Die MONTAG-PRESSE – 21. Februar 2022

Die MONTAG-PRESSE – 21. Februar 2022

Theater an der Wien, Papagenotor. Foto: Peter M. Mayr

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 21. Februar 2022

„Jenůfa“ am Theater an der Wien: Gefängnisdrama der Reue
„Jenůfa“ von Leoš Janáček als letzte Produktion der Intendanz von Roland Geyer im Theater an der Wien: Die bald neue Volksopernchefin Lotte de Beer erzählt die Geschichte einer Mörderin, dies jedoch etwas konventionell
DerStandard.at

Jenůfa“ am Theater an der Wien: Hinter der Idylle gedeiht das Böse (Bezahlartikel)
Salzburger Nachrichten

Die Ära Geyer am Theater an der Wien endete mit Kindsmord
Das war es also. Nach rund 170 Opern und dreitägiger Omikron-Verschiebung geht die Ära von Gründungsintendant Roland Geyer am Theater an Wien mit „Jenůfa“ zu Ende – wenn man von zwei Werken absieht, die noch in der Nebenbühne Kammeroper anstehen. Die letzte Inszenierung im Stammhaus, bevor dieses für eine Generalrenovierung schließt, verantwortete standesgemäß Lotte de Beer, designierte Volksopernchefin. Doch das Farewell für den Kollegen mit Leoš Janáček fiel ambivalent aus.
https://volksblatt.at/die-aera-geyer-am-theater-an-der-wien-endete-mit-kindsmord/

Meiningen
Vom Mordopfer zur Heiligen
Das Staatstheater Meiningen erweckt die Oper „Santa Chiara“ von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha zu neuem Leben
NeueMusikzeitung/nmz.de

„Konzertgänger in Berlin“
Miese beflügelnd
Ton Koopman beim Konzerthausorchester
So miese kann’s einem gar nicht gehen, dass einem durch Carl Philipp Emanuel Bach nicht neuer Esprit injiziert würde. Und durch die Erscheinung von Ton Koopman, dem schon 77jährigen niederländischen Cembal- und Organisten und auch Dirigenten, der beim Konzerthausorchester zwei CPE-Sinfonien aus der späten Hamburger Zeit im Programm hat
https://hundert11.net/miese-befluegelnd/

Anhaltisches Theater Dessau: „Die Macht des Schicksals (La forza del destino)“ von Giuseppe Verdi
Premiere am 26. Februar 2022 um 19 Uhr | Großes Haus
Theaterkompass.de

Andrea Mayer: So will sie die Krise bewältigen
Vor eindreiviertel Jahren übernahm Andrea Mayer das abgewirtschaftete Kunst-Staatssekretariat. Jetzt laufen die Hilfsmaßnahmen aus, aber die alte Normalität naht nur zögernd. Und noch in diesem Jahr ist zu entscheiden, ob Burg und Staatsoper ihre amtierenden Direktoren behalten.
https://www.news.at/a/andrea-mayer-publikum-12434071

Gumpoldskirchen: Trauer um Wolfgang Marc Berry
Der Sänger, Komponist und Produzent Wolfgang Marc Berry ist im 63. Lebensjahr verstorben. Der Sohn der Opernsänger Christa Ludwig und Walter Berry war im Ort als Lehrer der Joe Zawinul-Musikschule bekannt. Dort hat er Sologesang in der Populärmusik unterrichtet.
Niederösterreichische Nachrichten

Bremen
Von Macht und Freiheitssehnsucht
Die Performancekompanie „Oblivia“ mit „Obsessions“ am Theater Bremen
NeueMusikzeitung/nmz.de

Detmold
Experimental-Familienoper „Die Zeitreisemaschine“ von Detlef Heusinger in Detmold uraufgeführt
NeueMusikzeitung.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

London
Nadine Benjamin triumphs in ENO’s La bohème
https://operatoday.com/2022/02/nadine-benjamin-triumphs-in-enos-la-boheme/

