Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2022

Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2022

Foto: Robert Niemeyer
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2022

Dirigent Vladimir Jurowski gegen Pauschalboykott russischer Künstler
Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper verurteilt in offenen Brief Angriff Russlands, wendet sich aber gegen pauschale Verurteilungen.
WienerZeitung.at

Netrebko hat bei uns keinen Platz«
Wegen ihrer Putin-Nähe gibt es viel Kritik an Operndiva Anna Netrebko – trotzdem plant sie große Auftritte, auch in Deutschland. Politik, Veranstalter und Sponsoren sind in Nöten: Können die Konzerte stattfinden?
Spiegel.de

Klassikstars warnen vor „Ausgrenzung“ russischer Künstler
In einem Aufruf stellen sich zahlreiche Prominente der Klassikszene hinter die Sanktionen wider das Putin-Regime und wenden sich gegen die „Ausgrenzung russischer und belarussischer Personen“: „Viele fühlen sich wie Geiseln in ihrem eigenen Land.“
BR-Klassik.de

Unpolitische russische Künstler werden nicht mehr geduldet
Boykotts und Entlassungen Russische Künstler, die sich nicht deutlich von Putin distanzieren, sind im Westen nicht mehr gern gesehen. In Russland müssen sich Künstler zu Putin bekennen, wenn sie ihre Posten behalten wollen
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/russische-kuenstler-sanktionen-und-kultureller-kahlschlag

Hamburg/Elbphilharmonie
Junge Deutsche Philharmonie. Nicolas Altstaedt Violoncello. Dima Slobodeniouk Dirigent
Wagner, Salonen, Schönberg
Klassik-begeistert.de

Lyon/ „Irrelohe“
David Bösch inszeniert düster-zeitlose Liebe, Rache und Vergeltung
Pandemiebedingt musste das Festival 2020 am Vortage der Premiere abgesagt werden. Über 1000 Zuschauer:innen, hunderte Produktionsmitarbeiter:innen und viel internationale Presse waren darüber zutiefst betrübt. Auch im Folgejahr machte die Pandemie den Planern am Haus einen Strich durch die Rechnung. Doch nun endlich konnten zwei der damals vorgesehenen Opernpremieren zur Aufführung kommen. Verdis „Rigoletto“ und Schrekers „Irrelohe“ standen auf dem Programm.
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

Johann Sebastian Bachs Trauernacht im Rahmen des Festivals 2022 im Théâtre des Célestins in Lyon
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

Oper im Internet: Europäischer Opern-Tourismus bei Arte
Puccini aus Brüssel, Strauss aus Helsinki, Prokofieff aus Madrid: Der deutsch-französische Fernsehsender Arte streamt prachtvolle Opern-Produktionen.
rp-online.de

„Konzertgänger in Berlin“
Frühstherblingshaft
Antoine Tamestit und Alexander Melnikov spielen Brahms und Schostakowitsch im Konzerthaus
https://hundert11.net/fruehstherblingshaft/

Berlin
Mozart-Abend an der Berliner Staatsoper: Gut ist der Mensch
Simone Young dirigiert an der Staatsoper Mozarts unvollendete c-Moll-Messe.
Tagesspiegel.de

CD-Rezension
Benjamin Bernheim mischt Italienisches mit Französischem stilsicher und brillant
Der französische Tenor Benjamin Bernheim hat sich in den letzten Jahren zum großen Hoffnungsträger seines notorisch unterbesetzten Stimmfaches entwickelt. Noch bewegt er sich eher im lyrischen Fach, aber seine kräftige, schön gebildete Stimme lässt einen allmählichen Übergang zum Spinto-Fach vermuten. Bernheim verfügt über etwas, das man nicht lernen kann, nämlich ein charakteristisches persönliches Timbre, das man nach wenigen Tönen erkennt.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

Wien
Eine Sängerin träumt vom Garten Eden (Bezahlartikel)
„Eden“, das neue Programm der US-Mezzosopranistin Joyce DiDonato, überzeugte im Konzerthaus.
https://www.diepresse.com/6114767/eine-saengerin-traeumt-vom-garten-eden

Donaufestwochen
Wiederentdeckte Oper bei Donaufestwochen Strudengau
https://ooe.orf.at/stories/3148798/

Berlin
Erzwungene Rücksicht
Krieg ist Krieg, und Schnaps ist Schnaps. Die Premiere von Verdis »Les Vêpres Siciliennes« an der Deutschen Oper Berlin
https://www.jungewelt.de/artikel/423181.oper-erzwungene-r%C3%BCcksicht.html

Rom
Viel Beifall für Ai Weiweis „Turandot“-Inszenierung in Rom
Zwischen Tradition und Innovation: Die „Turandot“-Inszenierung des chinesischen Künstlers und Dissidenten Ai Weiwei überzeugte das Publikum bei der Premiere am Dienstag in Rom. Bei seinem Debüt als Opernregisseur fesselte der Konzeptkünstler die Zuschauer im Teatro dell´opera mit einer klassischen Bühne, überragt von Videobildern mit Flüchtlingen und gewalttätigen Anti-Regime-Demonstrationen, die das in der ganzen Oper präsente Gefühl der staatlichen Bedrohung verstärken.
KleineZeitung.at

Tonträger
Vierte Sinfonie: Die Anton-Bruckner-Inflation Rémy Ballot und Gerd Schaller legen gleichwohl spannende Interpretationen vor.
WienerZeitung.at

Links zu englischsprachigen Artikeln

Wien
Joyce DiDonato and Il Pomo d’Oro make the Konzerthaus their Eden
bachtrack.com

Budapest
Lawrence Brownlee, Nino Machaidze & Iréne Theorin Lead Müpa Budapest’s 2022-23 Season
Operawire.com

