Das MusikTheater an der Wien lässt einen wieder an die Oper glauben

Stiffelio, Joyce El-Khoury (Lina), Luciano Ganci (Stiffelio) © Werner Kmetitsch

Mittlerweile hat das MusikTheater an der Wien schon seit längerer Zeit der Wiener Staatsoper den Rang als führendes Opernhaus schlicht und ergreifend zu Recht abgelaufen. Die meisten Produktionen im nicht zu Unrecht bezeichneten „bestes Opernhaus 2025“ sind schlicht und ergreifend spitzenmäßig. Das auch hier wieder bei Verdis „Stiffelio“.

Giuseppe Verdi    Stiffelio
Dramma lirico in drei Akten
Libretto von Francesco Maria Piave

Mit  Luciano Ganci, Joyce El-Khouri, Franco Vassallo, Alessio Cacciamani, Luigi Morassi u.a.

Regie   Vasily Barkhatov
Arnold Schoenberg Chor
ORF Radio-Symphonie Orchester Wien
Dirigent   Jérémie Rhorer

Musiktheater an der Wien, 17. Mai 2026

von Herbert Hiess

Eigentlich verweigerte man schon fast seit längerem den Besuch der Wiener Staatsoper, da dort mehr oder weniger willkürlich fast alle Neuproduktionen „versenkt“ wurden  und da offenbar durch die (zumindest im musikalischen Bereich) Ahnungslosigkeit des Intendanten auch in weiterer Zukunft keine Besserung bemerkbar sein wird. „Giuseppe Verdi, Stiffelio
Musiktheater an der Wien, 17. Mai 2026“
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Das MusikTheater Wien begeistert mit barockem Feuerwerk im Bollywod-Stil

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Da stockte mir buchstäblich der Atem – ein barockes Feuerwerk, bunt, witzig, üppig und musikalisch ebenso perfekt wie präzise und zugleich überaus harmonisch: Alessandro nell’Indie, ein ebenso großartiges wie im breiten Publikum weitestgehend unbekanntes Werk. Das Ganze im farbenprächtigen, indisch-exotischen Stil von „Bollywood“, der produktivsten Filmwerkstatt der Welt, mit einem Output von bis zu tausend Filmen jährlich.

Leonardo Vinci   Alessandro nell’Indie
Dramma per Musica in drei Akten
Libretto: Pietro Metastasio

Österreichische Erstaufführung

Alessandro: Maayan Licht
Poro: Dennis Orellana
Cleofide: Bruno de Sá
Erissena: Jake Arditti
Gandarte: Stefan Sbonnik
Timagene: Nicholas Tamagna

Max Emanuel Cenčić, Regie

Arnold Schoenberg Chor
{oh!} Orkiestra

Martyna Pastuszka, Dirigentin/Konzertmeisterin
Koproduktion mit Bayreuth Baroque Opera Festival

Musiktheater an der Wien, 24. April 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Und weil Papst Clemens XI. aus sexualmoralischen Motiven dekretierte, dass „keine Weibsperson bei hoher Strafe“ als Sängerin auftreten durfte, wurden alle weiblichen Rollen von Kastraten und werden heutzutage von männlichen Sopranisten und Countertenören interpretiert. „Leonardo Vinci, Alessandro nell’Indie
Musiktheater an der Wien, 24. April 2026“
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Das MusikTheater an der Wien präsentiert ein barockes Wunder

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Der Komponist Leonardo Vinci schuf mit dieser Opern-Produktion eine Weiche für das damalige wie das heutige  Publikum. Es war bestechend, wie fünf Countertenöre in den drei Akten auf der Bühne das Geschehen übernahmen. So was war in Wien in dieser Form und in dieser Qualität noch nie zu hören!

Leonardo Vinci
Alessandro nell’Indie

Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Pietro Metastasio
Österreichische Erstaufführung

Alessandro: Maayan Licht
Poro: Dennis Orellana
Cleofide: Bruno de Sá
Erissena: Jake Arditti
Gandarte: Stefan Sbonnik
Timagene: Nicholas Tamagna

Max Emanuel Cenčić, Regie

Arnold Schoenberg Chor
{oh!} Orkiestra

Martyna Pastuszka, Dirigentin/Konzertmeisterin
Koproduktion mit Bayreuth Baroque Opera Festival

MusikTheater an der Wien, 21. April 2026

von Herbert Hiess

Mit dem Gewinner des Eurovision-Songcontests 2025 Johannes Pietsch zeichnete sich deutlich ab, auf welchem überaus gehobenen Level sich mittlerweile die Countertenöre befinden. Man erinnere sich noch an Countertenöre wie Paul Esswood oder Jochen Kowalski, der 1986 – also vor 40 Jahren – eine Ausnahmeerscheinung war, wie in der grandiosen Produktion von Georg Friedrich Händels „Giustino“ an der Wiener Volksoper damals eindrucksvoll zu hören war. „Leonardo Vinci, Alessandro nell’Indie
MusikTheater an der Wien, 21. April 2026“
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Herrlich unterhaltend: "L’Opera Seria" – eine fulminante Opern-Parodie überzeugt im MusikTheater an der Wien

L’Opera Seria © Werner Kmetitsch

Trotz und gerade wegen des Titels dieses barocken Juwels: ein fulminanter musikalischer Spaß, darstellerisch perfekt bis ins letzte Detail – brillant inszeniert (Laurent Pelly) auf einer exzellent gestalteten Bühne und virtuos dirigiert (Christophe Rousset).

