Schweitzers Klassikwelt 12: "Hänsel und Gretel" – Oper mit Marionetten

Schweitzers Klassikwelt 12: „Hänsel und Gretel“ – Oper mit Marionetten

Foto: © Salzburger Marionettentheater

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Enkel Aeneas (5 Jahre) ist nicht in der Oper gewesen, aber er erlebte zum ersten Mal im Salzburger Marionettentheater Oper. Die Marionetten agieren zwar anders als Schauspieler. Darin liegt aber ein eigener Reiz.

Es wird bei „Hänsel und Gretel“ nicht eine klassische Schallplattenaufnahme herangezogen, wie ich bei der „Zauberflöte“ hier vor Jahren eine Schallplatte der Deutschen Grammophon wieder erkannte. Es ist eine Aufnahme, die eigens für das Salzburger Marionettentheater produziert worden ist.

Peter Besenbinder, den Vater, singt Jörg Gottschick mit modulationsreicherer Stimme als Boaz Daniel an der Wiener Staatsoper. Ein Genuss Martina Hamberg-Möbius als Gertrud (Mutter).

© Kristina Naudé

Den Hänsel singt die „mezzobalsamische“ (Berliner Morgenpost) Kristina Naudé. Ihre Vorfahren waren als lothringische Protestanten nach Preußen geflohen und ein Vorfahre war Mathematiklehrer Friedrichs des Großen. Sie ist Mutter zweier Kinder (Magdalena und Simon). Die Dorabella bezeichnet sie als ihre Lieblingspartie.

© Salzburger Marionettentheater

Annette Dasch als prominenteste Besetzung singt die Gretel. Da haben wir jetzt seit Neuestem unsren lokalen Liebling Andrea Carroll in der Wiener Staatsoper.

Die Knusperhexe wird althergebracht als nicht sympathisch dargestellt, obwohl sie als Warnung – erzieherisch vernünftiger – anziehend auf die Kinder wirken müsste. Die Litauerin Giedrė Povilaitytė, die Züricher Wellgunde 2002, steht von der Aufnahme her unsrer Wiener Hexe Bohinec in nichts nach.

Bini Lee © Foto Martin Becker

Die Japanerin Akiko Hayashida mutiert von der Rheintochter in Erl zum Sandmännchen und die Südkoreanerin Bini Lee singt das morgenaktive Taumännchen. Letztere singt im Ensemble Novoflot und anderen mobilen Musiktheatern, etwa vergleichbar mit der Neuen Oper Wien.

Regie und Ausstattung: Hinrich Horstkotte (Chemnitz, Nürnberg, Luxemburg, Volksoper Wien, Taipeh). Andreas Schüller leitet das Inboccallupo-Orchester. In bocca al lupo („im Wolfsrachen) ist im Deutschen dem abergläubischen Wunsch „Hals- und Beinbruch“ vergleichbar.

© Salzburger Marionettentheater

Die Anklänge an Richard Wagner kommen mehr zur Geltung als die an Richard Strauss. Die Tontechnik entspricht im Salzburger Marionettentheater bedauerlicherweise nicht dem neuesten Stand.

Enkel Aeneas hat noch nicht den Wunsch geäußert, wieder ins Marionettentheater geführt zu werden. Vielleicht interessiert ihn weniger die Knusperhexe, dafür Siegfrieds Drache. Wie oft hörte er schon aus meinem Mund das Zitat: „Du helläugiger Knabe, unkund deiner selbst …“

Schweitzers Klassikwelt 4: Opernzitate

Lothar und Sylvia Schweitzer, 24. August 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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Schweitzers Klassikwelt 11: „Musik im Studio“ – ORF Landesstudio Tirol

Lothar Schweitzer ist Apotheker im Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Frau Sylvia schreibt er seit 2019 für klassik-begeistert.de: „Wir wohnen im 18. Wiener Gemeindebezirk  im ehemaligen Vorort Weinhaus. Sylvia ist am 12. September 1946 und ich am 9. April 1943 geboren. Sylvia hörte schon als Kind mit Freude ihrem sehr musikalischen Vater beim Klavierspiel zu und besuchte mit ihren Eltern die nahe gelegene Volksoper. Im Zuge ihrer Schauspielausbildung statierte sie in der Wiener Staatsoper und erhielt auch Gesangsunterricht (Mezzosopran). Aus familiären Rücksichten konnte sie leider einen ihr angebotenen Fixvertrag am Volkstheater nicht annehmen und übernahm später das Musikinstrumentengeschäft ihres Vaters. Ich war von Beruf Apotheker und wurde durch Crossover zum Opernnarren. Als nur für Schlager Interessierter bekam ich zu Weihnachten 1957 endlich einen Plattenspieler und auch eine Single meines Lieblingsliedes „Granada“ mit einem mir nichts sagenden Interpreten. Die Stimme fesselte mich. Am ersten Werktag nach den Feiertagen besuchte ich schon am Vormittag ein Schallplattengeschäft, um von dem Sänger Mario Lanza mehr zu hören, und kehrte mit einer LP mit Opernarien nach Hause zurück.“

Lothar und Sylvia Schweitzer

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