London
Royal Opera House 2021-22 Review: Peter Grimes Allan Clayton Shines in Deborah Warner’s Unsparing Production
https://operawire.com/royal-opera-house-2021-22-review-peter-grimes/

Royal Opera House Delays “Peter Grimes’ Stream
https://operawire.com/royal-opera-house-delays-peter-grimes-stream/

Opera Rara Announces 2022-23 Season
https://operawire.com/opera-rara-announces-2022-23-season/

New York
Buratto’s triumphant role debut highlights the Met’s rich and treasurable “Butterfly”
NewYork.classical.review

Review: Gustavo Dudamel Wraps Up a Philharmonic Audition
The superstar conductor, a possible successor to the New York Philharmonic’s podium, led a cycle of Robert Schumann’s symphonies and two premieres.
TheNewYork.Times.com

Chicago
Q & A: Baritone Fabián Veloz on his Lyric Opera of Chicago Debut
Scarpia & His Fondest Memory at the Teatro Colón de Buenos Aires
operawire.com

Forsythe brings “Classical Heroines” to vibrant life with Kraemer, MOB
chicagoclassicalreview

San Francisco
Nikola Printz Unbound
Pianist Erica Xiaoyan Guo and mezzo-soprano Nikola Printz at the Taube Atrium Theater
https://www.sfcv.org/articles/review/nikola-printz-unbound

Los Angeles
LA Opera Announces 2022 Recipients of the Eva and Marc Stern Artist Award
The annual award celebrates and supports extraordinarily gifted artists in opera.
broadwayworld.com

Perth
The Miserly Knight / Mavra, Scottish Opera review
– a bold double act in the heart of Scotland Rare Rachmaninov and Stravinsky one-act operas play for one night only, in Perth
theartsdesk.com

Recordings
Opera Album Review: “Der ferne Klang” Does Its Thing and Does It Amazingly Well
artfuse.org

Ballett/ Tanz

Norwegen
A love letter to the art of classical ballet: La Bayadère at Norwegian National Ballet
bachtrack.com

Literatur/ Buch

Peter-Rosegger-Preis für Ulrike Haidacher
Der Peter Rosegger-Literaturpreis wird heuer an Ulrike Haidacher verliehen. Sie bringe laut Jury „Eitelkeiten, Anmaßungen, hohle Überzeugungen und unhinterfragte Ressentiments heutigen Gesellschaftslebens auf den Punkt“.
https://steiermark.orf.at/stories/3148598/

Film/ TV

Film
Michael Haneke: Der Meister der Verstörung ist 80
WienerZeitung.at

Zum 80. Geburtstag von Michael Haneke Pessimist und Menschenfreund
Tagesspiegel.de

Solidarität heißt nicht, antirussischen Ressentiments zu folgen
Die ukrainische Filmakademie schließt einen zu „kosmopolitischen“ ukrainischen Regisseur aus: Es wird den Krieg noch ärger machen, wenn Europa pauschales Feinddenken nicht nur versteht, sondern auch übernimmt.
Die Presse.com

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Unter’m Strich

Das neue Mekka der Oligarchen
Dubai zieht reiche Russen an, die ihr Vermögen vor Sanktionen in Sicherheit bringen wollen. Die Ankunft der Oligarchen wirft nun ein Schlaglicht auf alte Missstände in den Emiraten.
https://www.diepresse.com/6115328/das-neue-mekka-der-oligarchen

Corona
„Masken weiterhin eines der effizientesten Mittel“. Drosten geht von Hochinzidenzphase bis Ostern aus
Für den Winter rechnet der Virologe damit, dass noch einmal härter eingegriffen werden muss. Im Sommer blieben milde Maßnahmen sinnvoll.
Tagesspiegel.de

Joe Biden und das Comeback der Nato
Die Nato verstärkt militärischen Druck gegen Moskau. Der US-Präsident preist die Geschlossenheit der Allianz.
Die Presse.com

Der Kreml schlägt zurück: Putin lässt sich Gas in Rubel bezahlen
Staaten, die Gas beziehen, sollen in Rubel bezahlen. Das würde die härteste Sanktion des Westens de facto ausgehebelt werden. Allein die Ankündigung ließ den Rubelkurs kräftig nach oben schnellen.
Die Presse.com

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 24. MÄRZ 2022)

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 24. MÄRZ 2022)

Quelle: onlinemerker.com

DAS OPERNHAUS ZÜRICH UND DIE SAISON 22/23

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Premieren in der Oper: Der «Ring» geht weiter +++ Neue «Turandot» mit Piotr Beczała, Sondra Radvanovsky

und Rosa Feola +++ Gegenwart mit George Benjamin und Wolfgang Rihm +++ Barock mit

«Eliogabalo» +++ Operette «Barkouf» +++ Gounod mit Julie Fuchs und Benjamin Bernheim

Opernhaus Zürich • Die Saison 2022/2023

Das nördlichste Opernhaus Italiens und nun auch das westlichste Frankreichs?

Die Höhepunkte des neuen Spielplans am Opernhaus Zürich sind neben der Fortführung des Rings mit «Die Walküre» und «Siegfried» die relative grosse Anzahl an Musiktheaterpremieren in französischer Sprache.

Musiktheaterpremieren in französischer Sprache sind Offenbachs Opéra comique «Barkouf, ou un chien au pouvoir» (Jérémie Rhorer/Max Hopp), «Lakmé» (konzertant; Alexander Joel/Sabine Devieilhe, Edgardo Rocha) und Gounods «Roméo et Juliette» (Robrte Forés Veses/Ted Huffman/Julie Fuchs und Benjamin Bernheim).

Die Barockoper ist im Reigen der Premieren mit Franesco Cavallis «Eliogabalo» (Dmitri Sinovsky/Calixto Bieito/David Hansen) und Händels «Serse» (Solisten des IOS/Musikkollegium Winterthur) vertreten.

