Sternstunden im Goldenen Saal des Musikvereins Wien: Zwei Franzosen und eine Georgierin werben für kammermusikalische Abende

Foto: Gautier Capuçon © Gregory Batardon
Musikverein Wien, Großer Saal,
5. November 2018
Jean-Yves Thibaudet, Klavier
Lisa Batiashvili, Violine
Gautier Capuçon,
Violoncello

von Julian Dworak

Selten sieht und hört man ein Klaviertrio im Großen Saal des Musikvereins Wien, doch am 5. November 2018 war es soweit. Die Namen sind zu groß und zu preisgekrönt, um sie in einem der kleineren Säle auftreten zu lassen. Allen voran der Cellist in Residence Gautier Capuçon – nicht zu verwechseln mit seinem älteren Bruder, dem Violinisten Renaud Capuçon! Als Gaststar wurde die georgische Violinistin und Echo-Klassik-Preisträgern Lisa Batiashvili mit ins Boot geholt – wiederum nicht zu verwechseln mit der georgischen Pianistin Buniatishvili. Und an der Spitze des „Dreirads“: der französische Pianist Jean-Yves Thibaudet – sein Name sollte relativ unverwechselbar sein im Klassikbetrieb, der Pianist Alexandre Tharaud kommt ihm namentlich eventuell ein wenig nahe.

Doch genug der Namensspielereien! Das Programm war abwechslungsreich, und allen voran das erste Trio, sowohl des Abends als auch von Schostakowitsch, wussten die Kammermusiker und Frau Batiashvili hervorragend zu interpretieren. „Jean-Yves Thibaudet, Lisa Batiashvili, Gautier Capuçon,
Musikverein Wien, Großer Saal“
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Er spielt Klavier, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist – David Helfgott begeistert im Musikverein Wien

Foto: © Archiv fine arts management
Musikverein Wien, Goldener Saal, 23. Oktober 2018
David Helfgott,
Klavier
Rhodri Clarke,
Klavier

von Julian Dworak

Am 23. Oktober war die Gästeschar im Goldenen Saal des Musikvereins Wien ein wenig breiter gefächert. Zu den wortwörtlich klassischen Konzertgängern gesellten sich Cineasten und Liebhaber der Popkultur. Mit Sicherheit saß auch der ein oder andere sensationslüsterne Voyeur im Publikum. Doch diesem Umstand sollte man nicht viel Beachtung schenken. Der Protagonist des Abends war besonders – sein Name: David Helfgott, 71. Die Lebensgeschichte des Pianisten fand sogar in Hollywood Anklang.

David Helfgott wuchs in Australien auf und wurde früh von seinem Vater an das Klavier herangeführt. Leider mit der falschen Motivation. Peter Helfgott setzte seinen Sohn stark unter Druck, das Klavier war für ihn alles, und der Sohn musste Folge leisten. Dennoch verzeichnete David Helfgott zahlreiche Erfolge bei Wettbewerben und debütierte umjubelt in der Royal Albert Hall mit Rachmaninows 3. Klavierkonzert. „David Helfgott, Klavier, Rhodri Clarke, Klavier,
Musikverein Wien, Goldener Saal“
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In jedem steckt ein Romantiker – Tonkünstler-Orchester Niederösterreich spielt Romantisches aus verschiedenen Epochen

Foto: © PhotoWerk
Wiener Musikverein, Goldener Saal 17. Oktober 2018
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich

Yutaka Sado, Dirigent
Beatrice Rana,
Klavier

Gottfried von Einem, Tanz-Rondo, op. 27
Frédéric Chopin, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 E-moll, op. 11
Frédéric Chopin, Prelude op. 28 Nr. 16 in B-moll ( Zugabe)
Jean Sibelius, Symphonie Nr. 5 Es-Dur, op. 82
   

von Julian Dworak

Der Herbst ist angebrochen, die Blätter werden gelb, und die Vorbereitungen auf ein fröhliches Weihnachtsfest sind nicht mehr allzu weit entfernt. Doch der Übergang von Sommer auf Herbst ist dieses Jahr ein wenig verzögert. So ist heuer immer wieder die Frage: nur ein Hemd oder doch mit Sakko? Wie soll man ihn besuchen, den Wiener Musikverein? „Wiener Musikverein, Goldener Saal 17. Oktober 2018 Tonkünstler-Orchester Niederösterreich“ weiterlesen

