DIE FREITAG-PRESSE – 6. MÄRZ 2026

DIE FREITAG-PRESSE – 6. MÄRZ 2026

Nabucco: Bohinec, Vinogradov © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 6. MÄRZ 2026

Die Wiener Staatsoper glänzt mit Amartuvshin Enkhbat als überragendem Nabucco
Am Freitag 27. Februar 2026  sang Anna Netrebko erstmals die Abigaille, die vermeintliche und intrigante Tochter des Assyrer Königs Nabucco, der den jüdischen Tempel in Jerusalem zerstörte und die Hebräer ins babylonische Exil zwang. Anna Netrebko meisterte diese gesanglich höllisch schwere Rolle in ihrer inzwischen in eine tiefere Lage mutierte Jahrhundertstimme mit Leuchtkraft, überragender Stärke und doch subtiler, geschmeidiger Wärme und Raffinement. Dies obwohl, wie anschließend der Dirigent Marco Armiliato im persönlichen Gespräch erläuterte, der russische Weltstar an diesem Abend mit immer akuterer Indisposition zu kämpfen hatte. Wie ganz anders präsentierte sich das Haus am Ring drei Tage später: Anna Netrebko hatte, schweren Herzens und nach stundenlangem Ringen, ihre Präsenz in der Vorstellung Montag, 2. März absagen müssen. Ein Ersatz war so kurzfristig offenbar schwer zu finden – statt der vom Publikum so sehr erwarteten Anna Netrebko wurde aus Prag die durchaus renommierte tschechische Sopranistin Eliška Weissová als Abigaille herbeigeholt. Die Vorstellung begann um sieben Uhr, um 17.30h war die Sängerin erst am Wiener Hauptbahnhof eingetroffen. Man kann sich unschwer vorstellen, unter welchem Stress diese Frau gestanden haben muss. Leider machte sich dies vor dem ausverkauften Zuschauerraum der Staatsoper, einem wegen der Netrebkos Absage maßlos enttäuschten und – man muss es sagen – gnadenlos anspruchsvollen Publikum krass bemerkbar.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Wien
Regisseur Jan Lauwers: „Man soll sich ändern, bis man stirbt“ (Bezahlartikel)
Der belgische Theatermacher, berühmt für seine Tanztruppe, inszeniert an der Staatsoper Mozarts „La clemenza di Tito“. Über den Feigling Titus, die Gefahr der absoluten Demokratie, zu viel Zirkus im Haus am Ring – und wie man sich gegen Algorithmen wehrt.
DiePresse.com

Alois Mühlbacher: Countertenor auf der Baustelle und in der Oper
Er stammt aus Hinterstoder – und erobert gerade die Bühnen der Welt: Alois Mühlbacher, der beharrlich seine Karriere als Countertenor ausbaut, kehrt für einen verrückten Videodreh in seine Heimat zurück. Ab Freitag ist sein neuestes Musikvideo „Crazy“ auf YouTube abrufbar; ab 17. März singt er im Theater an der Wien eine nächste Partie.
krone.at

Wien/Volksoper
Do., 5. März 2026: Ralph Benatzky, Im weißen Rössl
Mehr als Pflichtübung als zu einem anderen Zwecke habe ich heute eine Vorstellung des „Weißen Rössls“ an der Volksoper besucht, denn ich wollte diese Operette zumindest einmal gesehen haben, gehört sie doch zur österreichischen Allgemeinbildung, vor allem in der mir in Auszügen bekannten brav-biederen Verfilmung mit Waltraut Haas und Peter Alexander aus dem Jahre 1960. Ich erwartete also heute ähnliches, wurde aber sehr angenehm überrascht, denn der Regisseur Jan Philipp Gloger (Bühne von Christof Hetzer, Kostüme von Justina Klimczyk) präsentierte das Stück weder kitschig noch bieder, sondern lustig und pfiffig in die heutige Zeit versetzt, nicht ohne im Stück enthaltene Themen (die Schattenseiten des Tourismus) kritisch angesprochen zu haben (jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger)
forumconbrio.com

Wien/Konzerthaus
Thomas Mann mit Musik: Da blieben die Lacher nicht aus
(Bezahlartikel)
Die Buddenbrooks, wunderbar gelesen und musikalisch begleitet, entfalten sich weiter im Konzerthaus.
DiePresse.com