Die moderne Musik ist mit der Schweizer Erstaufführung von George Benjamins «Lessons in Love and Violence» und Wolfgang Rihms «Jakob Lenz» vertreten.

Die italienische Oper ist mit der Fragment-Fassung von «Turandot» (Marc Albrecht/Sebastian Baumgarten/Sondra Radvanovsky, Rollendebüt Piotr Beczala, Rosa Feola) und «Roberto Devereux» (Enrique Mazzola/David Alden/Inga Kalna, Stéphanie d’Oustrac, Stephen Costello) vertreten.

Unter den Wiederaufnahmen stechen «Les pecheurs de perles» (Javier Camarena), «Die Entführung aus dem Serail» (Orchestra La Scintilla), Tosca (Paolo Carignani/Sondra Radvanovsky, Jonas Kaufmann, Bryn Terfel), «La Cenerentola» (Cecilia Bartoli, Levy Sekagpane) und «Viva la mamma» (Ambrogio Maestri) heraus.

Erwähnenswert sind das 1. Philharmonische Konzert «Neapolitanische Zeitreise» (Musik aus Neapel von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert) mit Maria Grazia Schiavo und dem Orchestra La Scintilla, das 4. Philharmonische Konzert «Rachmaninow zum 150. Geburtstag» (Klavierkonzert Nr.3. mit Yefim Bronfman, Die Glocken) sowie die Liederabende von Juan Diego Florez, Javier Camarena und Aleksandra Kurzak/Roberto Alagna.

Download des Jahresspielplans (Saisonbuch): https://issuu.com/opernhauszuerich/docs/saisonbuch_22-23_low?utm_campaign=Saison+22%2F23

23.03.2022, Jan Krobot/Zürich
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MÜNCHEN/ Künstlerhaus am Lenbach-Platz: BENEFIZKONZERT „UKRAINE-HILFE“ (Freitag, 25.3.)

Liebe Mitglieder und Freunde des Richard Wagner Verbandes München e.V.

der irrsinnige fortdauernde Vernichtungsfeldzug gegen die freie Ukraine fordert uns alle heraus.
Über Waffenlieferung Dritter in ein Krisen- oder Kriegsgebiet, selbst über militärische Gegenwehr der Ukraine gegen einen zu allem entschlossenen letztlich übermächtigen Aggressor kann man geteilter Meinung sein.

Einigkeit besteht aber doch darin, dass hier im humanitären Sinne geholfen werden muss. Jeder entscheidet bei uns ja völlig frei für sich selbst, ob und wie er jetzt helfen möchte.

Der Vorstand des Richard Wagner Verbandes München hat sich (einstimmig) entschieden:
Benefizkonzert „UKRAINEHILFE“ des Richard Wagner Verbands am Freitag 25.03.22 um 19 h
im Künstlerhaus am Lenbachplatz – GROSSER FESTSAAL – Eintritt ab 25 €

Bitte helfen Sie durch Mund-zu-Mund Propaganda und Weiterverteilung der angehängten „Einladung“ mit,
die Veranstaltung bekannt zu machen.
Künstler, die bereits zugesagt haben oder Verfügbarkeit wohlwollend prüfen:
Andreas Hörl (Bass), Amadeus Wiesensee (Klavier), Raphaela Gromes (Cello), Julian Riem (Klavier), Dorothee Koch (Sopran), Daria Kalinina (Sopran), Martin Summer (Bass), Sandro Schmalzl (Tenor), Mikhail Berlin (Klavier)

Moderation/Rezitation: Monika Weber
Rezitation: Dagar Tuschy-Nitsch

Auch als Zoom: Link unten

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Herzlichen Dank
Vielen Dank an das Künstlerhaus München für die Kooperation.

Einwahllink für Zoom-Veranstaltungen des RWV-München:
https://us02web.zoom.us/j/85263244095?pwd=bHc3eFhNWVR0bE1LK29XK0N3UktwZz09

mit freundlichem Gruß
Karl Russwurm
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BASEL/ STADTCASINO: SEELENTROST – EIN DEUTSCHES REQUIEM von Johannes Brahms
Sinfoniekonzert
Mittwoch, 06. April 2022

19:30 im Stadtcasino Basel
18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Benjamin Herzog

Dirigent Marek Janowski wird 80 Jahre alt: Perfektion statt Glamour |  BR-KLASSIK | BR-KLASSIK | Bayerischer Rundfunk
Marek Janowski. Foto: Felix Broede

brah

Von Robert Schumann wurde er mit nur zwanzig Jahren zum musikalischen Messias gekrönt, doch Brahms selbst bevorzugte die Besinnung auf das Menschliche in der Kunst. 1868 schrieb er seine grosse «musikalische Seligpreisung der Leidtragenden». Das Werk komponierte der religiöse Freigeist in einer Phase starker Zweifel an der Institution Kirche. Entstanden ist keine Begräbnismusik, sondern ein Werk zum Trost für die Lebenden, das die immerwährende Frage zum Verhältnis von Vergänglichkeit und Ewigkeit aufwirft.

Nach Aufführungen in Genf, Bergamo und Aix-en-Provence wird das tief berührende Werk mit dem Sinfonieorchester Basel, dem MDR-Rundfunkchor und unter der Leitung von Marek Janowski nun endlich auch im Stadtcasino Basel zu hören sein.

liviu holender porträt (c) barbara aumüller~1
Liviu Holender. Foto: Barbara Aumüller

Ein Interview mit Liviu Holender ist in Ausarbeitung und wird demnächst eingestellt!