„Die Schöpfung" im Musikverein Wien: Yutaka Sado erschafft grazile Wesen

Foto: Tonkünstler-Orchester 2018  © Martina Siebenhandl
Joseph Haydn, Die Schöpfung. Oratorium in 3 Teilen, Hob. XXI:2,
Musikverein Wien, Großer Saal, 28. September 2018

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
RIAS-Kammerchor
Yutaka Sado, Dirigent
Christina Landshamer, Sopran
Maximilian Schmitt, Tenor
Jochen Schmeckenbecher, Bariton

von Jürgen Pathy

Skurriles ereignet sich dieser Tage in der Musikhauptstadt. Wozu nicht einmal der Allmächtige in der Lage ist, scheint im sonst so morbiden Wien dieser Tage kein Problem darzustellen – innerhalb weniger Tage vollzieht sich die Schöpfungsgeschichte bereits zum zweiten Mal: Nachdem zu Beginn der Woche Teodor Currentzis fremde Wesen aus dem Ural und der Akropolis in das Wiener Konzerthaus schleuste, erblicken unter den Fittichen Yutaka Sados, 57, grazilere Pflanzen und Lebewesen das Antlitz des edlen Musikvereins. „Joseph Haydn, Die Schöpfung. Oratorium in 3 Teilen, Musikverein Wien, 28. September 2018“ weiterlesen

Küchl-Quartett im Musikverein: Dohnanyí stellt Haydn und Beethoven in den Schatten

Musikverein Wien, 24. September 2018, Brahms-Saal
Küchl-Quartett

Rainer Küchl, Violine
Daniel Froschauer, Violine
Heinrich Koll, Viola
Robert Nagy, Violoncello
Joseph Haydn: Streichquartett D-Dur, Hob. III:34
Ernst von Dohnányi: Streichquartett a-Moll, op. 33
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Es-Dur, op. 127

von Thomas Genser

Das Wiener Küchl-Quartett begrüßt im Musikverein den Herbst und eröffnet mit dem Konzert seinen Quartett-Zyklus. Ebenso glänzend wie routiniert bringen Rainer Küchl und seine Mitmusiker ein Programm, dem aber Ecken und Kanten fehlen. Werke von Haydn und Beethoven bleiben klar im Schatten von Dohnányis a-Moll-Streichquartett stehen. Es macht sich die Erkenntnis breit, dass die viel gespielten Komponisten manchmal vielleicht zu viel gespielt werden. „Küchl-Quartett, Haydn, Dohnányi, Beethoven,
Musikverein Wien, Brahms-Saal“
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Andris Nelsons im Musikverein Wien: In andächtiger Stille sollte man verweilen!

Foto: © Dieter Nagl
Musikverein Wien,
 Goldener Saal, 11. September 2018
Boston Symphony Orchestra
Andris Nelsons, Dirigent
Baiba Skride, Violine

Leonard Bernstein
Serenade nach Platons „Symposion” für Solovioline, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug
Dmitrij Schostakowitsch
Symphonie Nr. 4 in c-Moll, op. 43

von Jürgen Pathy

Der Mythos Leonard Bernstein lebt – anlässlich der weltweiten Feierlichkeiten zu dessen 100. Geburtstag lebendiger als je zuvor! Um den charismatischen Musiker und einen seiner Zeitgenossen auch in der Stadt der Musik hochleben zu lassen, gastiert kein Geringerer als Andris Nelsons und sein Boston Symphony Orchestra im Tempel der klassischen Musik, dem Goldenen Saal des Musikvereins Wien.

Bereits nach den ersten wehmütigen Tönen der lettischen Solistin Baiba Skride, 37, wird deutlich, woher der Wind in der Serenade für Solo-Violine, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug weht: Dieses große, schwierige Violinkonzert ist Leonard Bernsteins Hommage an dessen Alter Ego Gustav Mahler – mit Einflüssen Alban Bergs. „Boston Symphony Orchestra, Andris Nelsons, Baiba Skride,
Musikverein Wien“
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Boston Philharmonic Youth Orchestra im Wiener Musikverein: Frischer Wind aus Übersee und Störenfriede im Goldenen Saal

