Drei mal drei ist Dreisig - Elsa Dreisigs geglücktes Mozart-Album

CD-Rezension: Mozart, Elsa Dreisig, Kammerorchester Basel, Louis Langréé, klassik-begeistert.de

CD-Rezension

Mozart

Elsa Dreisig
Kammerorchester Basel
Louis Langrée

Erato 0190296412257

von Peter Sommeregger

Der ausschließlich Mozart gewidmeten CD hat Elsa Dreisig das Spiel mit der Zahl Drei, die ja auch in ihrem Namen enthalten ist, als Motto gegeben. Tatsächlich singt sie jeweils drei Arien aus den Da Ponte-Opern, jede einer anderen Person zugeordnet. Dieses reizvolle Spiel gelingt ausgezeichnet, weil die Tessitura , das heißt der erforderliche Stimmumfang, aller dieser Partien letzten Endes identisch ist.

Der frische, schlackenlose Sopran Elsa Dreisigs eignet sich besonders gut für die Partien Mozarts, die nur ein kontrolliertes Vibrato zulassen und lyrisch interpretiert werden wollen, auch wenn ihnen der dramatische Gestus keineswegs fehlt. Dreisig lässt mit einigen Verzierungen aufhorchen, die man selten hört, die aber eine interessante Alternative zu den meisten Einspielungen darstellen.

Nicht wenige Sängerinnen haben im Laufe ihrer Karriere abwechselnd die beiden Schwestern in „Così fan tutte“ gesungen. Elsa Dreisig hat aber bei der Arie der Dorabella ein kleines Problem mit der Tiefe, die ein wenig „angeklebt“ wirkt. Die drei unterschiedlichen Charaktere aus „Le Nozze di Figaro“ gelingen alle vorzüglich. Ähnliches gilt für die drei Frauenrollen im „Don Giovanni“. Dass unterschiedliche Interpretationsansätze bei einzelnen Arien nicht wirklich möglich sind, versteht sich von selbst. Gewachsen ist Elsa Dreisig den Herausforderungen in jedem Fall, es wird interessant zu beobachten sein, ob die Sängerin im Laufe ihrer Karriere eventuell zwischen den Rollen wechseln wird.

Das Spiel mit der Drei wird mit den letzten Titeln auf der CD fortgesetzt: Dreisig singt drei Arien aus drei Opere Serie, nämlich aus „Idomeneo“, „Lucio Silla“ und „La Clemenza di Tito“. Bei den Arien der Elettra und der Vitellia gerät der Sopran Dreisigs allerdings an seine Grenzen. Diese beiden Rollen muss man schon dem dramatischeren Fach zuordnen, da fehlt es ein wenig an Volumen und Durchschlagskraft. Das soll aber nur ein kleiner Einwand bei der Beurteilung sein. Elsa Dreisig gilt heute zu Recht als Hoffnungsträgerin im lyrischen Fach, mit ihrer Fiordiligi machte sie bereits bei den Salzburger Festspielen Furore, erfreulich häufig kann man sie an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin erleben.

Das Kammerorchester Basel unter  Louis Langrée ist ein adäquater Begleiter und überzeugt mit seiner Mozart-Kompetenz. Das ansprechend gestaltete Booklet ist ein weiteres Plus für die Produktion. Elsa Dreisig erweist sich damit als eine Mozart-Sängerin von Format, der man hoffentlich in diesen Rollen auch auf der Bühne begegnet.

Peter Sommeregger, 6. Februar 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

 

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