BFO/Fischer review – Stravinsky dazzles and thrills in two sensational concerts
TheGuardian.com

Paris
Opéra National de Paris 2021-22 Review: Le Nozze di Figaro
Luca Pisaroni, Ying Fang, Maria Bengtsson, Christopher Maltman Shine in Questionable Production of Mozart Masterpiece
operawire.com

New York
Major leak: Jaap, Honeck and Duncan Ward to conduct Met’s next season
slippedisc.com

Prison choirs sing in a reboot of Beethoven’s opera about unjust incarceration
A New York City opera company created an updated version of Fidelio for the Black Lives Matter era. The performance features singers who are incarcerated in real life.
houstonpublicmedia.org

Opera On Tap New York Unveils 2022 Schedule
https://operawire.com/opera-on-tap-new-york-unveils-2022-schedule/

Dallas
BWW Review: The Dallas Opera’s MADAME BUTTERFLY Stirs Hearts and Minds at Winspear Opera House
broadwayworld.com

Los Angeles
At 100, the Hollywood Bowl Looks Back — and Forward
https://www.sfcv.org/articles/music-news/100-hollywood-bowl-looks-back-and-forward

Recordings
Edvard Grieg (Lise Davidsen, Leif Ove Andsnes) A gorgeous showcase for Norway’s best and brightest.
https://limelightmagazine.com.au/reviews/grieg-lise-davidsen-leif-ove-andsnes/

Ballett/Tanz

San Francisco
The Forsythe Saga Continues at SF Ballet
https://www.sfcv.org/articles/review/forsythe-saga-continues-sf-ballet

Rock/Pop

66. Song Contest ESC: Rapper Achille Lauro vertritt San Marino
Der italienische Sänger behauptete sich beim Wettbewerb im Kleinstaat und bestreitet so das Wettsingen in Turin.
KleineZeitung.at

Sprechtheater

Wien/Burgtheater
Sartres „Geschlossene Gesellschaft“: Plackerei mit der Ewigkeit
Der Standard.at

Im Reich der Folterknechte
Martin Kušej versucht, Jean-Paul Sartres Existenzialisten-Klassiker „Geschlossene Gesellschaft“ mit einem Star-Ensemble zu beleben. Toll gemacht.
https://www.diepresse.com/6101778/im-reich-der-folterknechte

Ausstellungen/Kunst

Malerinnen: In der Kunst vereint, im Leben nie
Über zwei höchst unterschiedliche Künstlerinnen: Julie Manet und Paula Modersohn-Becker.
WienerZeitung.at

Spaniens Deal mit Kunstsammlerin Carmen Thyssen-Bornemisza
Die spanische Regierung lässt für hochkarätige Leihgaben im Wert von 1,7 Milliarden Euro jährlich Millionen springen
Der Standard.at

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Unter’m Strich

TTT: Ukraine-Konflikt. Aktuelle Lage – Chronik – Hintergründe – Analysen
Es gehe im aktuellen Konflikt zwar vordergründig um die Ukraine, aber letztlich gehe es um die Neuordnung Europas, wenn nicht sogar der Welt. Ansätze der seit 1990 gesetzten europäischen Sicherheitsordnung würden seitens der russischen Regierung wieder grundsätzlich in Frage gestellt…
https://www.lpb-bw.de/ukrainekonflikt

Passend zur politischen Situation: Richard Strauss • Friedenstag (1988) (AUDIO Live Gesamtaufnahme)
https://youtu.be/tod-YoQ6BpQ

Schlacht von Singapur 1942: So gedemütigt wurde Großbritannien niemals zuvor
Singapur galt als uneinnehmbare Bastion Großbritanniens in Asien. Doch als die zahlenmäßig schwächeren Japaner angriffen, erwies sich die Festung eher als Kartenhaus. Vor 80 Jahren kam es zum Desaster.
T-online.de

Der „Tinder Schwindler“ gibt sein erstes Interview – und bestreitet die Vorwürfe

Der „Tinder Schwindler“ gibt sein erstes Interview – und bestreitet die Vorwürfe

INFOS DES TAGES (MONTAG, 21. FEBRUAR 2022)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 21. FEBRUAR 2022)

Quelle: onlinemerker.com

Asmik Grigorian probt „Pique Dame“ an der Scala

Gergiev wird dirigieren

Una curiosità della Dama di picche è il luogo di composizione. Sebbene di ambientazione fortemente Sanpietroburghese, Čajkovskij scrisse quest’opera in Italia nel 1890 mentre alloggiava all’Hotel Washington sul Lungarno di Firenze, di cui criticava l’arredamento banale e provinciale.

