertragungen im Radio verständnislos bemerkt haben. „Da versteht man ja nichts.“  Es war die Weihnachtszeit und sie spielten im Radio Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“. Ich drehte den Apparat nicht ab, sondern bangte in Unkenntnis dieser neutestamentlichen Vision eines Verfassers mit Namen Johannes, dass dieses beeindruckende Stück nicht zu früh zu Ende kommt.

Doch dieses Erlebnis entbehrte vorerst der Nachhaltigkeit. „Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen
klassik-begeistert.de, 23. Dezember 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 152: Es gibt moderne Regieideen, die uns gefallen oder sogar begeistern


Das ist sicher auch „Geschmacksache“, wie unser Enkelkind einmal in einem anderen Zusammenhang altklug bemerkte. Wir sind uns sicher, dass Mozart ein Typ war, der über viele Eskapaden Begeisterung zeigen würde.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Wenn zum Beispiel, die Königin der Nacht nicht am Sternenhimmel erscheint, sondern aus dem Bett Taminos springt, was wir in einer nicht mehr greifbaren Rezension erfahren haben, ohne den Beweggrund ganz zu verstehen.

Man kann das Ambiente von „Così fan tutte“ interessant verändern, ohne dem Inhalt der Oper Gewalt anzutun. So geschehen an der Hamburger Kammeroper. Der spanische Regisseur Alfonso Romero Mora lässt die Diskussion über die Treue der Frauen während einer Herzoperation spielen. „Schweitzers Klassikwelt 152: Moderne Regieideen, die uns gefallen oder sogar begeistern
klassik-begeistert.de, 9. Dezember 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 151: Haben Sie genügend Humor für die romantische Ironie?

Caspar David Friedrich, Der Wanderer über dem Nebelmeer, Kunsthalle Hamburg

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Der Mensch auf dem Gipfel (damals noch unüblich mit dem Rücken zu uns) ist zugleich der Mensch am Abgrund, der vor ihm liegt. Der Abgrund ist in Nebel gehüllt. Er birgt das Künftige, das dem menschlichen Auge entzogen ist. Eine Randsituation. Die Gipfelerfahrung, die Bedrohung durch den Abgrund, das physische Ende des Entdeckungswegs.“ Hans Joachim Neidhart  

„Schweitzers Klassikwelt 151: Haben Sie genügend Humor?
klassik-begeistert.de, 25. November 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 150: Seltenere Namen, die zu entdecken sind

Verbier © Verbier Promotion         

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Im nobelsten Schigebiet der Schweiz im Kanton Wallis findet im Sommer umrahmt von einer wunderschönen Bergwelt das internationale Verbier Festival statt. Dieses Jahr standen neben einer Vielzahl von Konzerten, die teilweise Klassik und Jazz verbanden, „Gianni Schicchi“ und „Cavalleria rusticana“ zusammen konzertant mit klingenden Namen wie De Tommaso, Tézier und Terfel auf dem Programm. „Schweitzers Klassikwelt 150: Seltenere Namen, die zu entdecken sind
klassik-begeistert.de, 11. November 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 149: Es ist noch keine Meister(sänger)in und kein Meister(sänger) vom Himmel gefallen

Titelbild: © Lothar Schweitzer

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Unvergesslich ist uns die Janowitz als Mozart- und Strauss-Sängerin. Herbert von Karajan hat sie als Barbarina (Le nozze di Figaro) nach Wien geholt. Barbarinas einfache, melancholische Arie erinnert an ein Wiegenlied und hat den Umfang einer Oktave. „Schweitzers Klassikwelt 149: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
klassik-begeistert.de, 28. Oktober 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 148: Erinnerungen erleben wir wie Träume

Der Traum (Le Rêve), Gemälde von Pierre-Cécile Puvis de Chavannes, Musée d´Orsay, Paris

von Lothar und Sylvia Schweitzer

In der Sendereihe „Sternstunden der Musik“ brachte der ORF an einem Sonntag Ausschnitte aus „La Traviata“ der Salzburger Festspiele 2005 mit Anna Netrebko, Rolando Villazón und Thomas Hampson.

2. Akt: Violetta und Alfredo, Salzburger Festspiele 2005 © sounding images GmbH

„Schweitzers Klassikwelt 148: Erinnerungen erleben wir wie Träume
klassik-begeistert.de, 14. Oktober 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 147: Glücklich die Opernwelt, die eine Familie ist!

Opernhaus Hanoi © Lothar Schweitzer 

 

Königliches Opernhaus in Maskat © Miriam Al-Bulushi

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Einen Monat nach der feierlichen Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper hatte am Sankt Nikolaus-Tag „La Bohème“, damals noch in deutscher Sprache Premiere. Hilde Güden sang die Mimì, Emmy Loose die Musetta, die Bohemiens waren Karl Terkal (Rodolfo), Paul Schöffler (Marcello), Walter Berry ((Schaunard) und Oskar Czerwenka (Colline). „Schweitzers Klassikwelt 147: Glücklich die Opernwelt
klassik-begeistert.de, 30. September 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 146: Doppelbesetzungen

Rafał Pawnuk in einer Aufführung als der den Angelus betende Sagrestano im 1. Akt Tosca. „Im dritten Akt sang er den Carceriere, der in dieser Inszenierung von Martin Kušej Cavaradossi ermordet! (ORF-Übertragung aus dem Theater an der Wien)“

Im Wörterbuch finden wir zwei Bedeutungen. Punkt 1: das Vergeben eines Postens, einer Rolle an zwei Personen. Seltener der Punkt 2: das Vergeben zweier Posten, Rollen an eine Person.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Bei „Les Contes d’Hoffmann“ ist die Frage, ob Hoffmann die Puppe Olympia, die kränkelnde Sängerin Antonia und die Kurtisane Giulietta als drei Seiten einer Frau sieht. Wir kennen „Erzählungen“, in denen eine Sängerin die Meisterschaft der auch stimmlich unterschiedlichen Figuren übernahm. Zuletzt hörten wir die Olympia noch als Giulietta, Letztere oft von dramatischen und Mezzo-Sopranen interpretiert, während eine Sängerin ganz auf die Antonia konzentriert war. „Schweitzers Klassikwelt 146: Doppelbesetzungen
klassik-begeistert.de, 16. September 2025“
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