Wien/Musikveein
Erste Frau in 200 Jahren: Alsop erklärt Popstar Pink ein Konzert im Musikverein
Die US-Dirigentin leitet am Internationalen Frauentag in Wien das Webern Symphonie Orchester. Die Sängerin findet das „unglaublich“
DerStandard.at

München
„Erschreckend aktuell“: Barbara Wysocka über „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper
Die Handschrift von Barbara Wysocka kennt das Publikum der Bayerischen Staatsoper von ihrer Inszenierung der „Lucia di Lammermoor“. Nun hat sich die polnische Regisseurin mit Verdis „Rigoletto“ einen weiteren Klassiker vorgenommen. Premiere ist am 7. März.
merkur.de

Interview
Erwin Schrott und der große Tango-Schwindel, Teil I
Back to the Roots! Erwin Schrott hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, wie es vermutlich nur er selber kann. Der Bassbariton tanzt Tango mit dem Teufel, der Liederabend heißt TANGO DIABLO und schlägt einen Bogen von Mephisto-Arien von Gounod bis Boito hin zur lateinamerikanischen Tangomusik. Wir haben angelegentlich über Scheinwelten, Melancholie, Depressionen, ein großes Gewässer und den Teufel gesprochen. Und warum das alles mit dem Tango zusammenhängt.
Jörn Schmidt im Gespräch mit Erwin Schrott, Teil I
Klassik-begeistert.de

Erwin Schrott macht öffentlich, was sich nachts in Maestro Barenboims Garderobe zutrug, Teil II
Back to the Roots! Erwin Schrott hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, wie es vermutlich nur er selber kann. Der Bassbariton tanzt Tango mit dem Teufel, der Liederabend heißt TANGO DIABLO und schlägt einen Bogen von Mephisto-Arien von Gounod bis Boito hin zur lateinamerikanischen Tangomusik. Erwin Schrott hat mir angelegentlich verraten, warum der Tango gerade für uns Deutsche eine Art Freibrief ist. Außerdem gab es eine grandiose Anekdote mit Daniel Barenboim und Omer Meir Wellber. Und vieles mehr. Die Lektüre lohnt auch deshalb, weil es heute etwas zu gewinnen gibt.
Jörn Schmidt im Gespräch mit Erwin Schrott, Teil II
Klassik-begeistert.de

Leipzig
Wie Gewandhaus und Oper Leipzig aus der Krise kommen wollen
mdr.de

Hamburg
Zerbrechende Kronen: „Maria Stuarda“ in Hamburg
kulturfeder.de

Baden-Baden
Osterfestspiele Baden-Baden 2026
Osterfestspiele Baden-Baden mit den Pultstars Joana Mallwitz und Klaus Mäkelä, mit Piotr Beczała als Lohengrin und großer Sinfonik: ein überwältigendes Festspielprogramm
kulturfreak.de

Dortmund
60 Jahre Opernhaus Dortmund
opernmagazin.de

Köln
Köln: „Le nozze di Figaro“, Wolfgang Amadeus Mozart
deropernfreund.de

Bonn
Anspruchsvoll, opulent, und sehr berührend – „Awakening“ von Param Vir
feuilletonfrankfurt.de

Liège
Mütterchen Russland im Goldrahmen: Tschaikowskis „Pique Dame“ mit dekorativen Denkzetteln in Liège
NeueMusikzeitung/nmz.de

Las Palmas
Las Palmas de Gran Canaria: „L’elisir d’amore“, Gaetano Donizetti
DerOpernfreund.de

Feuilleton
Dirigent Bychkov: „Nicht einmal Gott weiß manchmal, was passieren wird“
Semyon Bychkov blickt auf ein bewegtes Leben zwischen Ost und West zurück – und wird mit 75 Jahren Musikchef der Pariser Oper
DerStandard.at

„Der Instinkt sagt einem, ob der Moment gekommen ist“
Semyon Bychkov über sein besonderes Verhältnis zur Tschechischen Philharmonie, Gustav Mahler und seine Pläne für die Pariser Oper.
concerti.de