Durante il soggiorno il compositore andava spesso a teatro, dove apprezzò i Puritani di Bellini, e poi agli Uffizi, che amò meno. Nonostante l’opera sia stata scritta nel nostro paese, la prima italiana fu solo nel 1906, proprio alla Scala. Vieni a scoprirla dal 23 febbraio!

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ZU INSTAGRAM mit drei Fotos
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Aus unseren Jubiläen: DIE GEBURTSTAGE FEBRUAR 2022 sind online!

27.2. Marcelo ÁLVAREZ wird 60

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Als Manrico an der Met. Foto: Howard

 Er besuchte als Kind eine Musikschule (Niños Cantores) in Córdoba, wo er auch im Knabenchor sang. Später entschied er sich jedoch für ein Wirtschaftsstudium und arbeitete bis zu seinem 30. Lebensjahr in einer Möbelfabrik. Erst 1992 begann er – mit großer Unterstützung seiner Frau Patricia – in Buenos Aires die Ausbildung zum Opernsänger. Es folgten drei Jahre intensivsten Studiums. Nachdem seine Bemühungen, im Teatro Colón Fuß zu fassen, scheiterten, entschloss sich Marcelo Álvarez, 1995 seinen ganzen Besitz in Argentinien zu verkaufen und – dem Rat von Giuseppe Di Stefano folgend – nach Italien zu gehen. Er lebt heute mit Frau und Sohn in Tortona bei Mailand. Kurz nach seiner Ankunft in Italien, 1995, gewann Marcelo Álvarez einen internationalen Gesangswettbewerb in Pavia, worauf die ersten Engagements folgten. Sein erster Auftritt als Elvino in »La Sonnambula« von Bellini am Teatro La Fenice in Venedig 1995 wurde ein großer Erfolg, der Kritiker und bedeutende Opernhäuser auf ihn aufmerksam machte. 1998 debütierte er als Alfredo in »La Traviata« an der Wiener Staatsoper, an der er bis 2018 in insgesamt 30 Vorstellungen auch als Herzog in »Rigoletto«, als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Titelheld in »Werther« von Massenet, als Rodolfo in »La Bohème«, als Cavaradossi in »Tosca« und als Don José in »Carmen« aufgetreten ist. 1998 debütierte er als Carlo in »Linda di Chamounix« von Donizetti an der Mailänder Scala, an der er auch 2002 als Alfredo in »La Traviata« und als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti,  2003 als Rodolfo in »La Bohème«, 2006 als Herzog in »Rigoletto«, 2011 als Sänger im »Rosenkavalier«, 2012 als Cavaradossi in »Tosca« und als Rodolfo in »Luisa Miller«, 2013 als Riccardo in Verdis »Maskenball«, 2014 als Manrico im »Troubadour« und 2019 als Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini aufgetreten ist. 1998 debütierte er als Alfredo an der Opéra Bastille Paris, an der er bis 2018 auch als  Herzog in »Rigoletto«, als Des Grieux in »Manon« von Massenet, als Rodolfo in »La Bohème«, als Riccardo im »Maskenball«, als Titelheld in »Andrea Chénier« von Giordano, als Rodolfo in »Luisa Miller«, als Alvaro in »La forza del destino«, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, als Radamès in »Aida«, als Cavaradossi, als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und als Manrico aufgetreten ist. 1998 debütierte er als Alfredo an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 2018 in insgesamt 148 Vorstellungen auch als Herzog in »Rigoletto«,  als Sänger im »Rosenkavalier«, als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Des Grieux sowohl in »Manon« von Massenet als auch in »Manon Lescaut« von Puccini, als Don José, als Manrico, als Cavaradossi, als Radamès, als Riccardo im »Maskenball«, als Andrea Chénier, als Turiddu in »Cavalleria rusticana« und als Canio im »Bajazzo«, als Calaf in Puccinis »Turandot« und als Luigi in Puccinis »Il Tabarro« aufgetreten ist. Seither gehört er zu den führenden Tenören der Welt und gastiert an allen bedeutenden Opernhäusern…