Porträt Christina Landshamer - Sich selber klingen hören - concerti.de
Christina Landshamer. Foto: Marco Borggreve

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Osterfestspiele Baden-Baden – Berliner Philharmoniker 9.-18. April2022

Mit „Pique Dame“, den Berliner Philharmonikern und Kirill Petrenko beginnt in Baden-Baden der Festival-Frühling
Mit der Neuinszenierung von Peter Tschaikowskys Oper „Pique Dame“ beginnen am 9. April 2022 die achten Osterfestspiele Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern. Bis zum Ostermontag, 18. April, stehen vier
Opernaufführungen und fünf große Abendkonzerte im Festspielhaus sowie zahlreiche Kammerkonzerte in Baden-Badener Sälen auf dem Programm des Festivals. Chefdirigent Kirill Petrenko dirigiert neben den beiden Opern „Pique
Dame“ und „Jolanthe“ sowie einer Festspielgala auch ein Konzert des Bundesjugendorchesters.

In der Festival Lounge im Kurhaus Baden-Baden findet ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung statt. Im ersten „BadenBadener Salon“ der Osterfestspiele spricht der Philosoph und Publizist Peter Sloterdijk. Im Rahmen des Partizipationsprogramms der Festspiele treffen sich unter anderem Jugendliche aus ganz Deutschland zu Diskussionsrunden und  Workshops.

Signal des Friedens und der Solidarität

„Nach zweijähriger Corona-Pause haben wir uns sehr auf diese Festspiele gefreut“, sagte Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa in einem Pressegespräch zu den Festspielen am 22. März 2022. „In der aktuellen Situation erhalten die Festspiele eine neue Bedeutung. Dass wir russische Musik präsentieren, die friedlich und gemeinschaftlich von Menschen vieler Nationen interpretiert wird, kann als Signal für mehr Menschlichkeit und Frieden verstanden werden.“

Endlich ist es soweit: ich kann meine Leidenschaft zur Oper gemeinsam mit meinem Orchester, den Berliner Philharmonikern, auch szenisch verwirklichen! Im Hinblick auf das Gesamtprogramm dieser Osterfestspiele ist es mir wichtig, die großen Werke der russischen Musikkultur weiterhin mit einem internationalen Ensemble umzusetzen. Wir möchten hier ein Beispiel dafür geben, wie man das ohne Vorbehalte auch in diesen Zeiten machen kann“, sagte Kirill Petrenko.

Die Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, Andrea Zietzschmann, ergänzte: „Das Orchester freut sich sehr auf die diesjährigen Osterfestspiele, die einen großen Bogen von Kammermusikkonzerten, partizipativen Formaten,
Orchesterkonzerten, einer konzertanten Oper bis zum Herzstück der Festspiele, der szenischen Aufführung von „Pique Dame“ spannen. Gerade in diesen schweren Zeiten sollen die Konzerte einen Ort der Ruhe und Gemeinsamkeit schaffen, aber auch einen Resonanzboden geben, sich mit der russischen Musik in ihren Ausprägungen zu beschäftigen. Im Rahmen der Festspiele werden wir außerdem aktiv für die Unterstützung der Ukraine-Nothilfe der UNOFlüchtlingshilfe werben, mit der die Berliner Philharmoniker als Botschafter verbunden sind.“

Das vormals mit Anna Netrebko als Solistin geplante Konzert am Mittwoch, 13. April 2022, wird nun mit mehreren Weltstars der Oper zum Galakonzert erweitert, das im Zeichen von Humanität und Solidarität steht. Eingeladen
wurden Sängerinnen und Sänger aus ganz Europa. Die genaue Besetzung wird in den kommenden Tagen veröffentlicht.
Das Festspielhaus Baden-Baden und die Berliner Philharmoniker sammeln über die gesamten Festspiele hinweg Spenden für die UNO-Flüchtlingshilfe, deren Botschafter das Orchester seit September 2021 ist.

Tschaikowsky und Strawinsky im Mittelpunkt

Den musikalischen Schwerpunkt der Festspiele bildet die Auseinandersetzung mit der Musik Peter Tschaikowskys und Igor Strawinskys. Neben der zentralen Festspiel-Oper „Pique Dame“ (9., 12., 15., 18. April) von Tschaikowsky steht eine konzertante Aufführung von dessen Einakter „Jolanthe“ mit der bulgarischen Sopranistin Sonya Yoncheva am Ostersonntag, 17. April 2022, auf dem Programm.

In sinfonischen Konzerten unter der Leitung von Kirill Petrenko, François-Xavier Roth und Andris Nelsons spielen die Berliner Philharmoniker zentrale Werke aus dem Schaffen Igor Strawinskys, darunter „Le sacre du printemps“ sowie die
Suiten „Petruschka“ und „Der Feuervogel“. Mieczysław Weinbergs „Sinfonie für Trompete und Orchester“ (16.4.) mit dem schwedischen Trompeter Håkan Hardenberger ist eine junge Wiederentdeckung. In einem weiteren Sinfoniekonzert (10.4.) tritt der philharmonische Solo-Oboist Albrecht Mayer als Solist auf. Die 12 Cellisten der
Berliner Philharmoniker spielen ein Konzert am Gründonnerstag, 14. April 2022.

Sie feiern mit dem Festspielpublikum den 50. Geburtstag ihres in aller Welt erfolgreichen Ensembles. Mitglieder der Berliner Philharmoniker spielen 13 Kammerkonzerte während der Osterfestspiele 2022 in verschiedenen Sälen der Stadt sowie in der Kirche St. Bernhard. Auch in diesen Konzerten stehen zahlreiche Werke russischer Komponisten auf dem Programm, darunter Kompositionen von Michail Glinka, Anton Arensky, Anton Rubinstein, Sergei Rachmaninow und Alexander Borodin.

