Puccinis Turandot überzeugt mit einer spannenden Neuinszenierung von Yona Kim

Giacomo Puccini Turandot, die vierte Aufführung,  Staatsoper Hamburg, 23. März 2022

Unter der musikalischen Leitung von Giacomo Sagripanti  klang das Philharmonische Staatsorchester großartig, klar und durchsichtig wie selten. Anna Smirnovas schallstarke, vom Timbre her kindlich aufgehellte Stimme passte zur vorgesehenen Rolle einer entwicklungsunfähigen Psychopathin, selbst Gregory Kundes heldisch-virile Attacke konnte sie nicht umstimmen.

Foto: Das Hamburger Opernensemble beim Schlussapplaus, vorn Jürgen Sacher (Altoum), Daniel Kluge (Pang), Bernhard Hansky (Ping), Liang Li (Timur), Guanqun Yu (Liù), Anna Smirnova (Turandot), Giacomo Sagripanti (musikalische Leitung), Gregory Kunde (Calaf) Seungwoo Simon Yang (Pong), Chao Deng (un Mandarino) (RW)

Staatsoper Hamburg, 23. März 2022

Giacomo Puccini   Turandot, die vierte Aufführung

von Dr. Ralf Wegner

Die Mezzosopranistin Anna Smirnova sang auch heute Abend die Turandot. Die Höhen ihrer Auftrittsarie In questa reggia, gerieten teilweise scharf wie das Beil, zu dem die Prinzessin ihre Verehrer verurteilt. Die Sängerin verfügt über eine kräftige, schallstarke Stimme, die vom Timbre her eher kindlich aufgehellt klang, ohne mezzotypische Tiefengrundierung. Auch dieses passte zur vorgesehenen Rolle einer entwicklungsunfähigen Psychopathin, die offenbar Lust am Leiden anderer empfindet, Liebe nur heuchelt und Calaf am Ende ersticht. Ihr Vater Altoum, beeindruckend gezeichnet von Jürgen Sacher, gibt am Ende den Befehl, dieses weibliche Ungeheuer zu töten.

Calaf erreicht in dieser spannenden Inszenierung von Yona Kim (neoklassisches Bühnenbild: Christian Schmidt) nicht sein Ziel, mit Vertrauen und Liebesunterwerfung die eisumgürtete Prinzessin zum Schmelzen zu bringen. Dabei sang Gregory Kunde grandios mit heldisch-viriler Attacke, Glanz und Schmelz im Forte und auch noch im Piano überzeugend klingend. Vergleichbar schön klang Guanqun Yu als Liù, sie und Kunde erhielten schließlich auch den meisten Beifall. Aber auch die anderen Partien waren herausragend mit Liang Li (Timur), Bernhard Hansky (Ping), Daniel Kluge (Pang), Seungwoo Simon Yang (Pong) sowie Chao Deng (Mandarino) besetzt.

Chor und Orchester waren fabelhaft aufgelegt. Unter der musikalischen Leitung von Giacomo Sagripanti  klang das Philharmonische Staatsorchester großartig, klar und durchsichtig wie selten. Die Orchesterleistung wurde am Ende ebenso bejubelt wie der Chor.

Dr. Ralf Wegner, 24. März 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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