Kann die Musik aus Star Wars im Konzert bestehen?

Star Wars – The Concert Show, Stephen Ellery, Dirigent  Tonhalle Düsseldorf, 10. März 2026

(Fotos: Daniel Janz)

Wieder einmal lädt ein Gastorchester in Düsseldorf zu einem cineastischen Abend ein. Heute auf dem Programm: Die Musik der Weltraum-Saga rund um die Skywalker-Dynastie. Diese von John Williams komponierte Filmmusik weiß bereits in den Star Wars-Filmen zu begeistern und wurde darüber hinaus auch mehrfach ausgezeichnet. Aber bietet sie auch genug, um ein ganzes Konzert zu füllen?

Solisten, Chor und Orchester der Cinema Festival Symphonics
Stephen Ellery, Dirigent

Star Wars – The Concert Show – Titel aus der Filmmusik von John Williams

Tonhalle Düsseldorf, 10. März 2026

von Daniel Janz

Fulminant geht es schon mit den ersten Tönen los. Wie könnte es anders sein – das Star Wars „Main Theme“ begrüßt das Publikum und leitet dabei gleichzeitig mit Szenen aus dem Film „Star Wars Episode 1 – die dunkle Bedrohung“ ein. Auch wenn die Filmausschnitte nicht 1 zu 1 zur Musik ausgewählt sind, so bereichern sie das Spiel des kleinen Ensembles erheblich. Zum Start steht also alles auf Spektakel!

Die erste Konzerthälfte widmet sich den „Prequels“

Als Prequels ist jene Film-Trilogie aus den frühen 2000er Jahren bekannt, die die Geschichte vom Aufstieg des Imperiums und Fall des Jedi-Ritters Anakin Skywalkers erzählt. Auch die Musik dieser Filme fängt das Drama und die Tragik der Ereignisse perfekt ein. Schnell lässt sich bei der Auswahl der Musiktitel als auch der Filmszenen ein Fokus auf Episode 1 und Episode 3 „Die Rache der Sith“ ausmachen. Titel, wie das fesselnde „Duel of the Fates“ oder das epische „Battle of the Heroes“ strotzen vor Spannung und begeistern trotz anfänglicher Unsicherheiten im Orchester.

Auch ruhige Tracks greifen das Dramatische auf. In „Anakin’s Dream“ träumt das Solo-Cello vor sich hin und auch die nur von Streichern gespielte „Immolation Scene“ bewegt ebenso wie „Anakin’s Betrayal“. Schade nur, dass keine Harfe, sondern ein nach Mischung aus Gitarre und Klavier klingendes Tasteninstrument zum Einsatz kommt. Ja, so ein Synthesizer(?) mag vielseitig sein und Geld sparen. Aber die Klänge sind doch ein Qualitätsunterschied zu John Williams originaler Instrumentation.

So zünden auch nicht alle Tracks. „Enter Lord Vader“ ist eh schon kein starker Titel und die unauthentischen Klänge tun ihr Übriges. Auch „Padme’s Ruminations“ überzeugt nicht, da die ausschließlich für diesen Titel singende Solistin die Töne nicht trifft. Bei „Anakin’s Theme“ fallen zusätzlich die eingesetzten Mikrofone durch Übersteuerung auf, was für einen unschönen metallischen Klang mit Nachhall sorgt. Laut ist eben nicht automatisch gut. Besonders, wenn wie heute Fehler hörbar sind.

Dass die erste Hälfte trotzdem größtenteils gelingt, liegt auch an Tracks, wie „Jar Jar’s Introduction“, die frech und witzig gespielt wird, oder „The Arrival at Tatooine“, der erst ähnlich locker und dann triumphal klingt. Abrunden können die einzigen zwei Titel aus „Star Wars Episode 2 – Angriff der Klonkrieger“: In „Yoda and the Younglings“ dürfen die Holzbläser zum ersten Mal solistisch glänzen. Und „Across the Stars“ fängt die tragische Liebe zwischen Anakin Skywalker und Senatorin Padmé Amidala gut ein. In Kombination mit den Filmszenen, die dieses Konzert wirklich vervollkommnen, stellt sich am Ende der ersten Hälfte vor allem Wohlwollen ein.

Die Klassiker aus „Star Wars“ offenbaren Schwächen

Irritation entsteht nach der Pause. Denn anstelle von Ausschnitten aus „Star Wars Episode 5 – Das Imperium schlägt zurück“ werden auf einmal animierte Standbilder gezeigt. Diese erinnern bestenfalls an Filmszenen, erreichen aber nicht ansatzweise dieselbe Qualität. Dazu sorgt unsauberes Spiel für einen echten Hänger. So werden „The Asteroid Field“ und „Han Solo and the Princess” zu Nummern, die man erträgt, anstatt sie zu genießen. Gleiches gilt für „Yoda’s Theme“, das vor allem von der (zugegeben gut spielenden) Solo-Violine erklingt. Aber auch hier fehlt die Harfe.

