Die MONTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2022

Die MONTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2022

Foto: Daniel Dittus (c), Teodor Currentzis

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2022

Stuttgart
»Rumgeeier« des SWR: Der Stardirigent und das russische Geld
Teodor Currentzis verdankt seine Karriere seinem Riesentalent – aber auch Millionen aus dem russischen Staatsapparat. Das SWR-Sinfonieorchester hält an seinem Chefdirigenten fest. Wird mit zweierlei Maß gemessen?
DerSpiegel.de

Oper Leipzig: „Lohengrin“ – Ortruds Rache – oder es gibt (k)ein Glück, das ohne Reu‘
Von Dr. Guido Müller
Klassik-begeistert.de

Deutsche Oper Berlin: Olivier Pys schwierige Vêpres Siciliennes
Licht und Schatten bei der Berliner Premiere von Die Sizilianische Vesper in der französischen Originalversion. Olivier Py verlegt die Oper in das französisch beherrschte Algerien. Leider gerät Pys düstere Neuinterpretation schnell in plakatives Fahrwasser. Doch auch die Sänger überzeugen nur teilweise. Enrique Mazzola am Pult schien sich Pys drastischer Deutung anzuschließen.
konzertkritikopernkritik.berlin/aschlatz

Wien/Musikverein
Der Musikverein setzt ein klares Zeichen für den Frieden
Benefizkonzert: „Für die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen“
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Essen/ Philharmonie
Diana Damrau, Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch begeistern in der Essener Philharmonie
opernmagazin.de

Die Oper wird plötzlich filmreif
Im Musiktheater haben Video und filmische Formen sprunghaft zugenommen. Warum ist das so? Was ist der Nutzen? Vier Thesen zu einem neuen Phänomen.
NeueZürcherZeitung.ch

„Konzertgänger in Berlin“
Feuertortig
DSO, Ticciati, Christian Tetzlaff spielen Brahms und Elgar
Robin Ticciati, Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, ist niemals faul oder bequem oder würde es sich leichtmachen – im Gegenteil. Und dafür lieben ihn das Publikum und sehr spürbar auch seine Musiker
https://hundert11.net/feuertortig/

Female Symphonic Orchestra Austria: Musikerinnen kämpfen für Komponistinnen
Laut einer aktuellen Studie des Musikinformationszentrums schneiden Komponistinnen auf deutschen Bühnen richtig schlecht ab: Unter 2% ist ihr Anteil bei den aufgeführten Werken. Ganz anders sieht es bei den Programmen des Female Symphonic Orchestra Austria aus. 100% der Musik, die hier gespielt wird, kommt aus der Feder einer Frau.
BR-Klassik.de

München/ Bayerisches Staatsballett
„Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen“
An diesem Abend findet die Premiere der Produktion Passagen des Bayerischen Staatsballets im Nationaltheater in München statt.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

München
Konzerthaus im Werksviertel: Kritik an Söders Abkehr
Die Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Konzertveranstalter Andreas Schessl haben Ministerpräsident Markus Söders Abkehr vom lange geplanten Münchner Konzerthaus kritisiert.
MünchnerAbendzeitung

Neuer Manager: Anna Netrebko will ab Mai wieder auftreten
Maxim Berin mit Sitz in Monaco vertrat die Sängerin bisher nur in Osteuropa. Nachdem sich Netrebko von ihrer Berliner Agentur getrennt hat, wird er sie jetzt weltweit managen. Sie plane demnächst Auftritte in Israel, Asien und Lateinamerika.
BR-Klassik.de

Franz Welser-Möst: „Die Marke Netrebko“ ist „ziemlich kaputt“
Die Sopranistin und Dirigent Gergiev würden einen Kriegstreiber unterstützen oder sich nicht distanzieren.
WienerZeitung.at

Bad Ischl
Neuer Vorstand beim Lehár Festival Bad Ischl
DerStandard.at

Berlin
Interview Elsa Dreisig: „Ich spiele keine Puppe, sondern einen echten Charakter“
https://www.concerti.de/interviews/elsa-dreisig-2/