Rahmenprogramm im Kurhaus

Das Rahmenprogramm der Osterfestspiele mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung zum Thema „Pique Dame“ ist zu Gast in der Bel Étage des Kurhauses Baden-Baden. Hier spricht Peter Sloterdijk am Montag, 11. April  2022 um 15 Uhr über die Oper und weitere aktuelle Themen der Kunst. Das Education Programm der Berliner Philharmoniker und das Partizipationsprogramm des Festspielhauses Baden-Baden diskutieren hier mit dem Publikum und Gästen, darunter Influencerinnen und Influencern, Start-UpGründerinnen und -Gründern und Musikerinnen und Musikern.

Festspielhaus öffnet kompletten Saal

Aufgrund des Wegfalls der Kapazitätsbeschränkungen in der Corona-Pandemie öffnet das Festspielhaus Baden-Baden seinen Saal komplett. Daher sind weitere Eintrittskarten für die gesamten Festspiele ab sofort im Verkauf.

Weitere Informationen und Tickets: www.osterfestspiele.de
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LINZER LANDESTHEATER/ Kammerspiele: Give peace a chance

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Benefizabend für den Frieden

Eintritt frei – Zählkarten am Tag der Veranstaltung vor Ort erhältlich

Sonderveranstaltungen
29.03.2022
Spielstätte Kammerspiele

Dienstag, 29. März 2022
19:30 Uhr
Eintritt frei – Zählkarten am Tag der Veranstaltung vor Ort erhältlich
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VLADIMIR JUROWSKI/ Bayerische Staatsoper: STOPPT DEN KRIEG UND WIRKT DEM PAUSCHALEN BOYKOTT RUSSISCHER UND BELARUSSISCHER KULTURSCHAFFENDER ENTGEGEN 

Der skrupellose Krieg, den Putins totalitäres Regime gegen die souveräne Ukraine entfesselt hat und im Zuge dessen russische Panzer und Raketen auf unschuldige Zivilisten zielen, lässt sich in keiner Weise rechtfertigen. Das Bombardieren und Angreifen von zivilen Objekten wie Krankenhäusern, Schulen, Theatern, Universitäten, Bibliotheken oder Kirchen sind Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die ausnahmslos und unmissverständlich verurteilt werden müssen. Viele Künstler, Musiker, Komponisten und Theaterschaffende in der Ukraine, unsere Kolleginnen und Kollegen, werden durch den Krieg der Möglichkeit beraubt, ihre Kunst frei auszuüben. Das Leid all derer, die von diesem Angriffskrieg betroffen sind, ist unermesslich und wir verstehen, dass unser nachstehender Appell unter diesen Umständen nicht die höchste Priorität genießt und einigen vielleicht sogar unangemessen oder beleidigend erscheinen könnte – schließlich kommt es in erster Linie jetzt darauf an, den Krieg schnellstmöglich zu beenden und Leben wieder aufzubauen –, aber dennoch möchten wir unseren Standpunkt darlegen.

Wir befürworten vorbehaltlos die Sanktionen und den diplomatischen Druck, die gegen das Putin-Regime und seine Handlanger, gegen seine Befürworter, Propagandisten und Informationsmanipulatoren sowie gegen Personen oder Organisationen, deren Verbindungen zu Putin und seiner Regierung eindeutig dokumentiert sind, ausgeübt werden. Aber nicht alle Russen und Belarusen, und schon gar nicht alle Kulturschaffenden dieser beiden Nationen unterstützen diese schreckliche Invasion. Somit erachten wir es als ungerecht, Russen oder Belarusen für die Handlungen des Diktators und seiner Anhänger pauschal zu verurteilen, wenn keine direkten Beweise für ihr Mitwirken vorliegen. Einen Kulturschaffenden aufgrund seiner Nationalität von einer Veranstaltung auszuschließen, gleichzeitig dem Künstler persönlich aber nicht schaden zu wollen, wie es nun bereits mehrfach geschah, ist nicht möglich. Die Nationalität sollte keine Rolle spielen – niemand müsste seine Herkunft oder Staatsangehörigkeit rechtfertigen müssen.

Nicht jeder fühlt sich im Stande klar auszusagen, weil eine solche Aussage unter Umständen der Person selbst oder ihren Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen in Russland oder Belarus erheblichen Schaden zufügen könnte. Viele fühlen sich derzeit wie Geiseln in ihrem eigenen Land. Bevor er in die Ukraine einmarschierte, überfiel Putin bereits sein eigenes Land, brachte jede Opposition zum Schweigen und unterzog die Bevölkerung einer ideologisch gesteuerten Gehirnwäsche. Doch seine hassschürenden Desinformationskampagnen können wir besiegen, indem wir geschlossen zusammenstehen. Deshalb sollten alle Kulturschaffenden, die diesen rechtswidrigen Krieg und das verantwortliche Regime nicht unterstützen, sei es öffentlich oder privat, weiterhin ihre künstlerische Aktivität fortsetzen dürfen, um so die universelle Botschaft des Friedens zu vermitteln und zu festigen.

Wir erheben unsere Stimmen ausdrücklich gegen die willkürliche Ausgrenzung russischer und belarusischer Personen allein aufgrund ihrer Nationalität. Solche Maßnahmen sind nicht nur einer Gesellschaft unwürdig, die sich um die Beseitigung aller Formen von Diskriminierung bemüht, sondern dienen auch dazu, Putins gefährliche Propagandanarrativen zu nähren.

Wir fordern die sofortige Beendigung des Krieges gegen die Ukraine und drängen darauf, dass Fairness und Gerechtigkeit gegenüber russischen und belarusischen Bürgern herrschen, die nicht mit Putin’s Regime verbunden sind.