Zweifellos einer der absoluten Höhepunkte dieser Saison im preisgekrönten MusikTheater an der Wien.

Florian Leopold Gassmann, L’Opera Seria

Musikalische Leitung: Christophe Rousset

Inszenierung und Kostüme: Laurent Pelly
Bühne: Massimo Troncanetti

Koproduktion mit dem Teatro alla Scala Milano

MusikTheater an der Wien, 11. März 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Eine Satire über die Oper? Nicht unüblich im Theater des 18. Jahrhunderts. Literarische wie musikalische Größen wie Carlo Goldoni, Antonio Salieri und Mozart befassten sich mit diesem heiteren Thema. „Florian Leopold Gassmann, L’Opera Seria
MusikTheater an der Wien, 11. März 2026“
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Das Theater an der Wien bringt ein barockes Musical in größter Vollendung

L’Opera Seria © Werner Kmetitsch

1769 wurde Gassmanns Oper in drei Akten im Wiener Burgtheater uraufgeführt. Das Stück ist eine authentische (bis heute offensichtliche) Parodie auf das allgemein übliche „Theaterleben“. Dabei wird kein Klischee ausgelassen. Eine Renommeeleistung vom grandiosen Regieteam und den exzellenten Sängern

Florian Leopold Gassmann                            L’Opera Seria
Commedia per Musica in drei Akten
Libretto von Ranieri de’ Calzabigi

Mit: Pietro Spagnoli, Roberto de Candia, Petr Nekoranec, Josh Lovell, Julie Fuchs, Andrea Carroll, Serena Gamberoni u.a.

Statisterie des MusikTheaters an der Wien
Les Talens Lyriques

Dirigent: Christophe Rousset

Regieteam: Laurent Pelly, Elisabeth de Ereno, u.a.

MusikTheater an der Wien, 28. Februar 2026 PREMIERE

von Herbert Hiess

Florian Leopold Gassmann als Komponist ist selbst bei  eingefleischten Musikfreunden ein unbeschriebenes Blatt; der Mozart-Zeitgenosse zeichnet sich durch eine hochprofessionelle Instrumentierung aus – wenn auch mit wenig bemerkenswerten (musikalischen) Einfällen. Aber immerhin schafft er es, vor allem in Akt zwei und drei, einem interessanten musikalischen Verlauf zu präsentieren. „Florian Leopold Gassmann, L’Opera Seria / grandioses Regieteam
MusikTheater a.d. Wien, 28. Februar 2026 PREMIERE“
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Benamor – eine fulminante Zarzuela begeistert im MusikTheater an der Wien

Benamor © Monika Rittershaus

Dem Theater an der Wien ist es in einer fulminanten, witzigen, farbenprächtigen und musikalisch überragenden Produktion gelungen, das spanische Temperament auf die Bühne des besten Wiener Musiktheaters zu transferieren. Das begeisterte Publikum dankte es Sängern, Orchester und Regie mit lang anhaltenden Standing Ovations.

BENAMOR
Pablo Luna

Opereta in drei Akten
Libretto von Antonio Paso und Ricardo González del Toro
Österreichische Erstaufführung

Mit Marina Monzó, Federico Fiorio, Milagros Martín, David Alegret, David Oller u.a.

Bühne:  Herbert Murauer
Kostüm:  Barbara Drosihn
Choreografie:  Javier Pérez

Arnold Schoenberg Chor
ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Dirigent: José Miguel Pérez-Sierra

Regie: Christof Loy

Musiktheater an der Wien, 7. Februar 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Die Zarzuela „Benamor“ – eine köstliche Parodie auf den modischen europäischen Orientalismus – feierte in dem vor Lebenslust und kulturellen Ereignissen überquellenden Madrid der „Roaring Twenties“ gewaltige Erfolge.

Jede Musiknummer musste nach der Uraufführung im Madrider Teatro de la Zarzuela nochmals dargeboten werden, sodass die Aufführungen oft bis drei Uhr morgens dauerten. „Pablo Luna, Benamor
MusikTheater an der Wien, 7. Februar 2026“
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Die Wiener Kammeroper entdeckt die Opernschatzkiste

L’Orontea © Herwig Prammer

Mit einem äußerst unterhaltsamen Fund in der barocken Opernschatzkiste – Antonio Cestis L’Orontea – begeisterte ein exzellentes Ensemble in der ausverkauften Kammeroper ein restlos enthusiastisches Publikum. Dieses Haus soll nun schließen? Was hör ich?