Hannover
Verfremdungsgesänge
An der Staatsoper Hannover hat Ersan Mondtag die romantische Oper „Der Vampyr“ von Heinrich Marschner politisch aufgemöbelt. Und bietet damit beste Unterhaltung.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/heinrich-marschner-ersan-mondtag-1.5555250

Florenz
Audienz beim Opernkönig
Seit zwei Jahren ist Florenz die Heimat von Alexander Pereira, der einst das Opernhaus Zürich in die Champions League führte. In Italien zelebriert der Intendant der Herzen die Musik, das Kochen – und die Liebe.
SchweizerIllustrierte

Musikgeschichte
Abschied von einem großen Tonkünstler
Vor 125 Jahren starb Johannes Brahms – sein Leichenbegängnis wurde zur Reverenz an den Klassiker aus Hamburg.
WienerZeitung.at

Links zu englischsprachigen Artikeln

Paris
A Quiet Place at the Palais Garnier
https://operatoday.com/2022/03/a-quiet-place-at-the-palais-garnier/

Amsterdam
Young Artists To Watch: Elenora Hu – living in the moment
bachtrack.com

Malaga
Just in: Malaga cancels unsold Domingo concert
https://slippedisc.com/2022/03/just-in-malaga-cancels-unsold-domingo-concert/

London
Handel in Hackney review – easy beauty and determined string playing
The London Handel festival takes the composer’s music into spaces that wouldn’t normally hear it – with mixed results
TheGuardian.com

Exclusive: Boston Symphony cuts London for no good reason
slippedisk.com

New York
Beczała provides the soaring highlights in Met’s “Eugene Onegin”
NewYorkClassicalreview

ACO, Alsop, and Koh search movingly for “Sanctuary” at Zankel Hall
theNewYorkClassical-review

Philadelphia
Philadelphia Orchestra performs Shostakovich in all his political dimensions
bachtrack.com

Washington
Michael Tilson Thomas and NSO offer a grand panorama of American music
The celebrated maestro comes out swinging on the first night of a two-week engagement at the Kennedy Center
WashingtonPost.com

Sydney
The body in the blanket: The dark history of Sydney Opera House
https://www.smh.com.au/national/nsw/the-body-in-the-blanket-the-dark

Ballett/ Tanz

München/ Bayerisches Staatsballett
„Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen“
An diesem Abend findet die Premiere der Produktion Passagen des Bayerischen Staatsballets im Nationaltheater in München statt.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Ballet/Dance
Review: The Sophisticated Simplicity of a Mark Morris Masterpiece
The incandescent “L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato” returns to Brooklyn, leaving you as breathless as ever.
TheNewYorkTimes

Film/Medien/ TV

94. Academy Awards : „Coda“ gewinnt Oscar als bester Film
Das Gehörlosen-Drama „Coda“ von US-Regisseurin Siân Heder hat den Oscar als bester Film des Jahres gewonnen. Den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann die Schauspielerin Jessica Chastain. Und auch ein Deutscher wurde ausgezeichnet.
Frankfurter Allgemeine

Oscar-Gala 2022: Als Will Smith zuschlug und die Show weiterging
Es sollte ein Abend zur Feier der US-Filmindustrie werden. Letztlich wurde es eine Nacht der Scheinheiligkeit, weil Will Smith, der kurz darauf den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, die Nerven verlor und Komiker Chris Rock auf der Bühne attackierte. weiterlief
Die Presse.com

Sean Penn boykottiert Oscars ohne Selenskij
US-Schauspieler Sean Penn ruft kurz vor der 94. Academy Awards zu einem Boykott der Gala auf. Er fordert Proteste, falls sich die Filmakademie tatsächlich nicht um Selenskij bemüht habe.
https://www.diepresse.com/6117316/sean-penn-boykottiert-oscars-ohne-selenskij

ZDF-Talk „Markus Lanz“
Überraschende Verkündung: Nie mehr Studiopublikum!
Der Verzicht auf Studiopublikum wird beim ZDF-Talk „Markus Lanz“ zum Normalzustand. Das kündigte der Chefredakteur des Formats an und begründet es mit praktischen Überlegungen.
bunte.de

