Rudolf Buchbinder zeigt Ermüdungserscheinungen im Wiener Musikverein

Foto: Marco Borggreve (c)
Musikverein 
Wien, Großer Saal, 10. Juni 2018
Rudolf Buchbinder, Klavier
Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier C-Dur, op. 2/3
Sonate für Klavier c-Moll, op. 13, Pathétique
Franz Schubert: Sonate für Klavier B-Dur, D 960

von Thomas Genser

Rudolf Buchbinder ersetzt spontan den erkrankten Maurizio Pollini im Wiener Musikverein. Statt Chopin und Schumann gibt es an diesem Klavierabend zum Trost Beethoven und Schubert – eigentlich ein fairer Tausch! Neben Beethovens früher C-Dur-Sonate op. 2/3 und der Pathétique steht außerdem Schuberts letzte Klaviersonate B-Dur auf dem Programm. Obwohl das Spiel des Ersatzmanns makellos ist, scheint diesem ein wenig die Luft auszugehen. „Beethoven, Schubert, Rudolf Buchbinder,
Musikverein Wien, 10. Juni 2018“
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Tonkünstler im Wiener Musikverein: Nobuyuki Tsujii bringt den Goldenen Saal zum Strahlen

Foto: harmonia mundi (c)
Musikverein Wien, Goldener Saal
, 3. Juni 2018
Tonkünstler Orchester Niederösterreich
Nobuyuki Tsujii,
Klavier
Yutaka Sado, Dirigent
Joseph Haydn: Symphonie B-Dur Hob. I:102
Maurice Ravel: Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Antonín Dvořák: Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88

von Thomas Genser

Gerade erst zurück von ihrer dreiwöchigen Japan-Tournee steht das Tonkünstler Orchester Niederösterreich schon wieder auf der Bühne des Wiener Musikvereins. Chefdirigent Yutaka Sado dirigiert einen spritzigen Haydn und leitet ein Ravel-Klavierkonzert, das sich vor niemandem zu verstecken braucht: Der blinde Pianist Nobuyuki Tsujii bringt dabei den Goldenen Saal zum Strahlen. Danach ist Dvořáks Achte ein leichtes Unterfangen für das Orchester. „Tonkünstler Orchester Niederösterreich, Nobuyuki Tsujii, Yutaka Sado,
Musikverein Wien“
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Musikverein Wien: Stargeigerin Julia Fischer glänzt mit einem Rohdiamanten

Foto: Felix Broede (c)
Musikverein Wien, Goldener Saal,
2. Juni 2018
Wiener Symphoniker
Philippe Jordan, Dirigent
Julia Fischer, Violine

von Jürgen Pathy

Wenn die traditionsreichen Wiener Symphoniker unter der Leitung des Chefdirigenten höchstpersönlich, eine der weltweit führenden Geigensolistinnen und ein lyrisch-leidenschaftliches Programm den prächtigen Goldenen Saal des Musikvereins Wien beehren, ist es nicht verwunderlich, dass an der Abendkasse nur mehr Restkarten zu ergattern sind. „Wiener Symphoniker, Philippe Jordan, Julia Fischer,
Musikverein Wien“
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Der Cellist Jean-Guihen Queyras entlockt seinem Instrument die wunderschönsten Töne

Foto: Yoshinori Mido (c)
Wiener Musikverein
, Goldener Saal, 29. Mai 2018
Orchester Wiener Akademie
Martin Haselböck
, Dirigent

Jean-Guihen Queyras, Violoncello, W.A. Mozart, Symphonie D-Dur KV 504 „Prager“
Joseph Haydn, Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb:1
Adam Ignaz Malzat, Konzert für Oboe und Orchester C-Dur Hob. VIIg: C1
W.A Mozart Symphonie D-Dur KV 297 „Pariser Symphonie“

von Charles E. Ritterband

Martin Haselböck trat im Wiener Musikverein mit dem von ihm 1985 gegründeten Orchester Wiener Akademie auf – gewissermaßen der auf ihn persönlich zugeschnittene und am besten vertraute Klangkörper. Das verspürte man an diesem Abend, doch zumindest in Mozarts „Prager Symphonie“ vermochte nur wenig Begeisterung im Publikum aufzukommen: Das war etwas zu verhalten, ja geradezu bieder und leidenschaftslos. „Orchester Wiener Akademie, Martin Haselböck,
Musikverein Wien“
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Romantische Leidenschaft und Sinnlichkeit im Wiener Musikverein

Photo: Lisa-Marie Mazzucco (c)
Musikverein Wien, Brahms-Saal, 28. Mai 2018
Julian-Rachlin-Zyklus, 4. Konzert

Wolfgang Amadeus Mozart, Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier Es-Dur op 87
Antonin Dvorak, Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier, Es-Dur op 87
Johannes Brahms, Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello Nr 2 A-Dur op.26
Julian Rachlin, Violine
Sarah McElravy, Violine
Boris Andrianov, Violoncello
Itamar Golan, Klavier

von Charles E. Ritterband

Wenn es je ein Kammerkonzert gab, das von Satz zu Satz und von Werk zu Werk eine dramatische Steigerung geboten hätte, dann dieses: In Mozarts Quartett KV 493 wirkten die Streicher im prunkvollen Brahms-Saal des Wiener Musikvereins geradezu unsicher und zaghaft, auch einige Präzisionsmängel ließen sich nicht überhören – fast so, als wäre dieses Mozart-Quartett nur eine Aufwärmphase für das, was später kommen sollte. „Julian-Rachlin-Zyklus,
Musikverein Wien“
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Leonidas Kavakos und die Wiener Symphoniker: Bruckner stellt Bach in den Schatten

