Amadeus Trio: Wolfgang Panhofer, Wolfgang David, Bernhard Parz (v.l.) © Nurith Wagner-Strauss
Eine wahre Sternstunde der Kammermusik: das Amadeus Trio brillierte in seinem ausverkauften Konzert im Wiener Konzerthaus / Schubertsaal am 1. März mit Werken der Wiener Klassik und dem Tschaikowsky Klaviertrio. Es begeisterte durch die besondere Klangkultur, Spielfreude und emotionalen Tiefgang.
Amadeus Trio
Wolfgang David, Violine
Wolfgang Panhofer, Cello
Bernard Parz, Piano
Joseph Haydn: Klaviertrio C Dur Hob XV/27
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio B-Dur „Gassenhauer Trio“ op. 11
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Klaviertrio a-moll op. 50
Wiener Konzerthaus, 1. März 2026
von Dr. Charles Ritterband
Mit großem Erfolg kehrte das Amadeus Trio ins Wiener Konzerthaus zurück. Die drei international renommierten Solisten sind als Kammermusiker eine kongeniale Partnerschaft eingegangen.
Schon beim eröffnenden Trio in C-Dur von Joseph Haydn zeichnete sich das Ensemble durch seine besondere Spielfreude und das lebendige Zusammenspiel aus. Vor allem aber war da dieses schwer zu definierende Wienerische Musizieren, eine Mischung aus Gelassenheit, Humor und jener minimalen rhythmischen Elastizität, die Haydns musikalischen Witz förmlich auf das Publikum überspringen ließ.
Beethovens Gassenhauer-Trio op. 11, benannt nach dem berühmten Variationsthema im 3. Satz – einst ein populärer Opernschlager – hat das Amadeus Trio auf der soeben neu erschienenen CD (Supreme Classics) eingespielt. Auch die für Beethoven so charakteristischen Dynamikunterschiede waren durch die außergewöhnliche Klangkultur des Ensembles gekennzeichnet. Der lyrische langsame Satz bezauberte nicht nur durch die besondere Klangschönheit bei den Soli der Streicher – eingebettet in einen ja fast Streicherklang des Klaviers, die ideale Tempowahl ließ die Musik fließend atmen, der facetten- und klangfarbenreiche Variationssatz mit seinem humorvollen Schluss entließ das Publikum nach Standing Ovations beschwingt in die Pause.
Den zweiten Teil des Abends bildete das große, fast 50minütige Klaviertrio von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Hier bewies das Amadeus Trio, dass sein Klang nicht nur Eleganz, sondern auch dramatische Tiefe tragen kann. Es fühlte sich an, als wäre ein ganzes Orchester auf der Bühne.
Besonders im Variationensatz entfaltete sich ein weiter Spannungsbogen: vom beinahe kammermusikalisch-intimen Flüstern bis zu jenen dramatischen Momenten, in denen Tschaikowskys Pathos aufleuchtet, ohne ins Sentimentale zu kippen. Minutenlange ergriffene Stille herrschte im Publikum nach dem finalen Trauermarsch, bevor frenetischer Jubel ausbrach. Wieder begeisterter Applaus – sehr außergewöhnlich für ein Kammermusik-Konzert.
Der Enthusiasmus des Publikums wurde mit Wiener Charme bedankt: Fritz Kreislers „Toy Soldier March“ in der Bearbeitung des Amadeus Trio war ein gelungener Abschluss einer Sternstunde der Kammermusik.
Danach wurde die neue CD (Werke von Beethoven, Schubert und Kreisler erschienen bei supreme classics) präsentiert: eine Aufnahme höchster Qualität.
Dr. Charles E. Ritterband, 1. März 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
Péter Sárik Trio/Bartók Collegium Hungaricum Wien, 23. Jänner 2025