Oliver Pocher brutal ins Gesicht geschlagen
Im Rahmen eines Boxkampfs kam es am Samstag zu Gewalt-Szenen außerhalb des Rings. Oliver Pocher kassierte eine ordentliche Watsch’n.
Heute.at

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Unter’m Strich

Biden in Warschau: Putin „kann nicht an der Macht bleiben“
US-Präsident Joe Biden hat am Samstag einmal mehr schwerste Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin geübt. „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben“, sagte Biden am Samstag in Warschau zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Polen, ohne den russischen Präsidenten an dieser Stelle explizit namentlich zu erwähnen. Doch erwähnte Biden Putin an anderer Stelle mehrfach namentlich.
https://orf.at/stories/3255942/

„Schlächter“ Putin: Macron distanziert sich von Biden-Sagern
Der französische Staatschef Emmanuel Macron hat sich von der Wortwahl von US-Präsident Joe Biden distanziert, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine einen „Schlächter“ genannt hat. Er würde diesen Begriff nicht verwenden, sagte Macron am Sonntag. Es gelte, „eine Eskalation der Worte wie der Handlungen“ im Ukraine-Krieg zu verhindern.
https://orf.at/stories/3256075/

Ukraine
Russischer Armeechef bei Bombenangriff getötet
Bereits der sechste General
N-Tv.de

Deutschland
Machtwechsel steht an. SPD holt Absolute im Saarland, Debakel für CDU
Ampelparteien FDP und Grüne nicht mehr im Landtag
http://www.krone.at/2666395

INFOS DES TAGES (MONTAG, 28. MÄRZ 2022)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 28. MÄRZ 2022)

Quelle: onlinemerker.com

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Wien: RIGOLETTO: Die dritte „Gilda“ in der dritten Vorstellung.  Ein Kurzvideo vom Schlussapplaus – und die Rezension

Zum Bericht von Dominik Troger

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ZU INSTAGRAM – Kurzvideo

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MAILÄNDER SCALA: PREMIERE „DON GIOVANNI“ (26.3.2o22)

Laut erstem Telefonberichtunmittelbar danach  eine mit Jubel aufgenommene Premiere

gpo

grio
ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

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DRESDEN: Ab 2.4. MADAMA BUTTERFLY mit Kristine Opolais

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ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und einem Video

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Bitte untenstehenden Link anklicken

ZU INSTAGRAM mit Video (5 Minuten)

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LESUNG MANUELA MIEBACH IN DER STADTBIBLIOTHEK CHEMNITZ

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Joseph Beuys in der Kölner Domschatzkammer

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Joseph Beuys in der Kölner Domschatzkammer. Foto: Andrea Matzker

Selbst viele echte Kölner wussten bis jetzt nicht, dass Joseph Beuys eng in die Gestaltung der Türen im Südquerhausportal des Kölner Domes involviert und eingebunden war. Deren Gestaltung wurde 1947-1954 dem Künstler Ewald Mataré anvertraut, dessen Meisterschüler damals Joseph Beuys war. Der Professor betraute seinen Schüler nicht nur mit der Gestaltung und den Entwürfen zu den Türen, sondern auch mit der Beschaffung der Materialien, die damals sehr schwer zu finden waren. Beuys begab sich selbst in eine vom Krieg zerstörte Villa in Meerbusch, deren Schwimmbad noch über viele Mosaiksteinchen verfügte, die er einsammeln durfte. Weiterhin erstellte er selbst auch viele Mosaiksteinchen aus Natur- und Marmorstücken, die er anschließend verwenden konnte.