Zehnter Todestag von Nikolaus Harnoncourt: Dem Originalklang auf der Spur
Es gibt Dirigenten, die leiten ein Orchester. Und es gibt Dirigenten, die verändern es. Nikolaus Harnoncourt gehörte zur zweiten Sorte. Vor zehn Jahren starb der Pionier der historischen Aufführungspraxis im Alter von 86 Jahren und noch heute wirkt nach, was er im Laufe seines Lebens in Gang gesetzt hat.
BR-Klassik.de

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Vor 10 Jahren ist Nikolaus Harnoncourt gestorben. BackstageClassical-Herausgeber Axel Brüggemann hat ihn oft getroffen. Hier ein altes, inspirierendes XXL-Gespräch mit ihm über die Kriegs­ge­nera­tion, die Klangsprache und die „Knödel­theorie“.
backstageclassical.com

Nürnberg
Das ewige Interim
Kunstminister Markus Blume diskutiert in Nürnberg über das neue Opernhaus auf ehemaligem NS-Gelände – und gibt dabei ein Versprechen ab.
SueddeutscheZeitung.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Wien
Pretty Yende Withdraws from Two Productions Due to Father’s Passing
As a result Nina Minsyan will replace the soprano in the role of Norina in “Don Pasquale” in Vienna on March 6, 11, and 13.
operawire.com

Berlin/Staatsoper
There was much evidence that the Staatsoper audience in Berlin enjoyed their first Janáček Vixen
seenandheard-international.com

The Cunning Little Vixen, Staatsoper Berlin — Simon Rattle masters Janáček but there’s magic missing (Subscription required)
Despite the conviction of conductor and musicians, this production proved awkward and unfinished
ft.com

Piacenza
Teatro Municipale di Piacenza 2025-26 Review: L’italiana in Algeri
operawire.com

Sofia
Ventseslav Anastasov and Alessandra di Giorgio shine in Sofia Opera’s darkly satanic Macbeth
seenandheard-international.com

Göteborg
Göteborg Opera Announces 2026-27 Season, Featuring Ida Falk Winland, Matilda Sterby, Kerstin Avemo & Tobias Westman
operawire.com

Chicago
A Starry Young Conductor’s Tour Reveals His Talents and Faults (Subscription required)
The Chicago Symphony Orchestra has placed a huge bet on Klaus Mäkelä for its future. It’s still too soon to tell whether that will pay off.
nytimes.com

Boston
Chicago Symphony makes a triumphant Boston return after 24-year absence
bostonclassicalreview.com

Naples (Florida)
More perfect union
Strong performances at Opera Naples can’t overcome the cringey nostalgia of Derrick Wang’s Scalia/Ginsburg.
parterre.com

Feuilleton
Mozart with meatballs, in an Ikea: how opera is facing its existential crisis   In an attempt to find new audiences and save money, opera companies are ‘throwing spaghetti at the wall’ to see what sticks. It often works
theguardian.com

Ballett / Tanz

Wien/Tanzquartier
Tino Sehgal im Tanzquartier: Die im Dunkeln tanzen, sieht man nicht
Im Tanzquartier Wien setzt der international gefeierte Choreograf Tino Sehgal auf die verändernde Kraft des Unheimlichen
DerStandard.at

Utah
Sklute’s 20th anniversary to bring a mix of Ballet West favorites in 2026-27

utahartsreview.com

Rock/Pop/Unterhaltungsmusik

Semino Rossi: Traurige Diagnose! Nun bricht der Sänger sein Schweigen „Das wünsche ich niemandem“
Semino Rossi, der Schmusesänger, der in Deutschland große Erfolge feiert, hat mit seinen gefühlvollen Songs zahlreiche Herzen erobert. Doch nun meldet er sich mit einer erschreckenden Diagnose – sein Fans reagieren geschockt! Hier, was Semino seinen Fans nun offenbaren musste
haustier-magazin.de

Gleiche Bezahlung im Pop: „Es hat sich noch nicht viel verändert“
Virginia Ernst über ihr „#WeAre – Starke Stimmen, Starke Frauen“-Konzert und die Benachteiligung von Musikerinnen bei den Gagen
Kurier.at

Sprechtheater

Linz/Landestheater
Das wahre Opfer: Eine „Marie“ zum „Woyzeck“ in Linz
David Bösch ließ seine grelle Inszenierung von Büchners Drama im Linzer Landestheater durch ein neues Stück namens „Marie“ ergänzen. Gute Idee, doch der Text ist zu blass.
DiePresse.com