Glücklicherweise bleibt Episode 5 der einzige ausgesparte Film der Original-Trilogie. Aber warum lässt man ausgerechnet diesen Teil der Star Wars-Saga aus? Zumal mit dem berüchtigten „Imperial March“ noch ein bekannter Track dieses Films erklingt. Gezeigt werden dazu aber Bildern aus Episode 6 „Die Rückkehr der Jediritter“. Hat man etwa nicht alle Filmrechte erworben, um an falscher Stelle zu sparen?

Mit der Rückkehr echter Filmausschnitte steigt aber auch wieder die Qualität. Bereits die „Cantina Band“, zu der Klarinetten, Oboen und Fagott richtig los-swingen, begeistert. Auch „Parade of the Ewoks“ und „Victory Celebration“ machen wieder Spaß. Man merkt: besonders die Holzbläser und das Schlagzeug, aber auch der starke Chor sind das Herz dieses Ensembles. Gerne würde man dieses Lob auch auf die Streicher ausweiten. Wären da nur nicht die grässlich übersteuernden Mikrofone…

Zu versöhnlichen Klängen laden die Tracks „Luke and Leia“ sowie „Princess Leia’s Theme“ ein, der durch das schillernde Flötensolo brilliert. Unterhalten kann auch „The Forest Battle“. Und „The Emperor’s Death“ rundet diese zweite Hälfte ab.

Den Verantwortlichen ist auch hoch anzurechnen, dass sie Bezüge zu den „Sequels“, – der Disney-Trilogie, die nach den Ereignissen von Episode 6 spielt – fast komplett aussparen. Kein Wunder. Denn auch wenn diese Filme ihre Momente hatten, so waren sie spätestens ab „Episode 8 – Die letzten Jedi“ derart ambivalent, dass sie von vielen Teilen des Publikums als regelrechtes Desaster bis heute abgelehnt werden.

Doch vergessen werden diese Filme nicht. Obwohl man sie sich hätte sparen können. Denn so, wie schon diese 3 Disney-Filme nicht überzeugen konnten, wirkt auch die Musik in den beiden gespielten Titeln „The Rebellion is reborn“ und „The Last Jedi“ eher ziellos und willkürlich. Ja, es gibt Anklänge an die bekannten Tracks der ersten 6 Filme. Aber für sich selbst sprechen diese beiden Tracks kaum. Dazu kommt erschwerend hinzu: Wieder nur Standbilder, die bestenfalls an die Filme erinnern.

Dennoch ergibt das Ganze am Ende einen unterhaltsamen Abend, was auch das Publikum nach dem „Finale“ – quasi einem Best-of der bekanntesten Themen – durch Stehende Ovationen honoriert. Auch zwei Zugaben, einmal eine Kurzfassung vom „Main Theme“ und des „Duel of the Fates“ heizen den Schlussapplaus noch einmal richtig an. Klar, in puncto Sauberkeit der Musik und bei der Produktion vor allem in der zweiten Konzerthälfte gibt es noch Luft nach oben. Doch letztendlich zeigte der Abend: Die Cinema Festival Symphonics sind bereits auf einem guten Weg.

Daniel Janz, 12. März 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Star Wars-Konzert, Konzertkino, NDR Elbphilharmonie, Krzysztof Urbański, Elbphilharmonie Hamburg

Daniels Anti-Klassiker 57: „Star Wars“ klassik-begeistert.de, 2. März 2025

Daniels vergessene Klassiker 44: John Williams klassik-begeistert.de, 6. April 2025

Ein Gedanke zu „Star Wars – The Concert Show, Stephen Ellery, Dirigent
Tonhalle Düsseldorf, 10. März 2026“

  1. Also ich bin mir ja ziemlich sicher, dass die „Standbilder“, wie der Autor sie nennt, einfach nur KI war. Was sollte das mit dem Falken? Immer nur dieselbe Animation? Oder wo Han Solo eingefroren wird? Oder Yoda? Das war so billig und schlecht, ich konnt’s nicht mehr ertragen. Hab in der zweiten Hälfte das Konzert verlassen!! Und ich war auch nicht der einzige. Für 80 Euro, die ich pro Karte gezahlt hab, kann man echt mehr erwarten! Das war wirklich peinlich.

    Simon

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