Vladimir Jurowski mit

Sir Simon Rattle, Sir Mark Elder, Sir Antonio Pappano, Franz Welser-Möst, Edward Gardner, Robin Ticciati, Omer Meir Wellber, Titus Engel, Cornelius Meister, Brett Dean, Serge Dorny, Simon McBurney, Andreas Homoki, Barrie Kosky, Tobias Kratzer, Benedict Andrews, Claus Guth, Dmitri Tcherniakov, Simon Halsey, Gijs Leenaars, Justin Doyle, Ralf Sochaczewsky, Barbara Hannigan, Efim Bronfman, Leonidas Kavakos, Frank Peter Zimmermann, Nicola Benedetti, Patricia Kopatchinskaja, David Geringas, Lars Vogt, Antje Weithaas, Dmitry Sitkovetsky, Boris Garlitsky, Christian Tetzlaff, Tanja Tetzlaff, Alban Gerhardt, Jan Vogler, Ian Bostridge, Julian Prégardien, Clemens Schuldt, Sabine Devieilhe, Isabelle Faust, Alexander Melnikov, Boris Giltburg, Elena Dubinets, Sharon Kam, Elisaveta Blumina, Alexander Gordon, Gabriella Teychenne, Markus Becker, Isabel Karajan, Dagmar Manzel, Thomas Sanderling, Michael Sanderling, Boris Filanovsky, Anton Safronov, Sergej Newski, Alexander Meraviglia-Crivelli, Alice Sarah Ott, Thomas Reif, Renaud Capuçon, Christian Gerhaher, Alfonso Aijon, Maurizio Baglini, David Afkham, Patrick Lange, Anne Schwanewilms, Silvia Colasanti, Peter Paul Kainrath, James Gaffigan, Philippe Quint, Wynton Marsalis, Matthew Rose, Alison Balsom, John Daszak, Matthias Goerne, Maria Dribinsky, Marina Davydova, Yan Dribinsky, Jacob Reuven, Sasha Waltz, Jochen Sandig, Leif Ove Andsnes, Christine Fischer, Alice Lackner, Vitali Alekseenok, Victor Copytsko, Angelina Tkacheva, Andreas Bräutigam, Georges Edelman, Helen Collyer, Arne Jansen, Shi-Yeon Sung, Mauro Bucarelli, Thomas Ostermeierm, Johannes Klumpp, Karsten Witt, Fabio Luisi, Peter Phillips, Matteo D’Amico, Daniele Abbado, Kristjan Järvi, Rinaldo Alessandrini, Carlo Rizzi, Alexander Gadjiev, Paolo Carignani, Toni Florio, Timothy Brock, Antonino Fogliani, Jacopo Spirei, Paolo Pinamonti, Roberto Scandiuzzi, Alex Ollé, Tabea Zimmermann, Valerio Tura, Steven Sloane, Philippe Manoury, Winrich Hopp

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Kent Nagano – Die Lektionen seines Lebens

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Kent Nagano. Foto: Andrea Matzker

Im Rahmen der lit.Cologne stellte der inzwischen 70-jährige Dirigent Kent Nagano sein Buch über die zehn wichtigsten Lektionen seines Lebens vor. In der Kölner Flora erzählte er allerdings zuerst, dass er Köln für die schönste und interessanteste Stadt der Welt halte. Köln sei eine sehr abenteuerliche Mischung. Als er damals das erste Mal im Dom Hotel residierte und dann den Karneval miterlebte, bekam er es allerdings mit der Angst zu tun…

Eine erste wichtige Erfahrung im Musikleben war seine Existenz als Assistent der Dirigentin Sarah Caldwell in Boston. Damals gab es noch nicht selbstverständlich Frauen am Dirigierpult. Sie war Bratschistin, so wie auch er, und wollte ihm direkt alles beibringen, was mit der Oper zu tun hat. So probten sie „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Sie war eine sehr fordernde Lehrerin und verlangte eines Abends um 23:00 Uhr nach Probenschluss für den kommenden Morgen eine neue Arie, einige transponierte Partituren und ein Intermezzo in Offenbach’s Stil neu komponiert. Von Mitternacht bis 10:00 Uhr morgens schaffte er das Pensum, aber hatte leider in der Eile die Trompetenstimme in die falsche Tonart transponiert, was bei der Probe eine Katastrophe zur Folge hatte. Sie schmiss ihn kurzerhand und unverblümt hinaus. Recht geknickt besann er sich schon wieder darauf, Rechtsanwalt, Architekt oder Diplomat zu werden, als bereits am nächsten Tag Kollegen bei ihm anriefen und fragten, wo er denn bliebe. Madame Caldwell würde auf ihn warten. Also ging er wieder hin und wurde von ihr vorwurfsvoll, als sei nichts geschehen, begrüßt mit den Worten: „Sie sind aber spät!“ Seitdem hat er nie mehr versehentlich in eine falsche Tonart transponiert. Sagt Kent Nagano auf der Bühne der Flora und beugt sich von seinem lederbezogenen Metallstuhl, um auf dem Parkettboden auf Holz zu klopfen.

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Kent Nagano. Foto: Andrea Matzker

Mit 34 Jahren gewann er ein Stipendium durfte und sich einen Professor aussuchen. Er versuchte sein Glück bei Leonard Bernstein und bekam die Audition. Er kam zu ihm nach Hause, musste erst einmal anderthalb Stunden warten und wurde dann in einen Saal geführt, in dem weder ein Flügel stand noch sich andere Instrumente befanden. Bernstein sagte einfach zu ihm: „Dirigieren Sie!“ Nagano war völlig perplex, denn er wusste nicht, wie und was. Er solle einfach etwas dirigieren, und Bernstein würde schon erraten, was es sei. Also erfolgte die erste Probe stumm, nur rein visuell. Nagano begann, die vierte Symphonie von Brahms zu dirigieren. Bernstein verstand es nicht, aber Nagano durfte trotzdem bleiben und bei ihm studieren.