L’Orontea
Musik von Antonio Cesti
Libretto von Giacinto Andrea Cicognini

MusikTheater an der Wien in der Kammeroper, Wien, 21. Dezember 2025

von Johannes Karl Fischer

Vor dem Eingang versuchten einige Gäste noch ihr letztes Restkartenglück für die restlos ausverkaufte Produktion der Kammeroper. Dahinter und überall im Hause verteilt waren die Flyer „Rettet die Kammeroper“ kaum zu übersehen. Leider kein Witz. Wie Der Standard berichtete, soll diese kleine doch feine Spielstätte in der Inneren Stadt ab nächster Spielzeit aufgrund von niedriger ausfallenden Subventionen für die Vereinigen Bühnen „zumindest vorübergehend“ den Betrieb einstellen. Die Kammeroper schließen? Eine Frechheit für die Wiener Kulturszene wäre das! Dann wird wohl in dieser Stadt bald nur noch Fidelio, Figaro und vielleicht ein bisschen Beethoven 5 gespielt.

„MusikTheater an der Wien
Kammeroper, Wien, 21. Dezember 2025“
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Stefan Herheim lässt die Fledermaus flattern

Die Fledermaus © Karl Forster

Offenbar finden vermeintliche Skandale weit seltener statt als angenommen. Eine Vorschau im Fernsehen ließ Schhreckliches vermuten; man könnte glauben, dass Johann Strauss geniale Operette bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird. Das Gegenteil war der Fall – man konnte, wenn auch stark in der Dramaturgie verändert, eine interessante und schlüssige Aufführung erleben

Johann Strauss (jun.), Die Fledermaus

Operette in drei Akten
Libretto von Richard Genée

Arnold Schoenberg Chor
Wiener Symphoniker

Petr Popelka,
musikalische Leitung

Regie: Stefan Herheim

Musiktheater an der Wien, 20. Oktober 2025

von Herbert Hiess

Pünktlich gegen Abschluss des Johann Strauss-Jahres brachte man DIE Wiener Operette „Die Fledermaus“ auf die Bühne des Theaters an der Wien. Man war natürlich durch kleinere Fernsehausschnitte recht befangen und befürchtete Übelstes. Gut, dass die Neugier gesiegt hat, die zu einem Besuch einer Aufführung motivierte. „Johann Strauss (jun.), Die Fledermaus
Musiktheater an der Wien, 20. Oktober 2025“
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Gelegenheit macht Freude: Rossini amüsiert in der Wiener Kammeroper

L’occasione, Inna Demenkova (Berenice) © Marcel Urlaub

Mit einer humorvollen Produktion von Rossinis L’occasione fa il ladro (Gelegenheit macht Diebe) eröffnet das MusikTheater an der Wien seine Spielzeit in musikalisch familiärer Kammeroper-Atmosphäre. Der umjubelte Opernabend brachte viel spaßige Rossini-Stimmung ins Haus und stand der deutlich namhafteren Spielplan-Konkurrenz von Staatsoper und Co. szenisch wie musikalisch um nichts nach!  

MusikTheater an der Wien, Kammeroper, Wien, 23. September 2025 PREMIERE

L’occasione fa il ladro
Musik von Gioachino Rossini
Libretto von Luigi Prividali

von Johannes Karl Fischer

Gerade einmal 300 Leute passen in den Saal, der Weg in das stilvoll geschmückte Foyer führt durch eine feine, enge Gasse des ersten Bezirks. Ein bisschen fühlte sich die Saisoneröffnung des Musiktheaters in der Wien in der Kammeroper an wie eine Rossini-Uraufführung, leider abzüglich der venezianischen Meeresluft. Und vielleicht der beste Geheimtipp der Wiener Musiktheaterszene, denn diese köstliche, doch rar gespielte Rossini-Komödie stand der weit namenhafteren Spielplan-Konkurrenz im Musikverein um nichts nach! „Gioachino Rossini, L’occasione fa il ladro
MusikTheater an der Wien, Kammeroper, 23. September 2025 PREMIERE“
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Hamlet läuft Amok als italienischer Countertenor

Ambleto, Erika Baikoff (Ophelia) © Herwig Prammer

Hamlet – viele Zitate wie „Sein, oder nicht sein…“ oder „Der Rest ist Schweigen“ aus diesem Königsdrama sind im Alltag im Umlauf. Aber kaum jemand kennt den literarischen Zusammenhang. Shakespeare hat sich hier wieder mit einem blutigen Königsdrama à la „Macbeth“ verewigt.

Francesco Gasparini
Ambleto (Hamlet)
Dramma per Musica in drei Akten

Mit: Raffaele Pe, Erika Baikoff, Ana Maria Labin, Maayan Licht, Miklos Sebestyen, Nikolay Borchev

Regie und Fassung: Josef E. Köpplinger

La Lira di Orfeo
Musikalische Leitung: Raffaele Pe (Konzertmeisterin Elisa Citterio)

Regie: Ilaria Lanzino

MusikTheater an der Wien, 8. Mai 2025

von Herbert Hiess

Gasparinis Vertonung in der großartigen phantastischen Bühnenumsetzung von der Italienerin Ilaria Lanzino wurde von der Ebene „Königsdrama“ in eine Art „Familiendrama“ transferiert, was gut in die heutige Zeit passt. „Francesco Gasparini, Ambleto (Hamlet),
MusikTheater an der Wien, 8. Mai 2025“
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