„Woyzeck“ nimmt am Landestheater Linz den Femizid in den Blick
Schauspieldirektor David Bösch inszeniert Büchners Dramenfragment als morbide Kriegsgesellschaft mit kaputten Männern – ergänzt um einen Text Gerhild Steinbuchs
DerStandard.at

Literatur/Buch

Noch nicht genügend: Was uns die Maturaaufsätze der Großen verraten
In der wiederentdeckten Deutsch-Matura von Max Frisch zeigt sich der spätere linke Literat als Wertkonservativer, der vor „geschlechtlichen Exzessen“ warnt. Aber auch die Reifeprüfungen anderer Berühmtheiten überraschen. Ein Streifzug von Einstein bis Milo Rau.
DiePresse.com

Politik

Iran
Mojtaba Khamenei: Wer ist der mögliche Nachfolger im Iran?
Der Iran ist kurz davor ein neues Oberhaupt zu bestimmen. Mojtaba Khamenei, Sohn des ehemaligen getöteten Oberhaupts, gilt als Favorit.
Kurier.at

Angriffswelle auf Teheran + Trump bestärkt Kurden
Seit dem 28. Februar 2026 hat sich der Krieg in Nahost deutlich ausgeweitet. Auslöser war eine großangelegte Angriffswelle der USA und Israels auf militärische und staatliche Einrichtungen im Iran. Der siebte Tag des Krieges startete mit Luftschlägen auf Teheran und Beirut. Die wichtigsten Nachrichten des Tages im krone.at-Liveticker.
krone.at

Österreich
Schattenspringer gesucht
Die Regierungsparteien springen bei wichtigen Themen nicht über ihre Schatten und drohen, sich von der FPÖ beim Wehrdienst vorführen zu lassen.
Kurier.at

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Unter’m Strich

Neue EU-Regeln: Droht das Aus für Knabbernossi?
Österreichs Kult-Snacks stehen vor einer radikalen Änderung. Wegen neuer EU-Regeln zur Kreislaufwirtschaft müssen Manner und Knabbernossi ihre ikonischen Verpackungen komplett umstellen.
oe24.at

INFOS DES TAGES (FREITAG, 6. MÄRZ 2026)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 6. MÄRZ 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Berlin/Staatsoper: Das schlaue Füchslein“ 

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ZUM VIDEO

Mit der von Publikum und Presse gefeierten Premiere unserer Neuproduktion Das schlaue Füchslein schloss sich am letzten Samstag der 2011 an der Staatsoper begonnene Janáček-Zyklus. Für große Begeisterung sorgten dabei die exzellenten Solist:innen – Vera-Lotte Boecker als Füchsin, Magdalena Kožená als Fuchs, Svatopluk Sem als Förster – und dazu selbstverständlich Simon Rattle, als ausgewiesener Janáček-Kenner am Pult.

“Allen voran Vera-Lotte Boecker, die der Titelrolle etwas elastisch Expressives gibt, ebenso Svatopluk Sem als markanter Förster und Magdalena Kožená als ergreifend liebestauglicher Fuchs. Die knorrig holzigen Farben des Orchesters wiederum, die sich auch Janáčeks mutig-spröder Harmonik verdanken, bekommen bei der Staatskapelle unter Sir Simon Rattle etwas spontan Wucherndes, unberechenbar Lebendiges.”

taz, 2. März 2026

„Was für ein schönes Erlebnis!“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. März 2026

Interview mit Vera Lotte Becker
Interview mit Simon Rattle

Erleben Sie die poetische Geschichte von Menschen und Tieren sowie des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen in Ted Huffmans Neuinszenierung mit Simon Rattle, herausragenden Solist:innen, der Staatskapelle Berlin, dem Staatsopernchor, dem Kinderchor und Schüler:innen der Staatlichen Ballett- und

Artistikschule Berlin – nur noch am 7., 13. und 15. März an der Staatsoper Unter den Linden.
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Kalendarium
Staatsoper Unter den Linden
Unter den Linden 7
10117 Berlin
·         T +49 (0) 30 – 20 35 45 55

·        

·         www.staatsoper-berlin.de
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maer

The Philharmonie de Paris and the Paris Mozart Orchestra continued their collaboration for the fourth edition of the La Maestra International Competition for Women Conductors. This new edition, entirely dedicated to women conductors, took place from Monday 23 to Saturday 28 February 2026 at the Philharmonie de Paris.

