Programm Grafenegg 2027
Foto: Grafenegg Wolkenturm © Klaus Vyhnalek
Nach 20 Jahren Intendanz des Festivalgründers Rudolf Buchbinder wird im 21. Jahr des Bestehens ein neues Kapitel des Programmes der Konzertstätte am Wagram aufgeschlagen. Den Ankündigungen nach ist es vielversprechend – zu hoffen ist, dass diese Versprechungen auch eingehalten werden können.
von Herbert Hiess
Wie 2026 klangen die Ankündigungen des Festivalprogramms recht interessant; doch letztlich fehlte (im ganzen Sommer hindurch) letztlich der Pfiff. Vielleicht spürte man da irgendwie eine Art „Ausgelaugtheit“ des Managements.
Nun, mit Johannes Neubert hat man eine interessante Persönlichkeit dafür gewonnen. Er ist ein erfahrener Kulturmanager mit musikalischen Wurzeln. Er war sogar Orchestermusiker (Flötist) im Konzerthausorchester Berlin und interessanterweise war er sogar in den Jahren 2005 bis 2010 als operativer Geschäftsführer in Grafenegg tätig. Dann war er Intendant bei den Wiener Symphonikern und bevor er schlussendlich in Grafenegg landete, war er Manger im Orchestra National de France, das im Rahmen des Grafenegg Festivals auftritt.
Der Sommer 2027 ist auf drei Säulen aufgebaut. Traditionellerweise beginnt es mit den „Sommerklängen“ und endet dann mit dem „Grafenegg Festival“. Neu hingegen ist in der Mitte der Block „Im Herzen Europas“. Im Rahmen einer dreiwöchigen Residenz präsentieren junge Leute aus 27 EU-Staaten ihr exzellentes Können. Und niemand anderer als Iván Fischer ist einer der prominenten Aushängeschilder dieses Blockes.
Dann im Rahmen des Festivals erklingt das Grafenegg Festival Orchestra als Weiterentwicklung des Grafenegg Academy Orchestras unter der Leitung von Vladimir Jurowski. Im Rahmen einer öffentlichen Probe und eines Konzertes kann man sich von der Qualität der jungen Musikerinnen und Musiker überzeugen.
Der Focus der Nachbarschaft im Festival Block ist hier eindeutig auf Tschechien gefallen. Die Eröffnung und ein Konzert wird von der Tschechischen Philharmonie unter ihrem Chef Semyon Bychkov bestritten.
Die Tschechische Philharmonie ist eines der führenden Orchester Europas, wenn nicht sogar weltweit. Bychkov ist noch bis 2028 Chef des Orchesters und er wird dann von Jakub Hrůša abgelöst.
2027 bringen die Tschechen an zwei Abenden eine szenische Aufführung von Antonín Dvořáks genialer Oper „Rusalka“. Eine Premiere für Grafenegg 2027; eine halbdramaturgische Produktion hat es noch nie in Grafenegg gegeben.
Darüber hinaus sind im Festival wieder Weltklasse-Ensembles angesagt; von den Wiener Philharmonikern über das Concertgebouw Orchestra Amsterdam bis hin zum London Symphony Orchestra.
Ein Blick auf das Programm zahlt sich auf alle Fälle aus und ein Ausflug zu diesem großartigen Musik-Ort auf alle Fälle!
www.grafenegg.com
Herbert Hiess, 6. November 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at