Leonard Bernstein war nicht nur ein Professor, sondern auch ein väterlicher Freund. Nagano konnte mit allem zu ihm kommen. Einmal handelte es sich um die persönliche Frage, ob er denn heiraten solle. Nach genauer Überlegung meinte Bernstein: Wenn du ein großer Künstler werden willst, solltest du heiraten und Kinder haben. Denn so wird man seinen Egoismus los und gewinnt wieder Demut. Wenn man nicht verheiratet ist, könne man zwar ein begabter und guter Dirigent sein, aber nie ein großer Dirigent werden. Seit 1991 ist Nagano mit der japanischen Pianistin Mari Kodama verheiratet, mit der er gemeinsam eine Tochter hat, die ebenfalls Pianistin und Architektin ist.

Für Kent Nagano sind Bildung und musikalische Erziehung extrem wichtig, also legt er Wert auf „education“. Ihn bedrückt sehr, dass man damals ein Kind oder einen Erwachsenen fragte: „Magst du Mozart?“ Dann bekam man zur Antwort ein „Ja“ oder ein „Nein“. Heute lautet die Antwort: „Wer ist Mozart?“ Diese mangelnde Bindung zu Qualität und Kunst macht ihn sehr traurig. Er empfindet es als Tragödie. In diesem Zusammenhang erzählte er auch die Episode von „Beethoven 2“, in der zwei unterschiedliche Personen stundenlang über ein Thema redeten, aber unterschiedliche Dinge meinten. Der eine meinte „die Zweite (Symphonie) von Beethoven“, und der andere meinte (den Film) „Beethoven 2“ mit einem Hund.

Der gebürtige Kalifornier Kent Nagano, der in seiner Freizeit besonders viel und gerne liest, lebt abwechselnd in Paris, San Francisco und Hamburg. Zur Zeit arbeitet er in Hamburg am Tannhäuser und an der Pariser Oper an Bernsteins letzter Oper „A Quiet Place“, die er hier in der Originalform des Einakters von anderthalb Stunden aufführen wird, und die dadurch zum ersten Mal wirklich verstanden werden kann. Da Bernstein selbst dreimal Schiffbruch damit erlebte, ist Kent Nagano überzeugt davon, dass Bernstein sehr glücklich über die Aufführung dieser Version wäre. In Zukunft hat der Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg auch eine Zusammenarbeit mit Concerto Köln vor, auf die er sich schon sehr freut. Er ist nämlich Ehrendirigent des Orchesters. Dazu sagt er lächelnd: „Wir machen Pläne…“

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KÖLN/ Theater am Tanzbrunnen: DONNA LEON IN KÖLN zur lit.cologne. Donna Leon stellt den 30. Fall für Commissario Brunetti vor.

16.03.2022 köln theater am tanzbrunnen donna leon stellt den 30. fall für commissario brunetti vor foto andrea matzker p5070602 m
Donna Leon stellt den 30. Fall für Commissario Brunetti vor. Foto: Andrea Matzker

Gut gelaunt erzählte die beliebte Autorin Episoden aus ihrem Leben und dem jüngst erschienenen 30. Fall von Commissario Brunetti. Mehrfach brachte sie den fast komplett ausverkauften Saal des Theaters am Tanzbrunnen zum Lachen, obwohl zunächst ein wenig Enttäuschung darüber herrschte, dass Annett Renneberg, die beliebte Signorina Elettra aus der Serie, aus Krankheitsgründen nicht den deutschen Part der Veranstaltung übernehmen konnte, wie es ursprünglich geplant war. Also wurde auf Englisch gesprochen, Moderatorin Shelly Kupferberg las auf Deutsch, die Autorin auf Englisch und stellte lebhaft und gestenreich einige Episoden aus ihrem jüngsten Buch mit dem Titel „Flüchtiges Begehren“ vor.

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Donna Leon stellt den 30. Fall für Commissario Brunetti vor. Foto: Andrea Matzker

Doch zunächst warnte sie erst einmal die künftigen Besucher der wahrscheinlich schönsten Stadt der Welt, in der seit rund 30 Jahren ihre Kriminalromane spielen, davor, in Venedig irgendwo einen Kaffee zu trinken, denn der sei überhaupt nicht gut. Wenn, dann müsse man in das Caffè del Doge und noch einige wenige andere, rar gesäte gehen. Auch warnte sie eindrücklich vor jeglichem Verzehr von Meeresfrüchten, da die Lagune inzwischen von der Industrie in Mestre und Marghera gegenüber von Venedig auf dem Festland völlig verseucht sei. „Fishs have their own passports“, sagt sie, „inzwischen hätten die Fische auf dem großen Fischmarkt am Rialto ihre eigenen Pässe“ zur Bescheinigung ihrer Herkunft. Ansonsten kann sie sich aber nicht vorstellen, in irgendeiner anderen Stadt der Welt zu leben. Inzwischen könne sie auch nicht mehr über eine andere Stadt schreiben, da ihr jede andere Stadt viel zu fremd geworden sei nach all diesen Jahren in Venedig. Die ehemalige Weltenbummlerin ist zur überzeugten Venezianerin geworden. Wenn Sie ihn auch nicht spricht, so versteht sie sogar den venezianischen Dialekt.

Danach befragt, wie sie denn auf die Ideen zu ihren Kriminalromanen käme, erzählte sie, dass es meistens zufällig sei, und dass sie dann auf der Stelle wisse, dass sich genau aus dieser Situation ein ganzes Buch entwickeln ließe. Quasi instinktiv mache es „klick“. Wie bei vielen vorigen ihrer Werke wurde sie auch diesmal von einem winzigen Bericht ihrer Hauszeitung „Il Gazzettino“ auf einen Vorfall aufmerksam gemacht, der ihr direkt seltsam vorkam. Daher wollte sie dem Geschehen nachgehen. Zwei junge Adelssprosse hatten nach einem Unfall während einer Party zwei amerikanische Studentinnen vor dem Krankenhaus in Venedig abgelegt, schnell noch den Notruf gedrückt und waren in Windeseile mit ihrem Boot verschwunden. Warum verhielten sie sich so, wenn es doch offiziell ein Unfall war? Es war ein ganz banaler Grund: Einer der Zöglinge hatte heimlich das Luxusboot des Vaters zum Transport der beiden verletzten Mädchen entwendet und wollte nicht, dass dies auffliegt.