Weiterlesen in den JUBILÄEN/ Geburtstage Februar 2022
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Barcelona: Katia Ledoux gewinnt Tenor Viñas Wettbewerb

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Der 59. Tenor Viñas Wettbewerb ist letzte Woche in Barcelona zu Ende gegangen mit über 600 Teilnehmer*innen aus 54 Ländern. Die Jury bestand aus Repräsentant*innen des Teatre del Liceu de Barcelona, des Festival d’Aix en Provence, des Teatro alla Scala Milan, der Staatsoper unter den Linden Berlin, der Metropolitan Opera New York, des Covent Gardens London, des Teatro Real Madrid, der Opéra National de Paris, und des Bolshoï Theater in Moskau.

Heuer gab es erstmals in der Geschichte des großen Opernwettbewerbs auch die Möglichkeit, sich für die Sparte Oratorium-Lied zu bewerben. Der Preis für die beste Oratorium-Lied Interpretin ging an Katia Ledoux. Die französische Studentin an der Kunstuniversität Graz (Klasse Ulf Bästlein) ist somit die erste und einzige Oratorium-Lied Preisträgerin in der Geschichte des Tenor Viñas Wettbewerbs.

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Passend zur weltpolitischen Situation:

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Gesamtaufnahme /AUDIO

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Gumpoldskirchen (nahe Wien): Sohn von Christa Ludwig und Walter Berry gestorben

Gumpoldskirchen: Trauer um Wolfgang Marc Berry
Der Sänger, Komponist und Produzent Wolfgang Marc Berry ist im 63. Lebensjahr verstorben. Der Sohn der Opernsänger Christa Ludwig und Walter Berry war im Ort als Lehrer der Joe Zawinul-Musikschule bekannt. Dort hat er Sologesang in der Populärmusik unterrichtet.
http://www.noen.at/moedling/todesfall-gumpoldskirchen-trauer-um-wolfgang-marc-berry-gumpoldskirchen-todesfall-wolfgang-marc-berry-print-310554226

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Christa Ludwig, Wolfgang-Marc und Walter Berry in den 1960 -Jahren im damaligen Wohnhaus in Berchtesgaden. Foto: Privat

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Crista Ludwig und Sohn Wolfgang-Marc Berry in Berchtesgaden. Foto: privat

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DORNACH/Kanton Solothurn/ Schweiz: Jasmin Solfaghari zeigt ihre Fassung „Figaro für Opereinsteiger“ im „Goetheanum“ ab 25.3.

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Die Regisseurin und Autorin Jasmin Solfaghari ist mit ihrer Fassung „Figaro für Operneinsteiger“ der PAMY Mediaproductions mit Sitz in Arlesheim ab dem 25.3. im Goetheanum in Dornach  zu Gast.

https://www.kulturaspekte.de/figaro-fuer-operneinsteiger/

und unter www.solfaghari.com, sowie www.pamy.ch

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Foto: Toni Suter/ T+T Fotografie

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MODENA/Teatro Pavarotti-Freni: AROLDO von Giuseppe Verdi

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Der Verführer und die Ehegattin. Foto: Teatro Pavarotti – Freni/Modena

Zwischen „Luisa Miller“ und „Rigoletto“ schrieb der 37jährige Verdi seine Oper „Stiffelio“, die von einem protestantischen Priester handelt, der seiner ihn betrogen habenden Ehefrau zuerst die Scheidung anbietet und ihr zuletzt, die Bibel aufschlagend, ganz verzeiht. Eine sehr „moderne“, „gegenwärtige“ Lösung, die aber für die damalige Zeit und die damalige Operndramaturgie, die doch eher auf dramatische und blutige Schlüsse bestand, einen veritablen Skandal darstellte. Dementsprechend, aber natürlich auch, weil die Zensurbehörde auf vielen sinnentstellenden Schnitten bestand, wurde die Premiere 1850 in Trieste nicht ganz unerwarteterweise zum Flop.