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Joseph Beuys: Das brennende Köln, 1953. Detail Morituri te salutant. Foto: Andrea Matzker

So zeigt die sogenannte Bischofstüre das Wappen und den Wahlspruch des damals amtierenden Erzbischofs Josef Kardinal Frings, sowie den Bischofsstab und den Kardinalshut. Das Mosaik des Wappens enthält in der linken Hälfte ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund als Zeichen des Kölner Metropolitankapitels und in der rechten Hälfte neun goldene Kugeln auf rotem Grund als Hinweis auf die Stadt Neuss, den Geburtsort des Erzbischofs. Darunter steht sein Wahlspruch „Pro hominibus constitutus“ – „Für die Menschen bestellt“. Weiterhin sind die sieben Gaben des Heiligen Geistes dargestellt, die gleichzeitig die christlichen Tugenden des Bischofsamtes versinnbildlichen sollen.

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oseph Beuys (ohne Titel) 1980, mit Lichtreflex wie ungefähr-ursprünglich-vorgesehen.

Während der Gestaltung des Kreuzes fügte Beuys in seiner Mitte auf dem Bischofswappen seinen eigenen Rasierspiegel ein, denn er wollte, dass dieses Kreuz ein Licht warf durch die Reflexion der Sonne. Mataré war damit auch sehr zufrieden. Aber bei den vielen anschließenden Renovierungsarbeiten der herausgefallenen Mosaiksteinchen ging der Spiegel offenbar verloren und wurde schließlich durch einfache schwarze Steinchen ersetzt. Mataré äußerte sich damals zur Arbeit seines Meisterschülers: „Mein Schüler Beuys bewährte sich auf das Beste, war auch beim Setzen der Felder äußerst gewandt und brauchbar.“

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Joseph Beuys: Das brennende Köln , 1953. Detailfoto: Andrea Matzker

Die Pfingsttüre zeigt das brennende Köln nach einem Entwurf seines Lehrers. Nur der Dom als Sinnbild der Kirche steht unversehrt zwischen der in Flammen stehenden Stadt während des Zweiten Weltkrieges. Ein Nachguss des beeindruckenden Reliefs ist auch in der Ausstellung zu sehen. Außer dem Dom zeigt es ausschließlich brennende Häuser, und oben rechts am Rand grüßt der Tod. Mataré schrieb 1950 in sein Tagebuch: „Meine Schüler Beuys [sowie Franke] haben mir gut geholfen, besonders der erste, der mal ein sehr guter Bildhauer werden wird. Er hat ein ausgesprochen rhythmisches Gefühl, und dabei eine bewundernswerte Ausdauer, beides unerlässliche Vorbedingungen. Im Grunde genommen ist man eigentlich schon das, was man für andere zu werden verspricht, so denkend, kann man nicht allzu viel vom Unterricht halten, ‘den Seinen gibt‘s der Herr im Schlaf‘.“ Im Nachhinein äußerte sich Beuys dazu, dass er selbst das Thema der brennenden Stadt höchstwahrscheinlich anders dargestellt hätte.

Die zauberhafte, im wahrsten Sinne des Wortes überschaubare, kleine, aber feine Ausstellung am ehrwürdigsten Ort der Stadt Köln zeigt noch bis zum 24. Juli 2022 eine vielseitige Auswahl an Zeichnungen, Entwürfen und plastischen Werken aus dem Frühwerk des Künstlers, die äußerst kunst- und liebevoll von der Kuratorin Leonie Becks und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeordnet und zur Schau gestellt wurden. Zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog und vielfache Führungen. Während der Eröffnung der Ausstellung ernannte Dombaumeister Peter Füssenich Joseph Beuys postum zum offiziellen „Mitarbeiter der Dombauhütte“.

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Joseph Beuys. Porträtbüste 1947. Foto: Andrea Matzker

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Joseph Beuys: Weihwasserbecken mit Schweisstuch der Veronika. Foto: Andrea Matzker

Andrea Matzker & Dr. Egon Schlesinger

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„kulturMontag“ am 28. März: Oscar-Höhepunkte, bedrohte Pressefreiheit Russlands, instabiles Bosnien-Herzegowina

 Danach: Porträt „Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder“ zum 20. Todestag des Oscar-Preisträgers und Klassiker „Sabrina“ mit Hepburn, Bogart und Holden