Foto: Paul Marotta (c)
Musikverein Wien
, Großer Saal, 24. Juni 2018
Boston Philharmonic Youth Orchestra
Benjamin Zander, Dirigent
George Butterworth: The Banks of Green Willow
Maurice Ravel: La Valse. Poème chorégraphique pour Orchestre
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9 D-Dur

von Thomas Genser

Auf seiner Europa-Tournee besucht das Boston Philharmonic Youth Orchestra auch den Wiener Musikverein. Neben Kompositionen von Butterworth und Ravel erklingt Mahlers 9. Sinfonie. Im Rahmen eines Benefizkonzerts zugunsten des Europahauses führt Dirigent Benjamin Zander souverän durch den Koloss von Mahler. Die Leistung der Jugendlichen braucht sich vor „großen” Orchestern nicht zu verstecken, auch wenn das Publikum sie auf eine harte Probe stellt. „Boston Philharmonic Youth Orchestra, Benjamin Zander,
Musikverein Wien“
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Ein sensationelles Belcanto-Feuerwerk mit Juan Diego Flóres im Wiener Musikverein

Foto: Manfred Baumann (c)
Musikverein Wien, 16. Juni 2018

Gioachino Rossini, Il viaggio a Reims, ossia L’albergo del Giglio d’Oro oder: Die Reise nach Reims oder Das Hotel zur Goldenen Lilie
Dramma giocoso in einem Akt
Libretto: Giuseppe Luigi Balocchi

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache – Benefizkonzert zugunsten von Sinfonía por el Perú

von Charles E. Ritterband

Ein derart fulminanter Abend ist selbst im altehrwürdigen Goldenen Saal des Wiener Musikvereins nicht allzu häufig: Der in Lima geborene Juan Diego Flóres, einer der bedeutendsten Tenöre der Welt, lud zu einem Benefizkonzert für die von ihm gegründete Initiative „Sinfonía por el Perú“. 2011 hatte der Sänger diesen Wohltätigkeitsverein geschaffen, der Kindern und Jugendlichen – überwiegend aus sozial benachteiligten Schichten – kostenlosen Zugang zu intensivem und regelmäßigem Musikunterricht zur Verfügung stellt. In 21 Musikschulen in ganz Peru werden rund 8000 Kinder in Chören und Orchestern unterrichtet. Dabei geht es nicht nur um Musikerziehung – die Musik ist ein Vehikel, das den Kindern, die zu einem beträchtlichen Teil aus den Slums am Stadtrand der Millionenmetropole Lima stammen, mittels Engagement und gleichberechtigter Teilhabe ein Wertegerüst bietet, das diesen Kindern und Jugendlichen Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl, Respekt und Gemeinschaftssinn vermittelt und ihnen eine Perspektive für ihr künftiges Leben gibt. „Gioachino Rossini, Il viaggio a Reims, Juan Diego Flórez,
Musikverein Wien“
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Christian Lindberg dirigiert meisterhaft im Wiener Musikverein

Foto: Mats Bäcker (c)
Musikverein Wien
, Großer Saal, 10. Juni 2018
Norrköpings Symfoniorkester
Christian Lindberg, Dirigent
Benjamin Schmid, Violine
Carl Maria von Weber, Ouvertüre zu „Oberon“ J 306
Ludwig van Beethoven, Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Allan Pettersson, Symphonie Nr. 7

von Mirjana Plath

Welch ein Konzert! Das Norrköpings Symfoniorkester hat am Sonntag mit seinem Dirigenten Christian Lindberg im Wiener Musikverein eine Meisterleistung vollbracht. Die Schweden hatten für ihren Auftritt neben Werken von Weber und Beethoven mit der 7. Symphonie von Allan Pettersson auch einen Gruß aus ihrer nordischen Heimat im Gepäck. „Norrköpings Symfoniorkester, Christian Lindberg, Benjamin Schmid,
Musikverein Wien“
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Benjamin Herzl präsentiert sein Können im Wiener Musikverein

Foto: © Monika Lawrenz
Musikverein Wien, Metallener Saal, 10. Juni 2018
Benjamin Herzl, Violine
Johann Sebastian Bach, Chaconne (aus: Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 für Violine solo)
Fritz Kreisler, Rezitativ und Scherzo-Caprice op. 6 für Violine solo
Niccolò Paganini, Caprice a-Moll op. 1/5 für Violine solo

von Mirjana Plath

Er hätte nicht gedacht, dass er mal im Wiener Musikverein spielen würde. Jetzt ist er noch nicht mal 25 Jahre alt und hat es trotzdem schon geschafft. Hut ab vor Benjamin Herzl! „Benjamin Herzl, Violine,
Musikverein Wien“
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