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Donna Leon stellt den 30. Fall für Commissario Brunetti vor. Foto: Andrea Matzker

Die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin engagiert sich auch bezüglich der Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien, die sie anhand ihrer Persönlichkeiten im Roman aufführt und erklärt. So setzt sie zum Beispiel eine neapolitanische Kollegin mit dem Namen Claudia Griffoni als Kollegin ihres venezianischen Protagonisten Commissario Brunetti ein, um die Menschlichkeit und Herzlichkeit der Süditaliener besser zu beleuchten. Sie selbst ist irischen, deutschen und spanischen Ursprungs und mag überhaupt keine Vorurteile. Demnach gefällt es ihr überhaupt nicht, dass die Norditaliener die Süditaliener gerne mal als „Terroni“ bezeichnen. Auch bei ihrem kultivierten und bescheidenen Commissario selbst ist es ihr das Wichtigste, dass er als guter Mensch dasteht, auch wenn dies tatsächlich einmal zu Lasten seines polizeilichen Rufes gehen sollte, denn oft genug befindet man sich als Polizist im Zwiespalt zwischen Menschlichkeit und Pflicht. Aktuelle Missstände, die sie unverblümt anprangert, sind oft Themen in ihren Romanen.

Ebenso legt sie großen Wert darauf, dass der sizilianische Vice Questore Patta ihrer Roman-Serie, im Film gespielt von Michael Degen, vielleicht nicht immer der Sympathischste ist und ab und zu auch sehr arrogant wirken kann, abgesehen davon, dass er zwei hoffnungslose Söhne hat, die er durchfüttern muss, aber: Er ist nicht korrupt. Und das ist das Wesentliche für Donna Leon.

Die begeisterte Leserin legte schon immer ihr Augenmerk besonders auf Sprache und Satzbau. Danach befragt, ob sie sich nicht einmal zur Ruhe setzen wolle, antwortete sie lachend: „Es macht so viel Spaß!“, sagt sie, „this is fun, so much, I laugh loud, it’s so much fun!“ Es mache ihr so viel Spaß, dass sie manchmal beim Schreiben in lautes Lachen ausbreche.

Sie führte eine weitere Episode aus der venezianischen Tageszeitung an, die einer Ehefrau, die dem von ihr getöteten Ehemann das Herz entriss und dieses anschließend mit großer Genugtuung als Gericht mit dem Namen Abgusht (eine Art persischem Gulasch) zubereitete. Und was eben typisch sei für die Venezianer und ihre Hauszeitung, nicht ohne ausführliches Rezept mit genauen Dosierungsanleitungen. Sie reflektiert: „What interests me is, WHY do persons the awful things that they do“, d. h., „was mich interessiert, ist, WARUM Menschen diese schreckliche Dinge tun, die sie tun.“

Ebenso hatte sie einmal eine Initialzündung durch den Anblick des Gesichts einer Frau, das extrem durch Schönheitsoperationen geprägt war, und überhaupt nicht mehr zum Rest des Menschen an sich und des Körpers passte. Dieser Widerspruch zwischen Falten und Jugend interessierte sie. Warum diese Frau, die sie als „Superliftata“ („Supergeliftete“) bezeichnete, diese Eingriffe hat vornehmen lassen.

Die US-amerikanische Bestsellerautorin hatte die Idee zu ihrem ersten Kriminalroman während eines Besuches im venezianischen Opernhaus La Fenice. Damals arbeitete sie noch als Professorin für die englische Sprache. Seitdem wurden ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Auf eigenen Wunsch hin möchte sie nicht, dass die Krimis in Italien auf italienischer Sprache erscheinen, denn sie möchte in Venedig unerkannt bleiben, und wünscht, dass sich ihre venezianischen Freunde weiterhin unvoreingenommen ihr gegenüber verhalten können.

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Donna Leon stellt den 30. Fall für Commissario Brunetti vor. Foto: Andrea Matzker

Ihre große Passion gilt Georg Friedrich Händel, seiner Musik und seinen Interpreten. An materiellen Werten hat sie kein Interesse. Stattdessen unterstützt sie CD-Einspielungen des Orchesters Il Pomo d’Oro, schreibt Texte für deren Booklets und Programmhefte, hält Lesungen in ihren Auftritten und reist mit ihnen um die ganze Welt. Es macht sie glücklich, dass sie dazu beitragen kann, auch bisher unbekanntere Werke Georg Friedrich Händels populärer zu machen. Sie gab ein Buch heraus mit dem Titel „Tiere und Töne. Auf der Spurensuche in Händels Opern“. Ihre Kriminalromane sind derartig erfolgreich, dass es inzwischen einen Stadtplan und ein Brettspiel gibt mit den Schauplätzen der Brunetti-Romane in Venedig und ein Rezeptbuch mit dem Titel „Bei den Brunettis zu Gast“. Der 30. Fall des Commissario Brunetti heißt „Flüchtiges Begehren“ und ist beim Diogenes Verlag erschienen. Es wird nicht dabei bleiben, denn die nächsten zwei Fälle sind schon in Arbeit.

Andrea Matzker & Dr. Egon Schlesinger
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KEINE UTOPIE: NOTVERORDNUNGEN

Letzte Woche hab ich auch ein hochspannendes Interview mit dem ital.Zentralbank-Chef gehört, der davon ausgeht,dass die digitale Währung im Herbst 2023 so weit ist. Was das bedeutet kapiert leider niemand!

Wer hat  Klaus Schwab gelesen?

taw

http://www.tawa-news.com/notverordnungen/

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