After five days of competition, during which 16 candidates from around the world conducted the Paris Mozart Orchestra in the quarter-final and semi-final rounds — and both the Paris Mozart Orchestra and the Orchestre de Paris in the final — the jury awarded the following prizes:

1st PRIZE
Mojca Lavrenčič
33 years old – Slovenia
€20,000

2nd PRIZE
Jiajing Lai
34 years old – China
€10,000

3rd PRIZE
Alizé Léhon
27 years old – France
€5,000

The 2026 jury was chaired by Oksana Lyniv (Ukraine), Music Director of the Teatro Comunale di Bologna, Principal Guest Conductor of the Kyiv Symphony Orchestra and founder of the Youth Symphony Orchestra of Ukraine. The jury also included Claire Gibault (France), Artistic and Music Director of the Paris Mozart Orchestra and co-founder and co-director of La Maestra; Wayne Marshall (United Kingdom), conductor, organist and pianist; Vineta Sareika (Latvia), violinist and former First Concertmaster of the Berliner Philharmoniker; Benjamin Schwartz (United States), Head of Artistic Planning at the Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks; Fabienne Voisin, General Director of the Orchestre Métropolitain de Montréal; and Philipp von Steinaecker (Germany), conductor and Music Director of the Mahler Academy.

Please find the press release attached. I remain at your disposal should you need any further information.

Best regards,

Gina Tagliabue
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HAMBURG / Kammerspiele: „LAST CALL“ von Peter Danish – Deutsche Erstaufführung

18.2.2026  (Werner Häußner)

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Foto: Werner Häußner

Das Stück kommt zur rechten Zeit: Kurz vor der Hamburger Europa-Premiere von Peter Danishs Fantasie „Last Call“ über das letzte und einzige Zusammentreffen der Dirigier-Giganten Leonard Bernstein und Herbert von Karajan in Wien erschien ein Buch des Historikers Michael Wolffsohn. Sein Titel: „Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus.“ Sein Inhalt: Die Frage, ob der „musikalische Genius des Wirtschaftswunders“ (Adorno) ein „glühender Nazi“ oder eben doch nur ein Opportunist, Nutznießer, Mitläufer in einem unmenschlichen System gewesen ist. Mehr noch geht es Wolffsohn aber um die Frage nach dem Zusammenhang von Kultur und Politik, nach der gesellschaftlichen Rolle von – in diesem Fall – Musik: Gegenwelt zur Realität oder Dienstmagd in der Welt von Verbrechern? Ein hübsches Dekor? Oder ein Elfenbeinturm, dessen Bewohner „mit Politik nichts zu tun haben“ (wollen)?

Vorneweg: Peter Danish beantwortet diese Fragen in den 90 Minuten seines glänzend konstruierten, den Boulevard nicht scheuenden „well made play“ nicht. Aber er wirft Schlaglichter auf das Thema – spätestens, als Karajan in dem fiktiven Gespräch seinem Kontrahenten Bernstein gratuliert, weil er erst nach zwanzig Minuten das Thema „Nazi“ aufs Tapet gebracht hat. Ein „neuer Rekord“, wie Karajan süffisant bemerkt. Hat sich Karajan „für den leichtesten statt für den richtigen Weg“ entschieden? Bernsteins Frage betrifft alle, die im „Reich“ geblieben sind, statt den steinigen Weg der Emigration zu gehen. Ob der historische Karajan die Gefühle der Kunstfigur Danishs teilte, kann wohl nicht einmal Wolffsohn letztendlich ergründen. Der „Herbert“ in der Blauen Bar des Hotels Sacher jedenfalls bekennt gegen Ende des Gesprächs, er empfinde keine Schuld – „denn dazu gehört Verantwortung“ – aber tiefe Scham.

Die Debatte, die Wolffsohns Buch erneuert hat, nährt den Verdacht, dass es vielen Kontrahenten gar nicht um die historische Wahrheit über Karajan selbst geht, sondern nur um die Rechtfertigung eigener Positionen und Urteile. „Last Call“ agiert erfrischend anders. Danish hat sich mit vielen Menschen ausgetauscht, die Bernstein und Karajan gut kannten, mit den beiden musizierten und arbeiteten, auch die Charaktere hinter den Fassaden der medialen Inszenierung erlebt haben. So ist er nahe dran, aber sein Stück hält stets Distanz zur Versuchung, ins Dokumentarische überzuschwenken.