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler moderierte „kulturMontag“ am28. März 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 blickt auf die Höhepunkte der in der Nacht davor stattgefundenen Oscar-Verleihung, befasst sich mit der bedrohten Pressefreiheit in repressiven Regimen wie Russland und bringt ein Stimmungsbild aus Bosnien-Herzegowina, dessen Frieden 30 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung zunehmend ins Wanken gerät. Anschließend an das Kulturmagazin stehen die Dokumentation „Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder“ (23.15 Uhr) anlässlich des 20. Todestags des legendären Filmemachers (27. März) sowie der von ihm inszenierte Klassiker „Sabrina“ (0.10 Uhr) mit Audrey Hepburn, Humphrey Bogart und William Holden aus dem Jahr 1954 auf dem Programm.

Oscarreif – Die Lieblinge der Leinwand bei den Academy Awards

Das Favoritenfeld für die 94. Oscar-Verleihung am 27. März hat sich längst zugespitzt, die Stimmzettel werden ausgezählt: Jane Campions Romanadaption „The Power of the Dog“ hat in allen wesentlichen Sparten Chancen. Die Neuseeländerin selbst schaffte zudem zum zweiten Mal eine Nominierung in der Regie-Sparte. 1994 konnte sie für „Das Piano“ allerdings „nur“ den Preis für das beste Originaldrehbuch entgegennehmen. Zudem gibt es für das Western-Drama mit Benedict Cumberbatch, Jesse Plemons und Kodi Smit-McPhee sowie Kirsten Dunst gleich vier Nominierungen in Schauspielkategorien. Dicht dran im Nominierungsranking ist die Science-Fiction-Neuverfilmung „Dune“ des Kanadiers Denis Villeneuve, der mit zehn Gewinnchancen vor allem seinem Ruf in technischen Sparten wie Kamera, Filmschnitt, Produktionsdesign oder visuelle Effekte gerecht wird, aber auch auf einen Preis für das beste adaptierte Drehbuch hoffen darf. Der Brite Kenneth Branagh ist mit dem Schwarz-weiß-Drama „Belfast“ in den Kategorien bester Film und beste Regie nominiert. Und Hollywoodlegende Steven Spielberg könnte seine Neuinterpretation der „West Side Story“ einen dritten Regie-Oscar einbringen. Wer kann letztendlich einen oder mehrere Academy Awards mitnehmen? Und: Werden Hollywoods Stars das Rampenlicht der Oscar-Gala traditionsgemäß auch wieder für politische Kampfansagen nutzen?

Kaltgestellt – Die bedrohte Pressefreiheit in repressiven Regimen

Schon vor dem Krieg in der Ukraine galt Russland nicht gerade als Paradies für Pressefreiheit. Zuletzt belegte das größte Land Europas laut dem Index von „Reporter ohne Grenzen“ gerade einmal den 150. Rang von 180 – immerhin noch vor Staaten wie Belarus, China oder Nordkorea. Doch Präsident Wladimir Putin stellt kritische Medien nun mit einem neuen Gesetz endgültig ruhig, das die Verbreitung von „Falschinformationen“ bzw. „Desinformation“ und die Verwendung von Worten wie Krieg oder Invasion verbietet, ebenso wie öffentlichen Protest oder Propaganda-Vorwürfe gegen die Regierung. Viele Medienhäuser sperren zu, westliche Sender hatten zuletzt die Berichterstattung ausgesetzt, denn schließlich drohen seitens Behörden bis zu 15 Jahre Freiheitsentzug für diejenigen, die gegen das neue Gesetz verstoßen. Selbst die widerständigsten, unabhängigen Zeitungen wie „Nowaja Gaseta“, die 2021 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, haben aus Angst vor Repressalien die Arbeit eingestellt. Ist in Russland die Wahrheit längst zum Feind geworden? Wie kann unabhängiger Journalismus in repressiven Regimen erhalten werden?