Foto: (c) Andreas Balon
Musikverein Wien
, Großer Saal, 22. Mai 2018
Wiener Symphoniker
Leonidas Kavakos: Dirigent und Violine

  • Johann Sebastian Bach, Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo d-Moll; Rekonstruktion nach dem Cembalokonzert BWV 1052
  • Anton Bruckner, Symphonie Nr. 4 Es-Dur, Romantische, Fassung 1878-1880

von Thomas Genser

Zum wiederholten Male trifft Leonidas Kavakos im Wiener Musikverein auf die Wiener Symphoniker. Am Samstag saß er bei Igor Levit noch als Gast im Publikum (klassik-begeistert.de berichtete), an diesem Abend steht er selbst auf der Bühne. Vor fast vollem Haus spannt der Geiger und Dirigent den Bogen vom Barock in die Spätromantik: Er stellt zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten, einander gegenüber und gibt dabei eine großartige Leistung ab, auch wenn das ältere Werk vom neueren überschattet wird. „Wiener Symphoniker, Leonidas Kavakos,
Musikverein Wien“
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Musikverein Wien: Facettenreiche Dynamik sorgt für Enthusiasmus im Goldenen Saal

Foto: Copyright Robbie Lawrence
Musikverein Wien,
Großer Saal, 18. Mai 2018
Wiener Symphoniker
Manfred Honeck, Dirigent
Igor Levit, Klavier

von Jürgen Pathy

Etwas verspätet betreten die hochklassigen Protagonisten die Bühne des prächtigen Goldenen Saales des Musikvereins Wien. Mit im Gepäck haben die Ausnahmemusiker zwei epochale Werke zweier Genies: Ludwig van Beethovens Es-Dur Klavierkonzert und Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitschs gigantische fünfte Sinfonie. „Wiener Symphoniker, Manfred Honeck, Igor Levit,
Musikverein Wien“
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Barocker Glanz im Wiener Musikverein

Musikverein Wien, 15. Mai 2018
Sir John Eliot Gardiner, Dirgent
English Baroque Solists
Monteverdi Chor
Julia Doyle , Sopran
Reginald Mobley, Countertenor
Matthew Brook, Bassbariton
Johann Sebastian Bach, Kantaten

von Charles E. Ritterband

Der Altmeister der Barockmusik, Sir John Eliot Gardiner, begeisterte kurz nach seinem 75. Geburtstag im Wiener Musikverein ein kundiges Publikum. Gardiner dirigierte die von ihm gegründeten und seither geleiteten English Baroque Solists – einem der weltweit führenden Orchester auf historischen Instrumenten – begleitet von dem ebenfalls von ihm geschaffenen Monteverdi Choir. Gardiner ist längst zum Idol für Kenner authentischer Barockmusik geworden, und das großartige Konzert im Musikverein rechtfertigte einmal mehr den Enthusiasmus von Gardiners internationaler Anhängerschaft. „Johann Sebastian Bach, Kantaten, Sir John Eliot Gardiner,
Musikverein Wien“
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Fritz Kreisler Trio: Intimes Debüt im Wiener Musikverein

Foto: Musikverein Wien / Müller (c)
Musikverein Wien
, Metallener Saal, 27. April 2018
Fritz Kreisler Trio
Josef Herzer, Violine
Lisa Kilian, Violoncello
Stefan Gurtner, Klavier

  • Benedict Randhartinger: Grand Trio e-Moll, op. 10
  • Fritz Kreisler: Liebesleid; Liebesfreud
  • Ernst Ludwig Leitner: Souvenir à Fritz Kreisler
  • Johannes Brahms: Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2 C-Dur, op. 87

von Thomas Genser

Unter dem Titel „Musikalische Souvenirs” tritt das Fritz Kreisler Trio erstmals im Wiener Musikverein auf. Neben dem Geiger Josef Herzer spielen an diesem Abend die Cellistin Lisa Kilian und der Pianist Stefan Gurtner. Das 2012 gegründete Klaviertrio bietet ein durchdachtes Programm, das Augenmerk auf selten gespielte Komponisten legt und dabei aber nicht vergisst zu unterhalten. Trotz einiger Ecken und Kanten gelingt das Debüt. „Fritz Kreisler Trio,
Musikverein Wien“
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Christoph von Dohnányi beehrt das Webern Symphonie Orchester

Foto: Musikverein Wien /Müller (c)
Musikverein Wien, Goldener Saal, 20. April 2018
Webern Symphonie Orchester
Christoph von Dohnányi,
Dirigent

Charles Ives
The Unanswered Question
Robert Schumann
Symphonie Nr. 4 d-Moll, op. 120
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 2 D-Dur, op. 73

von Jürgen Pathy

Im anfangs kaum wahrnehmbaren Pianopianissimo erhebt sich ein friedlicher, choralartiger G-Dur-Dreiklang der Streicher, der sich in kontinuierlich gleichbleibender Dynamik im zartesten Legato durch das ganze Werk des amerikanischen Avantgardisten Charles Ives zieht. Eine herzerwärmende Klangwolke benebelt den Saal. Wiederholt unsanft unterbrochen wird dieser elegische Klangzauber nur von einer widerspenstigen Trompete und erschreckend dissonanten Gespenstern im Holzbläserquartett, das abseits am linken hinteren Rand der Bühne positioniert von fremder Dämonenhand geleitet wird. „Webern Symphonie Orchester, Christoph von Dohnányi,
Musikverein Wien“
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