Ein entscheidender Kunstgriff der Inszenierung von Gil Mehmert: Die beiden Protagonisten der männerdominierten Dirigenten-Elite von damals werden von zwei Frauen dargestellt. Lucca Züchner zeigt Karajan als sich lustvoll stilisierender Pult-Genius, kantig in den Konturen seiner Bewegungen: Der Kopf schnellt wie ein Raubvogel vor; der Zeigefinger scheint sich auf den Gesprächspartner zu stürzen; die Stimme schnarrt und knarzt, genießt das Rechthaben, kostet Pointen höhnisch aus. Helen Schneider, alias Leonard Bernstein, charismatischer Komponist, Dirigent und Musikvermittler aus jüdischer Familie, schlendert lässig in die ansonsten leere Bar (aufs Nötigste reduzierte Bühne: Chris Barreca), in der Karajan über einer Brahms-Partitur brütet, ordert Whisky und taxiert den jungen Kellner mit Blicken und – später – fahrig tastenden Händen.

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Foto: Klein

Das Treffen der beiden dirigierenden Rivalen fand 1988 statt – Karajan starb 1989, Bernstein 1990. Einziger Zeuge war besagter Kellner. Der bemerkt dreißig Jahre später, wie der amerikanische Schriftsteller, Filmemacher und Komponist Peter Danish in der Bar Bernsteins Gesammelte Briefe liest, erzählt ihm von dieser Begegnung – und der fantasiebegabte Autor recherchiert, füllt die dürre Information mit Leben und gibt dem nächtlichen Gespräch seinen Inhalt zwischen Tiefsinn und Tratsch.

„Last Call“ verwebt mit leichter Hand spritzige Pointen mit komplexen Themen. Es geht um die Art der Lebensführung – der ernsthafte Karajan versus den lockeren Lebemann Bernstein –, um die jüdischen Proteste gegen den Auftritt des Österreichers mit mazedonischen Wurzeln 1955 in der Carnegie Hall, um Bernsteins unkonventionellen Zugang zur Musik und seine Karriere als „einziger Schrei nach Liebe“, um Homosexualität, Lebensgenuss und Selbsthass, um originäre und nachschöpferische Kreativität, aber auch um Selbstzweifel und Lebensbilanzen.

Und so spitzen die beiden Kontrahenten ihre Wortspiele zu und kreuzen die verbalen Klingen vor allem im ersten Teil, zünden ein Feuerwerk funkelnder Pointen. Bernstein schaut auf den Dirigenten herab, der lediglich schwarze Punkte liest und ein Stöckchen durch die Luft schwingt. Karajan nimmt den Musical-Komponisten aufs Korn: Die Deutschen hätten den Kitsch erfunden, aber Amerika habe ihn auf ein neues Niveau gebracht.

Schneider und Züchner entfesseln eine sich steigernde Dynamik im Tempo der Wortgefechte. Regisseur Gil Mehmert findet dazu wechselnde Konstellationen von körperlicher Distanz und Nähe, Attraktion und Abstoßung, Beschleunigung und abebbender Spannung, in der sich die Energie für den nächsten Ausbruch sammelt. Die Brillanz der beiden Frauen ist fulminant. Helen Schneider, die erfahrene Musical-Darstellerin und Weill-Interpretin, zeichnet Bernstein mit seiner weltläufigen Nonchalance und seinem beweglichen Intellekt, mit souveränem Humor, aber auch spitzer Angriffslust.

Die Münchner Schauspielerin und Musicalsängerin Lucca Züchner schafft es als Karajan, dem Charmebolzen Stand zu halten. Wie sie den alten, vom Schmerz gezeichneten Dirigenten mit den typisch nach hinten frisierten grauen Haaren durch die Szene wanken lässt, hat große Klasse. Bei ihr blitzt Karajans Energie auf, die sich aus dem Willen zu unbedingter Professionalität, künstlerischer Qualität, musikalischer Vollkommenheit speist.