Aber Verdi, starrsinnig wie er war, glaubte an den Stoff und seine Partitur, und als er nach seinen Megaerfolgen Rigoletto, La Traviata, Il Trovatore und Simon Boccanegra endlich ein bisschen Zeit hatte, gestaltete er mithilfe seines Textdichters Francesco Maria Piave den verunglückten „Stiffelio“ in den neuen „Aroldo“ um, der dann 1857 zu Eröffnung des Teatro Nuovo in Rimini zur Uraufführung kam.

Dieses Theater wiederum wurde in den letzten Kriegsjahren des 2.Weltkriegs (1943) bombardiert, und stand dann, mitten im Zentrum der Adriastadt, obwohl im Inneren eigentlich ziemlich intakt geblieben (aber dennoch als Sporthalle missbraucht) skandalöserweise 70 Jahre lang als Ruine leer.

Der Initiative des jungen, energetischen „sindaco“ (Bürgermeister) von Rimini, Andrea Gnassi, ist es zu verdanken, dass  diesem zum Himmel schreienden Skandal endlich ein Ende bereitet und das Gebäude im neoklassizistischen Stil des Papst-Architekten Poletti möglichst originalgetreu restauriert wurde.

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Blut und Ehre. Foto: Teatro Pavarotti – Freni/Modena

Nach mehreren semi-konzertanten Soft-Openings (mit Valery Gergiev bzw. Cecilia Bartoli wurde das (mittlerweile nach dem Musicologen mit dem klingenden Namen Amintore Galli benannte) Teatro dann letztes Jahr nicht nur mit großem Pomp, sondern auch intelligenterweise mit Verdis AROLDO wieder-wieder-eröffnet.

Diese Produktion erlebte nach Etappen in Ravenna und Piacenza jetzt in Modena, wo wir das Glück hatten, sie zu sehen, ihre (nur vorläufige, hoffen wir) End-Station. Denn AROLDO ist, man kann es nicht viel bescheidener formulieren, ein frühes Meisterwerk. Der ganze Verdi, so wir ihn kennen und lieben, ist darin schon voll enthalten.

Und Manlio Benzi, als Riminese nicht unbeträchtlich an dieser Werkauswahl beteiligt, tut – gemeinsam mit dem von Maestro Muti trainierten Orchestra Giovanile Luigi Cherubini – alles, um diese unterschätzte und verkannte Partitur zum Funkeln zu bringen. Er hat sich dafür aber auch ein ganz wunderbares Ensemble zusammengesucht (zusammensuchen dürfen): vom „rising star“ unter den jungen italienischen Sopranistinnen, Roberta Mantegna, die eine ungemein glaubwürdige reumütige Ehebrecherin Mina auf die Bühne stellt, über den erst eifersüchtigen, dann aber alles verzeihenden Tenor Luciano Ganci (Aroldo) bis zum furchterregenden, mörderischen, die Ehre seiner Tochter (und vor allem  s e i n e) verteidigen wollenden Egberto (sehr beeindruckend: Vladimir Stoyanov) bis zum verführerischen Hallodri Godvino (Riccardo Rados) – alles Koryphäen ihres Faches, alles Top-Leute, und dazu noch homogen und kollegial aufeinander abgestimmt…

Die Inszenierung von Emilio Sala und Edoardo Sanchi, die in ihrer Urform in Rimini sehr stark auch auf die Geschichte des Teatro Galli bezugnahm, ist in Modena naturgemäss weniger zwingend und verständlich.