Instabil – 30 Jahre Bosnien-Herzegowina

Seit Jahren arbeiten bosnisch-serbische Politiker, mit Rückendeckung von Russlands Präsident Putin, am Zerfall der Republik Bosnien und Herzegowina, die im Friedensvertrag von Dayton 1995 geschaffen wurde. Droht dem fragilen Frieden im multiethnischen Staat 30 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung ein Ende? Im Jugoslawien-Krieg wurden in Bosnien-Herzegowina zwischen 1992 bis 1995 an die 100.000 Menschen getötet, mehr als zwei Millionen vertrieben. Spuren dieser „ethnischen Säuberungen“ findet man nur, wenn man weiß, wonach man sucht. Seit Dayton ist es eine gespaltene Nation, einerseits in eine gemeinsam von muslimischen Bosniern und katholischen Kroaten bewohnte und regierte „Föderation“. Auf der anderen Seite steht die christlich-orthodox geprägte Republika Srpska, deren führender Politiker Milorad Dodik – Mitglied des dreiköpfigen Regierungspräsidiums Bosnien-Herzegowinas – mit Unterstützung aus Moskau immer entschlossener am morschen Gebälk dieses Gesamtstaats sägt. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine demonstriert er seine Nähe zu Wladimir Putin und sperrt sich dagegen, die europäischen Sanktionen gegen den Aggressor mitzutragen. Tiefe Narben hat der Jugoslawien-Krieg in der Gesellschaft hinterlassen, sind Künstler/innen, Musiker/innen und Intellektuelle wie Smirna Kulenović, Vanja Solaković und Adnan Huskić überzeugt. Sind die Spannungen im Land eine Fortsetzung der Konflikte des jugoslawischen Vielvölkerstaats?

Dokumentation „Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder“ (23.15 Uhr)

„Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen und du sollst nicht langweilen!“ Mit diesem Zitat charakterisierte der österreichische Hollywood-Star und vielfache Oscar-Preisträger Billy Wilder einst seinen wichtigsten Grundsatz beim Filmemachen. Dieser machte ihn zu einem der herausragendsten Autoren, Regisseure und Produzenten der US-Filmindustrie. Er wurde 21-mal für einen Oscar nominiert und sechsmal ausgezeichnet.

Die 2016 entstandene Dokumentation „Du sollst nicht langweilen – Billy Wilder“ von André Schäfer und Jascha Hannover dokumentiert anhand von Originalaufnahmen mit Wilder, Gesprächen mit Kollegen, Archivmaterial und neu gedrehten Szenen ein Jahrhundert bewegter Zeitgeschichte und porträtiert einen Menschen, der vor allem eines war: nicht langweilig. Der 52-minütige Film zeigt den Menschen hinter dem großen Namen und bietet einen Blick in den Maschinenpark der Traumfabrik, in ihr Getriebe und ihre Wirkmechanismen.

Geboren am 22. Juni 1906 als Samuel Wilder in Galizien, zog Billy Wilder 1916 mit seiner Familie nach Wien. Hier verbrachte er seine Jugend und machte seine ersten Schritte als Reporter. 1926 ging es weiter nach Berlin, von wo er 1933 vor den Nazis floh – über Paris nach New York schaffte er es bis nach Los Angeles. Wilder hat an vielen Orten gelebt; wirklich angekommen ist er schließlich in Hollywood.

Der Film bietet einen Einblick in das Leben und die Denkweise eines filmischen Genies. Er lässt den Oscar-Preisträger in zahllosen Originalaufnahmen selbst zu Wort kommen, bittet aber auch Weggefährten und Zeitgenossen vor die Kamera, so u. a. Regisseur Volker Schlöndorff, Schauspieler Mario Adorf und Schauspielerin Marthe Keller, den österreichischen Filmkritiker Rudolf John und Paul Diamond, Sohn des wichtigsten Mitarbeiters von Billy Wilder, des Drehbuchautors I.A.L. Diamond. Über Trailer und Filmausschnitte seiner wichtigsten Werke analysiert die Doku Wilders Schaffen und beweist seinen besonderen Stellenwert in der Branche. Seine Zitate, manchmal voller Sarkasmus, manchmal voll liebenswertem Humor, werfen Schlaglichter auf das Leben des Künstlers. „Du sollst nicht langweilen – Billy Wilder“ zeigt die Schauplätze dieser Erinnerungen.

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