Man darf unterstellen, dass der Titel „Last Call“ etwas bezeichnet, das hinter den Worten zu entdecken ist. Denn es geht nicht darum, dass hier zwei Persönlichkeiten der Musikgeschichte einen Drink nehmen. Sondern, dass in unterhaltsamer Frische Themen angerissen werden, die über die Personen Bernstein und Karajan hinausweisen. Und es gelingt, das Publikum sogar mit einer Debatte über Mahler- und Bruckner-Interpretation zu fesseln. Das war bei der Uraufführung in New York im März in der gleichen Besetzung der Fall; das ließ sich auch in den Hamburger Kammerspielen beobachten.

Die Off-Broadway-Produktion, inzwischen in zehn Kategorien (!) für den Broadway World Award ausgezeichnet, ist Schauspieler-Theater vom Feinsten, zu dem auch Victor Petersen als Ober seinen Beitrag leistet. Er bringt einen Moment magischer Fantasy ins Spiel: Als sich Lennie und Herbert in ihrer Bewunderung der Gesangskunst von Maria Callas einig sind, verwandelt er sich für einen Moment in die Belcanto-Diva in schwarzer Samtrobe (Kostüme: René Neumann) und intoniert „Il dolce suono“ aus „Lucia di Lammermoor“. Ein Coup, der die versöhnende Kraft der Musik beschwört. Es ist dem Stück zu wünschen, dass es seinen Weg macht. Die österreichische Erstaufführung ist, so war zu hören, in Planung – demnächst wird man in Wien mehr davon erfahren.

Werner Häußner

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Budapest / Hungarian State Opera: „ONEGIN“. –  aufwühlendes emotionales Ballettdrama

Der schlichte goldfarbene Schriftzug Anyegin auf transparentem Vorhang zu Vorstellungsbeginn, hinterlegt mit einem schwarzen Vorhang, hebt sich und man ist mitten drin im Geschehen. John Cranko setzte mit seiner Choreografie den gleichnamigen Versroman von Alexander Puschkin als dreiaktiges Ballett meisterhaft für die Bühne um. Zur Musik von P. I. Tchaikovsky – arrangiert von Kurt-Heinz Stolze – nimmt das Bühnengeschehen seinen fatalen Lauf, hier passend in Szene gesetzt durch die der historischen Zeit der literarischen Vorlage entsprechenden Kostüme sowie in einem etwas reduzierten Bühnenbild – beides entworfen von Thomas Mika. (Lichtdesign: Steen Bjarke).

Für die aktuelle Wiederaufnahme dieses bekannten Handlungsballettes kam Reid Anderson persönlich für das finale Fitting der Proben nach Budapest, nachdem er im Herbst bereits die Besetzungen fixiert hatte. Für diese Vorstellungsserie von „Onegin“ gibt es daher auch mehrere Besetzungsvarianten, verfügt das Ungarische Nationalballett unter der Leitung von Tamás Solymosi doch über viele exzellente Tänzerinnen und Tänzer.

In der samstäglichen Abendvorstellung überzeugt Gergő Ármin Balázsi in der Titelrolle als Onegin. Gelangweilt von der Landadelsgesellschaft, deren Gast er ist, fühlt er sich in seiner Borniertheit zwar zunächst von Tatjanas Schwärmerei belustigt, aber dann so belästigt, dass sich seine kühl-distanzierte Haltung in dreiste Provokation gegenüber seinem Freund Lenski und dessen Verlobter Olga wandelt. Erst als er durch sein gedankenloses Vorgehen den Tod seines Freundes Lenski im Duell verschuldet hat, zeigt er Betroffenheit. Schließlich muss er verzweifelt erkennen, dass er wegen seiner unbedachten Selbstgefälligkeit die Liebe Tatjanas unwiederbringlich verloren hat.

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Geträumte Liebe: Gergő Ármin Balázsi (Onegin) und Maria Yakovleva (Tatjana)  © Valter Berecz / Hungarian State Opera

Maria Yakovleva verkörpert mit intensiver Ausdrucksstärke die stille, introvertierte Tatjana, die beim Zusammentreffen mit dem dandyhaften Onegin von mädchenhafter Schwärmerei für ihn erfüllt ist, allerdings von ihm grob zurückgewiesen wird. Ihrem Gemahl Gremin in tiefer Zuneigung zugetan, widersteht sie schlussendlich bei einem unerwarteten Wiedersehen mit Onegin Jahre später in einem heftigen Gefühlsausbruch seinem Liebeswerben. Grandios wie sie sich im Spiegel-Pas de deux ihre Liebe zu Onegin erträumt, berührend, wie sie im letzten  Akt Onegin unter Aufbietung aller emotionalen Kraft wegschickt. Diese emotionale Aufgewühltheit hält auch noch beim Schlussapplaus an, bei dem sie sichtlich noch bewegt ist.