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Der alles verzeihende Gatte. Foto: Teatro Pavarotti – Freni/Modena

Aber sei’s drum: dieser AROLDO ist wahrlich eine Entdeckung und wir würden uns freuen, ihm sehr bald irgendwo wiederzubegegnen…

Robert Quitta

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HEUTE / ORF / „kulturMontag“ am 21. Februar: Vitásek-Autobiografie, „Toxische Pommes“, Polaroid-Retter-Doku

Danach: Neues Porträt „Christian Kolonovits – Ich lebe Musik“ zum 70. Geburtstag 

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 21. Februar 2022 befasst sich ab 22.30 Uhr in ORF 2 u. a. mit der demnächst erscheinenden Autobiografie von Starkabarettist und Schauspieler Andreas Vitásek und stellt mit „An Impossible Project“ eine neue Kinodokumentation über den Österreicher Florian Kaps vor, der das letzte Polaroid-Werk vor dem Untergang rettete und für das Comeback des Analogen kämpft. Live zu Gast im Studio ist die „Influencerin des Jahres 2021“, die unter dem Pseudonym „Toxische Pommes“ mit ihren satirischen Gesellschaftsbeobachtungen die Social Media aufmischt. Anschließend steht das neue Filmporträt „Christian Kolonovits – Ich lebe Musik“ (23.30 Uhr) zum 70. Geburtstag des Künstlers (am 25. Februar) auf dem Programm.

„Ich bin der Andere“ – Die Lebensbilanz des Andreas Vitásek

Die Bühne ist sein Lebenselixier: Seit mehr als 40 Jahren navigiert Kabarettist Andreas Vitásek das Publikum in seinen Programmen durch die österreichische Seele. Seine Stücke – bisher 21 an der Zahl – sind humorvolle Wegweiser durch Traum und Wirklichkeit, Ängste und Phobien, zwischen Gestern und Morgen, Himmel und Hölle. Durch die Kunst der Pantomime, die er in der Pariser „École de Jacques Lecoq“ erlernte, führte der gebürtige Favoritner eine bis dahin völlig unbekannte, poetische, körperliche Dimension in seine Nummern ein und befreite das heimische Kabarett von der Dominanz des Wortwitzes. Pantomime, Jonglage und Puppenspiel machte er zu seinem Markenzeichen. Früh wurde seine Komik auch für den Film entdeckt, so ist seine Rolle in Niki Lists Kultkomödie „Müllers Büro“ unvergessen, zuletzt begeisterte er u. a. in Wolfgang Murnbergers Film „Kebab mit alles“ und „Familiensache“. Ans Aufhören denkt Andreas Vitásek auch mit 65 Jahren noch lange nicht, genießt er doch seine Freiheit zwischen Bühne, Film und Fernsehen in vollen Zügen. Die Zeit der Pandemie hat er für neues Terrain genutzt und zieht Lebensbilanz in seiner nun erscheinenden Autobiografie „Ich bin der Andere“. Andreas Vitásek ist außerdem am Dienstag, dem 22. Februar, um 22.00 Uhr in ORF 1 in „Willkommen Österreich“ bei Stermann und Grissemann zu Gast.

Zwischen Bobo-Lorenz & Rassismus-Renate: Wer steckt hinter „Toxische Pommes“?

