Pünktlich zum 225. Geburtstag von Franz Schubert – SCHUBERTIADE

CD-Rezension: Schubertiade, Christina Landshamer Justus Zeyen, Chor des Bayerischen Rundfunks, Howard Arman,  klassik-begeistert.de

CD-Rezension

Christina Landshamer
Justus Zeyen
Chor des Bayerischen Rundfunks
Howard Arman

 BR Klassik 900528

 von Peter Sommeregger

Bei dem Wort „Schubertiade“ taucht vor dem inneren Auge aller Schubert-Liebhaber das berühmte Bild von Julius Schmid auf, in welchem Schubert im Kreise von Freunden und Verehrern in einem Wiener Bürgerhaus am Flügel zu sehen ist. Wenn das Gemälde auch erst lange nach Schuberts Tod entstanden ist, so illustriert es wohl doch treffend das Umfeld, in dem sich der Komponist bewegte, und für das er schrieb.

Die für diese CD zusammengetragenen Stücke sind für verschiedene Besetzungen geschrieben. Der Chor ist in wechselnden Formationen aber jedes Mal dabei. Kennen wir Schubert sonst hauptsächlich mit seinen Liedern für Klavier und eine Solostimme, so werden hier ausschließlich mehrstimmige Lieder aufgeführt, was eine weitere Facette von Schuberts Liedschaffen beleuchtet. Neben Kompositionen die wohl für jene Schubertiaden gedacht waren, findet sich auf der CD aber auch ein Psalm in der Nachdichtung Moses Mendelsohns für Frauenchor und Klavier.

Aus dem Rahmen fällt das letzte Stück „Mirjams Siegesgesang“. Hier wird in einem Text Franz Grillparzers der Auszug Israels aus Ägypten behandelt. Das Volk Israel wird sowohl von einem Frauen- als auch einem Männerchor verkörpert, der einem Solo-Sopran als Vorsänger antwortet, eine Chorfuge beschließt das Werk.

Für den Klavierpart der Aufnahmen wählte man einen Erard-Flügel aus dem Jahr 1870. Dieser wurde also erst nach Schuberts Tod gebaut, weist aber doch eine klangliche Nähe zur Schubert-Zeit auf. Gespielt wird er von Justus Zeyen.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks unter Howard Arman kann erneut seine Kompetenz in verschiedenen Stilen unter Beweis stellen. Neben den kurzen Einsätzen des Tenors Andrew Lepri Meyer und der Mezzosopranistin Merit Ostermann sind die Soli dem Sopran von Christina Landshamer anvertraut. Die Sängerin verfügt über ein ausgesprochen schönes, zartes Timbre und eine sichere Stimmführung. Woran sie vielleicht noch arbeiten sollte, ist die Textverständlichkeit, die streckenweise gegen Null tendiert.

Insgesamt eine stimmungsvolle, höchst authentische Rekonstruktion einer klassischen Schubertiade, die pünktlich zum 225. Geburtstag Schuberts am 31. Januar erscheint.

 

Peter Sommeregger, 30. Januar 2022, für

klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.