Gefühlsintensiv zeigen sich auch Yuki Wakabayashi als quirlige, naive Olga und Viachaslau Hnedchyk als empfindsamer Lenski.

Luca Massara gefällt als sympathischer Gremin, der Tatjana ein liebevoller Ehemann ist. Ludmilla Taran (Larina) und Ágnes Riedl (Amme) ergänzen solide agierend.

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Auf dem Fest im Haus von Madame Larina; © Valter Berecz / Hungarian State Opera

Das Corps de ballet, das bereits in der Matineevorstellung am selben Tag im Einsatz war, tanzt mit viel Esprit und Präzision in den Ensembleszenen und erhielt dafür stets viel Applaus.

Paul Connelly, der vergangene Woche noch in Wien für das Wiener Staatsballett die Aufführungen von „Jewels“ dirigiert hatte, sorgte hier mit dem Hungarian State Opera Orchestra für einen feinen nuancierten Musikklang.

Das Publikum im ausverkauften Opernhaus war vom großartig Dargebotenen sehr begeistert und spendete langanhaltenden intensiven Beifall mit Bravorufen.

Ira Werbowsky

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WIEN/04.03.2026   Th.a.d.W   „L’Opera Seria“

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Foto: Werner Kmetitsch

Ein sehr vergnüglicher Abend brachte einige Erkenntnisse:

Es gibt in der langen Operngeschichte immer noch Werke, die es wert sind, entdeckt zu werden. Von Florian Leopold Gassmanns Parodie auf die damals verbreitete Gattung „Opera Seria“ haben wohl nur wenige gehört.

Es ist erfrischend, wie das Genre „Oper“ auf die Schaufel genommen wird, wie deutlich gemacht wird, dass sich alle damit Befassten allzu ernst nehmen.

Es gibt Regisseure, denen die Intentionen des Komponisten und des Librettisten (Ranieri de’ Calzabigi) wichtig genug sind, sie ernsthaft umzusetzen.

Es ist erfreulich, dass ein hochklassiges Ensemble imstande ist, das dreistündige Werk fast ohne Längen (der Auftritt der Primadonnen-Mütter wäre verzichtbar gewesen) auf die Bühne zu stellen.

Der Inhalt in Kürzestfassung: Der Impresario, der Komponist und der Librettist befassen sich mit der bevorstehenden Aufführung einer Oper. Das Ensemble probt das schwierige Werk, die Aufführung scheitert komplett. Alle Beteiligten versuchen, sich in den Vordergrund zu spielen, ständiges Gezänk ist die Basis für das Misslingen der Produktion. All das wird aber in witzigen Dialogen, Rezitativen und Arien gekonnt wiedergegeben.

Regisseur Laurent Pelly gelang es, diese Oper wunderbar überzeugend zu inszenieren, sein Sinn für Komik war ein entscheidender Faktor zum Erfolg. Das sparsame (aber ausreichende) Bühnenbild stammte von Massimo Troncanetti.

Das Orchester (Les Talens Lyriques) spielte unter der Leitung von Christophe Rousset sehr überzeugend und „wohltemperiert“. Das Ballett veredelte die eigentliche Opernaufführung mit witzigen Einlagen. Das Ensemble auf der Bühne hatte keinen schwachen Punkt, hervorzuheben wäre der Tenor Josh Lovell als Ritornello, der seine Arien mit makelloser Höhe und großer Stimmkultur meisterte. Auch Pietro Spagnoli als Impresario Fallito war stimmlich und darstellerisch ein wahrhaft leidender Opernchef. Die drei Damen Julie Fuchs (Stonatrilla), Andrea Carroll (Smorphiosa) und Serena Gamberoni (Porporina) glänzten durch sichere Koloraturen in Verbindung mit gekonnter Komik – ein Kunststück in jedem Fall. Das Publikum war zurecht hellauf begeistert, was ja leider nicht allzu oft vorkommen soll…

Johannes Marksteiner

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