Sie ist smart, straight und rotzig, aber nie respektlos. Unter dem Pseudonym „Toxische Pommes“ mischt sie mit ihrer exzessiv uneitlen, gesellschaftskritischen Comedy die glatte, bunte Insta-Welt gehörig auf. Dahinter steckt Irina, ihr Nachname bleibt selbst für die Redaktion geheim – eine coole Post-Millenial der sogenannten Generation Z, die im Brotberuf der Juristerei nachgeht. Mitten in der Pandemie, im Sommer 2020, entdeckte Irina die chinesische Plattform TikTok, die von einer Milliarde Menschen genutzt wird. In die gesellschaftspolitische Debatte rund um Corona & Co. wollte sich die junge Frau einmischen. Eineinhalb Jahre später ist sie ein Satirestar, wird nicht nur von der Community als „Influencerin des Jahres 2021“ gefeiert. Alltagsrassismen und Lebenslügen verwandelt die aus Ex-Jugoslawien stammende „gut integrierte“ Migrantin, wie sie sich selbst bezeichnet, in kurze Handy-Videos, und schlüpft dabei in ganz verschiedene Identitäten, um ihren satirischen Betrachtungen der Bobo-Bubble oder der Balkan-Mentalität Ausdruck zu verleihen. Sie ist die rassistische Renate, die ihre „Jugo-Nachbarn“ argwöhnisch beobachtet, Bobo-Lorenz, ein pseudoreflektierter Akademiker oder die prototypische und kriegstraumatisierte Balkanmutter, deren raue Erziehungsmethoden bei österreichisch-bürgerlichen Eltern für Schnappatmung sorgen. Irinas Videos haben vier Millionen Likes und rund 60.000 Follower. Über sexistische und rassistische Ressentiments, über Grenzen der Satire und die Macht der Sozialen Medien und warum sie sich eigentlich „Toxische Pommes“ nennt, erzählt sie live im Studio.

„An Impossible Project“ oder Ode an das Analoge – Neue Doku über Polaroid-Retter Florian Kaps

Der Hype um die Digitalisierung unseres Lebens erlebt gerade eine Gegenbewegung: Digital Detox und Slow Food sind im Trend; Vinyl und analoge Fotografie, Handgeschriebenes und Selbstgemachtes feiern ein Comeback. Einer, der auf die neuesten Insta-Stories, Streaming-Dienste, Fitness-Apps oder Twitter-Trends pfeift und seit jeher seine Lust am Analogen zelebriert, ist der Österreicher Florian „Doc“ Kaps, dem ein gerade im Kino gestarteter neuer Dokumentarfilm gewidmet ist. „An Impossible Project“ von Jens Meurer porträtiert den Mann, der das letzte Polaroid-Werk im niederländischen Enschede vor dem Untergang gerettet hat. Als 2008 der Siegeszug der digitalen Fotografie auch vor der Weltmarke Kodak nicht haltmachte, entdeckte der selbsternannte Visionär – eigentlich Doktor der Biologe und Experte für Spinnenaugenmuskulatur, daher auch „Doc“ genannt – den gallischen Widerständler aus Asterix & Obelix in sich. Mit ein paar Freunden rettete Kaps die letzte Fabrik für Polaroid-Kameras, zu einer Zeit also, als gerade das erste IPhone auf den Markt gekommen war. Damals eine Fabrik für Sofortbildfilm zu übernehmen, schien betriebswirtschaftlicher Wahnsinn. Meurers Film erzählt im liebevoll ironischen Unterton, wie Kaps trotz fehlenden Know-hows die analoge Kultmarke als „Impossible Project“ wiederbeleben will.

Dokumentation „Christian Kolonovits – Ich lebe Musik“ (23.30 Uhr):

Komponist, Dirigent und Musikproduzent Christian Kolonovits feiert am 25. Februar 2022 seinen 70. Geburtstag. Der gebürtige Rechnitzer gilt als Mitbegründer des Austropop. Er hat für und mit Größen der österreichischen Musikszene wie Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Ludwig Hirsch, Georg Danzer, Maria Bill, Seiler & Speer und viele mehr komponiert, produziert und arrangiert. Regisseurin Silvia Freudensprung begleitet ihn filmisch bei seiner Arbeit auf der Bühne und im Studio während er und seine wichtigsten Wegbegleiter über sein Leben und seine Arbeit reflektieren. Auch internationale Stars und Orchester schätzen Kolonovits’ Qualitäten als Arrangeur, Komponist sowie Musikproduzent und insbesondere seine Genialität Rock, Pop und klassische Elemente zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Zudem komponiert er Musicals und Opern. 2018 wurde Christian Kolonovits mit der Platin-Romy für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
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